Gleisdreieck + Urbane Mitte

  • Sehr schöne Fotos. Merci.


    Ich habe bedenken, dass die Balkone so langsam aber sicher vermüllen und das ganze Haus der Verwahrlosung anheim fällt.8o

  • Meiner Meinung nach sind diese offenen Balkone genau so wie die Glas-Balkone eine Unsitte. Wenn schon transparent, dann lieber gefrostetes Glas. Ich wohne im 2. Stock und würde mich mit Glasverkleidung "begafft" fühlen.

  • ^ Balkone mit Glas oder dünne Gittern haben zwei Vorteile: Bessere Sicht nach draußen (bzw. überhaupt erst einmal eine Sicht, wenn man drinnen sitzt) und mehr Licht in der Wohnung. Das dürften die Gründe sein, warum in den letzten Jahren viele Wohnungen mit bodentiefen Fenstern gebaut wurden. Zugebaute Balkone wären für mich ein KO-Kriterium (sofern ich die Wahl habe), vom Sofa aus auf eine Wand zu blicken finde ich schrecklich.


    Wenn Du Dich begafft fühlst, ist das natürlich nicht die passende Wohnart für Dich, insbesondere auf dem Land ist man da ja eher empfindlich. Der Trend scheint mir zumindest in den Städten ein anderer zu sein. Ich kann sogar sehr gut in die Altbauwohnungen gegenüber schauen, deren Fenster sind sehr hoch und haben alle keine Gardinen. Ich habe auch keine Gardinen in Wohnzimmer und Küche und hoffe, dass ich den Leute gegenüber eine gute Show biete.

  • ^^In diesem Fall haben die Bewohner auch einen recht schönen Ausblick, denn die Balkone sehen ja direkt in den Park. Finde also die Gefahr des "beobachtet-seins" nicht so hoch, wie bei anderen Blöcken die eng an eng stehen.

  • Auf der Website der "Urbanen Mitte" wird angekündigt, dass das Baufeld Süd nun vom 16. November bis zum 16. Dezember öffentlich ausgelegt wird.



    Quelle: https://urbane-mitte.de/


    Auf diesem Vimeo Video wurde sehr gut herausgestellt, wie das Projekt genau geplant wird und welche Phasen durchlaufen werden. Ein Zeitplan ist leider noch nicht vorhanden, aber das ist verständlich, da ja die finale Baugenehmigung noch aussteht.


  • ^

    Mir fällt gerade auf, dass nicht ein einziger Wohnturm dabei ist. Von dem 7 geplanten Hochhäusern am Gleisdreieck sind 6 Bürotürme und ein kleiner Hotelturm. Why? Ich dachte die Stadt braucht dringend Wohnraum. Ich dachte, gerade die weitläufigen, familienfreundlichen Parkanlagen am Gleisdreieck wären besonders gut hierfür geeignet?! :/


    Vor diesem Hintergrund erscheint es mir ziemlich unopportun, die Fläche derart verschwenderisch zu gestalten, dass sich nur ein kleiner Businesspark daraus ergibt, der wenigen Büromietern zur Verfügung steht und abends die Bürgersteige hochklappt. Warum muss die Baumasse denn auf 7 kleine Hochhäuser verteilt werden, welche Logik steckt dahinter? Warum baut man nicht zwei oder drei richtige, hohe Hochhäuser, statt 60-90m Türmchen und füllt die mit Büros, damit man noch Baumasse übrig hat, um auch zwei oder drei Wohntürme hinzufügen zu können? Würde das nicht Sinn machen? Wären nicht die Büromieter glücklicher, wenn sie in richtigen Türmen arbeiten könnten, die representativ wirken? Wären nicht die Einwohner Berlins glücklicher, wenn sie hier Wohnraum finden könnten? Wären nicht auch ein oder zwei Clubs angesagt oder irgendwas mit Kultur, damit dieser Ort nicht nur bebaut, sondern auch urban wird?


    Wieder einmal, stehen die Anforderungen der Wirklichkeit und der Anspruch der Verantwortlichen in einem krassen Missverhältnis. Ich bin es leid, ständig unter den Möglichkeiten regiert zu werden.

  • Ich bin ja mehr dafür, dass man sich einbringt und nicht am Ende eines langen Prozesses ‚Guten Morgen‘ sagt. Bei dieser B-Plan Entwicklung seit 2005 gab es ein Werkstattverfahren mit 6 Bürgerbeteiligungen, ein Wettbewerb auf der Grundlage 2015 und 5 Jahre hat dann die Festschreibung der Ergebnisse bei der Bezirksverwaltung noch gebraucht. Das Ergebnis steht fest und Einwände können von jedem begründet eingereicht werden.

  • Warum baut man nicht zwei oder drei richtige, hohe Hochhäuser, statt 60-90m Türmchen

    Wenn ich mal vermuten darf: Das Projekt steigt in Richtung Potsdamer Platz als Hochpunkt auf. Der liegt bei maximal 105 Meter, also bleibt die "Urbane Mitte" knapp drunter. Mancher scheint es ja geradezu für ein Gebot des gesunden Menschenverstandes zu halten, alles mindestens 150 Meter hoch zu bauen – aber das muss man nicht teilen. Man kann auch sagen: Die Häuser liegen zwischen zwei durch die Horizontale geprägten Gründerzeitvierteln direkt an einem Park. Und da sind 90 Meter schon beachtlich.

    Wären nicht die Einwohner Berlins glücklicher, wenn sie hier Wohnraum finden könnten? Wären nicht auch ein oder zwei Clubs angesagt oder irgendwas mit Kultur, damit dieser Ort nicht nur bebaut, sondern auch urban wird? Wieder einmal, stehen die Anforderungen der Wirklichkeit und der Anspruch der Verantwortlichen in einem krassen Missverhältnis. Ich bin es leid, ständig unter den Möglichkeiten regiert zu werden.

    Du bist bei Deinen Vorwürfen recht willkürlich. Kann mich z.B. nicht erinnern, dass Du von Signa am Kudamm Wohnnutzung verlangt hättest. Sowas fällt Dir immer nur ein, wenn Du es in irgendeiner Form gegen den Senat drehen kannst. Im Übrigen ist in der Gegend in den vergangenen Jahren soviel Wohnraum entstanden, wie kaum sonstwo in der Innenstadt: Das Genossenschaftsprojekt in der Yorckstraße, die Blöcke in der Flotwellstraße und das umgebaute Parkhaus direkt neben diesem Projekt. Demnächst kommt in 300 Meter Entfernung der 100-Meter-Wohnturm in der Schöneberger Straße dazu und auch das Postbankareal, auf dem hunderte neue Wohnungen geplant sind, ist nur 650 Meter entfernt.


    Und schau Dir bitte mal das Nutzungskonzept in Ruhe an: Sämtliche Sockelzonen und das halbe Gebäude 4 sind für Mischnutzung vorgesehen. Es wird kein reines Büroviertel, sondern es wird auch Bildung, Kultur, Gastro, etc. geben. Bin sicher, das wird gerade an Sommerabenden hervorragend angenommen.


    In krassem Missverhältnis scheint mir Deine Kritik zu diesem – gewiss nicht idealen, aber interessanten – Projekt zu stehen. Wenn Du die Berliner Verhältnisse wirklich nicht mehr erträgst und alles unter 100 Metern lächerlich findest, empfehle ich Dir, zum Frankfurtier zu werden.

  • ^^^ warum so pessimistisch? Neben den Büros und dem Hotelturm sind doch auch Flächen für Gewerbe, Gastronomie, Handel, Handwerk, Kunst, Kultur, Bildung, Sport, Gesundheit und Freizeit vorgesehen. Deine Befürchtung, dass dort abends die Bürgersteige hochgeklappt werden und Totentanz herrscht, teile ich deshalb eher nicht. Ich denke, da wird was interessantes entstehen.
    Klar, man hätte höher bauen können, man hätte auch für Wohnraum sorgen können/müssen. Aber wie DerBe schon geschrieben hat, befinden wir uns jetzt am Ende, eines sehr langen Prozesses.

  • Das Projekt steigt in Richtung Potsdamer Platz als Hochpunkt auf. Der liegt bei maximal 105 Meter

    Ja, es ist aber kleinlich und albern. Der PP mit seinen drei Türmen ist mehr als 1km entfernt. Was soll sich da denn bitte großartig für eine "Skyline/Stadtsilouette" draus entwickeln können bei 1km entfernten 60-100m Türmchen?!

    Zum Vergleich: Das Zoofenster und Upper West am Hardenbergplatz sind "nur" etwa 800m von dem ~100m Hochhaus am Kudamm Karree entfernt. Stehen diese Gebäude in einer Beziehung zueinander? Wurde hier eine Abhängigkeit voneinander auf die Stadtsilouette diskutiert? Ich glaube nicht. Es ist, wenn überhaupt eine Fernbeziehung.

    Du bist bei Deinen Vorwürfen recht willkürlich. Kann mich z.B. nicht erinnern, dass Du von Signa am Kudamm Wohnnutzung verlangt hättest.

    Die vermeintliche Willkürlichkeit hebt sich auf, wenn man über die Areale nachdenkt. Am Zoo/Kudamm haben wir einen etablierten Mix aus Büro&Handel, erweitert werden soll hier das alte Karstadt, ein Büro- und Handelskomplex. Es besteht Handlungsbedarf, weil es dort Druck auf die Büroflächen gibt, andernfalls würde dieses Projekt nicht in der Form angestrebt werden und die AG City West nicht verbissen darum kämpfen, einen Hochhausleitplan gegen Frau Lüscher durchzusetzen.

    Am Gleisdreck haben wir tabula rasa, eine "Wüste". Dort ist keine etablierter Geschäftsverbund aka AG City West, der danach schreit, ausgebaut werden zu dürfen, sondern völlige Planungsfreiheit in alle Richtungen. Und was haben wir außerdem? -> weitläufige Parkanlagen, einen Fussballplatz, den Sachsparkteich, den Museumsteich und nicht weit entfernt das Spreeufer. Ernsthaft, guck dir die Gegend mal von oben an. Es ist perfekt fürs Wohnen. Und ja, die westliche Parkseite an der Flottwellstr. wurde mit ein paar flachen Wohnbauten bebaut, aber das ist dort ein Tropfen auf den Stein, nicht mehr. Die Yorkstr. ist ja okay, aber für mich auch schon etwas zu weit weg, um zum Gl.Dreieck zu zählen, zu Fuß bin ich von dort schneller am Ubhf Mehringstr..

    Es wird kein reines Büroviertel, sondern es wird auch Bildung, Kultur, Gastro, etc. geben. Bin sicher, das wird gerade an Sommerabenden hervorragend angenommen.

    Es ist ausgesprochen schwierig in Berlin so etwas wie belebte Abend und Nachtkieze zu kreieren, es ist sogar bereits schwierig, bereits etablierte zu erhalten. Mit einem weitläufigen Park links daneben, der von nur mäßiger Wohnbebauung umzäunt ist und dem unbelebten Wäldchen am Museumsteich rechts daneben, wo sollen die Leute denn alle herkommen? Wenn ich an der Yorkstr. wohne, habe ich es näher in die kreuzberger Kieze und da auch mehr Auswahl. Die Angebote müssten also so gut sein, dass sie überregional Leute anziehen, die dann über die öffentlichen Verkehrsmittel dort landen. Wann ist das letzte mal in Berlin ein Kulturmix neu und auf der grünen Wiese entstanden, der so gut ist, dass er überregional Leute anzieht? ->Um die Mercedes Benz Arena. Und dort hat man darauf geachtet, dass man auch entsprechend Wohnraum schafft und wie ich finde, selbst dort nicht genug. Wird das Gleisdreieck jetzt der "Entertainment-District" des Westens? Womit, mit ein paar Lounge-Bars am Fuße von irgendeinem Kleihues in dem irgendeine Kanzlei residiert? I doubt it.

    In krassem Missverhältnis scheint mir Deine Kritik zu diesem – gewiss nicht idealen, aber interessanten – Projekt zu stehen. Wenn Du die Berliner Verhältnisse wirklich nicht mehr erträgst und alles unter 100 Metern lächerlich findest, empfehle ich Dir, zum Frankfurtier zu werden.

    Jetzt hab ich einmal zu oft den Senat kritisiert und soll direkt auswandern? :poke:

  • Warum muss die Baumasse denn auf 7 kleine Hochhäuser verteilt werden, welche Logik steckt dahinter? Warum baut man nicht zwei oder drei richtige, hohe Hochhäuser, ...

    Du sprichst von zwei oder drei richtig hohen Hochhäusern. Und warum baut man nicht gleich sieben richtige, hohe Hochhäuser? Was spricht dagegen?

  • Berlinier Ich hätte gar nichts dagegen, dass ein oder zwei der Türme Wohnnutzung bekommen hätten. Haben sie aber nicht, und damit jetzt am Ende eines jahrelangen Planungsprozesses wie Kai aus der Kiste zu kommen und den Daumen über das ganze Projekt zu senken, finde ich seltsam und – wie gesagt – willkürlich.

    Mit einem weitläufigen Park links daneben, der von nur mäßiger Wohnbebauung umzäunt ist und dem unbelebten Wäldchen am Museumsteich rechts daneben, wo sollen die Leute denn alle herkommen?

    Warst Du schon mal zur blauen Stunde im Gleisdreieckpark? Da sind buchstäblich Tausende unterwegs. Jetzt schon, ohne umliegende Gastronomie. Und "mäßige Wohnbebauung"? Du kannst die zahlreichen Projekte der Umgebung noch so kleinreden – es sind Massen an Wohnungen entstanden. In der Flotwellstraße allein in den letzten Jahren 10 neue Blöcke mit sieben Wohngeschossen, am Parkhaus ein 185 Meter langer Riegel mit sechs Wohngeschossen. In der Lützowstraße, direkt hinter der Flottwelstraße, ist gerade ein Riesenblock im Bau.


    Das ist um einiges mehr als am Mercedes-Platz – und ich finde die "Urbane Mitte" mit ihrer verwinkelten Gasse, den U-Bahnviadukten und den historischen Hallen auch städtebaulich viel interessanter.

  • Du sprichst von zwei oder drei richtig hohen Hochhäusern. Und warum baut man nicht gleich sieben richtige, hohe Hochhäuser? Was spricht dagegen?

    Im Prinzip nichts, aber ob das Investorenpotential dort derart hoch ist, dass ein ausgewachsener Hochhauscluster nach internationalem Format entwickelt werden kann, bezweifle ich. Allerdings glaube ich schon, dass sich Investoren für Wohntürme dort finden würden, evtl. gar für Wohntürme >100m. Ich sag ja, das Areal schreit nach Wohnungen. Was spricht gegen den Gedanken vom Gleisdreieck von seiner Wohnung im 36. Stockwerk aus auf den Potsdamer Platz blicken zu können und in der Ferne den Alex und Zoo ausmachen zu können? Sind es nicht gerade solche Ausblicke, die wir Menschen lieben und die mit Höchstpreisen gehandelt werden? Warum nun ausgerechnet hier ein reiner Businessstandort hin muss, während an anderen Orten wie am Zoo hartnäckig die Erweiterung von Businessstandorten verweigert und blockiert wird, erscheint mir wenig logisch.

    Haben sie aber nicht, und damit jetzt am Ende eines jahrelangen Planungsprozesses wie Kai aus der Kiste zu kommen

    Mir war nicht klar, dass hier ausschließlich mit Büros geplant wird. Ich ging -naiv wie ich bin- davon aus, dass hier ein Mix entsteht. Abgesehen davon, darf Kritik hier nur zeitnah nach Bekanntgabe des Planungsbeschlusses geäußert werden? Das fände ich seltsam.

    Warst Du schon mal zur blauen Stunde im Gleisdreieckpark? Da sind buchstäblich Tausende unterwegs.

    Tagsüber bei schönem Wetter, ja. Es gibt ja auch nicht so wahnsinnig viel an großen Grünanlagen dort im Umfeld. Das ist auch ein ungewolltes Argument, welches du lieferst, das pro Wohnbebauung spricht. Wo sich Menschen versammeln, ist es schön. Wo es schön ist, will man wohnen. Bauplätze an Grünanlagen sind eine endliche Ressource, es gibt nicht mehr viele. Büros kann ich überall in die Höhe bauen, die funktionieren sogar besser, wenn sie gestapelt und komprimiert werden. Für Wohnungen trifft das nur bedingt zu.

  • ist da was an der ecke schönebergerstr / Luckenwalderstr schon was geplannt? die ecke ist groß genug für mehrere neue bauten. im besten fall auch ein >100m HH. am ende der Trebbiner str könnte man auch ein super slender HH auch bauen... und ja klar, träumen kann man immer...

  • Berlinier:


    Der Grund weshalb keine Wohnbebauung an dieser Stelle entsteht ist das Lärmproblem und die entsprechenden Schwellen für Neugenehmigungen.


    Aufgrund der Nähe der U-Bahn-Gleise, der Bahntrasse, der zukünftigen S21-Trasse und des "Messe"-Geländes Station (durchus mit Lärm verbunden), sind neue Wohnungen in diesem Areal nicht zulässig.


    Dies wurde aber auch inder Bürgerbeteiligung durchgekaut.

  • Also das Konzept ohne Wohnbebauung ist vollkommen in Ordnung. Die Architektur ist die so häufige 'verpasste Chance' geworden, allerdings war nichts anderes zu erwarten. Ich fand den COBE Entwurf besser und interessanter.

    Wohnbebauung anhand der Ubahnlinien und der kommenden S21 sehe ich eher kritisch. Die sind verdammt laut, quietschen und dauernd die Schallschutzfenster geschlossen halten ist auch keine Lösung. Ich frage mich auch ernsthaft, wer da in die Neubauten gegenüber an der Flottwellpromenande einzieht und sich das antut. Vielleicht ein Projekt für Taubstumme, wer weiß.


    Ich finde den Gleisdreieckspark wirklich gelungen und er hat eine unglaubliche Atmosphäre. Die Ubahnviadukte, der Blick zum Potsdamer Platz, die vielen Aktivitäten, einfach klasse. Aber durch die viele Bebauung und die relativ geringe Größe und die zusätzlichen Wohnungen anstelle des Parkhauses, dazu die Beliebtheit, ist das oft schon sehr überlaufen und wenn ich mir vorstelle, dass da nochmal sieben solche Klopper mit entsprechender Frequentierung entstehen, dann weiß ich nicht ob das dann noch funktioniert.