Erweiterung Bauhaus-Archiv

  • das Ganze zieht sich aber auch sehr in die Länge....inzwischen 8 Jahre und ein Ende ist wohl kaum in Sicht oder sollte es doch tats. 2019 fertig sein? hmmm....warten wir es mal ab...

  • Nun meldet die taz, dass im Frühjahr 2015 ein Architektenwettbewerb für den Erweiterungsbau ausgelobt werden soll. Sommer 2017 soll dann der Baubeginn erfolgen. Man suche eine Architektursprache die den Alt- und Neubau zusammenführt.


    Artikel taz

  • Ist der Saana (Sanaa?) Entwurf somit nicht mehr aktuell?
    Hier ein Bild. Dier noch die anderen Wettbewerbsteilnehmer.


    Eigentlich schade, das japanische Büro hat schon einen eigenen Gestaltungsansatz. Ein Problem ist sicher, dass der Gestaltungsansatz der Japaner große Räume benötigt. Die Wirkung der blendend weißen Räume könnte bei zu kleinteiligen Bauten geringer ausfallen.


    Muss dann eigentlich die Farbsäule von Max Bill umziehen?

  • Sanierung und Erweiterung des Bauhaus-Archivs

    Das Land Berlin hat einen begrenzten Realisierungswettbewerb zur Sanierung und Erweiterung des Bauhaus-Archivs ausgelobt.
    Auszug aus der Wettbewerbsauslobung: "Um einen modernen Museums- und Archivbetrieb gewährleisten zu können, soll das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin denkmalpflegerisch saniert und um einen Neubau erweitert werden. [...]


    Zukünftig werden die Funktionen des Bauhaus- Archivs / Museum für Gestaltung, Berlin auf zwei Gebäude verteilt. Während das Bestandsgebäude für das Archiv vorgesehen ist, wird der Erweiterungsbau dem Museum für Gestaltung dienen.


    Das denkmalgeschützte Bestandsgebäude mit einer BGF von ca. 3.900 m2 soll saniert werden aber in seiner Architektur erhalten bleiben. Die Funktionsanpassungen sind mit Rücksicht auf den hohen architekturgeschichtlichen Wert des Gebäudes zu planen.


    Der Erweiterungsbau soll mit einer BGF von ca. 6.700 m2 auf dem westlichen Grundstückteil zwischen Landwehrkanal, Klingelhöferstraße und Von-der-Heydt-Straße platziert werden. Als Museum für Gestaltung soll der Neubau sämtliche Anforderungen an ein Ausstellungsgebäude des 21. Jahrhunderts erfüllen. Erwartet werden Entwürfe, die sich architektonisch mit dem Bestandsgebäude von Walter Gropius auseinandersetzen und es respektieren, aber zugleich eine eigenständige Architektur entwickeln."


    Quelle: http://www.baunetz.de/wettbewe…ltung_4356835.html?page=1


    siehe auch: http://www.berliner-zeitung.de…iv,10809148,30900742.html

  • Schöner Entwurf. Das gefällt mir sehr. Vorallem die Geste zu Hof hin. Frau Lüscher saß im Übrigen nicht in der Jury und deshalb hätte man sich den letzten Satz einfach mal sparen können.

  • aha..Entschuldige bitte vielmals! Ich habe natürlich nicht die Weisheit mit großen Löffeln gefressen. Wenngleich ich zugeben muss, dass es in meinen Ohren auch nach dem zweiten Mal Lesen nicht unbedingt nach Unzufriedenheit anhört:


    „Volker Staab schenkt uns einen Entwurf, der Furore machen wird“, meint die Berliner Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. „Er besticht durch seine Bescheidenheit und vervollständigt das landschaftliche Ensemble der Villa von der Heydt und dem Bau von Walter Gropius.“

  • Zunächst mal bin ich froh darüber, dass das Projekt nach dem langem hin her nun endlich der Realisierung entgegen geht. Die Begeisterung seitens der Ausrichter springt auf mich jedoch irgendwie noch nicht so richtig über.


    Das Türmchen find ich jetzt eher mäßig spannend. Die rechtwinklige Kubatur ist mir ein bisschen zu einfach und nichts wirklich Besonderes. Das Glas wird in der Realität wohl kaum so transparent sein wie im Rendering angedeutet und ob das Türmchen dann noch so filigran und zart aussieht darf bezweifelt werden. Und als ob dieses überbelichtete Rendering nicht schon genug wäre ist es auch noch in schwarz-weiß. Hier hätte ich mir eine realistischere Darstellung gewünscht.


    Komisch auch dieses 1. OG das, wenn ich es richtig erkenne, deutlich niedriger als die anderen ausfällt. Der ästhetische Sinn dahinnter erschließt sich mir nicht. Warum nicht überall die gleiche Höhe nehmen?


    Der helle Innenhof mit Blick auf die älteren Archiv-Gebäude sieht dagegen zunächst mal ganz gut aus und eröffnet hübsche Perspektiven.


    Hier nochmal die Renderings:





    Modell:



    (C) Staab Architekten GmbH, Berlin | Senatsverwaltung f. Stadtentw.

  • Ich finde den Entwurf von Staab ziemlich genial. Die große Aufgabe war es ja, mit dem unterzubringenden Bauvolumen den Bestand von Gropius nicht zu erschlagen und trotzdem eine eindeutige Landmark zu setzen. Ich finde, dass ist ihm meisterhaft gelungen. Die neuen Austellungs- und Archivräume (sie waren weitgehend tageslichtlos gefordert) sind in der Sockelzone um den Tiefhof herum angeordnet. Weniger Dominanz geht nicht. Der neue Turm ist wohl eher eine Skulptur als ein Teil der Nutzflächen. Gespannt bin ich jedenfalls, ob er tatsächlich stützenfrei umgesetzt werden kann, nur getragen von der Betonrampe (in kleinerem Maßstab hat Staab das schon bei der Wendeltreppe seines Museums in Nürnberg gemacht). Der Turm dient wahrscheinlich als neuer Eingangsbereich des Bauhausarchivs und sonst nur als Aussichtsbereich - quasi Kunst am Bau. Ich bin gespannt auf Planzeichnungen und auch was die anderen Preisträger eingereicht haben.

  • Hübsch aussehen tut der Turm, keine Frage. Auch wenn er am Ende deutlich weniger transparent ist als im Entwurf ist es immerhin kein fensterloser Bunker.
    Die Erweiterung des Museums erfolgt wohl vor allem unterirdisch und lichtgeschützt, soweit so gut. Dass das Erdgeschoss des Turmes als Eingangsgebäude dient, auch klar. Nur welche Funktion besitzen die vier Etagen darüber? Für Ausstellungsflächen wohl zu lichtdurchflutet und dank zuvieler Fensterflächen schwer klimatisierbar. Garderoben, Sanitärräume oder ein Museumscafé scheinen sie auch nicht aufzunehmen. Wäre auch wohl schwierig, außer der Treppenrampe scheint die Etagen nichts zu verbinden. Dies mag architektonisch sicher spannend sein, aber so ohne Fahrstuhlschacht dürfte es an Barrierefreiheit mangeln. Aber vielleicht ist der Fahrstuhl auch gläsern... Unbequem dürfte es sein, wenn es zwar ganz oben - vielleicht - etwas Gastronomie gibt, das WC sich aber nur im Keller befindet.


    Vielleicht ist es der Turm wirklich nur als reine Bauskulptur zu sehen. Irgendwie wäre dies aber auch paradox. Sieht sich das Bauhaus doch im allgemeinen dem "Form-follows-function"-Prinzip verflichtet und bevorzugt eher schörkelloses Bauen. Ein fast funktionsloser teurer Aussichtsturm ist aber nichts anderes als purster architektonischer Dekor.;)

  • Der Entwurf sieht soweit sehr elegant aus, dennoch bleibt die Frage nach dem Sinn des Turmes. Ich hätte mir außerdem eine stärkere Betonung der Grundstücksgrenzen zu den Straßen gewünscht. Die Gegend leidet immer noch an zu großen Verkehrsflächen und einer diffusen Stadtgestaltung.


    Ich befürchte, dass man das neue Museum an der Potsdamer Straße ähnlich eingräbt, um die prominenten Häuser dort nicht in den Schatten zu stellen. Meines Erachtens eine schlechte Idee, da die Stadt neue strukturierende Hochbauten in dieser Gegend braucht.

  • Das Türmchen soll mehr oder weniger als Informationshaus zum Bauhaus-Archiv dienen. Dort soll es dann Videoinstallationen mit Sitzmöglichkeiten u.a. um die Aussicht auf das Archiv zu genießen und Bistro geben. Ausstellungsflächen für die Eintrittsgelder zu entrichten wären sind wohl nicht vorgesehen.
    Nichts desto trotz dürfte, wie Kieselgur schon schrieb, auch in das Türmchen noch allerlei Gebäudetechnik wie Fahrstuhl, Klima/Heizung, Brandschutz, Sanitär, Treppenhaus reinkommen. Im Rendering wirkt es ja ziemlich "nackt", real wird es aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht so aussehen.


    Wenn man mal so im Netz rumstöbert schein vor allem mal wieder die Art der Ausschreibung (beschränkt) auf große Kritik zu stoßen. Für kleinere Büros die sich noch etablieren wollen sei diese Form eher schwierig. Und wenn man sich den Wettbewerbssieger anschaut (mal wieder Staab) könnte man tatsächlich auf die Idee kommen hier hätte mal wieder ein Lüscher-Liebling den Vorzug erhalten.


    Positiv finde ich beim Staab-Entwurf ja, dass hier im Gegensatz zum damaligen Wettbewerbssieger Sanaa die Außenrampen erhalten bleiben. In Kombination mit dem Innenhof ist hier eine deutliche besser Verknüpfung mit dem Bestand erzielt worden was aber wohl mit einer Verschlechterung der Nutzfläche einhergehen wird.

  • Das Baunetz zeigt weitere Wettbewerbsentwürfe.
    Nach dem ersten kurzen Durchblättern frage ich mich ernsthaft wie Bruno Fioretti Marquez mit ihrer sperrigen und düsteren Wand den 2. Platz erzielen konnten. Das darf doch wohl nicht wahr sein. :nono:


    Mein Favorit was die Volumen und Anordnung der Baukörper angeht ist ganz klar der dritte Preisträger, die ARGE sinning architekten, stinner architekten aus Darmstadt. Das Baunetz meint hierzu jedoch leicht abfällig, dass der Respekt vor dem Bestand zu groß sei und Staab mit seinem Türmchen selbstbewusster auftrete. Ach so, eine Architektenegoshow soll dann also der Geist des Bauhauses sein?

  • Beim Durchblättern hab ich mich auch gefragt, ob es bei den Teilnehmern und der Jury wohl die zwei Fraktionen gibt "wie gehe ich am behutsamsten mit dem Bestand um" und "wie setze ich dem Bestand am demonstrativsten was entgegen". Für mich wäre der Entwurf von Bruno Fioretti Marquez ja eher ein No-Go, aber wenn ihn der Schreiber des Baunetzartikels am liebsten vorm Reichstag setzen würden (um vermutlich den Blick auf selbigen zu versperren) spricht dies Bände. Um den so denkenden Mitgliedern der Jury eine Freude zu machen und insgesamt den Frieden zu bewahren, kommt solch ein Entwurf dann vermutlich auf einen der vorderen Ränge. Was auch manch andere Platzierung erklären dürfte. Sieger wird dann der Kompromiss zwischen Ausrufezeichen und Unscheinbarkeit. Wobei ich mich frage, wieviel trivialer würde der Staab-Entwurf wirken, wenn das Glastürmchen mal mit realer Funktionsnutzung und mäßig durchsichtiger Glasfassade dargestellt worden wäre, statt so geschönt. Und wie hätte der Konermund-Siegmund-Entwurf abgeschnitten, hätten sie bei ihrem Entwurf stärker in die Schönungs-Trickkiste gegriffen.;)

  • Der Glasturm lässt den Eindruck erwecken, als ob die Automarke Smart hier eine Verkaufsstelle bzw. ein Autohaus plant.
    In etwa so: http://nussbaum-technologies.de/index.php/smart-tower


    Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll, die Erweiterung des Bauhaus-Archivs so zu gestalten, dass die leere Fläche zur Strasse hin gefüllt wird. Das ist alleine schon deswegen wichtig, weil sich unmittelbar südlich der Lützowplatz anschließt. Durch die jetzige Situation hat der Lützowplatz keinen klaren Abschluss nach Norden. Es kommt zu einer Verfransung von (Frei-)flächen.

  • Beim Bauhaus-Museum wurden vergangene Woche mit dem "feierlichen Spatenstich" die denkmalgerechte Sanierung der Museums-Bestandsbauten und die Bauarbeiten für den Erweiterungsbau nach Entwurf von Staab Architekten eingeläutet. 2022 soll Alles fertig sein.


    Anwesend waren der Vorstandsvorsitzende Markus Klimmer, Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher, die Direktorin Annemarie Jaeggi, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Architekt Volker Staab und Kultursenator Klaus Lederer.


    Bund und Land teilen sich die Gesamtkosten der Sanierung und Erweiterung in Höhe von 64,3 Mio. €. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) fördert die Baumaßnahmen mit Mitteln in Höhe von 29,4 Mio. €.


    https://www.bauhaus.de/de/neubau/
    https://www.instagram.com/p/ByktgM2iJsH/

  • ja gut zu sehen, dass es endlich vorwärts geht, allerdings noch so ein Projekt das nicht rechtzeitig fertig wurde, denn eigentlich sollte es ja dieses Jahr zum Bauhaus-Jubiläum eröffnen.

  • Was mir am Staab Entwurf gefällt ist, das der Altbau mit seiner charakteristischen Dachform weiterhin von der "Hauptstraße" aus sichtbar bleibt. Für mich war daran vorbei zu fahren immer ein besonderer Aha-Moment.
    Ganz allgemein sollte Berlin immer wieder offen seine Lücken und Geschichten zeigen. Historische Orte, und diese sind in Berlin oft nicht besonders alt, müssen nicht durch Blockränder zugestellt werden.