Flughafenausbau mit Neubau Terminal 3 (Bauphase)

  • 2. Teil: Parkhaus


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    Das aktuell größte Parkhausprojekt Deutschlands darf schon mal einen ganzen Beitrag füllen, denke ich. Das Parkhaus wird aus zwei gegenüberliegenden Gebäudeteilen bestehen, die über vier Spindelrampen miteinander verbunden werden. Weitere Daten stehen auf dem Schild oben. Mit dem Terminal verbunden wird das Parkhaus über zwei Fußgängerbrücken, auch eine Anbindung an das Passagier-Transportsystem wird es geben. An das Parkhaus angegliedert wird ein 1.600 Quadratmeter großes Bürogebäude für Autovermieter.


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    Fassadenmuster, falsche Seite. Zu sehen ist Edelstahlgewebe in Kombination mit Streckmetall. Auch triangulierte Bleche werden zur Fassade gehören. Davon zeigt sich hier nur die Rückseite, diese sind aber auf der (hier wohl bisher nicht bekannten) Visualisierung auf dem ersten Foto abgebildet.


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    Einer der Treppen- und Aufzugstürme, freistehend, bis der Stahlbau kommt.


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    Schon ein interessantes System, das das Bielefelder Unternehmen Goldbeck entwickelt hat. Auf diesen von Lkw abgesetzten Gestellen liegen Betonplatten, jeweils 2,70 x 8 Meter groß und fünf Tonnen schwer. Sie werden in die Stahlkonstruktion eingebaut. Diese hier enthalten jeweils einen Stellplatz und ein Stück Fahrbahn, wie es aussieht. Insgesamt sollen 11.500 Betonplatten eingebaut werden. Der verwendete Beton soll tausalzbeständig sein, um den Wartungsaufwand zu reduzieren. Im Bildhintergrund das Ende der Abfahrtsrampe vom Vorfahrtstisch.


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    Noch reichlich Platz für weitere Bauabschnitte ...


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    Bilder: Schmittchen


  • 3. und letzter Teil: Flugsteige


    Noch nicht zu sehen war Pier G, der Teil des Terminals, der nach Vor-Covid-Planung vorgezogen eröffnet werden sollte. Derzeit wird nicht einmal Terminal 2 benötigt, folglich wurde dieser Plan fallen gelassen (mehr). An diesem Flugsteig ist bereits die Fassade angebracht:


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    Nördlicher Teil Pier G:


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    Östliche Stirnseite des Vorfahrtstischs. Fraport beziffert dessen Fläche mit 15.300 Quadratmetern. Überragt wird der Vorfahrtstisch von einem zu Pier G gehörenden Portal, das den Kopfbau mit der Check-in-Halle des Flugsteigs nach Süden abschließen wird (Vis).


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    Vorfahrtstisch in Bau und Portalbau Flugsteig G von Süden:


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    Der neue Vorfeldkontrollturm in Bau, 69 Meter wird er einmal hoch (Vis). Der Turm wird mit einer Kletterschalung errichtet.


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    Der Turm sitzt sozusagen auf der Wurzel von Flugsteig H. Letzterer ist auf dem nächsten Foto an den Stahlfachwerkträgern an der Oberseite zu erkennen. Diese werden einmal einen Teil der Technik beinhalten.


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    Die Rampe im Vordergrund erschließt über eine Betriebsstraße die Untergeschosse des Terminals. In der letzten Ausbaustufe würde Rampe und Umgebung für Pier K überbaut, dem vierten Flugsteig. Dahinter im Bild Wurzel und südlicher Teil von Pier J:


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    Gesamtansicht Pier J, das Bauwerk ist rund 600 Meter lang:


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    Zum Schluss eine Übersicht über Europas größtes privat finanziertes Verkehrsinfrastrukturprojekt aus Westen:


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    Bilder: Schmittchen

  • Nach mehr als drei Monaten wird es Zeit für frische Bilder. Alle sind vom 18. Februar 2021. Baustellen-Übersicht:


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    Flugsteig G:


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    Pier G innen, hier der Kopfbau, der künftige Check-in-Bereich (Vis), mit den charakteristischen Oberlichtern:


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    Pier H:


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    Vorfeldkontrollturm und südlicher Teil Flugsteig H:


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    Parkhaus:


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    Terminalhauptgebäude:


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    Untere Geschosse des Terminalhauptgebäudes, davor V-Stützen für den Vorfahrtstisch, der von rechts näher rückt:


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    Bilder: Fraport AG

  • Pier G und H

    Die neuen Straßenbrücken vor dem T3 sind derzeit z.T. begehbar, so dass man aus erhöhter Perspektive einen Blick über den Zaun werfen kann. Pier G, 1. BA, ist äußerlich fertig, der Übergang zum verschobenen 2. (äußeren) BA ist provisorisch zugemauert und wird derzeit verkleidet. Hinter Pier G schiebt sich Pier H ins Bild, sieht äußerlich auch schon recht fertig aus, markant die Technikaufbauten auf den Flachdächern.


    Der Tower zur Vorfeldkontrolle scheint seine Endhöhe erreicht zu haben und im Rohbau fertig zu sein.



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    Bilder von mir

  • ^ Wird das Pier G denn nicht in voller Länge errichtet? Für mich sieht das auf den Bildern 1-3 so aus, als würde noch was fehlen. Ist das mit "provisorisch zugemauert" gemeint?

    Insgesamt erstaunlich, wie schnell die Bauarbeiten vonstattengehen. Ist die Eröffnung nicht auf frühestens 2025 verschoben worden? Bis dahin wird das Terminal bei dem Tempo doch dreimal fertig.


    Edit: Es hat klick gemacht, BA = Bauabschnitt. Und der äußere Bauabschnitt von Pier G wurde verschoben.

  • Du siehst hier den Rohbau. Und auch wenn Fraport im Gegensatz zu den Erbauern von BER hoch effizientes Projektmanagement betreibt, kannst Du davon ausgehen, dass der Innenausbau locker nochmal so lang dauert, wie der Rohbau.


    Und Fraport will/wird mit dem Ausbau bereit sein, den Löwenanteil des Internationalen Verkehrs, der postpandemisch und unter Berücksichtigung strengerer Klimaschutzvorgaben übrig bleibt, an sich zu ziehen, auch wenn man, wie andere Branchen in größeren Krisen auch, nicht wirklich wahr haben will, dass man ein zumindest teilweise bereits totes Pferd reitet. Denn eigentlich können wir uns einen Flugverkehr wie vor 2020 auf diesem Planeten nicht mehr leisten.


    Aber das ist ein anderes Thema.

  • Tatsächlich ist der Innenausbau der Piers bereits deutlich über den Rohbau hinausgekommen, wenn auch natürlich längst noch nicht fertig. Das zeigen Fotos der Fraport. Das erste ist den Bilddaten nach aufgenommen am 25. Februar 2021. Edit: Auch wenn Fraport in der Bildbeschreibung Pier H nennt, dürfte eher Flugsteig G zu sehen sein.


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    Das zweite Foto zeigt die künftige Gepäckförderanlage von Pier G, hier weisen die Bilddaten den 19. Februar 2021 als Aufnahmedatum aus.


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    Bilder: Fraport AG


    Als Bonus noch eine Luftaufnahme von März, hier als Link, und eine Aufnahme des westlichen Teils der Baustelle (laut Bilddaten vom 2. März 2021).


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    Bild: Fraport AG

  • Und Fraport will/wird mit dem Ausbau bereit sein, den Löwenanteil des Internationalen Verkehrs, der postpandemisch und unter Berücksichtigung strengerer Klimaschutzvorgaben übrig bleibt, an sich zu ziehen,

    Frankfurt ist der größte Interkontinental-Hub im DACH-Raum, von daher sehe ich es positiv, dass die Flughafen-Betreiber trotz der derzeitigen ungewissen Situation an der langfristigen Festigung dieser Stellung arbeiten. Veränderte und/ oder strengere Vorgaben schließen ein perspektivisches Wachstum meines Erachtens auch nicht aus.

    Persönlich kann ich mir zwar auch vorstellen, dass Inlandsflüge eher früher als später nicht mehr notwendig sein sollten. Aber dafür müssen auch Alternativangebote bereitgestellt werden. Leider ist der Staat nur halbherzig dazu bereit, die Bahn und insbesondere das Schienennetz mit kräftigen Investitionen auszubauen. Aber das ist ein anderes Thema.


    Die Menschen möchten wieder verreisen und sobald die Situation in den verschiedenen Risikogebieten unter Kontrolle ist, wird es zuerst im Mittel- und anschließend im Fernreiseflugverkehr höchstwahrscheinlich einen riesigen Nachhole-Effekt geben. Natürlich hat Covid19 auch den Geschäftsreiseverkehr massiv einbrechen lassen. Wirtschaftsverbände gehen aber mittlerweile davon aus, dass nach erfolgter Stabilisierung der pandemischen Situation auch im Geschäftsreiseverkehr mit einer Erholung zu rechnen ist.


    Wahrscheinlich werden die Wachstumspfade nicht mehr ganz so steil wie vor Covid19 sein, aber wir werden wieder darauf zurückkehren. Wir leben in einer globalisierten Welt, trotz und auch mit Corona. Von daher halte ich es für sinnvoll, dass Fraport die Weichen für die Zukunft stellt.

  • Terminal-Hauptgebäude (Impressionen)


    Von hinten nach vorne: Tower, Anschlussbau Pier G, Vorfahrtstisch, PTS-Stützen, Parkhaus



    Betonpumpe aus Österreich:






    Bilder von mir

  • Eine besonders interessante Luftaufnahme von Pier J, meines Wissens so noch nicht zu sehen, jedenfalls nicht aus dieser Perspektive:


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    Flugsteig J ist für Non-Schengen-Passagiere konzipiert. Er erhält als einziger daher drei Ebenen. Am Gebäude werden 14 Flugzeug-Positionen entstehen. Mit einer Länge von 600 Metern wird Pier J vorerst, bis zum Endausbau von Flugsteig G, der längste der drei neuen Flugsteige. Die besonderen Y-förmigen Stützen aus eingefärbtem Beton, 86 Stück sind geplant, sind auch ganz gut auf dem Foto zu erkennen. Dazu gibt es hier ein Video (91 MB Download).


    Den Bilddaten zufolge wurde das Bild oben am 6. Mai 2021 aufgenommen. Das gilt auch für das zweite Bild, das das Terminalhauptgebäude zeigt:


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    Bilder: Fraport AG


    Noch ein kleines Postskriptum: Am 1. Juni wird Terminal 2 wiedereröffnet, Flüge werden ab dann wieder an beiden Terminals abgefertigt.