Güterplatz: The Spin (128 m), Eden (98 m), Wohnungsbau [Bauphase]

  • Fassadenwettbewerb Tower 120

    Ein Hauptnutzer des geplanten 120-Meter-Hochhauses an der Ostseite des früheren Telenorma-Areals steht mit der NH Hotel Group (die gestern auch als Hotelbetreiber im nahe gelegenen Hochhausprojekt "ONE" bekannt gegeben wurde) seit vergangenem März fest. Dazu die Pressemitteilung in #240. Daraus geht auch hervor, dass Projektentwickler hier einmal mehr Groß & Partner ist.


    In besagter Pressemitteilung wurde ein Architekturwettbewerb angekündigt. Dazu hat die die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen nun Informationen. Es handelt sich demnach "bloß" um einen Fassadenwettbewerb. Die Planung im Übrigen bzw. der Auftrag dafür sollte demnach schon feststehen (was angesichts des nach #241 schon im Frühjahr 2018 geplanten Baubeginns von Vorteil sein dürfte).


    Der Wettbewerb ist bereits im Gange, die Unterlagen wurden Mitte April ausgegeben, auch der Abgabetermin ist bereits verstrichen. Die Entscheidung fällt in zweieinhalb Wochen. Auslober ist eine G&P Galateia Grundstücksverwaltung GmbH & Co. KG Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, das wird die hier tätige Projektgesellschaft von Groß & Partner sein.


    Weitere Info zum "nichtoffenen Realisierungswettbewerb im kooperativen Verfahren mit Ideenteil", dessen Gegenstand "der Neubau eines gemischt genutzten Hochhauses mit einer Hotel- und Büronutzung am Güterplatz" ist:


    • Teilnehmer:



      • MVRDV, Rotterdam
      • Meixner Schlüter Wendt GmbH, Frankfurt/Main
      • Eike Becker Architekten, Berlin
      • Gatermann und Schössig, Köln
      • Blauraum Architekten, Hamburg
      • Hadi Teherani, Hamburg
      • Kleihues + Kleihues, Berlin
      • Skidmore, Owings & Merrill, London (angefragt)



    • Preisrichter: Martin Hunscher, Prof. Annett-Maud Joppien, Prof. Julia B. Bolles-Wilson, Prof. Zvonko Turkali, Mike Josef, Frank Junker, Jürgen Groß, Peter Matteo
    • Preisgerichtssitzung: 17. Juli 2017
  • Hadi Teheranis Büro hat den Wettbewerb gewonnen. Das Hochhaus, das laut FNP den Namen "Spin Towers" erhalten hat, wird 128 Meter hoch. Baubeginn ist 2018, die Fertigstellung ist zwei Jahre später geplant. Das Hotel der Marke "NH Collection" (Details in #240) wird rund 60 Prozent der Flächen belegen. Darüber, in den Geschossen 22 bis 31, sind Büroflächen geplant, die Zeitung schreibt von 8.500 Quadratmetern. Das Hochhaus erhält einen direkten Zugang zur U-Bahnstation Güterplatz.


    Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten Teheranis soll vor allem die klare optische Trennung der verschiedenen Nutzungsarten gewesen sein. Nach Wunsch des Preisgerichts soll Teheranis Entwurf noch überarbeitet werden.


    Weitere Einzelheiten folgen. Auch aussagekräftigere Ansichten werden folgen, hier eine erste:



    Bild: Hadi Teherani Architects / Panoptikon / Groß & Partner


    Nachtrag: Laut Thomas Daily sollen sich die Büroetagen des Hochhauses durch eine spiralförmige Drehung von der Hotelnutzung in den unteren 20 Stockwerken abheben. Die Rede ist dort von einem Projektnamen "The Spin".


    Der zweite Platz im Wettbewerb ging an Kleihues + Kleihues, der dritte an Eike Becker Architekten. Das geht aus einer Pressemitteilung von Groß & Partner hervor.

  • Der TD-Schreiberling versuchte damit folgende Konstruktion zu beschreiben:
    Bild: http://www.bilder-upload.eu/upload/02646b-1500362028.jpg
    Quelle: Groß & Partner


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    Mod: Das den Maßstab dieses Forums sprengende Bildformat habe ich in einen Thumb gezwängt. Anklicken vergrößert. Danke, El Kremada.

  • ^ Das könnte ein elegantes Ausrufezeichen am Eingang zum Europaviertel werden: Strenges Design, hoher Glasanteil, polierter Stein, Betonung auf dem umfassten Raum, Verzicht auf Schnickschnack - das sind gelungene Anklänge an den Internationalen Stil. Gleichzeitig ein klar zeitgenösisscher Entwurf mit den verschobenen Geschossen, die in diesem Fall nicht modisch aufgesetzt wirken.


    Der Turm ist zwar einen Hauch kopflastig (von der Seite sicher noch mehr), dafür hat er aber einen - im Gegensatz zu anderen neuen Hochhäusern in der Stadt. Die Anordnung der Verschiebungen und die konsequent mit Glasbrüstungen versehenen Terrassen finde ich ansprechend. Sie sind komplexer, als dies beim flüchtigen Betrachten scheint.


    Gelungen auch der Haupteingang, der durch die Aussparung im Sockel entsteht, und die großzügig breite Treppe - eigentlich eine große Bühne - zum Konferenzbereich im 2. OG.

  • Sieht überraschend gut aus. Kubatur, Höhe, Fassadengestaltung und Designelemente sind stimmig und passen in die Ecke. Netter Kontrast auch zum organischen Grand Tower nebenan. Auch zeigt der Entwurf wie Vor- und Rücksprünge sehr wohl gut funktionieren können (im Gegensatz zum ONE, wie ich finde).


    Ich bin wirklich gespannt wie die ganze Ecke rund um den Güterplatz einmal aussehen wird (Grand Central, modernisiertes CoBa Trading Center, Spin Tower, T90, Grand).

  • Vielleicht ist die Formgestaltung nicht jedermanns Geschmack, 08/15 geht aber anders. Der Turm hat auf jeden Fall Wiedererkennungswert und das ist m. E. ein ganz wichtiges Kriterium für gute Hochhausarchitektur. Das Gebäude wird sich aus der Ferne und von Nahem einordnen lassen, durch seinen "Kopf", wie epizenturm es nannte, würde es sogar in einer Schwarz-Weiß-Skyline-Grafik erkennbar sein.


    Auch der verbreiterte Sockel, der großzügig gestaltete Eingangsbereich und die Fassadenmaterialien wirken zumindest auf der Visualisierung edel und einladend. Das erste Obergeschoss verstärkt diesen Eindruck durch seine sehr hohe Deckenhöhe und seine Transparenz. Nicht zu vergessen die begehbare Dachterrasse (vermutlich nur für Mitarbeiter). Das Gebäude wird höher als WINX und wird auch durch seine Höhe imponieren.

  • Wird der Grundriss trapezförmig werden oder haben nur die Macher der Visualisierung die Regeln der Perspektive sehr kreativ angewandt? Zumindest sind sowohl Nord- als auch Südseite auf dem Bild zu sehen.

  • Der Trend in Frankfurt geht mit Omniturm, One Forty West und nun The Spin jedenfalls eindeutig in Richung klare optische Trennung bzw. Brechung verschiedener Nutzungsanteile in der Hochhausarchitektur. Gleich zwei dieser Projekte stammen dabei von Groß & Partner, da scheint also auch eine gewisse Vorliebe (einerseits für Mischnutzungen, aber auch auf klare optische Signale) deutlich zu werden.


    Mir gefällt die edle Anmutung sowie der Turmabschluss, allerdings wirkt er derzeit tatsächlich etwas kopflastig. Da kann man sicher mit Nachjustierungen noch einiges rausholen.


    Nachtrag: Aus Ensemble-Gründen ist der Abschluss auch zu begrüßen. Der Tower One wird nämlich damit nicht der einzige Turm in der Ecke sein, der mit verschobenen Geschossen / Überhängen arbeitet.

  • Ein solider Entwurf. Zumindest aus dieser Perspektive, ich bin gespannt, wie die weiteren Visualisierungen wirken werden.


    Eine enorme Aufwertung dieser Ecke. Gemeinsam mit dem etwas kleineren Turm und dem kompletten Viertel, hoffentlich der (weitere) Auftakt für eine Verbesserung in Richtung Gallus.


    Ja, erinnert tatsächlich ein bisschen an den internationalen Stil, abgesehen von den dekonstruktivistischen Elementen. Die Mischung gefällt mir im vorliegenden Fall.

  • Das ist das Schöne an Frankfurt, im Gegensatz zu allen anderen Städten in Deutschland immer noch eine kleine Schippe drauf (128 und 97 statt 120 und 90m) und vor allem denke ich, dass all diese Bauvorhaben in dieser Gegend den krönenden Abschluss, nämlich die Errichtung des Millennium Towers, zumindest nicht unwahrscheinlicher werden lassen. :daumen:

  • Allein genommen erstmal ein interessanter Entwurf. Bin aber gespannt, wenn die ersten Foto-Montagen existieren, auf denen beide Türme auf dem Güterplatz zu sehen sind, bzw. das ganze Areal im Zusammenspiel mit den anderen Türmen. Auf jeden Fall tut sich was in dem Cluster - erfreulich!


    Bemerkenswert auch, dass es einen direkten Zugang zur U-Bahn geben soll. Bisher war man damit in Frankfurt ja (abgesehen vom Messeturm) immer sehr zurückhaltend bzw. hat es sogar zurückgedreht (Eurotower). Sinnig wäre bei der Gelegenheit, auch auf der anderen Seite die Station ans Skyline Plaza anzuschließen. Würde dem ganzen etwas von echter Großstadt geben (und dem Shopping Center sich gut tun).

  • Bin ich der einzige, der sich mit diesem Entwurf nicht anfreunden kann?!


    Die unteren Geschosse gehen ja noch, denn das EG ist großzügig gestaltet (passend für die Hotelnutzung) und wirkt sogar etwas einladend. Letztlich aber sind sie mMn auch "nur" als solide entworfen zu bewerten.


    Enttäuschend langweilig ist dagegen der mittlere Teil. Eleganz kann ich beim besten Willen nicht erkennen; ganz im Gegenteil wirkt die Fassade viel mehr ziemlich billig (ich hoffe, dass das dem Rendering geschuldet ist). Und ob hier wirklich polierter Stein zum Einsatz kommen wird, wage ich zu bezweifeln.


    Zum oberen Teil ("Kopf)" wurde das meiste schon gesagt. Mir gefällt er nicht, da ich idR keine kopflastigen Hochhäuser mag (Ausnahmen bestätigen die Regel, wie zB das KronenHH). Im Gegensatz zur Pressemitteilung würde ich wegen der Kopflastigkeit eben nicht von einem "stimmigen Gesamterscheinungsbild" sprechen.


    Ich gehe stark davon aus, dass hier eher nicht hochwertige Materialien zum Einsatz kommen werden und auch im Detail eher ein unterdurchschnittliches HH realisiert wird. Die Tatsachen sprechen dagegen, denn:
    - das Objekt befindet sich an der mittleren/westlichen Mainzer Landstrasse, welche man nicht gerade als ein Prachtboulevard Frankfurts bezeichnen kann;
    - Hauptmieter wird ein NH Hotel sein und nicht etwa ein 5*deluxe Hotel.


    Ich hoffe, dass ich mich irre bzw. dass das Gebäude real doch besser aussehen wird als in den Renderings. Insbesondere hoffe ich, dass der Turmabschluss überarbeitet wird und im Zuge dessen eine Verjüngung entworfen wird, mithin die Kopflastigkeit verschwindet.

  • Sinnig wäre bei der Gelegenheit, auch auf der anderen Seite die Station ans Skyline Plaza anzuschließen.


    Ich glaube nicht, dass das ohne weiteres ginge, weil es nur zwei kleine B-Ebenen gibt, die dafür ungünstig liegen.


    Ausschnitt aus dem planfestgestellten Lageplan

  • 2 weitere Ansichten des Spins, einmal die bisher noch nicht bekannte Westseite die wohl breiter ist als die Ostseite und einmal ein Blick in die Lobby.
    Warm werde ich mit dem Entwurf nicht, wie merlinammain ist mir der Entwurf zu Kopflastig und zu unruhig. Bilder sind durch Klick vergrößerbar:




    Bilder: Hadi Teherani Architects, Rendering: Panoptikon ( gesehen auf: https://www.competitionline.com/de/projekte/67145 )


    Der vereinfachte Grundriss würde dann wohl einem Trapez gleichen:


  • ^ Hoffentlich nur ein Platzhalter. Und ich muss zustimmen, mir ist der Entwurf auch zu kopflastig. Die schmalere Seite von Osten her gesehen geht ja noch einigermaßen, aber auf der breiteren Westseite kommt das Auskragende zu stark zum Vorschein. Vermutlich wird der unruhige Eindruck auch durch die Dämmerungsansicht mit Innenbeleuchtung verstärkt. Ein Tages-Rendering wäre interessant. Wie dem auch sei, ich hoffe auf eine Verfeinerung und Verjüngung nach oben hin im nächsten Schritt.

  • Es gab mal eine Zeit da wurden in Frankfurt richtig tolle Hochhäuser gebaut, siehe Messeturm, was allerdings in letzter Zeit so abgeliefert wird empfinde ich als ziemlich gruselig. Bei diesem Entwurf hier hat man das Gefühl als wäre der Architekt beim Planen der oberen Stockwerke schlicht besoffen gewesen und im CAD Programm mit der Maus verrutscht.

  • So unterschiedlich sind die Geschmäcker. Ich wünschte mir, dass das Gebäude auf ganzer Höhe die versetzen Stockwerke hätte. So sieht es tatsächlich etwas gewohnungsbedürftig aus.

  • tomcat


    Schade dass Du den Architekten und seine schlauen Entwurf so unterschätzt.


    Die Nutzbarkeit für Bewohner dieses Gebäudes - von Innen nach Außen betrachtet - ist viel wichtiger als die äußere Erscheinung. Für die Außenwirkung würde ich als Käufer einer Wohnung überhaupt kein Geld ausgeben. Der Entwurf wurde entwickelt, damit man Auskragungen hat, die man für Außenflächen, also Balkone nutzen kann. Form follows function! Und es ist eine vollkommen valide Idee es so zu machen! Wer auch immer dort oben wohnt, also wer den Entwurf von Innen nach Außen betrachten kann, findet eine abwechslungsreiche Formgestaltung wieder, einen fantastischen Ausblick, teilweise Schatten durch die Auskragungen (von der Wohnung darüber) und große Flächen nach Außen. Dabei sind noch nicht mal hässliche Balkone angeflanscht worden. Das sieht ja mitunter auch nicht so toll aus.


    Es gibt dafür auch ähnliche Beispiele: Das Gebäude 56 Leonard Street in New York hat auch diesen hässlichen Charakter ist aber für seine Bewohner eine Stadtvilla in der Vertikalen.