Güterplatz: The Spin (128 m), Eden (98 m), Wohnungsbau [Bauphase]

  • Heute fand der im vorletzten Beitrag angekündigte Spatenstich für alle drei Projekte statt. Dazu zunächst eine Pressemitteilung und Bildmaterial, später dürfte die Tagespresse weitere Informationen liefern.


    [indent]Neues Entrée in das Europaviertel


    Auf dem ehemaligen Telenorma-Areal am Güterplatz haben die Bauarbeiten für das neue Entrée in das Europaviertel begonnen. Das 13.700 m² große Grundstück, das seit rund 25 Jahren brach liegt, wird jetzt mit 259 Mietwohnungen, einem Hotel- und Büroturm und einem Wohnhochhaus mit 263 Eigentumswohnungen sowie einem großen Supermarkt, einer Kindertagesstätte und einer zweigeschossigen Tiefgarage bebaut. Am 29. Mai setzten die Investoren ABG FRANKFURT HOLDING, Groß & Partner sowie gsp Städtebau gemeinsam mit dem Frankfurter Planungsdezernenten Mike Josef den ersten Spatenstich für dieses städtebaulich bedeutende Großprojekt.


    „Mit diesen beiden architektonisch besonders markanten Hochhäusern und der urbanen Wohnbebauung wird der östliche Eingang in das Europaviertel städtebaulich aufgewertet und es entsteht in Frankfurt dringend benötigter Wohnraum", betonte der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef bei dem Spatenstich. „Das ist für uns kein alltägliches Projekt", sagte ABG Geschäftsführer Frank Junker, der die Kaufverhandlungen für das Grundstück mit der Firma Robert Bosch federführend leitete. „Wir freuen uns, dass wir mit Groß & Partner und gsp Städtebau zwei leistungsstarke Partner gefunden haben, die dieses Areal gemeinsam mit uns entwickeln", so Junker weiter.


    ABG: 259 Passivhauswohnungen
    Die ABG FRANKFURT HOLDING baut auf dem ehemaligen Industriestandort 259 Mietwohnungen im Passivhausstandard. Die Wohnungen werden als siebenstöckige Blockrandbebauung mit Staffelgeschoss auf 29.500 m² Bruttogeschossfläche nach Plänen des Frankfurter Architekturbüros AS&P errichtet. Außerdem baut die ABG eine Kindertagesstätte und im mittleren Teil des Areals einen großen Supermarkt. Für alle Projektpartner realisiert die ABG außerdem eine zweigeschossige Tiefgarage mit 419 Stellplätzen. Zwei Innenhöfe, der eine ebenerdig, der andere auf dem Dach des Supermarkts, stehen den künftigen Bewohnern zur Verfügung.


    Groß & Partner: Büro und Hotelturm „The Spin"
    An der Ecke Güterplatz/Mainzer Landstraße, am östlichen Rand des Grundstücks, errichtet der Frankfurter Projektentwickler Groß & Partner auf 2.591 m² Fläche einen 128 Meter hohen Hotel- und Büroturm. Das von Hadi Teherani entworfene Hochhaus „The Spin" wird ein Vier-Sterne-Hotel der Marke NH Collection mit 428 Zimmern und knapp 2.000 m2 Veranstaltungsfläche sowie Restaurant-, Bar- und Fitnessbereichen beherbergen. Die obersten 10 Etagen, die versetzt aufeinander aufbauen und die Architektur des „Spin Tower" prägen, werden als Bürofläche genutzt werden. Der Zugang zur neuen U-Bahn-Station der Linie U5 wird direkt an den Turm angrenzen.


    „Mit dem Spin Tower erhält das Areal am Güterplatz einen markanten Büro- und Hotelturm, der Kraft und Dynamik ausstrahlt und dem Standort gut tun wird. In dem neuen Quartier wird die Verschmelzung von Wohnen, Arbeiten, Hotel und Erlebnismöglichkeiten ein wichtiger Faktor sein, um die Anziehungskraft und Aufenthaltsqualität hervorzuheben", erläutert Peter Matteo, Geschäftsführer von Groß & Partner, die Bedeutung von „The Spin".


    gsp Städtebau: Wohnhochhaus „EDEN"
    Am nordwestlichen Teil des Grundstücks wird das Berliner Unternehmen gsp Städtebau ein 98 Meter hohes Wohnhochhaus mit 263 Eigentumswohnungen errichten. Besonders an diesem von den Architekten Helmut Jahn (Chicago) und Magnus Kaminiarz (Frankfurt) geplanten Hochhaus, das den Namen „Eden" tragen wird, sind „die vertikale Begrünung und die raumhohen Panoramafenster, die helle und lichtdurchflutete Wohnungen entstehen lässt", wie Jürgen Blankenberg, Geschäftsführer der gsp Städtebau und Bauherr des Wohnhochhauses Eden bei dem Spatenstich erklärte. „Hier entsteht ein Ensemble für ganz unterschiedliche Zielgruppen. Diese Durchmischung trägt wesentlich zu einer nachhaltigen Urbanität bei und macht den Standort zusätzlich attraktiv", so Blankenberg weiter. Neben drei Penthäusern plant gsp in dem Gebäude mit 27 Geschossen auf 15.150 m² Fläche vor allem 1- bis 3- Zimmer-Wohnungen.


    Die Hoch- und Tiefbauarbeiten bei diesem Projekt könnten bereits im Jahr 2021 abgeschlossen sein. Parallel dazu bauen die Verkehrsbetriebe die neue U-Bahn-Station Güterplatz. Die Verlängerung der Linie U5 soll von Herbst 2022 an Fahrgäste über den Hauptbahnhof in das Europaviertel bringen.[/indent]
    Die schon in Beitrag #351 gezeigte Visualisierung des Büro und Hotelturms „The Spin", hier auch in XXL-Klick-Version mit vielen Details:



    Bild: Groß & Partner / Hadi Teherani Architects


    Das 98 Meter hohe Wohnhochhaus "Eden":



    Bild: gsp Städtebau / Helmut Jahn und Magnus Kaminiarz


    Die Wohnbebauung der ABG Frankfurt Holding mit den beiden Hochhäusern:



    Bild: ABG Frankfurt Holding / AS+P Albert Speer + Partner


    Zum Schluss ein weiterer Lageplan. Der Supermarkt-Zugang ist nicht, wie zunächst angenommen, im Nordwesten geplant, sondern im östlichen Teil der ABG-Wohnbebauung (unterhalb der Beschriftung "Europa-Allee"):



    Plan: ABG Frankfurt Holding / gsp Städtebau / Groß & Partner

  • ^ Zum Termin versammelte sich ein kleines Who-Is-Who der Frankfurter Immobilienbranche. Neben Mike Josef, Frank Junker, Peter Matteo und Jürgen Blankenberg waren auch Jürgen Groß, Magnus Kaminiarz, weitere Vertreter der GSP, von G&P, AS+P, der ABG, der Stadt und der Vertriebspartner dabei. Auch die Presse war gut vertreten. Neben den Daten oben habe ich vor allem mitgenommen, dass bereits 90% der Wohnungen im Eden-Hochhaus vorreserviert sind, und das zu Preisen von "um die 10.000 Euro" je Quadratmeter. Beides ist beachtlich.


    Die ABG wird für ihre Wohnungen Mietpreise von 12 bis 12,50 Euro aufrufen. Die geförderten Wohnungen werden entsprechend weniger kosten.


    Alle Projektpartner beteuerten die gute Zusammenarbeit in der Vorbereitungszeit, vor allem in den letzten 2 Jahren, in denen die Ausführung gemeinsam - unter Einbeziehung auch der VGF - geplant wurde. Dadurch, dass hier zudem jeder Quadratmeter Boden bebaut wird und in der Nachbarschaft so gut wie keine eigenen Flächen für Lagerung bzw. Baustelleneinrichtung zur Verfügung stehen, sei auch die Logistik eine große Herausforderung, und alle hoffen, dass sich die bisherige konstruktive Zusammenarbeit in der Bauphase fortsetzt.


    Mike Josef und Frank Junker erinnerten an die lange Historie des Grundstücks. Ähnlich wie beim Polizeipräsidium lag die Fläche lange brach. Die Robert Bosch GmbH brachte letzlich mit der niedrigeren Bewertung Bewegung ins Spiel. Mike Josef betonte, dass die Stadt sehr froh über die Beseitigung der langjährigen Baulücke ist.


    Ergänzend noch die Investitionssumme, um die es hier geht: Insgesamt sind es etwa 330 Mio. Euro, davon 82 Mio. Euro durch die ABG, 150 Mio. Euro für das Eden und 100 Mio. Euro für The Spin. (Vorbehaltlich Hörfehler.)


    Und nachfolgend ein Bild vom eigentlichen Spatenstich. Von links nach rechts Jürgen Blankenberg, Frank Junker, Mike Josef, Peter Matteo:



    Bild: epizentrum

  • Die Architektur (wie auf den Visualisierungen dargestellt) ist nicht endgültig. Die FAZ schreibt, bisher nur offline, dass die Neubauten noch besser aufeinander abgestimmt werden sollen. "The Spin" werde noch überarbeitet. Auch der FNP zufolge steht das genaue Aussehen des 128 Meter hohen Büro- und Hotelturms noch nicht fest. Mit dem Architekten Hadi Teherani sei man noch in Gesprächen über die Gestaltung, heißt es.

  • Danke Euch beiden für die schönen Zusammenfassungen.
    Im großen und ganzen kann man zufrieden sein.
    Natürlich hoffe ich noch auf eine Umgestaltung des Spin. Hierbei geht es mir nicht um die verdrehten Turmteile, sondern um den sonderbaren Grundriss der ja von einem anderen Büro geplant wurde. Gerade aus der Perspektive der Mainzer Landstraße wirkt der Turm viel zu plump und massiv. Selten einen 130er gesehen der aus einer Perspektive so unförmig wirkt.

  • ^ Mit einiger Wahrscheinlichkeit geht es vor allem um die Übergänge zur Blockrandbebauung. Da beißen sich die Entwürfe derzeit, bzw. es sieht ungestaltet aus.


    Eine angenehme Überraschung wäre die Veränderung der Kubatur oder gar der Fassade, aber darauf würde ich nicht hoffen. Ich finde auch, dass gerade die Westansicht des Turms klobig wirkt.

  • Über die von epizentrum genannten Investitionskosten wundere ich mich etwas. The Spin soll mit 34.150 m² BGF 50% weniger kosten als das Eden mit nur 20.400 m²? Das Eden würde pro m² mehr als das doppelte kosten, ist das denkbar?

  • Die Zahlen wurden so genannt. Das kann ich bestätigen. Der Kollege von der Rundschau hat sie offenbar auch so gehört, wie aus seinem heutigen Artikel hervorgeht. Verwunderlich bleibt der Unterschied trotzdem.


    Epizentrum hat, soweit ich das sehe, hervorragend zusammengefasst, was neben den Fakten aus der Pressemitteilung noch gesagt wurde. Nur einen Punkt würde ich noch ergänzen: Mike Josef hat noch seiner Hoffnung Ausdruck gegeben, dass das Projekt auch den potenziellen Hochhausstandorten in der Umgebung Schub zur Realisierung gibt.


    Nachtrag: So, ich habe gerade nochmal bei den Beteiligten nachgehört: Die Zahlen stehen wie gehört, wobei Groß & Partner wohl eher eine untere Schätzung genannt hat, das Spin also mit hoher Wahrscheinlichkeit noch eine Ecke teurer wird.

  • Hochhaus "The Spin"

    Zum Projekt gibt es jetzt eine Website. Unter anderem enthält diese eine hier noch nicht gezeigte Visualisierung:



    Bild: Groß & Partner / Hadi Teherani Architects


    Das "NH Collection Hotel" wird die Stockwerke 1 bis 20 belegen. Darüber, in den Etagen 22 bis 31, entstehen rund 8.300 Quadratmeter Büroraum (Etage 21 wird dann wohl ein Technikgeschoss). Die Büros erhalten eine Dachterrasse auf 120 Metern Höhe und einen separaten Zugang im Erdgeschoss. Zusätzlich bieten die meisten Bürogeschosse Balkone oder Terrassen. Eine Grafik zum Nutzungsmix:



    Grafik: Groß & Partner

  • Einige Fotos des aktuell an der Messe Expo Real ausgestellten Modells, ein User dieses Forums hat sie für uns aufgenommen. Vielen Dank dem Fotografen!





    Alle Bilder: N. N. für deutsches-architektur-forum.de

  • Im Beitrag Nummer: 363 bereits zu sehen die überarbeitete Version nun auch frontal:



    Bild: Groß & Partner / Hadi Teherani Architects


    Desweiteren liest man nun öfter von einer Gesamthöhe von 122m, statt 128m.



    Vielen Dank auch dem unbekannten Fotografen für das Fotografieren des Modells.
    Ich bleibe dabei, auch wenn ich mich mittlerweile etwas mit dem Turm angefreundet habe; Die Breitseite nach Westen ist einfach zu massiv, dies ist dem ungewöhnlichem Grundriß geschuldet.

  • An dieser Stelle und im Ensemble mit all den anderen Hochhäusern drumherum finde ich es auch ganz gut. Ich freue mich über den Mut zu einem dunklen Turm. Ausserdem gilt ja der alte Grundsatz: dunkel macht schlank. Das sieht man weniger auf Renders, als in der Realität.
    Das EG und das 1.OG finde ich samt U-Bahn-Eingang sehr gelungen.


  • Die Breitseite nach Westen ist einfach zu massiv, dies ist dem ungewöhnlichem Grundriß geschuldet.


    Mir gefällt das sehr gut.
    Die für Ffm. ungewöhnliche Kubatur bringt dringend nötige Abwechslung in die Skyline. Schon heute haben wir eher zu viele Hochhäuser vom Typ "dünn und hoch".


    Auch die dunkle Farbgebung des Gebäudes ist eine hochwillkommene Neuigkeit.
    Zustimmung insoweit an RYAN-FRA.


    Beim "Spin" stimmt einfach alles. Ein grosser Glücksfall ist dieses Projekt !

  • Ich bin nicht so begeistert vom Spin, wie m.Ro80.


    Auch ich freue mich über ein weiteres Hochhaus am Eingang vom Europaviertel. Aber ich finde den Entwurf unstimmig.


    Mir ist klar, dass die Idee war auch äußerlich die Funktionen des Turms (Hotel und Büro) zu trennen. Für mich aber passen die "beiden Teile" des Hochhauses nicht zusammen. Zudem finde ich den Vorwurf des Plumpen, sowie den Vergleich mit dem Schwesternwohnheim des "Heigei", der in Vorbeiträgen gezogen wurde, passend. Die in sich verdrehten oberen Stockwerke wirken einem unspektakulären Hochhaus aufgesetzt. Die Höhenwirkung geht meiner Meinung nach deshalb verloren. Auch die Gliederung der Fassade hilft da nicht: Vertikale Betonung und großformatige Fensterelemente im unteren Teil des Hochhauses.


    Der Grund für den "Spin" einzelner Etagen ist doch die ungewöhnliche Grundfläche. Aber diese besteht ja über alle Stockwerke. Daher weiß ich nicht, warum man so inkonsequent ist und nur den oberen Stockwerken einen "Spin" gibt (es muss ja nicht gleich wie beim F&F Tower in Panama-Stadt sein). Die massive Westseite des Gebäudes würde mit einer aufgelockerte Fassade sicher filigraner wirken.


    Ich bin kein Graphiker und auch kein epizentrum, trotzdem habe ich mich an einer eigenen Version des Spin versucht (schnell und schmutzig):


    Bildgrundlage: Groß & Partner / Hadi Teherani Architects | Bearbeitung: Mainolo

  • Im Nordwesten des Areals macht die Baugrube gute Fortschritte. Es werden Steifen eingesetzt. Gut zu erkennen ist der bogenförmige Verlauf der Bohrpfahlwand an der Nordseite.




    Bilder: Schmittchen

  • Danke - let‘s try this again... Ich hoffe, es funktioniert jetzt.


    Bild: https://abload.de/img/mobile.1uqibr.jpeg Bild: https://abload.de/img/mobile.2lgiw8.jpeg


    Bild: https://abload.de/img/mobile.3lfc2g.jpeg Bild: https://abload.de/img/mobile.4vxc1c.jpeg


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  • Eden

    In #331 gab es nur einen Ausschnitt aus der folgenden, ziemlich spektakulären Nachtansicht. Hier eine Version, die das "Eden" komplett zeigt:



    Ferner zwei Teilansichten der Fassade:




    Bilder: gsp Städtebau GmbH / Jahn, Chicago und Magnus Kaminiarz & Cie., Frankfurt

  • Die Nachtansicht ist wirklich spektakulär. Und wenn man sich jetzt auf der rechten Seite noch das "Grand Central" Ensemble dazu denkt, sieht man, dass da auch ein ordentlicher Cluster entstanden seid wird.