Zeil und Nebenstraßen / Konstablerwache

  • Der riesige Platz ist doch eh artifizieller Schrott. Vor dem Krieg gabs ihn nicht, nach dem Krieg wurde er für die Haltestelle der Straßenbahn über die Zeil und weiter im Süden den Autoverkehr geschaffen und hatte auch durchaus seine Berechtigung. Im Zuge der Verkehrsberuhigung hat man das alles dann in der gewohnen Unbeholfenheit jener Jahre wieder plattgemacht und mit dem unbefriedigenden Ergebnis leben wir bis heute. In dem Sinne: pro Abbau des Sockels, pro irgendwie gearteter Bebauung der Fläche. Einen praktischen Nutzen hat diese ohnehin kaum und verstärkt eher noch den prekären Charakter der Ostzeil.

  • Ist es denn wirklich so, dass unzureichende Tieflage der B-Ebene den Sockel erfordert, oder ist etwa - wie einst am Römer - da ein Höckerfeld mit Anschlusseisen versteckt?


    Eine Entscheidung für ein wie und wo einer zukünftigen Nutzung könnte dieses und damit den Sockel überflüssig machen.

  • Die B-Ebene war ja schon in der Zeit fertig, als der Platz komplett als Verkehrsknoten verwendet wurde. Von daher können unter dem Sockel keine Aufbauten versteckt sein.

  • Zeil 123 und Zeil 125

    Heute schreibt die FAZ in ihrer gedruckten Ausgabe über den Umbau der E-Kinos. Eine Visualisierung gibt es in dem Artikel leider nicht. Etwas zurückversetzt und damit der jetzt breiteren und zweigeschossigen Passage angepasst werden Erdgeschoss und erstes Obergeschoss. Das kleinere Projekt soll bis Weihnachten abgeschlossen sein. Dann wird es auf dem Dach einen großen, schwarz-weißen Schriftzug geben und darunter eine zweizeilige Anzeige der laufenden Filme.


    Der Artikel geht auch auf den Neubau Zeil 123 ein. Demnach werde noch ein Mieter für die nur 50 Quadratmeter große Gastronomiefläche in der Passage gesucht. Ein Eiscafé sei daran interessiert, wolle aber zusätzlich 100 bis 150 Freiluft-Sitzplätze auf dem Platz vor der Katharinenkirche. Die Stadt zögere bezüglich einer Genehmigung dieser Außengastronomie. Alternativ sei auch ein "Bar-Konzept" vorstellbar. Finde sich allerdings ein Mieter für die gesamten 2.000 Quadratmeter Bürofläche im zweiten bis sechsten Obergeschoss, werde die Fläche im Erdgeschoss den Büros zugeschlagen und dann voraussichtlich als Empfangsbereich genutzt.


    An den hier schon erwähnten beiden verglasten Staffelgeschossen, demnach auch an der Dachterrasse (Foto), sei ein Gastronom interessiert. Derweil suche "Fossil" nach einem Untermieter, weil das Unternehmen die gemieteten Flächen im Erdgeschoss und in der ersten Etage nur zur Hälfte nutze.

  • ^^ ^^^
    Das erhöhte Plateau ist nur wegen der Bäume angelegt worden. Es verstecken sich darunter keine Höcker o.ä., es könnte also ohne weiteres entfernt werden.


    Die B-Ebene in der Form, wie wir sie heute kennen, gibt es seit 1983, eröffnet anlässlich der Verlängerung des S-Bahn-Linien von der Hauptwache zur Konstabler. Vorher gab es als Zugang zur U4/U5 nur zwei kleine Verteilerebenen, eine zwischen ehem. Kaufhalle (heute Electro-Conrad) und C&A, die andere zwischen Segmüller/Strauss und ehem. Kaufhaus Hess (heute Nachtleben u.a.). Den Abgang vor dem Haupteingang von E-Conrad gab es ebensowenig wie den Abgang an der Gr. Friedberger wie den Abgang vor dem Kaufhauf Karstadt; das kam alles erst nach Fertigstellung des Gemeinschaftstunnels von U-/S-Bahn unter der Zeil.


    Bis zur Herstellung der B-Ebene und der Abgänge zur S-Bahn befand sich dort nur ein hohler, ungenutzer Raum, der schon in den 70er Jahren beim Bau des Kreuzungsbahnhofs angelegt worden war als Bauvorleistung für einen Autotunnel unter der Zeil. Aber das ist ein anderes Thema und hier off topic.


    Aber selbst nach der Eröffnung der S-Bahn war der Platz noch nicht fertig. Ich meine, es hat noch einige Zeit gedauert, bis die Entscheidung über Bepflanzung und Plateu gefallen war. Fertig geworden war der Platz nach meiner Erinnerung erst relativ kurz vor dem Ev. Kirchentag, der im Juni 1987 stattfand.

  • Zeil 123

    Die Decke zwischen Erdgeschoss und erster Etage wurde im Anschlussbau an die 123, bis auf die Stahlträger entfernt wie auch die Frontwände



    Bild: thomasfra

  • Wenn ich mir die alten Bilder hier im Forum zum Vergleich ansehe, dann ist noch mehr passiert:
    Der Stahlträger in der Ecke wurde, bis einschließlich der 2. Etage, durch ein kräftigeres Kaliber ersetzt (zum Vergleich ist oben drüber noch das alte Modell). Ein weiterer Träger wurde rechts daneben eingezogen - ob der nur für den Austausch nötig war oder ob er bleibt, werden wir sehen - für das Bleiben spricht, dass auch der zweite Träger bis ganz nach oben durchgeht.
    Daraus könnte man schließen, dass noch eine Etage oben drauf kommt, was mit dieser Verstärkung möglich gemacht wurde.

  • Zeil 125

    2 Wochen später kann man eher erkennen was mal wird, aber wie die 123 glaube ich nicht. Vielleicht der gleiche Fassadenstein, ich habe aber leider keine Muster vor Ort entdecken können



    Bild: thomasfra

  • ^ Schöner Stein, schöner Kontrast. Allerdings entfällt mit der nun geöffneten Fassade die Möglichkeit der großflächigen Plakatierung. Ob die E-Kinos es sich erlauben können, weniger auf sich aufmerksam zu machen als vorher?

  • Zeil 125

    ... und weiter geht's
    Heute wurden die ersten großen Metallrahmen angebracht (die weißen Blechpolygone)


    Bin mir noch so sicher, was ich davon halten soll. Ich finde den Übergang zum 123er irgendwie nicht so gut gelöst.
    Aber mal schauen - es bleibt spannend.

  • Zumindest ist die gesamte Ecke jetzt im gleichen Jahrhundert angekommen, auch wenn Oma E. dafür ganz heftig geschminkt wurde.


    Die Rahmengestaltung deutet darauf hin, dass der Linke Teil auch als Lichtfänger für die Räume in der Ecke dient - gute Idee.


    Und der Kontrast der Fassaden, die dunkle Vertikale, die mit dem Erdgeschoss der 123 in die ebenfalls dunklere Passage hineinführt, das passt schon gut.

  • ^ganz Recht, Xalinai. Endlich mal was Stylisches aus unserer Zeit. Von den Kontrasten zwischen Modernem und Klassischem lebt ja Frankfurt.


    Der Ecke tut es gut.

  • Der Vollständigkeit halber hier noch ein Bild von heute Abend mit allen Rahmen inkl. EG (leider mäßig belichtet)


    Die "dunkle Vertikale" in der Passage


    Da steht noch etwas Frickelarbeit an


    Damit wir uns nicht falsch verstehen: Stylisch finde das auch. Und wenn man den Vorzustand kennt, ist das auf jeden Fall eine Verbesserung.
    Auch der Kontrast hat etwas für sich.
    Ich denke einfach, ich bin noch in der alten Visualisierung verhaftet #606 (letztes Bild). Das Gegenbeispiel: Es schmiegt sich mehr an die 123 sowie das Naspa-Gebäude an und so wirkt die Ecke meiner Meinung nach etwas ruhiger.

  • Das Rendering auf dem letzten Bild von #606 zeigt eine ggü. der jetzt bekannten Realität viel zu helle Erdgeschosszone der Zeil 123 und den E-Kino-Bereich in der originalen Höhe mit angepasster Fassadenfarbe als Blinddarm der 123.
    Da passt rechts wie links keine Etagenhöhe und durch die Anpassung in Material und Farbe wirkt das Ganze wie gewollt und nicht gekonnt.


    Die sehr starke eigenständige Wirkung der neuen Fassade, im Stil unabhängig von beiden Nachbarn, trotzdem nur sich selbst behauptend und (aufgrund des kleinen sichtbaren Bauvolumens) nirgends dominierend, zeigt die Gebäudegrenzen wirkt für mich doch eher verbindend als trennend. Sehr schön gemacht.

  • ^... so erhält die Ecke eine Prägung und ist keine Verlegenheit, die fast nicht sichtbar ist. Ich bin mehr als zufrieden mit der Lösung.


    Zudem dürfte es jetzt etwas mehr Aufmerksamkeit für das Kino geben, das nicht mehr in irgendeiner nicht sichtbaren Ecke steckt, sondern in einem sich selbst äußernden Gebäude.


    Gerade solche schmalen hohen Häuserfronten reizen vor allem ausländische Architekten - wie etwa japanische - eine Besonderheit daraus zu machen. Ich wünschte mir gern mehr davon.

  • Gefällt mir sehr gut. Warum nicht mal eine Fassade in der Größenordnung eines Esprit oder H&M so oder ähnlich gestalten? So eine kontrastreiche Unterbrechung im durchlaufenden Fassadeneinerlei ist sehr belebend. Könnte ich mir auch an anderer Stelle gut vorstellen, abseits der Shoppingmeilen.

  • So gut mir das an dieser Stelle und in dieser Größe gefällt: Eine solche Konstruktion wird durch ein "mehr, Mehr!", egal ob jetzt eine 50-Meter-Fassade oder eine Wiederholung an vielen anderen Stellen schnell schal.


    Die Hortenkachel und die ersten damit gestalteten Fassaden waren auch toll, bloß als dann alle Horten-Häuser damit verziert wurden und die 2. Generation dann auch noch "Vereinfacht" wurde um billiger zu werden war's nur noch Murks - und als dann andere mit ähnlichen Konstruktionen ebenfalls Flächenfassaden "verzierten" wurde es hässlich.


    Ich wünschte mir eher, dass sich die Architekten an jeder Ecke Gedanken machen, was an genau diese Ecke passt und die Musterbücher der Fassadenhersteller vergesssen.