Zeil und Nebenstraßen / Konstablerwache

  • Zeil und Nebenstraßen / Konstablerwache

    Da das Thema offenbar langsam aktueller wird, mache ich dafür anlässlich einer Meldung in der FR mal einen neuen Thread auf.


    "Zeil soll endlich erneuert werden


    Planungsamt will Bürger beteiligen / Ausstellung beginnt


    [...]Noch ist alles offen, wenn es um die Frage des Wie der Neugestaltung der Zeil geht. Klar ist nur, dass etwas getan werden muss. "Es besteht Handlungsbedarf, die Zeil ist nicht im besten Zustand", mahnte Dieter von Lüpke, Leiter des Stadtplanungsamtes, gestern bei der Eröffnung der Ausstellung "Zukunft Zeil". Dort sind die Entwürfe der zwei Preisträger des Ideenwettbewerbs aus dem Jahr 2000 zu sehen, die die Grundlage für die Neugestaltung der Einkaufsstraße zwischen Haupt- und Konstablerwache liefern sollen.
    [...]
    In den vergangenen fünf Jahren habe es aufgrund der Vorschläge, die keine parlamentarische Mehrheit erzielen konnten, eine "Denkpause" gegeben, sagte von Lüpke. Mit der Bereitstellung von 4,5 Millionen Euro im Haushalt durch die Stadtverordnetenversammlung für die Weiterentwicklung der Zeil Ende des vergangenen Jahres sei eine Realisierung grundsätzlich möglich. Zudem sollte die Neugestaltung mit der Fertigstellung des MAB-Projekts "Frankfurt Hoch Vier" im Jahr 2008 ebenfalls abgeschlossen werden, um weitere Bauarbeiten auf der Zeil zu vermeiden.
    [...]
    Wichtig sei ein bürgernahes Vorgehen, betonte von Lüpke. In einem "besonderen Planungsverfahren" haben daher ab heute Bürger die Möglichkeit, in einem Fragebogen, der in der Ausstellung erhältlich ist, eigene Anregungen einzubringen
    [...]
    Die derzeitige Erscheinungsform der 800 Meter langen Einkaufsstraße sei "undurchsichtig, dunkel und eng", so der Diplomgeograph.
    [...]
    Die Ausstellung ist von heute an bis zum 30. November in der Schalterhalle der Frankfurter Sparkasse 1822, Hasengasse 8, zu sehen. Öffnungszeiten: montags und donnerstags von 11 bis 18 Uhr, dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 16 Uhr und samstags von 11 bis 14 Uhr. Anregungen können auch telefonisch unter der Nummer 21 23 32 51 oder per E-Mail an planungsamt@stadt-frankfurt.de abgegeben werden"

  • Überzeugend (oder auch nur brauchbar) war wohl keiner der Entwürfe aus dem Wettbewerb 2000. Es wurde nämlich kein erster Preis vergeben!


    Wenig brauchbar leider auch die Online-Präsentation des Wettbewerbsergebnisses durch das Stadtplanungsamt, hier.

  • Neues aus der Frankfurter Rundschau:


    Die neue Zeil wird ein teures Pflaster


    Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) will zehn statt vier Millionen Euro für die Umgestaltung ausgeben


    Am 5. Dezember tritt der neue städtische Beirat zur Zukunft der Zeil zusammen. Er soll die Basis zur Neugestaltung der Fußgängerzone legen, die 2006 beginnt. Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) will dafür zehn Millionen Euro ausgeben. Bisher sind nur vier Millionen vorgesehen.
    [...]
    Planungsdezernent Schwarz kündigte am Montag im Gespräch mit der FR eine Vorlage zu den "Eckpunkten der Neugestaltung" für das Jahr 2006 an. Schon jetzt sei klar, dass die im städtischen Etat reservierten vier Millionen Euro für die Umbauarbeiten nicht ausreichten. Mit dieser Summe könne man allenfalls ein neues Beleuchtungskonzept verwirklichen und die Fußgängerzone "ein bisschen entrümpeln". Für weitergehende Eingriffe brauche es sicher insgesamt zehn Millionen Euro. Er werde deshalb für den städtischen Haushalt 2007 "zusätzliches Geld anmelden müssen".


    Schwarz machte deutlich, dass die umstrittenen vier Zeil-Pavillons abgerissen werden sollten: "Sie waren ja immer nur eine Verlegenheitslösung."


    [...]


    Neues Cafe am Brockhausbrunnen


    Als Ersatz für die vier heutigen Bauten befürwortete Schwarz die Errichtung eines zweistöckigen Cafes auf der Zeil östlich vom Brockhausbrunnen. Von hier aus werde sich den Bürgern ein sehr schöner Blick über die Fußgängerzone bieten.


    "Wir könnten uns ein solches Cafe als Ersatz für die Pavillons vorstellen", sagte auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Oesterling. Auf der Zeil fehle es an "Möglichkeiten zum gemütlichen Verweilen".


    Die Grünen sehen in einem Abriss der Zeil-Pavillons dagegen eine "grandiose Fehlentscheidung", so Fraktionschef Lutz Sikorski. Das jetzt ins Auge gefasste Cafe-Gebäude am Brockhausbrunnen werde als Querriegel die Zeil in zwei Hälften zerschneiden.


    [...]


    Eingeladen sind auch die Vertreter der beiden Architekturbüros Chestnutt-Nies (Berlin) und Schober & Knick (München).
    Sie waren bei dem städtischen Wettbewerb zur Neugestaltung der Zeil im Jahre 2000 mit dem zweiten Preis ausgezeichnet worden.

  • „Die Umgestaltung der Zeil sollte zeitgleich mit dem Abschluss der Bauarbeiten am Projekt FrankfurtHochVier erfolgen. Dabei ist folgendes unbedingt zu berücksichtigen: Abriss der Pavillions zwischen Brockhausbrunnen und Konstablerwache, Reduzierung der Baumreihen von vier auf zwei in der Mitte, klare Vorgaben für mobile Verkaufsstände, eine hochwertige (ggf. werbefinanzierte) Stadtmöblierung, mehr Sitzgelegenheiten, eine intensive Reinigung sowie die konsequente Wiederherrichtung des Pflasters nach Bauarbeiten.“


    „Wir sprechen uns gegen die geplante Sperrung der Hauptwache für den Individualverkehr aus. Zudem sollte der überdimensionierte Treppenaufgang neben der Alten Hauptwache zugeschüttet werden und durch eine kleine Grünanlage, die zum Ausruhen einlädt, ersetzt werden. Ebenso voranzutreiben ist die Umgestaltung der Konstablerwache.“


    (c) Junge Liberale Frankfurt

  • Was gemacht werden soll weiß niemand. Überhaupt weiß man nichts Genaues, schließlich können die armseligen Wettbewerbsergebnisse nicht als Leitlinie dienen. Aber man weiß, dass es 10 Millionen Euro kosten wird. Super!


    Ein Café-Gebäude am Brockhausbrunnen als Querriegel zur Zeil? Die vier "Pavillons" will man abreißen, dann aber die Zeil hastenichtgesehen erneut zubauen? Eine unglaublich beknackte Idee! Wer sagt denn eigentlich, dass Gastronomie in Baracken mitten auf der Straße untergebracht sein muss?

  • wie recht du nur hast. von diesem neuen pavillion halte auch überhaupt nichts. lieber einmal für ordentliche gastronomie zum beispiel an der konstablerwache sorgen. ach und das bienenkorb haus könnte man gleich miteinreißen oder grundsanieren...

  • Mit dem Bienenkorbhaus allein ist es nicht getan, alle Fassaden an der Konstabler haben eine Sanierung nötig. Immerhin wurde das Bienenkorbhaus kürzlich verkauft, anzunehmen, dass in absehbarer Zeit etwas passieren wird.


    Ansonsten bin ich für ein schmales Gebäude entlang der östlichen Platzkante der Konstabler (wegen der B-Ebene in Leichtbauweise), immerhin eine gute Idee aus dem Wettbewerb im Jahr 2000. Denn ein solches Gebäude würde den Platz fassen, diesen von der Straße abschirmen und die gegenüberliegende Bebauung gnädig verdecken. Außerdem wäre dort ein idealer Standort für Gastronomie. Auch der Schrott in dieser Ecke, der Aufzug zur B-Ebene zum Beispiel, könnte unauffällig in den Neubau integriert werden.

  • Beim Bienenkorbhaus soll nur der westliche flache Anbau abgerissen werden. Am Hochhaus könnte allenfalls die Fassade "geliftet" werden.

  • Lieber geliftet als gar nichts getan. Wenn man es gut anstellt, kann ein neue Fassadengestaltung wie ein Neubau erscheinen. Die Stadt sollte sich allgemein einaml Gedanken machen wie die Konstabler später mal aussehen soll. Denn der jetzige Nachkriegscharme ist nicht sonderlich berauschend. Ich denke dort könnte man durchaus mit einigem Aufwand einen relativ schönen und ruhigen Platz mit vielen Cafes und Bistros schaffen. An der Zeil muss von Seiten der Stadt massiv investiert werden, um sie aufzuwerten. Mit etwas Glück wird sich dann auch bei den Grundstückseigentümern etwas tun. Mit dem ehemaligen Kaufhaus Ammerschläger, Douglas und in Zukunft FFH4 ist ja schon ein Anfang gemacht.

  • Was Fassaden betrifft: an der Konsti kann da gar nix so bleiben wies ist. Aber richtig furchtbar sind auch die Fassaden von Karstadt, P&C und besonders auf der Südseite zwischen Saturn und Hasengasse (der absolut hässlichste Abschnitt der Zeil).
    Dabei solltens aber auch mal drauf achten dass die Zeil net so wirken sollte als wäre sie erst in den letzten 10Jahren entstanden, also paar historische Formen kann man da ruhig aufgreifen, vor allem aber: keine Flachdächer mehr und keine sterilen Glasfassaden.
    Bin gestern mal den Holzgraben auf dem entlang gelaufen: Schon krass was vom Kaufhaus Wronker noch alles steht. Die der Zeil zugewandte Seite könnte ruhig auch so aussehen

  • Die P&C Fassade finde ich eigentlich sehr gelungen, Karstadt ist aber nun mal wirklich überholt mit seinem frühe 80er Charme. War da nicht sowieso mal geplant, die Fassade zu erneuern? Oder beschränkte sich das auf die Neugestaltung der Schaufenster im Erdgeschoss? Dachte damals, dass sie in relativ kurzer Zeit mit dem Rest weitermachen. Dann kam aber nix mehr.


    An der Konstabler Wache bin ich auch für ein Gebäude an der Ostseite. Damit wäre schon viel gewonnen. Dann noch den Platz ebenerdig machen und in einem nächsten Schritt die Fassaden der umliegenden Gebäude erneuern. Gepaart mit etwas Gastronomie und evtl. einem Brunnen in der Mitte würde das einen richtig netten Platz ergeben.

  • Ich glaub Fassadenerneuerung bringt bei der Konsti net viel, bei der furchtbaren Architektur. Abriss und Neubau der meisten Gebäude dürfte das einzig befriedigende sein. Die Devise vertritt übrigens auch Mäckler.
    Vor allem muss endlich mal Schluss sein mit den ständigen Flachdach-Bauten.

  • Also P & C finde ich auch relativ gelungen. Es sind ja nun mal Kaufhäuser, da gibt es auch keine großen Fensterflächen. Von mir aus kann ja alles neu bebaut werden, aber dann muss die Stadt auch wirklich in Vorleistung gehen, damit sich das dann für die Investoren rentiert. Mir wäre es aber lieber, wenn unten relativ kleine Läden, Cafes und Bistros vertreten sind. Weitere Läden von irgendwelchen KEtten helfen da nicht weiter.


    Was die Dächer angeht glaube ich kaum, dass man auch Flachdächer verzichten wird. Denn bei Kaufhäusern und Bürogebäuden sind die nun mal angebracht. Aber die Stadt kann es ja mal versuchen.

  • Na klar sieht die Konsti furchtbar aus, das liegt meines achtens aber nicht an Flachdächern. Einige der schönsten gebäude der Welt haben Flachdach. Die hier sind halt einfach nur schlecht!
    Wie einige andere hier finde ich auch, dass der P&C in Ordnung ist. (mehr aber auch nicht).
    Beim Karstadt finde ich allerdings, dass man die Fassade in einem Aufwasch hätte bearbeiten sollen oder gar nicht, um sich auf den Innenausbau zu konzentrieren. Bei dem Fassadenmix sieht man einfach dass das Geld ausgegangen ist und man halt damit leben muss obwohl man mehr wollte...

  • Flachdächer sind wirklich nicht das Problem. Wenn man davor steht sieht man sowieso nichts vom Dach.


    Man sollte dem ganzen Platz eine Sandsteinfassade verpassen und alles rundherum hochwertiger gestalten.


    Den Platz selbst unbedingt einebnen und mit schönen Brunnen versehen. Zum schluss gehört die offene Drogenscene verbannt. Was da für ein Gesocks rumlungert ist wirklich schwer zu ertragen.

  • Zeil-Karstadt soll "Ka De Ze" werden

    Einem weiteren Gebäude an der Zeil, das eine erhebliche Aufwertung bitter nötig hat, könnte eine Sanierung bevorstehen. Denn der Karstadt-Quelle-Konzern hat beschlossen, das Karstadt-Haus auf der Zeil zu einem besonders noblen Haus umzugestalten. Künftig soll es zur "Premium Group" gehören, nach Maßstab des Berliner Ka De We. Außer dem Frankfurter Karstadt soll je ein Haus in Dresden, Hamburg und München diesem erlesenen Kreis angehören. Dies steht unter anderem in diesem Artikel in der FAZ.


    Ohne Sanierung der Fassade wird das wohl kaum gehen, denn mit diesem Achtziger-Blechkasten ist bestimmt kein Staat zu machen. Nobelkaufhäuser sehen anders aus, außerdem wird Hauptkonkurrent Kaufhof wahrscheinlich in den nächsten Jahren auch ziemlich grundlegend umbauen. Ich vermute, wir können einer Aufwertung auch dieses Abschnitts der Zeil entgegensehen.

  • Das Gebäude an der südlichen Platzseite der Konsti Ecke Zeil / Fahrgasse bekommt eine neue Fassade.
    Wird wohl Naturstein mit Betonung der Fenster (schwarze Fensterrahmen und so einer Art Gitter vor der unteren Hälfte der Fenster). Nix überragendes, aber deutlich besser als der alte Zustand. Wobei ich hoffe dass die Farbe mehr in Richtung Sandstein geht. Zur Zeit siehts nach tristem Grau aus.

  • Auf die Idee, mal in irgendeiner Weise historisierende Architektur einzusetzen, kommt wohl keiner - für mich die einzig brauchbare Lösung, um soetwas wie Charakter zu schaffen. Stattdessen wieder irgendwelche Stahlbetonwürfel, am besten noch aus irgendeinem importierten Sandstein, den es in Frankfurt nicht so gibt (siehe Schirn).


    Gerade die Konstablerwache ist ein Platz, für den sich Frankfurt wirklich nur schämen kann - Architektur wie im tiefsten Ostblock.


    Im Bahnhofsviertel gab es doch auch ein paar interessante Neubauten, die die Motive der existierenden Gründerzeitbebauung dort aufgriffen - wieso nicht auch endlich in der Zeil, die von den Nachkriegsarchitekten schlimmer verunstaltet wurde als der Krieg es tat?

  • Na gut, an der Konsti find ich es nicht sooo schlimm wenn dort nicht historisierend gebaut wird. Hauptsache das Gebäude an der Ecke Alte Gasse (oder heißt die da noch Fahrgasse) gegenüber McDönald bekommt ne Fassadenreko und die Nachbarn eine Architektur die dazu passt. Die Konsti ist halt mehr der Ort wo man eher modern bauen sollte. Solang es qualitätvolle Architektur ist die nicht auf Konstrast setzt kann ich damit auch leben.
    Aber den Rest der Zeil besonders die Südseite zwischen Liebfrauenstraße und Brockhausbrunnen aber auch am Rossmarkt würd ich mir mehr historisierende Architektur wünschen. Da kann man sich viel von Berlin abgucken (Unter den Linden, Hackescher Markt). Vorbild für die neue Kaufhof-Fassade könnte idealerweise das Düsseldorfer Peek&Cloppenburg sein. Und überhaupt gibts noch das ein oder andere Vorkriegsgebäude auf der Zeil wo man nur die Fassade wieder freizulegen / rekonstruieren braucht. Würde der Straße viel mehr Charakter verleihen.


    Ich hoffe ja sowieso das erwähnter Zeilabschnitt komplett neue Fassaden bekommt. Bei Entfernung der südlichen Baumreihe lässt sich fast die alte Straßenbreite wiederherstellen, eventuell Teile der Wronker-Fassade rekonstruieren und durchgängig mit Arkaden versehen. Bleiben dann nur noch der komplette Block wo auch Karstadt steht und die zwei oder drei Gebäude östlich vom Karstadt (neben dem Gebäude wo Teile der Vorkriegsfassade hinter einem zu entfernenden Glasvorhang durchscheinen). Wenn dann auch noch die Konsti anständig umgestaltet wurde dürfte die Zeil recht schick aussehen. Träum...


    Aber die Eintracht hat den Klassenerhalt geschafft, das ist auch schon mal was:applaus: