Die letzten Bausünden...

  • Ein paar Eimsbüttler Bausünden:


    Das Gemeindehaus (?) rechts neben der Jerusalem Kirche am Schäferkamp



    Ja das ist ein Wohnhaus im Weidenstieg (Nr. 6) - umgeben von schönen Gründerzeithäusern


    Möchte nicht wissen, wie viele Investoren hier schon am Klinkenputzen sind. Eppendorfer Weg Ecke Henriettenweg.


    Bilder (c) Häuser

  • Bei aller Tragik wegen der Nazi Verbrechen im Deutschland - aber diese alten Rosttöpfe mit einer merkwürdigen, ausgeblichenen Fototapete im Hintergrund, die den ganzen Blick zum Oberlandesjustizgebäude verschandeln halte ich persönlich für sehr unpassend.



    Bild (c) Häuser

  • Der Blick zur Kaiser Wilhelm Straße war mal imposant:


    Bild damals


    Heute ist das "Portal" verschwunden und würde bei mir ganz oben auf die Liste der Rekonstruktion gesteckt werden. ABER, das linke Gebäude steht unter DENKMALSCHUTZ!!



    Bild (c) Häuser

  • Colonnaden


    wie man so etwas in so einer Prachtstraße bauen kann verstehe ich nicht





    Das von Carsteh Roth ist zwar OK, passt optisch nun mal so gar nicht in diese Straße



    Und um die Ecke in der Großen Theaterstraße geht es weiter. Ein Mix aus Mini City Hochhäuser und Allianz Gebäude am Burstah




    Haus Bremen



    Bilder (c) Häuser

  • Gertighaus und Allianzgebäude


    Bin da grade zufällig auf etwas gestoßen und wollte nochmal dieses Gebäude auffassen. Das Gertig-Haus wurde abgerissen um das Allianz Gebäude zu bauen, das jetzt auch wieder abgerissen wird.
    http://www.ak-ansichtskarten.d…us-und-Strassenbahnen.jpg
    http://www.ak-ansichtskarten.d…us-und-Strassenbahnen.jpg


    Echt unglaublich in was für einem Modernisierung-Wahn man anscheinend hatte. Hier ist ein Bericht über einen ehemaligen Mieter des Gertig-Hauses.
    https://www.abendblatt.de/hamb…n-an-das-Gertig-Haus.html


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  • Das Gertig-Haus wurde abgerissen um das Allianz Gebäude zu bauen


    Das ist leider in Hamburg gerne gemacht worden. Man reisst etwas ab, um Firmen anzulocken und umgeht dafür den Denkmalschutz.


    Das war auch in der Esplanade so. So sah die Esplanade mal aus, stand unter Denkmalschutz und wurde für den Bau des Finnlandhauses abgerissen.


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    Noch ein Kandidat:

    Heidenkampsweg 102



    Bild: ich

  • ^


    Da muss ich dir leider recht geben. Echt schade wie sich Hamburg verkauft. Kommerz über Kultur und Stadtbild, nur um dann nach einem halben Jahrhundert nochmal alles abzureißen und wenigstens die historische Straßenführung wiederherzustellen :nono: (zumindest im Falle des Gertighaus).
    Ich bin ein großer Fan der Hafencity, die Hafencity ist der Grund warum ich angefangen habe mich über Stadtentwicklung (etc.) zu informieren. Aber bei den meisten Dingen die innerhalb der Wallanlagen passieren kann ich den Projekten nur wenig abgewinnen.
    Egal ob es noch im letzten Jahrhundert passiert ist oder in 21. Jahrhundert, für mich gibt es da viel zu kritisieren. Aber natürlich gibt es auch gute Projekte, wie den Stadthof und das Projekt am Alten Wall. Dennoch überwiegt bei mir die Skepsis. Vor allem wenn es darum gehen würde mal taktvoll zu bauen.
    Hat irgendjemand Lust seine Gedanken zu diesem Thema zu äußern?

  • Finds auch schade, auch im "Kleinen", wenn hier und dort ein Gründerzeit-Haus verschwindet. Wobei sich das ja in den letzten Jahren eindeutig verbessert hat, als noch in den 60-80er, weil die Häuser/Wohnungen auf dem Markt sehr gefragt sind. Wenn man sich so überlegt, das mal Ottensen und St. Georg komplett plattgemacht werden sollte (Stichwort Neue Heimat). Hatte hier ja mal eine Doku der ARD verlinkt (leider nicht mehr in der Mediathek), da ging es um den Wiederaufbau/Stadtplanung in Deutschland nach dem Krieg – da wurde ja mitunter noch mehr verhunzt, als die Bomben angerichtet haben, nur um die Stadt autogerecht zu machen. HH wurde da zwar nur kurz erwähnt, aber die Beispiele aus kleineren Städten waren schon sehr krass.


    Allerdings hat das in Hamburg ja schon eine gewisse Tradition. 1912 hieß es ja schon von Alfred Lichtwark "Freie und Abrissstadt Hamburg". Beispiele gibts ja genug, wie die alten Gängeviertel an der Elbe (heute Speicherstadt) oder in der Altstadt (heute Mönckebergstraße). Die Speicherstadt oder Mönckebergstraße mit den schönen Bauten, würde heute wahrscheinlich auch keiner mehr missen möchten. Ist eben die Frage, ob der heutige Baustil in 100 Jahren auch als so schön empfunden wird, wie wir (oder zumindest ein Großteil) heute die Gründerzeit schätzen. Anderes Beispiel ist Paris, das ja nahezu komplett neu geplant wurde durch Haussmann – zum "Glück für Paris" vor mehr als 100 Jahren.


    Bin jedenfalls sehr gespannt, ob irgendwann mal die große Abrisswelle bzgl. der roten 50er Jahre Nachkriegsbauten beginnt. Energetisch können die mit den Gründerzeit'lern oder Neubauten nicht mithalten, noch sind die architektonisch schön. Da könnte man, insbesondere in den Altbau-Vierteln, durchaus Stadtreparatur betreiben – auch was die unterschiedlichen Traufhöhen angeht, wenn optisch sozusagen ein Geschoss fehlt, schaut es eben mistig aus im Blockrandbau. Wobei Hamburgs Westen sich ja ganz gut gehalten hat und es dort nur ein paar hässliche Ecken gibt. Im Osten gibts, meiner Meinung nach, ein riesen großes Potenzial Stadtreparatur zu betreiben – dürfte politisch nur sehr schwer durchzusetzen sein.

  • Da gebe ich dir vollkommen Recht, HH_Jung. Vor allem wenn es um die Wahrnehmung von Ästhetik geht, so wurde früher doch meist so Gebaut sodass der Anblick oftmals wahrlich erfreut. Kann man heute oft nicht ganz so sagen, obwohl ich oftmals auch eine schlichte/schlichtere Eleganz gut finde. Dennoch ist das meist kein Vergleich zu früher, zumindest muss ich sagen dass ich den vorkriegs Zustand dann doch meist bevorzugen würde. Aber auch dort gibt es natürlich Gegenbeispiele.