Zeil und Nebenstraßen / Konstablerwache

  • Die Verformungen des Baukörpers dienen dazu, die Planungsvorgaben einzuhalten. In einer heute erschienenen Pressemitteilung von Signa Real Estate wird der Architekt Caspar Schmitz-Morkramer so zitiert: "Die Hauptwache 1 [...] ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie aus dem Ringen mit den städtebaulichen Vorgaben die bauliche Identität selbst werden kann. Um die unterschiedlichen Traufhöhen einzuhalten, haben wir die Idee des leicht verdrehten Baukörpers entwickelt. Durch die Verformung des Blocks gelingt die Vereinheitlichung des Blocks. Mit seinem sanften Twist schafft er das subtile, aber markante Charakteristikum des Baus, während er zugleich die Idee der Integration von Unterschieden symbolisiert, die programmatisch so wichtig für die Zukunft der Innenstädte ist."


    Die von main1a und KuemmelKaiser gezeigten Ansichten in nochmals höherer bzw. sehr hoher Auflösung. Ecke Roßmarkt und Katharinenpforte ...


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    ... und von der Bleidenstraße gesehen:


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    Auf der Bleidenstraßen-Visualisierung in Originalauflösung ist die Fassade recht gut zu erkennen. Terrazzo ist vorwiegend als Bodenbelag bekannt. Es gibt aber beispielsweise ein italienisches Unternehmen mit einem Tochterwerk im schwäbischen Ellwangen, das auch Fassaden unter solchem Namen anbietet. Letztendlich sind es Betonwerksteine mit diversen Oberflächenbehandlungen, die durch Zuschlag von Split aus Carrara-Marmor ein besonderes Aussehen erhalten (und angeblich auch besondere Eigenschaften). Der Split ist Abfall aus den Marmorbrüchen in der Versilia.


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    Bilder: © Signa Real Estate




  • Spitzenklasse. Ich hätte mir das von Signa aber auch nicht anders erwartet. I.d.R. liefert Signa nämlich sehr gute Gestaltung. Die Details sind sehr angemessen und eine Terrazzo-Fassade wäre ein Novum in FFM. Ich hoffe auch, dass das Filigrane erhalten bleibt. Fürs Grün im EG müssen sicher die Einzelhändler/Gastronomen sorgen. Dass man das Grün der Dachterrasse von unten sehen kann, wäre natürlich sehr fein!


    Da steigen doch wieder ein wenig die Hoffnungen auf einen würdigen Entwurf für den Opernplatz.

  • Weitere interessante Details des Entwurfs enthält ein Lageplan, der in seiner Originalversion 2.170 x 1.535 Pixel groß ist.


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    Grafik: Signa Real Estate/caspar./bloomimages

  • Laut Journal Frankfurt übt der sichtlich beleidigte Bund der Architektinnen und Architekten (BDA) Frankfurt nun Kritk am Sport Arena Nachfolgerbau.


    Der BDA bemängelt das Ausbleiben eines Wettbewerbs und wirft fehlende Transparenz bei der Nutzung / Gestaltung vor. Ebenso zeigte man sich enttäuscht, dass der Städtebau-Beirat sich nicht einbringen durfte, da dieser sich für klimagerechte Architektur einsetze (bspw. Anpflanzungen, Fassadenbegrünung).


    Zitate des BDA: "Für diesen Ort ist die Chance vertan, neue Qualitäten für die Innenstadt zu entfalten“ und es solle mehr Berücksichtigung finden "wie sich hier öffentlicher Raum, Nutzungsmischung, Stadtgestalt und Umfeld in Zukunft entwickeln sollen“.


    Das JF bestätigt, dass in wenigen Wochen die Abrissarbeiten des bereits entkernten Gebäudes beginnen sollen. Das ist eine gute Nachricht, besonders wenn man bis Ende 2024 fertig werden will.

  • Da gibt es aber andere Projekte, die man hier mehr kritisieren könnte. Der Bau ist doch klasse für diese stelle.

    Mit Fassadenbegrünung werden sich noch einige die Finger verbrennen in unseren Breitengraden. Das kann man gerne erstmal an nicht so prominenter Stelle ausprobieren.

  • ^^ Ergänzend noch dieses Zitat vom BDA: "Ein 1956 errichtetes, den Frankfurtern bekanntes und städtebaulich vielschichtiges Bestandsgebäude wird zeitnah abgerissen und durch einen stadträumlich undifferenzierten Neubau ersetzt.“ Und weiter meint der BDA das der Abriss dieses "markanten Bestandsgebäudes" unverantwortlich und kein resourcenschonender Umgang mit ebenjenem Gebäude sei (Q).


    M.E. ein Scheinargument da die Wiederverwendungsquote für mineralische Baustoffe (59,8 Mio. Tonnen, Stand 2018, Q) bei 90 % liegt. Aber Achtung das ist kein Recycling denn diese Quote liegt nur bei 13 % und die zerkleinerte Baustoffe werden zur Befestigung von Bauwegen, für den Unterbau von Straßen, zum Auffüllen von Gruben oder zur Abdeckungen von Deponien benutzt (Q). Im Gegensatz dazu werden unkontaminierte metallische Baustoffe zu neuen Stahl-, Kupfer- oder Aluminiumprodukten recycelt. Zum Vergleich: In der EU lag die Recyclingquote in diesem Zeitraum also nicht nur aus Baustoffen recycelten Altmetallen bei Stahl bei 56 %, Aluminium bei 69 % und Kupfer bei 61 % (Q).

    Einmal editiert, zuletzt von main1a ()

  • An der Hauptwache 1, ehemals Karstadt Sports

    Das Gebäude ist mittlerweile komplett umzäunt und Antal entkleidet bereits das Vordach. Es wurden auch zwei kleine Bagger auf das Dach gehievt, nachdem der Bitumenbelag vom Dach entfernt wurde.




    Bilder: Skyview

  • Projekt "Bonwit & Bär", Stiftstraße 8-10 und Brönnerstraße 5-9

    An der Brönnerstraße hat AWR mit den Bauarbeiten begonnen. Vorgestellt wurde das Projekt in Beitrag #971.


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    Bild: Schmittchen

  • An der Hauptwache 1, ehemals Karstadt Sports

    die beiden kleinen Bagger auf dem Dach, die ich im letzten Beitrag erwähnt hatte, stehen immer noch an der gleichen Stelle. Mittlerweile wurde rundherum das komplette Vordach abgebrochen und das Gebäude eingerüstet.



    Bild: Skyview

  • ^^ Zu @Schmittchens Bestandsaufnahme ein paar Bilder aus anderer Perspektive:


    Zum Roßmarkt hin scheint der Abbruch schon mindestens eine Etage weiter gediehen als auf der Rückseite, das Schutzgerüst wurde vorne in der Höhe schon zurückgebaut, hinten stehen die Abbruchbagger noch auf der 4. Etage.




    Bilder von mir

  • Die Hauptwache 1 schrumpft weiter. Weil das Mauerwerk und die feinen kleinen Mosaiksteinchen gerade freiliegen, nachfolgend ein Bild von Freitag:


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    Umgebung:


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    Bilder: epizentrum

  • Das war es. Oberirdisch, denn Anfang 2023 beginnt der Abbruch der unterirdischen Geschosse. Die Außenwände der Untergeschosse bleiben dabei erhalten. Um die Baugrube zu sichern, werden die bestehenden Wände rückverankert. Das steht heute in der FAZ-RMZ.


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    Bild: Schmittchen

  • Anscheinend wird hier in einer Art Deckelbauweise vorgegangen. Die Sorgfalt, mit der die Öffnungen in die Kellerdecke gefräst und die offengelegten Armierungen versorgt wurden, lässt erwarten, dass die Decke vielleicht erhalten bleibt; vielleicht auch nur vorübergehend als Arbeitsplattform und Lagerfläche.





    eigene Bilder

  • Auf der Sportarena-Baustelle wird anscheinend weiterhin sehr kleinschrittig, irgendwie vorsichtig vorgegangen. Inzwischen sieht es so aus, als würde die Deckenkonstruktion zur Abstützung der Seitenwände, wie eine Steifenlage, beibehalten. In einer der vergrößerten Öffnungen steht eine kleineres Bohrgerät. Die Fa. PST ist ein Spezialtiefbauunternehmen.





    eigene Bilder