Quartier Central (ehemals Güterbahnhof Derendorf)

  • Da sprichst Du ein ganz heißes Thema an!
    Soviel ich weiß gibt es diese Rampe bereits nicht mehr; pikanterweise soll aber das Soldatendenkmal (an der Giebelfassade Café Les Halles) im künftigen Stadtgarten einen "Ehrenort" bekommen :Nieder: (an diesem Denkmal aus der NS Zeit gedachten die gleichgeschalteteten "Betriebsgruppen" den Gefallenen des 1. Weltkrieges - natürlich im Sinne der Machthaber).
    Es ist wirklich mehr als eigenartig, das gerade dieses Denkmal erhalten bleibt, die Rampe aber abgerissen werden durfte - aber bei der Bahn AG ist das Thema der NS Zeit und der eigenen Verstrickungen in die Transporte zu den Vernichtungslagern ja sowieso ausgeblendet (man denke nur an den Skandal mit dem Zug der Erinnerung: die Initiatoren müssen der Bahn AG sogar noch Geld für die Gleisnutzung etc. bezahlen!!!):Nieder:
    In den Stadtgarten sollen aber angeblich ein oder mehrere kleinere Erinnerungselemente integriert werden?!
    (Die zu deportierenden Menschen wurden ja von der Sammelstelle im Schlachthof über die Yorkstraße zum Güterbahnhof / Rampe geführt)

  • ^^ Das kann ich einfach nicht glauben, dass man die Augusta-Rampe tatsaechlich entfernt hat und das martialische Schwert-Denkmal einen Ehrenplatz erhalten soll...
    ...ich bin entsetzt!
    Ganz abgesehen davon, haette man die Rampe ohne Weiteres als Mahnmal in das Quartier integrieren koennen.

  • Soviel ich weiß, befand sich die Rampe in dem bereits abgerissenen Bereich, wo die Bürohäuser bzw. die Entlastungsstraße entstehen sollen (hinter dem ehem. Café Les Halles). Der einzige Gleistrog (im südlichen Teil des Stadtgartens) der erhalten bleiben soll, befindet sich im geplanten Spielplatzbereich (vor der Wohnbebauung).


    Ob im nördlichen Teil des Stadtgarten etwas mehr geplant ist??


    Die Entwurfsplanung für den Stadtgarten wurde von den Garten- und Landschaftsarchitekten Lützow 7 (Müller, Wehberg) aus Berlin gemacht.


    In Berlin gibt es seit 1998 am Bahnhof Grunewald eine entsprechende Gedenkstätte, "Bahnsteig 17" - gestiftet von der Bahn AG.


    (Übrigens: Wenn es nur nach den Vorstellungen von Stadt und Aurelis gegangen wäre, wäre auch das Café Les Halles schon lange platt gemacht worden - ersatzlos! Das ist zwar kein Vergleich zu einer Shoa-Gedenkstätte, aber auch eine Aussage über die Denke der Betreffenden)


    Ja, es ist ein heikles und sicher interessantes Thema, kommt aber bitte wieder zu Architektur und Stadtplanung zurück. EM

  • Unter dem Motto "Quartis Les Halles 2.0" wird ein Servicepaket gestrickt, das die verwöhnten Einwohner umsorgen soll. Hierzu wurde Freitag ein Service Point (Schinkelstraße 43) eröffnet, der für alle drei Gebäudekomplexe mit 427 Wohnungen zuständig ist.


    Vier Mitarbeiter stehen täglich zwei Stunden in der Rezeption des Service Points zur Verfügung. Hier kann man Yogakurse belegen, Pflegeleistung für ältere Personen organisieren - Kinderbetreuung und Büroservice sind ebenfalls angedacht. Wer in den Urlaub fährt, kann den Putz-, Blumen, Briefkasten und Zeitungdienst nutzen.


    Es werden als Pauschale 24 Cent pro Quadratmeter Wohnfläche plus 19 Prozent Mehrwertsteuer im Monat berechnet.


    RP

  • ^^ "Quartis Les Halles 2.0"... ...hmm... ...na hoffentlich beinhaltet das zu erwartende Update auf die Version 3.0 auch die Bugfixes zur Behebung von etwaigen Inkompatibiltaeten zwischen den Generationen. *sfg*

  • Die Stadt Düsseldorf berichtet, man habe heute (5. August 2008) einen Teil des Kinderspielplatzes übergeben. Bisher seien 93 Wohnungen gebaut worden, 334 seien im Bau, 850 können noch auf dem Gelände gebaut werden. Man bereite den Bau der Straße an den Bahngleisen und der Stadtgartenallee vor. Wann die ersten Büros im Osten des Areals gebaut werden sollen, schweigt die Stadt.

  • Da hätte man die Bürogebäude zuerst bauen müssen!
    Stell ich mir prickelnd vor, da eine von den schönen neuen Wohnungen zu beziehen und erst mal den Lärm von der Bahn noch jahrelang vor der Nase zu haben.
    Und bis endlich Bürogebäude bezugsfertig sind, bedeutet dass auch noch jede Menge Baulärm und Dreck.
    Ausserdem kann man sich als Käufer nicht unbedingt die Dimensionen der geplanten (gibt es den schon konkrete Planungen) Bürogebäude vorstellen, könnte auch problematisch werden.
    Weiss ja nicht wie die Vermarktung der Wohnungen läuft, aber alle diese Faktoren werden doch viele potenzielle Käufer abschrecken bzw. schon abgeschreckt haben.

  • und erst mal den Lärm von der Bahn noch jahrelang vor der Nase zu haben.


    Man plant eine Umgehungsstraße - warum reden so wenige Leute über den Lärm von dieser und viele über den Lärm von der weiter entfernten Bahnstrecke?


    Zitat

    Weiss ja nicht wie die Vermarktung der Wohnungen läuft, aber alle diese Faktoren werden doch viele potenzielle Käufer abschrecken bzw. schon abgeschreckt haben.


    Gibt es nicht einige Interessenten für die Wohnungen im Innenhafen (die aus anderen Gründen vorerst nicht gebaut werden können), wo die Bürobauten ähnlich dimensioniert sind wie die hier grob geplanten? Sollte es jedoch zum Problem werden, lieber würde ich derart zentral auf einen Teil der Wohnungen verzichten und stattdessen Büros bauen - als umgekehrt.

  • So wie der Bau der Wohnhäuser an der Schinkelstraße voran schreitet, muß der Verkauf der Wohnungen sehr gut laufen; kein Bauträger könnte soviele Wohnungen "auf Halde" bauen; der erste Teil ist ja auch schon seit Jannuar bewohnt.


    Wenn man vor den Häusern steht, sieht man die Bahnen fahren, aber man höhrt sie kaum. Die Umgehungsstraße wird direkt neben den Bahngleisen gebaut; also in einiger Entfernung zu den Wohnhäusern.
    Die Büro-Grundstücke werden über die geplante Straße erschlossen, können also nicht vor dem Bau der Straße errichtet, oder auch nur genehmigt werden. Das gleiche gilt auch für die geplanten Wohnhäuser auf Höhe der Tussmannstraße.


    Die maximale Dimensionierung der Bürogebäude geht aus dem B-Blan und aus den Visualisierungen der aurelis hervor; die maximale BGF wird wohl kaum unterschritten werden.

  • Jetzt beim Einbrechen der Rezession ist der Hausbau auf Pump ohnehin sehr risky. Hier in Irland sind die Straßen überseht mit "For Sale" Schildern und noch mehr mit leerstehenden Buden und ganzen Communities die leerstehen.
    Da kommen ein paar harte Jahre auf uns zu... :nono:

  • Was meinst Du mit "Einbrechen der Rezession".
    In Irland gibt es eine Rezession, in Spanien leigt die Baubranche fast danieder -aber speziell in Düsseldorf kann hiervon keine Rede sein.;gerade im Bereich Wohnungsbau wird für die nächsten Jahre ein großer Bedarf prognostiziert.
    Die Frage ist nur, wie viel können die Erwerber finanzieren; wie groß und wie teuer dürfen die Wohnungen sein. Sicherlich wird auch in Düsseldorf der schatten der amerikanischen Immobilienkrise zu spüren sein; teure Luxusimmobilen in großer Menge dürften da eher schwieriger zu vermarkten sein.


    Frieden für Georgien

  • Aktuelles von der Stadtkante am ehemaligen Güterbahnhof (Ostseite)





    und die Bebauung entlang der Schinkelstraße (Westseite)




    Baustelle an der Schinkelstraße


    Alle Bilder: mamamia, 25.01.2009

  • Das Projekt "Quartis Les Halles" wurde als eines von drei Wohnprojekten für den MIPIM-Award 2009 nominiert.
    Die Düsseldorfer Stadtpost (RP Printausgabe) berichtete in ihrer heutigen Ausgabe darüber.
    Die beiden anderen Projekte sind Highbury Square, London und Mountain Dwellings, Kopenhagen.
    Artikel auf cluster.eu