Bremen: Überseestadt

  • also irgendwie bin ich sogar etwas enttäuscht von dem stand der dinge in der überseestadt. der masterplan sah so aus, als ob es eine richtig dicht bebauung geben wird. aber im moment gibt es noch sooo viel brachland, es sieht immer noch leer aus. viele projekte die hoch angepriesen waren sind im erdboden verschwunden. klar ist es noch etwas zeit um die überseestadt zu entwickeln, aber ich hab das gefühl dass das gewünschte resultat am ende doch nicht erreicht wird. bremen ist natürlich nicht vergleichbar mit hamburg, aber ich finde hier könnte mal mehr die post abgehen!

  • Aktueller Stand

    Hallo zusammen,


    mein erster Beitrag in diesem Forum sei meinem gestrigen Spaziergang durch die Bremer Überseestadt gewidmet.


    Seit Tobz' (ernüchterndem) Fazit vor einem Jahr ist zwar ein bisschen passiert, aber es fehlt definitiv die Dynamik vergleichbarer Projekte um nur die Hamburger Hafencity als bekanntestes deutsches zu nennen.


    Was ist in der Zwischenzeit passiert?


    - Bremen konnte die Überseestadt erstmals national als Standort der zentralen Einheitsfeier präsentieren.


    - Der Weser-Tower wurde endlich bezogen und spaltet weiterhin die Geister (sowohl die Architektur als auch die Lichtinstallation). Ich finde beides nicht spektakulär, aber solide gelöst.


    - Erstmals Wohnbevölkerung in der Überseestad. Landmark-Tower und die Flusshäuser sind voll vermietet.


    - Konzept zur Vereinbarkeit von Gewerbenutzung (mit den Geruchs- und Schallemissionen) und Wohnbebauung weitgehend fertig


    Was bleibt?


    - Weiterhin viel, viel Brachland


    - Das Standesamt wohl (zum Glück) in Schwachhausen


    Was soll neues kommen?


    - Sport- und Freizeitgelände


    - GEWOBA Studentenwohnheime und Ateliers


    - Erste Wohnbebauung im Europahafen mit Port 1 und Erweiterung der Wohnbebauung bei den Flusshäusern


    - Steigenberger Hotel neben den Weser Tower


    - Mehrere Schuppen werden modernisiert



    Im Ganzen geht es also gemächlich weiter in der Überseestadt. Beim letzten Vergleich mit der Hamburger Hafencity (sofern überhaupt ein Vergleich zwischen zwei so ungleichen Konkurrenten erlaubt ist) dachte ich mir aber: "Ist vielleicht auch ganz gut so".


    - Die Überseestadt enthält doch noch viel authentische (bzw. weiterhin im Betrieb befindliche) Hafenarchitektur (Die Speicherstadt kann man in Hamburg nur bedingt zur Hafencity dazu zählen).


    - Der langsamere Baufortschritt enthält die Chance zum besseren Einpassen von Bauten in die vorhandene Struktur (wie schon gesagt: Chance).


    - Zudem bietet sich in Bremen in die Chance, eine bessere soziale Durchmischung zu erreichen, da die Grundstückspreise deutlich niedriger ausfallen und die "Belastungen" durch die Hafenwirtschaft nicht nur 1A-Toplagen generiert.


    Ich blicke weiterhin hoffnungsvoll auf das Projekt. Es ist nicht unbedingt begeisternd, aber solide ... irgendwie bremisch.

  • Filetstückchen

    Die Hafenkante ist einfach ein absolutes Filetstück. Dieser Lage: Wasserblick wohin man will.


    Stimmt mich schon ein bisschen traurig, dass der immer noch ein bisschen versteckt wirkende Molenturm, der so schönes lauschiges Sommerplätzchen ist, bald so gut erschlossen ist.


    Ich finde die Entwürfe auch sehr ansprechend und die Entscheidung, das erst Baulos auf zwei Architekten zu verteilen, gar nicht mal so schlecht. Allerdings darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass gerade in dieser Ecke auch mal noch ein baulicher Akzent gesetzt werden muss. Sonst würfelt es sich bald nur noch beliebig dem Weserufer entlang, bis der Blick irgendwann einmal am Landmark-Tower hängen bleibt.


    Übrigens: Auch beim Europahafen tut sich mal wieder was. Die Kopfgrundstücke sind nun vergeben worden - die bisherigen Planungen sehen leider wenig viel versprechend aus. Dafür ist der erste Teil des rechtsseitigen Schuppens bereits fertiggestellt und ein bereits etabliertes mittelpreisiges italienisches Restaurant ist dort reingezogen.


    Viel interessanter finde ich allerdings, was für den Rest des ellenlangen Schuppen 1 geplant ist: Ein Büro-, Wohn- und Showroomfläche rund um Oldtimer und Automobilbau. Aufhänger des ganzen soll eine Borgward-Ausstellungsfläche sein, dazu noch spezielle Einlagerungsplätze für die edlen Karossen und wer sich gar nicht vom liebsten Stück trennen kann, nimmt es einfach mit in die Wohnung.


    Ich finde das Konzept (soweit es sich wirklich trägt) recht "abgefahren", wobei es gleichzeitig sehr gut an bremische Tradition anknüpft. Die Umbauarbeiten laufen immerhin schon einmal. Fertigstellung ist für Frühjahr 2012 geplant. Ich bin gespannt.

  • Hast Recht KleinerHeld, ist eher lateinamerikanisch. Fand die Außenflächen beim ersten Besuch bereits sehr ansprechend, obwohl die Kaje unten noch Baustelle ist.


    Das Konzept von Schuppen Eins ist hier einsehbar:


    http://schuppeneins.de/?page_id=118


    Bei der Oldtimer-Ausstellung handelt es sich wohl um eine Borgward-Sammlung, die zwei Bremer aufgekauft haben und irgendwo beim Pier 2 untergebracht haben. Habe einen Weser-Kurier-Artikel noch in Erinnerung, dass sie jahrelang nach einer gescheiten Ausstelungsfläche suchten.


    Dieser Bestand soll wohl der Grundstock für die 1500 qm große Ausstellungsfläche sein, für die aber wohl wechselnde Ausstellungen geplant sind. Ich denke allerdings, dass wird eher ein nettes Gimmick werden ... Brot und Butter muss mit Büro-, Wohn-, Werkstatt- und Parkflächen verdient werden, wobei ich nicht einschätzen kann, ob es hierfür eine ausreichend große Oldtimer-Kundschaft gibt.


    Naja, wagen un winnen.


    Zu Waxo: Was ich an dem Bremer Konzept besser finde, dass es an die Bremer Tradition als Autoproduktionsstandort anknüpft (Borgward eben). Das Hamburger wirkt zumindest von den bisherigen Infos, die ich bekommen konnte, ein bisschen im luftleeren Raum, aber da mag mich mein Eindruck auch täuschen.


    Wie bereits in einem anderen Post gesagt, finde ich eigentlich, dass die große Chance der Bremer Überseestadt das langsamere Wachstum und die beibehaltene industrielle und logistische Nutzung des Gebietes ist.

  • Neues zum Jahresbeginn

    Spätherbst und Winter sind in Baugebieten zwar nicht die Rush-Hour-Zeiten, aber bei den milden Temperaturen tut sich doch ein bisschen was.


    Beim "Borgward-Tempel" im hinteren Teil des Schuppen 1 ist bisher nur überschaubarer Baufortschritt zu bewundern. Dafür gibt es im vorderen Teil dieser riesigen Lagerfläche Neuigkeiten zu berichten. Auf 8.000 qm wird hier ein Fitness-, Fußball-, Sportbereich errichtet mit dem Namen "Werder Sports". Die Grün-Weißen geben allerdings nur ihren Namen und lassen sich vielleicht mal für Wintertraining blicken (zumindest im angrenzenden "El Mundo" haben die Fußballer vor kurzem auch was für die Figur getan).


    Zudem hat sich die Projektentwicklungsgesellschaft Siedentopf (aka Eduscho Erben) von mehreren Immobilien im Kaffeequartier mit insgesamt 26.500 qm Bürofläche getrennt. Käufer ist die DekaBank. Die nächsten drei Vorhaben der Projektentwickler sind das Steigenberger Hotel, das GOP-Varieté und ein repräsentatives Bürogebäude an der Weser.


    Abgesehen von einer Entscheidung für einen Architekturwettbewerb für ein eher kleineres Büroprojekt am Hansator war es das dann schon fast. Ich bin allerdings schon gespannt auf die Entwicklungen in 2012, da die Fertigstellung einiger interessanter Wohnungsbauprojekte ansteht.

  • Für zwei größere Bauprojekte sind nun die Wettbewerbsentscheidungen gefallen.


    Im Holz- und Getreidehafen hat sich die Berliner Architektengruppe LIN mit dem Entwurf "Das Krokodil" durchgesetzt.


    Die Eckdaten: 2-geschossiger Bürobau für die Kreativwirtschaft in Industrieoptik (Sheddach) mit insgesamt rund 4.600 qm.


    Link zum Krokodil


    Außerdem hat die Siedentopf GmbH nun die ersten Screens für das geplante GOP Varieté und Steigenberger Hotel am Weser Tower vorgestellt.


    Die Eckdaten: Varieté mit Platz für 400 Besucher. Hotel mit 139 Zimmern und 550 qm Konferenzbereich plus 230 qm Wellnessbereich.
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    Link zum GOP/Steigenberger

  • Steht eigentlich schon ein Eröffnungstermin für die erneuerte Kaje samt Promenade am Speicher XI fest?


    Beim letzten Besuch sahen die Arbeiten schon sehr weit fortgeschritten aus.

  • Neues aus der Überseestadt

    Wenngleich ob noch nicht freigegeben, kann man die Promenade vom Europahafen mittlerweile bis zum Landmark-Tower befahren. Dort noch einmal als wäre es eine Selbstverständlichkeit die Absperrung vor den Restaurantbesuchern öffnen und die Fahrt fortsetzen.


    Für die Wohnbebauung hinter dem Landmark-Tower (Hafenkante und was die nicht noch für Marketing-Phantasienamen haben) sind die Erschließungsstraßen nun fertiggestellt und die Bauvorbereitung läuft.


    Auf dem Gelände für das "Krokodil" (Sheddach-Bau) am Speicher XI werden die ersten Bauvorbereitungsarbeiten getätigt.


    Für das GOP-Varieté und Steigenberger Hotel am Wesertower sind bereits die Gründungsarbeiten weit fortgeschritten, so dass das wohl diesen Herbst langsam Form annehmen wird.


    Zudem liefen heute noch einige "Lord Helmchen" (Schwarzer Anzug, schlecht sitzender Bauhelm und Kulli mit Laserpointer) über das an den Wesertower in Richtung Kellogs angrenzende Gelände. Da soll wohl die Firmenzentrale von einem Windanlagenhersteller hin, wenn ich mich recht erinnere. Sah mir schon alles sehr geschäftig aus, weshalb da wohl auch in nächster Zeit ein "erster Spatenstich" für den Wirtschaftssenator im Terminplan vermerkt ist.


    Bin mal gespannt, ob dieses Eingangstor zur Überseestadt in nächster Zeit ausreichend "Leben" auf sich ziehen kann. Es ist jedenfalls schon auffällig, dass in letzter Zeit vermehrt Hochseeschiffe wie die MS Stubnitz oder die MS Cap San Diego anlegen (am Wesertower ist die letzte Anlegemöglichkeit vor der nur noch für Binnenschiffe passierbaren Eisenbahnbrücke). Die lockten beide sowohl Touristen als auch im Fall der MS Stubnitz Liebhaber alternativer Musik.


    Allerdings muss man das schon wissen, denn die hoch frequentierte Schlachte ist einfach noch zu weit entfernt, als dass sich Laufpublikum hierhin verirren könnte. Ob die Schlachte wirklich deutlich über die "Am Brill" Kreuzung hinauswachsen kann, hängt sowieso stark davon ab, ob es gelingt, die stark trennende Wirkung der Bm-Smit-Straße durch Ampeln oder eine Verkehrsberuhigung in Höhe der Schlachte aufzuheben.

  • Neues aus der Überseestadt

    Moin erstmal, bin neu hier im Forum und erschüttert über die stiefmütterliche Behandlung Bremens hier im Forum ;) Dies zu ändern habe ich mir vorgenommen...


    Ich habe an einem überraschend freundlichen Dezembermorgen 2012 mal einen Rundgang durch die Überseestadt gemacht und möchte Euch frische Impressionen aus dem Stadtteil nicht vorenthalten:


    Ein erster Blick zurück Richtung Innenstadt nach Unterqueren der letzten Weserbrücke vor der Nordsee (man beachte die Grafitti auf der Brücke). Im Hintergrund die Domtürme zur Verdeutlichung der Innenstadtnähe (15 Minuten Spaziergang entlang der Weserpromenade):



    Wir sehen das neue Steigenberger-Hotel im Weserquartier im fortgeschrittenen Rohbau (hier nochmal in voller Pracht):



    nebst dem schon gezeigten mittelmäßig gelungenen Wesertower von 2008:



    Außerdem im Bau sind in diesem Bereich noch ein Varieté-Theater und das Projekt "Weserkaje", beide jedoch im frühesten Rohbauzustand und deshalb nicht abbildenswert.


    Etwas weiter Richtung Europahafen hier nun ein Foto der abgeschlossenen Nordrandbebauung desselben, im Hintergrund der Schuppen 1 (man entschuldige die schlechte Ausrichtung des Bildes):



    Nun die Südseite des Europahafens mit Schuppen 2 im Vordergrund (einer der ersten renovierten alten Hafenschuppen im Gebiet aus der unmittelbaren Nachkriegszeit) und im Hintergrund das sogenannte Kranhaus von 2009, welches aber aus Kostengründen leider kaum an die Vorbilder in Köln herankommt:



    Nochmal ein kleiner Blick auf die Europahafennordseite, der am weitesten entwickelte Bereich der Überseestadt (im Hintergrund schon das Projekt "Weserufer" mit dem Landmarktower zu sehen:



    Ein Blick zurück Richtung Innenstadt/Weserquartier mit Blick auf die dortigen Baustellen:



    Der nun fast fertig renovierte, riesige Schuppen 1 von 1960 (unter Denkmalschutz stehend), ein beeindruckendes Gebäude, welches -soweit für mich beurteilbar- auch recht gelungen renoviert wurde (unten großenteils Büronutzung, im oberen Teil auch Wohnnutzung):



    und von der Landseite:



    Weiter den Europahafen entlang ein Schnappschuss Richtung Holzhafen mit seiner Altbebauung Speicher XI von 1912 (weiter vorne) und Rolandmühle mit Art-Déco-Anleihen aus den 20ern ganz hinten (habe ich in einem anderen, eher historisch orientierten Architekturforum schon mal ausführlicher gezeigt), davor der extrem ärgerliche "Großmarkt", ein Klotz, der die weitere Entwicklung dieses Bereichs extrem behindert und mit LKW-Verkehr für Unruhe sorgt. Außerdem wurde seinetwegen der historische Überseehafen (ein Hafenbecken vergleichbar mit dem noch bestehenden und gezeigten Europahafen) zugeschüttet. Ein wohl irreversibler, aus meiner Sicht schwerer Fehler bei der Entwicklung des Areals:



    Zwei kleinere Projekte zwischen Schuppen 1 und Weserufer:


    Bürogebäude "energy office":



    "Green Living", Wohnhäuser zur Miete:



    Wir nähern uns nun dem Projekt Weserufer am Ausgang des Europahafens, ebenfalls fast fertiggestellt (alles keine große Architektur, aber es könnte auch deutlich schlimmer sein) Hier wurde Wohnbebauung in der Überseestadt erstmals im großen Stil umgesetzt:



    Blick auf den Landmarktower mit Mietwohnungen höchstselbst:



    Es folgt das "Kristall", das letzte dem Projekt Weserufer zuordenbare Wohnhaus (es soll wohl so ein bisschen Anleihen an die klassische Moderne der 20er zeigen, aus meiner Sicht nur mittelmäßig gelungen):



    Im weiteren dann ein Schnappschuss des nächsten großen zu entwickelnden Teils der Überseestadt, der sogenannten "Hafenkante". Es handelt sich um ein weiteres riesiges Areal mit viel Wasserlage, am Ende ist gar ein Strand im Bereich der alten Einfahrt zum Überseehafen geplant.


    Blick auf ein Bauschild zur Verdeutlichung der sehr wasseraffinen Lage:



    Das Projekt "Strandhäuser" (das erste in Realisierung befindliche Projekt der Hafenkante):



    In hinteren Bereich am Wendebecken kommt sogar in Bremen nochmal so etwas wie echte Seeschiffahrtshafenstimmung auf. Zunächst die Getreideverkehrsanlage von 1912-16, ein monumentales Gebäude, seinerzeit angeblich mit der höchsten Backsteinwand Europas:



    Der Molenturm am Wendebecken:



    Beim Blick zurück zunächst dieses Bild des Bereichs Weserufer/Hafenkante:



    Etwas weiter zurück dann diese Sicht auf große Teile der gegenwärtig unter Bebauung stehenden Bereiche der Überseestadt:



    Ich hoffe, ihr seht, dass die Überseestadt ein durchaus interessantes Projekt ist, welches aus meiner Sicht eben durch seine Mischung aus alter und neuer Bebauung (keine "tabula rasa" wie in Hamburgs Hafencity) und einer Nutzungsmischung aus Wohnbebauung, Büros sowie weiterhin ansässigem produzierendem Gewerbe (Kellogs, Rolandmühle) und klassischem Hafenbetrieb durchaus ein reizvolles, nicht so steriles Gebiet darstellt. Dass die Investitionssummen und die Mietpreise in Bremen keine spektakuläre Architektur zulassen, stimmt natürlich, wird aber zumindest teilweise durch die äußerst reizvollen Neunutzungen der zahlreichen Speichergebäude wettgemacht.


    Einen Abstecher ist das Gelände mittlerweile für Architekturinteressierte allemal wert, wie ich finde.


    Ich hoffe, es hat gefallen


    Heinzer

  • Vielen Dank, habe kurz vorher einen Fotorundgang gemacht, aber bisher noch keine Zeit gefunden, sie zu veröffentlichen. Das ist hiermit hinfällig.


    Ich wusste gar nicht, dass am Molenturm ein kleiner Strand geplant ist. Hört sich gut an, wenngleich dieses immer noch ein bisschen versteckte Kleinod Bremens damit endgültig kein Geheimtipp mehr sein dürfte.


    Vielleicht schlägt es mich mal "Shipyard Island" oder man bekommt eine Sondergenehmigung für "die Insel".


    Ich teile weitgehend Deine Einschätzungen zum bisherigen Stand des Projekts und den einzelnen Bauvorhaben. Beim Überseehafen und der Großmarkt-Ansiedlung bin ich mir leider nicht ganz sicher. So traurig es ist, dass hier mehrere hundert Meter Wasserseite verloren gingen, so schwierig ist es angesichts der Bremer Haushaltslage eine Komplettsanierung nicht benötigter Kajenanlagen zu legitimieren. Zudem suchte der Großmarkt eine neue Fläche, da er in der Flughafenstadt ebenfalls störte.


    Was kann man da jetzt raus machen? Meiner Meinung nach sollte sich der Großmarkt nach außen öffnen. D.h. Besucher sollten die Möglichkeit haben das Gelände zu besichtigen und es sollte vielleicht auch einen an Endverbraucher gerichteten angrenzenden "Kleinmarkt" geben. Der Großmarkt grenzt schon jetzt an eine Kunsthochschule, immer mehr Wohnbebauung entsteht im nahen Umfeld und das Gebiet wird schrittweise für den Tourismus erschlossen. Unter diesen Umständen kann man meiner Meinung nach den Großmarkt nicht nur als business-to-business-Veranstaltung verstehen.

  • Danke für diese tollen Bilder. Bitte weiter so.
    Hätte ich die Kohle, würde ich dort hinziehen. Aber ist ja auch alles schon ausverkauft =)

  • Vielen Dank für die Rückmeldungen!


    rotfuxx : Zustimmung auch zum Thema "Großmarkt". Habe mal mit Verantwortlichen der Planung/Erstellung des Masterplans Anfang der 00er Jahre gesprochen. Zum Thema Großmarkt/Verschüttung des Überseehafens meinten sie nur: Nichts von dem, was danach in der Überseestadt passiert ist, wäre ohne diese beiden Maßnahmen geschehen, da dies quasi Bedingung der damals noch deutlich mächtigeren Hafenwirtschaft gewesen war, dass hier überhaupt etwas passieren "durfte", quasi die Versicherung, dass gewerbliche und laute Nutzung dominant bleiben würde.


    Schade ist es trotzdem, denn was für ein Fremdkörper der Großmarkt geblieben ist, wird einem doch recht brutal ins Gesicht geschlagen, die billigen Alufassaden, der LKW-Verkehr, die schiere Größe des Areals...


    gottseidank ist der Speicher XI nicht auch noch abgerissen worden, was durchaus mal Thema gewesen ist, aber stell dir mal den Speicher XI (etwas zurückliegend, direkt am Hafenbecken stand er nie) zusammen mit dem erhaltenen Überseehafen vor - was man daraus alles hätte machen können...


    Grüße


    Heinzer

  • Schön etwas von der Überseestadt zu sehen bzw. zu lesen. Es freut mich, dass es dort voran geht. Insbesondere die Entwicklung um Europahafen udn Moleturm klingt reizvoll, auch wenn man, meiner Meinung nach, aus der Nordkante des Hafen hätte mehr machen können in gastronomischer Sicht.

  • Axocat, ich denke nicht, dass da alles ausverkauft ist. Zudem investiert auch die Gewoba in das Gebiet. Dann gibt es für den mittleren Geldbeutel etwas zur Miete. Zwei Bauträger stehen sogar in Verhandlungen mit dem Senat, um anspruchsvollen sozialen Wohnungsbau in der Überseestadt zu realisieren (natürlich nicht mit Wasserblick).


    Mir wäre die ganze Ecke einfach ein bisschen zu tot. Die kritische Masse an Bewohnern und Besuchern ist noch lange nicht erreicht, um diesem weitläufigen Areal Leben einzuhauchen.


    Allerhöchstens der Europahafen wirkt in den warmen Monaten ein bisschen rummelig, aber selbst das ist kein Vergleich zur Schlachte, zum Viertel, zum Osterdeich oder zum Werdersee.

  • Kleiner separater Nachklapp zum Thema "Leben". Von zentraler Bedeutung für die touristische und gastronomische Weiterentwicklung der Überseestadt ist aus meiner Sicht das Areal um den Wesertower. Dieses kann schließlich von der hochfrequentierten Schlachte gut gesehen werden.


    An dieser Stelle sollte aus meiner Sicht auch ein maritimer Anziehungspunkt entstehen. Im Vergleich zu Hamburg fehlt Bremen das Hochseeflair, obwohl die Weser ab der Eisenbahnbrücke am Wesertower kein Binnengewässer mehr ist.


    Wenn ich mich recht erinnere, sieht der Masterplan an dieser Stelle auf lange Sicht ein Kreuzfahrtterminal vor. Steht das immer noch zur Debatte oder ist das Thema angesichts des nicht ausgelasteten Columbus Cruise Centers in Bremerhaven vom Tisch?


    Außerdem kam im Forum zum Verkehrsentwicklungsplan bremenbewegen.de die Idee auf, an dieser Stelle eine Art "Bremen Landungsbrücken" aufzubauen. Ein Zick-Zack-Fährverkehr zwischen Vegesack und Wesertower würde dann die Uferseiten verbinden und so z.B. die Stadtteile links der Weser an das Einkaufszentrum Waterfront und die Straßenbahn anbinden.


    Die Kombination aus festgemachten Kreuzfahrtschiffen und permanent fahrenden Fähren würde sicherlich dazu beitragen, der Weser im innerstädtischen Bereich deutlich mehr maritimes Flair einzuhauchen und Leben von den hoch frequentierten Bereichen in die Überseestadt zu locken.