Mitte Altona

  • Welcher Lärm?


    Die langsam rollenden Fernzüge erzeugen praktisch keinen Lärm. Deutlich eher schon die S-Bahnen, wenn mit voller Motorenleistung aus dem unterirdischen Bahnhof herausgefahren wird - aber daran würde sich durch die Verlagerung der Fernbahn ja nichts ändern.


    War nicht vorgesehen, diese dann teils in den Untergrund zu verlegen?

  • War nicht vorgesehen, diese dann teils in den Untergrund zu verlegen?


    Das war/ist zu keinem Zeitpunkt vorgesehen. Es waere wohl unfinanzierbar. Die Laermbelastung durch die S-Bahn ist m.E. dort auch nicht anders als an jeder anderen S-Bahn Strecke, bzw an Stationen wo die Zuege bremsen und anfahren.

  • ...dass die Verbindungsbahn (Hbf-Dammtor-Sternschanze-Holstenstrasse-Diebsteich) nachts auch von (zum Teil recht lauten) Gueterzuegen genuzt wird. Tagsueber ist dort kaum Platz fuer Gueterzuge, aber nachts rollen dort schon einige. Dies Betrifft nur den auessersten Norden des Areals Altona Mitte, da diese Zuege natuerlich nicht nach Altona-Bahnhof fahren, sondern nach Diebsteich abbiegen. Ausserdem ist die Belastung dort in jedem Falle auch nicht hoerer als ueberall sonst an der Vernindungsbahn wie z.B. in der Schanze.


    Das wird aber auch bei der Verlegung des Bahnhofs Altona bleiben.


    ...dass im Winter auf dem keinen Betriebshof (dem Rest des ehemals grossen Bahnbetriebswerkes am Wasserturm) schon sehr frueh morgens die Dieselloks fuer die Zuege auf den nicht-elektrifizierten Strecken (Sylt, Itzehoe, etc) warmlauten.


    Mittlerweile fahren nur noch die Züge nach Westerland mit Dieselloks, und auch da betrifft das in Altona nur die NOBs, die IC umfahren Altona. Es gibt jedoch gerade Überlegungen, die Marschbahn zu elektrifizieren.


    Du hast also vollkommen Recht, wenn du schreibst, dass es in Altona keine überdurchschnittlichen Lärmprobleme geben wird. Die Verlegung des Bahnhofs Altona wird die vollkommen überlasteten Schienenwege in Hamburg jahrelang zusätzlich belasten, zu einer Zeit, zu der gleichzeitig die A7 überdecket wird (und wer weiß, wie lange das dauert) und der Verkehr von West-SH nach Hamburg eh schon belastet ist. Und das alles nur um einen Bahnhof im Nirgendwo zu bauen.

  • Der Spiegel berichtet online unter dem Titel: "Links und Rechts der Quietschkurve"... Nette Fotostrecke, aber im Artikel nichts neues: Poitier Architekt, Walter kommt zu Wort, Anzahl der Wohnungen und SPD-Ziel Wohnungsbau, und die Botschaft der Bahn: Man erstelle ein Gutachten über Neubau Diebsteich vs. Ertüchtigung. Allerdings: Der Spiegel streut das Gerücht, dass die Bahn auf Beteiligung der Stadt spekuliere und daher so hinauszögere. Dem Widerspricht Walter und meint, dass (natürlich) die Finanzierung Bahn-Sache sei und die Bahn entscheiden müsse, ob sie das Projekt finanziere.


  • Bild: ich - Anbau an den alten Gueterschuppen im Sueden - vielleicht kommt hier mal ein Cafe mit Biergarten rein? Wuerde gut dorthin passen.


    Oder auch nicht:





    Bild: ich - Schlichter, aber ganz charmanter und wohlproportionierter Nachkriegsbau an der Harkortstrasse: Abriss-Vorbereitungen laufen.


    Und weg ist er...



    Bild: ich - noch ein Blick in die Bahn-Brache


    So sieht es heute aus...

  • Die neue Mitte Altona soll durch eine neue Fernwaermetrasse erschlossen werden:


    Zitat:


    Insgesamt investiert Vattenfall 17 Millionen Euro in den Bau der Fernwärmeleitung in Altona. Die Leitung hat eine Gesamtlänge von rund 3,5 Kilometern und kann bis zu 100 Megawatt umweltschonende Fernwärme transportieren. Insgesamt können so zusätzliche 28.500 Wohneinheiten mit Wärme versorgt werden.



    Quelle: Pressemappe Vattenfall

  • ...breaking news...breaking news...:-D


    Angeblich haben sich die FH Hamburg und die DBAG endlich geeinigt: Der Fernbahnhof Altona wird verlegt! Neue Mitte BA1 und BA2 steht damit nichts mehr im Wege. Details folgen (wohl) in Kuerze.

    Stichpunkte:


    Neuer Bahnhof : 6 Fernbahngleise + 2 S-Bahngleise (an vier Mittelbahnsteigen) + neues Empfangsgebäude (Hallendach?)


    Die DBAG will jetzt auf ein Planfeststellungsverfahren hinarbeiten, das Ende 2015 eroeffnet werden soll.


    Inbetriebnahme geplant fuer 2023


    Parallel dazu: Architekturentwurf Bahnhof + Gestaltung und Entwicklung des Umfelds


    Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermoegen (FHH) kauft das Gleis-Grundstueck von der DBAG bis Mitte 2015 fuer für 38,80 Mio Euro

  • ^ Die FAZ brachte vor einer Stunde einen bestätigenden Artikel. Der Haken: Während der Bahnhof bisher am Altonauer Subzentrum lag, künftig wird er zwei Kilometer entfernt. Einen Kopfbahnhof durch einen Durchgangsbahnhof ersetzen ist meistens gut, nur - wohin kann hier der Fernverkehr weiter westlich fahren?


    Ein Großprojekt wird bestimmt die üblichen Wutbürger auf den Plan rufen. Kosten noch unklar klingt auch nicht so gut.

  • Einen Kopfbahnhof durch einen Durchgangsbahnhof ersetzen ist meistens gut, nur - wohin kann hier der Fernverkehr weiter westlich fahren?


    a) es soll moeglichst viel (nicht alles) was bisher aus Norden kommend in Altona endet zum Hbf durchgebunden werden. Satt bisher: Nordwesen-Altona/alt >> Nordwesten - Altona/neu - Dammtor - Hbf.


    b) Altonaer koennen zudem in Altona/neu in Zuege Hbf >> Kiel einsteigen, ohne dafuer erst nach Dammtor oder Hbf fahren zu muessen.


    c) ein Teil des bisherigen Vorortverkehrs aus der Achse Hamburg-Pinneberg-Elmshorn wird mittelfristig zum Zweisystem-S-Bahn-Zuegen und kann dann zB auch fahren: Elmshorn - Pinneberg - (Systemwechsel) - Altona/neu - Altona/alt - Koenigstrasse - (...) - Jungfernstige - Hbf


    d) Fernzuege die aus Sueden kamen und in HH enden fahren bislang Hbf - Dammtor - Altona/alt (Richtungswechsel und ggf Lokwechsel) - Betriebshof Langenfelde. In Zukunft geht es dann: Hbf - Dammtor - Altona/neu - Betriebshof.


    e) das einzige was ggf nachteilig ist, sind Nahverkehrszuge nach Husum / Sylt die bisher in Altona/alt enden und die dann in Zukunft ggf in Altona/neu enden werden (weniger zentral gelegen). Unklar ob hier die Strekenkapazitaet reicht um in Zukunft dafuer mehr dieser Zuege direkt bis zum Hbf fahren zu lassen (was heute schon zum Teil gemacht wird).


    f) der Anteil der Direkteinsteiger in den Fernverkehr in Altona (die in Zukunft erst mit der S-Bahn nach Altona/neu, Dammtor oder Hbf fahren muessen) ist vergleichsweise gering.

  • Aus gegebenem Anlass noch mal ein paar Luftbilder der zukuenftigen Neuen Mitte Altonas. Es handelt sich um Pressebilder der FHH die bei Nennung der Quelle wiedergegeben werden duerfen.



    Bild: http://www.luftbilder.de / M. Friedel / Pressebild der FHH



    Bild: http://www.luftbilder.de / M. Friedel / Pressebild der FHH



    Bild: http://www.luftbilder.de / M. Friedel / Pressebild der FHH


    weitere sehenswerte Bilder hier: http://www.hamburg.de/pressebilder/

  • Die Fahrtzeiten-Verkürzung ist ein Vorteil - ebenso wie die geplante städtebauliche Aufwertung des Umfelds des neuen Standorts Diebsteich.


    Soll der neue Fernbahnhof "Diebsteich" heißen oder "Altona-Nord"?

  • Wird der Bahnhof Altona (gemeint ist die Betonkiste mit dem MediaMarkt drin) nach Verlegung abgerissen?


    Oberbaudirektor Joern Walter will die umstrittene "Betonkiste" nach der Verlegung des Bahnhofs zum Diebsteich abreißen. An so prominenter Stelle muesse es ein Gebaeude mit "Wuerde und Ausstrahlung" geben.

    Bericht im Abendblatt

  • Tzz, dann hätte man mal nicht in den 70ern den alten Bahnhof nicht abreißen sollen. Was heißt denn heute bitte ein Gebäude "mit Würde und Ausstrahlung"? Eine Glas-Beton-Kiste mit ein paar Staffelgeschossen oben drauf? Bei Walters Vorstellungen droht eventuell nur neuer Ungemach...

  • Wird der Bahnhof Altona (gemeint ist die Betonkiste mit dem MediaMarkt drin) nach Verlegung abgerissen?


    Oberbaudirektor Joern Walter will die umstrittene "Betonkiste" nach der Verlegung des Bahnhofs zum Diebsteich abreißen. An so prominenter Stelle muesse es ein Gebaeude mit "Wuerde und Ausstrahlung" geben.

    Bericht im Abendblatt


    Witzige Anekdote aus dem Artikel: "Bahnhofsverlegungen sind im Übrigen nichts Neues in Altona. Der ursprüngliche Altonaer Bahnhof war einmal das heutige Rathaus. Als im 19. Jahrhundert dann die Verlegung und der Neubau des Bahnhofs anstanden, plädierte Preußen als Besitzer der Eisenbahn für einen anderen Standort und argumentierte wie die Bahn heute mit einer besseren Betriebsführung. Doch die Altonaer setzten sich durch, der Bahnhof blieb im Zentrum. Preußen wollte ihn indes knapp zwei Kilometer weiter nördlich anlegen. An den Diebsteich." :D


    Ich bin mal gespannt, was bis 2023 noch alles geplant wird. Im Zuge des endlich erfolgten Umzugs könnte ich mir vorstellen, dass dieser auch der Stadtbahndiskussion noch einen Schub verleiten könnte. Für die nötige Anbindung von Diebsteich und darüber hinaus der westlichen Stadtteile könnte sich diese als optimale Lösung erweisen. (Am besten natürlich zusätzlich zu einer U5, mit deren Bau dann im Osten bereits begonnen wird sein.)

  • Seit ich im Internet zu diesem Thema ein wenig recherchiert habe, ist mir absolut klar geworden, dass ich den alten Bahnhof von 1890 zurück will. Ich halte den Abriss von1973 nach wie vor für ein Verbrechen an der Stadt und ihren Bewohnern, eine schlichte Stümperei sondergleichen - warum? Weil es ein ehrwürdiges, uriges Gebäude war mit den zwei Türmen , den Zinnen, der Uhr in der Mitte und der gigantischen traubenförmigen Glasfassade und den drei Schiffen und dem weit ausladenden verschränkten leuchtend roten Mauerwerk. Auf den ersten Blick ein wenig düster, wirkt der ganze Komplex doch als gravitätischer Ruhepol, sehr anheimelnd und doch ein wenig distanziert, fremd und vertraut zugleich, es ist der Mittelpunkt des Stadtteils das Wahrzeichen dieser Region,
    ein trotziger Counterpart zum lärmenden gravitätisch überhöhten Hauptbahnhof, mehr als ein reiner Zweckbau, eine Postkartenkulisse ein Schmuckstück, ein Touristenmagnet.
    Ich bin ja gar nicht gegen Neues und neue Stadtteile aber ich bin auch für historische Stadtkerne dort, wo sie hingehören historisch gewachsen sind, weil sie Lebensqualität und Identität vermitteln. Ich bin gegen den Zeitgeist, der keine Eisenbahnkurven mehr erträgt, keinen Sackbahnhof oder besser Kopfbahnhof sondern nur noch Tür auf Tür zu rein raus dalli dalli ( oder besser zacki zacki ) ohne Rücksicht auf Verluste.
    Ein Wiederaufbau ist aufwändig und kompliziert, die trümmer liegen nicht mehr da und er muss nach Archivmaterial erfolgen. Ich hatte spontan daran gedacht, dass es die Leute machen sollten, die die Frauenkirche in Dresden aufgebaut haben. Ich will hier keine schiefen Vergleiche ziehen, denn Dresden ist nicht Hamburg aber Hamburg ist eine Hansestadt wie Danzig und Danzig hat sich komplett historisch wieder aufgebaut ohne den geringsten Zweifel wurde diese Entscheidung getroffen. Sicher - Hamburg ist nicht Danzig aber Altona ist auch nicht Hamburg es gehört ZU Hamburg, es war die offenere die interessantere der beiden städte.
    So sehe ich den stets den roten Bahnhof Altona vor meinem inneren Auge , den Alten neu erstehen oder den Neuen alt erstehen und werde und kann nicht locker lassen...

  • Ich bin fuer's DAF mal ein Bisschen durch die Brombeeren geklettert um einen aktuellen Ueberblick ueber den mittlerweile geraeumten Nordost-Teil des Areals aufzunehmen:



    Bild: ich



    Bild: ich



    Bild: ich

  • Siegerentwürfe für den ersten Bauabschnitt

    Der Spiegel zeigt erste Renderings der Siegerentwürfe (Architekturbüros Baumschlager Eberle, Böge Lindner K2, Czerner Göttsch, Planwerkeins und André Poitiers) für den ersten Bauabschnitt: http://www.spiegel.de/fotostre…a-fotostrecke-117493.html


    Interessant: Die Gebäude werden in Blockstruktur gruppiert. Um ein gemischtes Stadtbild zu erhalten, sollen je zwei bis drei unterschiedliche Architekten gemeinsam einen Block planen.