Bremen: Überseestadt

  • Jetzt wird erst einmal als Ergänzung die neue Linie 5 kommen, die zeitnah weiterentwickelt wetden sollte. Stattdessen macht man sich Gedanken um eine Seilbahn - wohlgemerkt ohne den sinnvollsten Einsatz im Rahmen einer Weserquerung,

  • Es geht Schlag auf Schlag weiter in der Überseestadt:


    Im Januar wurden die Detailpläne für den Europahafenkopf veröffentlicht, offizieller Spatenstich ist am 14.02.:




    (Quelle Weserkurier)


    Insgesamt sollen über 300 WE und reichlich Büros in den 4 verschiedenen gestalteten Gebäuden entstehen.


    Außerdem gibt es weitere Zwischenergebnisse für die Überseeinsel:



    Diese Halbinsel, zu einem großen Teil von Kellogg's belegt ist vom bremischen Windkraftinvestor und -planer wpd gekauft wurde und soll ein bunt gemischtes Quartier aus verschiedenen Wohnformen inkl. einer Neuinterpretation der überkommenen Bremer Reihenhausarchitektur, Gastronomie und Gewerbe werden. Den Wettbewerb hatten drei Büros gleichberechtigt gewonnen und gestalten nun einen gemeinsamen Masterplan für die insgesamt 41 ha:



    Der zentrale Silo und die Reishalle sollen erhalten werden, die Umwandlung in ein Hotel und eine Markthalle soll noch in diesem Jahr beginnen:



    Bild: https://abload.de/img/05-28f130cef0fbf6c9d7kdx.jpeg
    (Delugan Meissl Associated Architects, Wien)


    Die gruppeomp kümmert sich um den westlichen Teil des Geländes und möchte eine kleinteilige, an die typische Bremer Reihenhausbebauung der Gründerzeit im Blockrand angelehnte Struktur schaffen:



    Insgesamt sollen hier 2000 Wohneinheiten entstehen, davon alleine 1200 auf dem Kellogg's-Gelände, zusätzlich reichlich Platz für Büros im vorderen Teil Richtung Weserquartier.


    Das Gelände ist bereits offen für den Publikumsverkehr, im Sommer wird eine Bremer Bierbrauer einen Biergarten an der Weser eröffnen. Außerdem soll in den alten Verwaltungsgebäuden von Kellogg's (den einzigen Vorkriegsgebäuden) eine Grundschule für den Stadtteil entstehen und eine weiterführende Schule.


    Außerdem soll eine weitere Weserquerung die Überseestadt mit Woltmershausen verbinden, des weiteren eine Brücke den Europahafen überspannen, um die Quartiere Europahafen-Nord/Europaquartier und Überseeinsel besser zu verbinden.


    Aus meiner Sicht das absolut zentrale und relevanteste Vorhaben im Zuge der gegenwärtigen Planungen, die die Überseestadt einen großen Schritt voranbringen wird und die bislang getrennten Quartier Weserquartier und Europahafen verbinden wird.


    Riesending für Bremen.

  • Ein paar halbwegs aktuelle Bilder aus der Überseestadt:


    Bömers Spitze fertig:



    Das ehemalige Kellogg's-Gelände von der anderen Weserseite, wird jetzt die oben gezeigte Überseeinsel, im Hintergrund die Kräne der Europahafenkopfbaustelle:



    Kommodore-Johansen-Boulevard fertig:



    Speicher XI - weil er's kann:



    waveline:


  • Bömers Spitze ist sehr gut gelungen. Der Rest, mehr oder weniger, der Überseestadt erinnert mich sehr deutlich an die Architekturfehler der 60er/70er. Schrecklich, was dort so gebaut wird. Keine Infrastruktur, einfach inkompetente Fehlplanungen. Waren die üblichen Fachleute dabei ....

  • Blick vom Ufer des "Überseeinsel" genannten ehemaligen Kellogg's-Areals Richtung Altstadt:


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    Die Überseeinsel ist ein großes Revitalisierungsprojekt des Bremer Windkraftdienstleisters wpd (Überseeinsel), der das Gelände Kellogg's vor ca. 3 Jahren abgekauft hat. Im Moment laufen die Wettbewerbe für den ersten Bereich, der eine Mischung aus Wohnen und Arbeiten sein soll, genannt Neu-Stephani:


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    hier ein Blick über einen Teil der vorbereiteten Fläche (im Hintergrund die Kräne der Europahafenkopfbaustelle). Der alte Kellogg's-Silo soll bestehen bleiben und als Hotel umgenutzt werden, im Moment wird er gerade "freigestellt":


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    Direkt benachbart ist das Projekt "Europahafenkopf" von Kurt Zech, bereits deutlich weiter im Rohbau:


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    Und ein Blick nach Nordwesten vom Kopf des Europahafens:


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    Das wars erstmal.

  • Insgesamt natürlich eine tolle Entwicklung.


    Aber: einige der Projekte sind, wie so oft in Deutschland, einfach zu groß dimensioniert. Wenn ein ganzer Block, oder gleich zwei nebeneinander, mit einem monotonen Klotz bebaut wird, dann ergibt sich für mich nicht der Eindruck einer attraktiven Stadtbebauung. Es wirkt dann eher wie: Hauptsache schnell vollgebaut. Der Eindruck entsteht für mich auch in den neueren Bauabschnitten der Hafencity. Block neben Block neben Block. Das finde ich in Oslo, im Barcode Viertel, irgendwie besser gelöst. Die Grundflächen der einzelnen Gebäude sind zumindest kleiner, dadurch ergibt sich in einer Zeile mehr Abwechslung.

  • Vollkommen richtig beobachtet, Barackenpapst. Das Problem der Überseestadt ist, dass es ursprünglich aufgrund des Widerstands der noch ansässigen Hafenwirtschaft als reines Gewerbegebiet geplant war. Das sieht man dem erst nachträglich und zähem Ringen in sehr limitierten Gegenden erlaubten Wohnbereichen auch an. Die Planung all dessen, was bis etwa 2015 projektiert wurde (das ist immer noch ein Großteil der Projekte, sogar noch eines Teils der erst jetzt im Bau befindlichen) atmete noch diesen "Gewerbegebietsgeist" mit großen Parzellen und einem freundlich gesagt gegenüber 1965 nur geringfügig weiterentwickelten Städtebau.


    Das ganze Gebiet atmet auch verkehrstechnisch und durchaus vergleichbar mit der Hafencity einen für eine seit Jahrzehnten "linksgrünversiffte" Stadt extrem autofreundlichen Geist mit großen, breiten Straßen und einem bislang auf einen kleinen Bereich beschränkten SPNV-Anschluss (letzteres allerdings hat Hamburg deutlich besser hinbekommen).


    Es tut sich aber durchaus was in den Planungen. Das gesamte Gebiet der Überseeinsel (ehemals Kelloggs) wird deutlich kleinteiliger geplant unter Erhalt vieler Landmarken der Vornutzung, auch im Bereich des Europahafenkopfs mit seiner Planung durch COBE (Kopenhagen) wird ein deutlich stärkerer Fokus auf das, was im Jargon "Aufenthaltsqualität" genannt wird, gelegt mit Betonung der öffentlichen Erdgeschosszonen und einem starken Nutzungsmix. Vorher wurden einfach irgendwelche Kisten nebeneinander gestellt, um es mal polemisch auszudrücken, nicht geholfen haben auch die vom Senat 2014/2015 ff. aufgelegten Sofortwohnungsbauprogramme aufgrund des Zuzugs, die vielfach auch optisch aussehen, als wären sie 1972 gebaut worden.


    Hier mal ein Beispiel für das höchst aktuelle Projekt "Stephanibogen", das robertneun aus Berlin gewonnen haben, auf der Überseeinsel:





    Link zum Projekt auf der Robertneun-Seite


    Diese Art der Projektqualität ist neu für Bremen. Sowas habe ich neu sonst nur in Berlin, Hamburg und Köln gesehen (verfolge aber natürlich auch nicht alles, wird schon auch in anderen Städten Vergleichbares geben). Es löst natürlich Deine Kritik an den zu größen Blöcken eher nicht, sondern legt im Gegenteil noch eine Schippe drauf, aber dafür sind Bauform und -körper sowie diese Anordnung mit den Innenhöfen, die auch öffentlich zugänglich sein sollen, bislang einmalig in Bremen.

  • Auf der Überseeinsel geht es nun weiter mit den Wettbewerbsergebnissen für Neu-Stephani. Es geht nun um den östlichen Bereich, der sich direkt an das Weserquartier anschließt und Wasserbezug hat. Zum Wasser hin sollen hier Wohngebäude entstehen mit gemischten Erdgeschosszonen, sozusagen eine Verlängerung der Ausgehmeile Schlachte, die sich die Weser entlang von der Altstadt bis in die Überseestadt zieht.


    Das Wettbewerbsgebiet inklusive des oben gezeigten Stephanibogens links/orange im Bild in der Übersicht:


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    Gewonnen haben 2 Büros, 3 der 5Gebäude sollen von Allmann, Sattler, Wappner aus München gebaut werden:


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    Die anderen beiden Gebäude werden von Felgendreher, Olfs, Köchling gebaut:


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    Wieder nicht der Schritt Richtung Kleinteiligkeit, den ich mir für eine Verlängerung der Altstadtflusspromenade erhofft hatte, aber von den Dimensionen her zumindest mal ein ambitioniertes Projekt. Felgendreher mit einer dezidierten Anleihe an die Nachkriegsmoderne, wie man am Bild direkt oben sieht, Allmann sieht mit seinen angedeuteten Dachschrägen Bezüge zum Bremer Haus, die sich mir weder auf den ersten noch den zweiten Blick erschließen.

  • Der Zechturm im Projekt "Europahafenkopf" ist schon seit einiger Zeit "topped out", das ganze Projekt in seinen Ausmaßen jetzt schon sehr gut zu erleben:


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    Von der Europahafenseite an einem trüben Tag:


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    Auffallend ist auch bei vielen weiteren Projekten, dass diese Sheddächer verwendet werden, mir ist das in anderen Städten noch nicht so aufgefallen. Auch von den Gebäuden auf der Überseeinsel werden ganz viele Gebäude diese Fabrikdächer bekommen.

  • Auch von der Überseeinsel gibt es Neues zu berichten. Der Umbau des alten Getreidesilos zum Hotel ist weiter fortgeschritten, die davorstehende "Reishalle" musste allerdings abgerissen werden aufgrund der schlechten Statik, wird aber rekonstruiert (hier im Vordergrund die Tiefbauarbeiten der Reishalle, im Hintergrund das Hotel):


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    Und eine neue Visualisierung eines Bürogebäudes Muggenburg, auch wieder mit dem Sheddach:


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    Quelle: ueberseeinsel.de