Münster: Bauprojekte und Stadtplanung

  • Ich wende direkt vorab ein, dass ich nicht vom Fach bin. Aber vielleicht hätte man sich etwas Mühe geben können, diese Wände etwas besser in des Gesamtgebäude zu integrieren, entweder durch Materialien oder durch die Form? So wirken sie irgendwie wie aufgesetzt. Vielleicht wäre es auch möglich gewesen, die Streben etwas schmaler zu machen. Notwendig sind sie an der Stelle direkt an den Gleisen sicherlich, daher war es vermutlich auch nicht ganz einfach, das Ganze ästhetisch hinzubekommen.

  • Was die Materialien betrifft, sind das Alubleche, gepulvert. Sowie der Stahl in Nasslack.

    Schmaler konnten die Streben nicht ausgeführt werden, da in diesem Fall die Statik das nicht mit gemacht hätte.


    Bei allen Fassaden fängt das oberste Geschoss alle Kräfte ab, daher mussten die horizontalen Hauptträger als 500x300x20 Rechteckprofil ausgelegt werden, die vertikalen als 250x150x16. die unteren Geschosse wurden danach nur an das oberste als Leiterteile angehängt und über untere Fußkonsolen an der Unterkonstruktion befestigt.

    Auf dem Stahl kam dann ein Fassadensystem von RAICO zum Einsatz. (T-Stahl 6x100x20) mit 56er - Dichtungsprofil und Deckkappen. Viel schmaler ging es da leider nicht.

    Material und Form sind da oft Vorgabe vom Architekten. Der Statiker gibt da dann den Rest. ;)


    Und ja, ich war an den Fassaden beteiligt. Fa. Mirotec. Nur die vier Fassaden sind von uns.

  • Kleines Update aus dem Kreuzviertel. Zunächst ein nettes Häuschen, vermutlich doch eher Kategorie unbezahlbar.

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    Weiter geht es mit dem Objekt an der Kanalstraße direkt an der Aa. Das Baufeld daneben wird auch bereits bebaut. Ich frage mich, ob das alte Kristall dann auch bald fällt.

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    In der Wermelingstraße ist nun auch der Nachbarbau fertig. Er ist qualitativ leider nochmal ne Ecke schlechter als der Nachbar. Ich mag diese "Klecksklinker" nicht, wo man diverse Farben chaotisch an der Fassade verteilt. Sieht irgendwie ein bisschen infantil aus. Dazu noch eine zu helle Verfugung. Das hat einfach keine Anmutung. Ebenso gefallen mir die angepappten Legebatterienbalkone nicht. Zusätzlich gibt es, wie beim Nachbar auch, Metallgauben. Schade, dass man im Kreuzviertel nicht wenigstens etwas historisierend baut. Schließlich steht hier immer noch Einiges an Gründerzeitlern. Das ist in MS fast einzigartig.

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    Immerhin eine nette Perspektive ergibt sich bei den beiden Einfahrten zur TG bzw. zum Parkplatz im Innenhof.

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    Auch in der Maximilianstraße wird es nicht historisierend, aber der Nachbarbau wird aufgenommen (wenn auch nicht die Sockelhöhe) und es gibt eine Mansarde. Ist annehmbar, auch wenn die Proportionen im 1. OG merkwürdig sind. Da wurde wohl noch ein Stockwerk reingequetscht.

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    Fies ist die Fuge oben. Das wäre ganz schöne Pfusch, würde das so bleiben.

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    Der "Sockel" ist auch irgendwie komisch ausgeführt. Diese Riffelung... vielleicht wird es noch lackiert, oder Ähnliches? Das Parterre sieht fast wie noch mehr Wohnfläche aus. Da wurde wohl alles rausgequetscht.

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  • Neubau JVA Münster

    Dazu gibt es eine PM des Bau- und Liegenschaftsbetriebes des Landes NRW -BLB NRW- vom 13.05.2022; (Q):

  • Mit Spannung und auch etwas Befürchtung erwarte ich die Ideen für die alte JVA an der Gartenstraße. Das ist ein ikonischer Bau, der leider in Teilen einsturzgefährdet ist, aber wohl unter Denkmalschutz steht. Ich hoffe, dass der Charakter des Komplexes und vielleicht ein Teil der Mauer erhalten bleibt und das man das ganze Areal lebendig beplant. Hier könnte auf jeden Fall Platz für viel Kultur sein, einen Klub, Gastronomie und natürlich auch Wohnen. So wie ich Münster kenne, werden Deilmann & Co. dort ein einfaches Wohngebiet erstellen. Es wäre sehr schade drum.

  • Ich halte die Chance auf eine kulturelle Nutzung für eher gering, als Museum wird Münster den Bau nicht benötigen, bzw. nicht selbst betreiben können.

    Als Kulturzentrum oder gar Nutzung als Club wäre es zwar von der Atmosphäre her attraktiv, aber da das Gebäude nicht die allerbeste Verkehrsanbindung hat, halte ich diese für höchst unwahrscheinlich. Auch wenn Münster sehr aufs Fahrrad fixiert ist, kann man bei Nutzung als Kulturzentrum/Club das überregionale Publikum nicht einfach ausblenden. Autoverkehr abends und am Wochenende wird man hier mit Sicherheit nicht haben wollen.


    Ideal wäre ja, wenn man hier ein Institut der Uni/der Fachhochschule unterbringen könnte und ehemalige Zellen für Büros nutzen könnte, das halte ich aber für unwahrscheinlich. Selbst eine Nutzung als größeres Studentenheim wird mit der schlechten Bausubstanz kaum vereinbar sein. Mit normalen Wohnungen wird es noch schwieriger, da passen die Grundrisse ins bestehende Gebäude gar nicht mehr.


    Insofern ist ein Abriss des Hauptgebäudes wohl das Wahrscheinlichste. Die Eingangsgebäude lassen sich aber vielleicht erhalten. Es dürfte dann wohl auf eine größere Wohnanlage mit dem Namen "Gartenhof" oder so ähnlich hinauslaufen.

  • Hier mal einige Ansichten des jetzt geöffneten Hansatores und der Ostausgänge am Hauptbahnhof. Die Fotos sind vom Abend, daher wirkt es dunkler als es wirklich vor Ort ist. Insgesamt gefällt mir der Bau gut. Man bitte die etwas schmierige Handykamera zu entschuldigen...


    Das Dach bietet durch seine Riffelung und verschiedene Ausformung ganz nette Perspektiven.




    Man sieht schon, dass ein Reinigungsproblem besteht. Es war Ende des Tages, daher hoffe ich, dass sie Morgens saubermachen. Aschenbecher fehlen auch an den Bänken, die Kippen liegen auf dem Boden rum.


    Es ist etwas schade, dass man das Hansator nicht etwas besser abgestimmt hat mit der Verschönerung der Bremer Platzes. Die lässt ja leider weiterhin auf sich warten. Man hätte beispielsweise mit der Pflasterung eine Platzsituation zur Rasenfläche herstellen können. So ist das ne schnöde Straße wie vorher. Allerdings ist die Verbindung zur Wolbecker Straße auch relativ hoch frequentiert, da wollte man wohl nicht dran rütteln.

    Der Seiteneingang ist etwas schmucklos geraten, aber alles ist besser als vorher.

    Der Blick aus dem Seiteneingang.


  • Habe mir das auch mal angesehen die Tage & bin doch recht erschrocken, was das schon jetzt für eine versiffte, beengende, dunkle und schmuddelige Ecke ist. Abgesehen davon, dass die ursprünglich geplanten “Löcher” im Vordach, die dem Ganzen wenigstens etwas Leichtigkeit gegeben hätten, einfach weggefallen sind, was diese Lamellenhölle noch erdrückender wirken lässt, ist der ganze Bodenbelag schon jetzt so räudig, weil sich scheinbar jeder umgefallene Kaffee unwiderruflich in die Oberfläche frisst.

    Der Übergang Neubau/Nordtunnel ist dermaßen unglücklich gelöst, nicht nur optisch, dass bei Regen jeder Reisende eine Intervalldusche bekommt. Überhaupt ist der nicht vorhandene Anschluss ans Bahngelände völlig misslungen. Alles in Allem ist der Bau ganz großer, (äußerlich) ziemlich schäbbig wirkender Murks.

  • Umbau Preußenstadion beschlossen

    Vom Rat beschlossen wurde jetzt der Umbau des Städtischen Stadions an der Hammer Straße. Das aus dem Jahr 1927 stammende Stadion soll bis 2027 zu einem zweitligatauglichen Stadion umgebaut werden. Die veranschlagten und genehmigten 45 Millionen Euro werden dafür mit Sicherheit nicht reichen,aber für die Fans des SCP ist das schon mal ein lange ersehnter Schritt nach mittlerweile über 30 Jahren Diskussion über einen Umbau/Neubau des Stadions.

    Eine im Dezember 21 veröffentlichte Machbarkeitsstudie gibt den Rahmen dafür vor.

    In einem ersten Schritt wurde damit angefangen die alte und seit Jahren wegen Baufälligkeit gesperrte Westkurve abzureißen. Damit soll geprüft werden ,ob und in welchem Umfang sich Altlasten in den Wällen befinden.


    Wie bekannt gibt es für einen Umbau an der Hammer Straße strenge Auflagen . Aufgrund eines Gerichtsurteils im Jahre 2000 zum damals gescheiterten Preußenpark, gilt an dieser Stelle eine Zuschauerbeschränkung von 20000 Zuschauern.

    Jetzt sollen drei neue Tribünen gebaut werden und die bestehende Südtribüne baulich an die neuen Tribünen angeglichen werden. In den zwei Ecken im Südosten und Südwesten sollen jeweils viergeschossige "Türme" gebaut werden.Dort soll neben der Geschäftsstelle des SCP unter anderem auch eine KITA entstehen.

    Das Stadion wird als Plus-Energie-Bauwerk "mit maximaler Energieerzeugung und optimalem Beitrag zur städtischen Nachhaltigkeitsstrategie" geplant.

    Münstertypisch sind die vielen geplanten Fahrradstellplätze rund um das Stadion .


    Machbarkeitsstudie :


    https://www.dreso.com/fileadmi…er/Machbarkeitsstudie.pdf

  • Ich weiß nicht, ob wir das Thema "Münsterland-S-Bahn" schon hatten. Die Vitalisierung der alten WLE-Strecke ist etwas konkreter geworden. Ein Teilbereich auf Münsters Stadtgebiet wurde nun visualisiert und Planungen etwas detaillierter erörtert. Der Abschnitt vom Hauptbahnhof nach MS-Wolbeck soll schon 2025 eröffnet werden und auf denen Akkuzüge der Firma CAF fahren sollen. Sie werden dann an Endstationen oder Abschnitten mit Oberleitung geladen. Dies ist wichtig, da die Strecke auf dem Stadtgebiet nicht elektrifiziert ist und man so schneller voran kommen kann bei diesem Projekt. Der Zeitplan ist nach eigener Erfahrung mit dieser Stadt sehr ambitioniert, um es mal vorsichtig zu formulieren (es gibt auch viel Gezeter um Wertminderung der Grundstücke an der Bahnlinie, obwohl man sie damals auch genau deshalb günstiger bekam), aber ich freue mich sehr über dieses Projekt.

    Einige Vorher-Nachher-Bilder von der Stadt Münster und von Münster-Blick:


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    Haltepunkt Halle Münsterland. Derzeit ist dies ein unoffizieller Parkplatz für Besucher des Cineplex, die die Gebühren im Parkhaus nicht zahlen wollen. In Zukunft könnte es so aussehen:

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    Weiter geht es zum Haltepunkt Loddenheide im dortigen Gewerbegebiet:

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    Hier gibt es einiges an Arbeitsplätzen und vielleicht sorgt diese Verbindung auch für eine noch bessere Entwicklung dieser Ecke. Auch die Fußverkehrsverbindung finde ich interessant. Bisher muss man große Umwege laufen um an Coler vorbei zum Lindberghweg zu gelangen.

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    Nächste Station ist Gremmendorf. Durch den Umbau des Stadtteils inklusive einer neuen Mitte und eines großen Wohngebiets auf dem Gelände der ehemaligen York-Kaserne ( #374) werden deutlich mehr Menschen in unmittelbarer Umgebung wohnen. Um die schreckliche Kreuzung Albersloher Weg/Hansaring stadteinwärts zu entlasten (einen anderen Weg gibt es für die Leute nicht in die City) wäre so eine funktionierende Bahn schon nett. Der Neubau der Bahnbrücken an der Stelle und damit den kompletten Umbau der Verkehrsführung dort wird sicherlich noch auf sich warten lassen.

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    Die letzten beiden Halte sind dann im kleinen Stadtteil Angelmodde und die Endstation in MS-Wolbeck.

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    Schaut bitte unbedingt bei Münster-Blick für mehr Infos vorbei. Von dort habe ich eigentlich alle Fakten zu diesem Projekt.

  • LWL plant zwei neue Bürogebäude und ein Parkdeck

    Quelle: LWL plant Bürogebäude und Parkdeck in Münster

    siehe auch: https://www.thomas-daily.de/td…ebaeude-fuer-29-mio-euro/

  • Das habe ich auch gelesen und die Stirn gerunzelt über das Parkdeck in der Brüderstraße. Die ist eine sehr schmale Einbahnstraße mit Radverkehr die auch über schmale Straßen erschlossen wird. Außerdem ist sie direkt in der Innenstadt. Ich hätte hier schon erwartet, dass man außer Fahrradparkplätzen nur noch Parkplätze für Mobilitätseingeschränkte vorhält. Der Hauptbahnhof ist 15 Minuten zu Fuß entfernt, eine Bushaltestelle ist in Steinwurfweite an der Warendorfer Straße. Vielleicht ist es wirklich nur ein Parkhaus für Dienstwagen und eben die Mobilitätseingeschränkten, aber ansonsten finde ich keine Gründe, warum die Mitarbeiter da mit dem Auto ins Büro fahren sollten. Nervt mich, so eine Planung. Anders wäre es ntürlich, wenn man Anwohnerparken etablieren würde. Das ist extrem notwendig in der Ecke und ein zentrales Parkhaus würde auf jeden Fall helfen. Allerdings wäre auch hier die Zufahrt doch sehr schmal.

  • Vor ein paar Tagen sah ich, dass da an der Fassade dieses eigentlich immer schon grottigen Riegels am Berliner Platz gearbeitet wurde. Wird da nur irgendwas repariert, oder wird da eventuell was an der Gesamtfassade gemacht? Das wäre eigentlich das Beste, was passieren könnte, da bei einem Abriss und Neubau Institutionen wie der Hamburger Point wohl weichen müssten. Dann nehme ich lieber eine potentielle Aufhübschung. Eventuell kapiert das Trip Inn etwas weiter auch mal, dass man beim nicht genutzten Teil des Gebäudes ne Folie an die Fenster kleben kann, damit es nicht so aussieht als wäre das Hotel noch nicht eingezogen. Dann wären wir wieder einen kleinen Schritt weiter beim Bahnhofsviertel. Leider schon abgeräumt ist ja dieser Vorschlag (war das schon Thema?):

    pics kostenlos Quelle: https://www.wn.de/muenster/kei…chhauser-2400949?pid=true

    Eine Torwirkung bräuchte man in diese Richtung zwar nicht, aber Hochbau an Bahnhöfen ist definitiv die Zukunft und nur vernünftig. Das mittelmäßig gelungene Metropolis hätte so auch gewinnen können und für das Viertel an sich wäre es natürlich eine Aufwertung. Aber hohes Haus ist böse, sagt die Münsteraner Volksseele.

  • Mir klingen noch die Passantenbefragungen dazu im Ohr. Münster solle kein zweites Frankfurt werden, hat wirklich eine Dame kritisierend bemerkt.

    Weiß eigentlich jemand, wie es am BP nun weitergeht? Zur Eröffnung des neuen Empfangsgebäudes hieß es ja, dass man die Arbeiten am Hansator abwarten wolle, bevor man den BP neu strukturiert und gestaltet. Die neue eigenständige Busspur ist ja nun schon eingerichtet, der Rest rottet aber geradezu vor sich hin. Ich war letzte Woche mal wieder am Hbf und war doch erstaunt, wie versifft und verloddert der Bereich ist.

  • Zuletzt war ich mit der Nummer #374 im wachsenden York-Quartier unterwegs. Jetzt gibt es ein Update. Zentrales Parken gibt es an der Seite des ersten Teils, der derzeit schon gebaut wird, vermutlich, um den Verkehr im Viertel zu reduzieren. Trotzdem gibt es auch Tiefgaragen an manchen Häusern, was es etwas ad Absurdum führt.


    Die Tonnen sind hoffentlich nur für die Müllabfuhr so hingestellt...











    Gremmendorf ist keine Innenstadtgegend, trotzdem ist mir das wie so oft auch hier zu niedrig. Eine Etage mehr hätte hier sicherlich nicht geschadet. Zwei Etagen kann man eigentlich nicht mehr machen.



    Die innerdeutsche Grenze von Klinker zu Putz.




    Die Mauer, die das ehemalige Kasernengelände begrenzt, wurde wohl erhalten. Sie zieht sich um weite Teile des Geländes. Wirkt aber ganz nett, nicht wie eine gated Community.




    Die Farben sind relativ gedeckt, da ist jetzt nichts wahnsinnig aufregendes dabei. Aber insgesamt wirken die Bauten durch den schönen Klinker, die Fenster und kleine Details wie Geländer wertig. Da wurde zum Glück nichts von der Stange genommen.





    Es wird in den Baugebieten in MS jetzt häufiger auf Sickerflächen geachtet. Finde ich gut, kühlt auch das Mikroklima ab.






    Wie gesagt, nicht wahnsinnig aufregend, aber ganz wertig. Ein bisschen mehr Mut hätte sicherlich nicht geschadet, auch etwas höher hätte es werden können. Aber es steht ja auch noch nicht alles und der südliche Teil ist noch gar nicht wirklich begonnen. Für Gremmendorf wird es auf jeden Fall ein Gewinn.

  • Danke für die Fotos.

    2022 sollte man eigentlich erwarten können, dass das leidige Problem der Müllcontainer endlich abschließend unter die Erde gelegt wird, wie es in etlichen anderen Städten längst Usus ist. Oder wenigstens in den Gebäuden entsprechende Flächen geschaffen werden. Mich stört das stinkende und vandalismuseinladende Rumgestehe von Mülltonnen im öffentlichen Raum mindestens ebenso stark wie die endlosen Blechschlangen am Straßenrand. Hansaring lässt grüßen.

  • Edit: Bildrechte ungeklärt, auch wenn sich niemand wirklich dafür zu interessieren scheint.

    Gefühlt 100 Jahre wurde diskutiert. Es startete mit der Ankündigung von Regierungspräsident Twenhöven vom Rathausbalkon zum Aufstieg 1989 ("Ihr kriegt euer Stadion"). Ende der 90er starb das Projekt Preußen-Park, weil die Stadt katastrophale Planungsfehler beging, die dann zu einer Klage führten, die den Pfeffersäcken vom Prinzipalmarkt ganz Recht war oder sogar von ihnen initiiert wurde. Als nächstes sollte öffentliches Geld für eine Sanierung vorgehalten werden, was über Jahre nicht getan wurde. Dann wurde ein Grundstück in der Stadt für einen Neubau reserviert, was bebaut und völlig unrealistisch war. Zum krönenden Abschluss wurde eine private Investorengruppe, die ein Stadion bauen und von der Stadt nur die Erschließungskosten des Grundstücks (und das Grundstück selbst) erstattet bekommen wollte, mit der Begründung verjagt, man hätte in einer der flächengrößten Großstädte Deutschlands kein geeignetes Stück Land. Ein Trauerspiel, zumal man die freiwerdenden Flächen in Berg Fidel ohne Probleme mit Wohnraum bebauen und damit die Kosten dicke wieder reinbekommen hätte. Schließlich entschloss man sich, mit öffentlichem Geld das Preußenstadion sanieren zu wollen, was natürlich teurer als ein Neubau ist und im Ergebnis nicht so gut. Aber der Rat fand das so sinnvoll. Es wurden 40 Millionen Euro ausgerufen, die der Umbau kosten sollte. Die Grünen dachten zunächst, dass eine Mobilstation mit im Budget wäre, was anhand der sehr knappen 40 Millionen für 3,5 Tribünen natürlich Unsinn war. Man trödelte weiter herum und stellte dann irgendwann fest, dass 40 Millionen natürlich nicht ausreichen für eine Sanierung. Zur Überraschung aller wurden aus den 40 Millionen 60 Millionen Budget. Sie wollen offensichtlich jetzt wirklich die öffentliche Immobilie Stadion, den Schandfleck der Stadt, endlich anpacken. Ich bin noch skeptisch, aber die Signale sehen wirklich gut aus.


    Neben der Sanierung des Stadions wird auch endlich die Brache ums Stadion herum genutzt. Preußen Münster bekommt ein neues Naturrasenspielfeld mit Rasenheizung und einen Kunstrasen, jeweils mit Flutlicht und einer kleinen Tribüne mit 700 Plätzen in der Mitte, Außerdem bekommt der Volleyballbundesligist USC Münster vier öffentlich zugängliche Beachvolleyballplätze auf dem Gelände spendiert. So sah es vorher auf der Fläche aus:

    Bilder hier: https://www.100prozentmeinscp.…nstadion-ist-freigegeben/


    Auch am Stadion wurde bereits gewerkelt. Die alte einsturzgefährdete, und deshalb gesperrte, Westkurve wurde bereits fast komplett abgerissen. Dafür wurde diese schmucke, vermutlich völlig nutzlose, Lärmschutzwand installiert. Bis jetzt wirklich etwas passiert wird es noch dauern, da zunächst ein Generalunternehmer gefunden werden muss, der alles aus einer Hand baut. Zusätzlich zu drei neuen Tribünen und einer Modifizierung der Haupttribüne sollen zwei Gebäude an den Seiten der Haupttribüne gebaut werden. In der Südwestecke sollen Räumlichkeiten für das entstehende Nachwuchsleistungszentrum entstehen. Außerdem sollen auch die anderen Sportvereine (USC, WWU Baskets) dort Platz bekommen. In der Südostecke soll eine Kita einziehen. Die Gebäude werden von Investoren gebaut, das Budget bleibt davon unangetastet.

    Siehe hier: https://scpreussen-muenster.de…stag-erstmals-im-einsatz/

  • Zuletzt hier und hier. Ich war bei Mistwetter mal wieder an der Kanalstraße und an der Anton-Bruchausen-Straße. Zunächst ein meines Erachtens sehr gelungenes Bauprojekt an der Kanalstraße Sorry für die schlechte Bildqualität, ich sollte den Autofokus mit Aufheller beim Handy am besten äußerst selten benutzen:




    Es sieht etwas anders aus als auf dem Bauschild damals, aber meines Erachtens sogar besser. Das Kupferdach ist toll, die Kubatur passt in die Gegend und ist doch modern. Mal sehen, ob der Bau nebenan mithalten kann.


    Und dann kommen wir zum schon von mir befürchteten Totalausfall an der Anton-Bruchausen-Straße. Aus der Entfernung sieht es noch ganz in Ordnung aus.

    Hier fängt es dann schon an. Das Projekt ist größtenteils sozialer Wohnungsbau, nur rund ein Fünftel der 250 Wohnungen sind frei finanziert, was durchaus löblich ist. Es muss aber nicht zwingend nach sozialem Wohnungsbau der 80er aussehen. Hier sieht man bereits, dass wirklich an sämtlichen Details gespart wurde. Man beachte die Geländer.

    Immerhin hat man im dritten Stock ne coole Lampe.




    Wenn mal irgendwas versucht wurde an Fassadendetails, dann sieht es einfach merkwürdig aus, wie die hier helleren Fugen im Eingangsbereich.

    Schlimm sind die Einhausungen der Mülltonnen in dieser schrecklichen Kiesel-Betonoptik. Das war schon früher unschön, wird heute auch nicht besser.





    Wenn man gar nicht mehr weiter weiß, dann verwendet man infantilen Sprenkelklinker.




    Von mir bereits weiter vorne vorgestellt ist die andere Straßenseite, die im Vergleich deutlich wertiger und ansprechender geworden ist. Hier kann man es erahnen.




    Auch im Innenhof konnte man erahnen, dass jedes Detail nach billigem Material und Design schreit. Schade eigentlich. Vielleicht können die Bewohner ja drüber hinweg sehen, schließlich sind die Wohnungen für MS günstig. Ich finde es nur schade, wenn man schon vor Fertigstellung sieht, dass dies sozialer Wohnungsbau ist. Auch Leute mit weniger Geld verdienen Ästhetik. Vielleicht reißen es die Außenanlagen raus.

  • ^ Neubauten Anton-Bruchausen-Straße:


    Also unter Totalausfall verstehe ich was anderes. Auf deinen Fotos sehen die Gebäude vielleicht einfach, aber solide aus. Rel. große Fenster und Balkone (teils sogar Eckbalkone), beim hellen Hochhaus ein horizontal akzentuiertes Sockelgeschoss...


    Dass an sämtlichen Details gespart wurde, kann ich anhand der Bilder nicht nachvollziehen. Vollverklinkerung statt verputztes Styropor, die Geländer sind m. E. in Ordnung - man hat auf die feuerverzinkte Einfachstvariante verzichtet. Die leichten Vertiefungen im Klinker neben den Fenstern, z. T. horizontale angedeutete Simse... Da habe ich schon deutlich Schlichteres gesehen bei Wohnungsbau im geförderten Segment.


    Immerhin gebe ich dir recht, dass die Waschbeton-Müllplätze nicht der Bringer sind.

  • Das Kupferdach ist toll, die Kubatur passt in die Gegend und ist doch modern.

    Ich halte gerade diesen Abschnitt für total missraten. Als ob man sich nicht zwischen Dach und Mauer entscheiden konnte. Das Ergebnis ist eine Zwitterlösung, die mit allen Konventionen und Proportionen bricht. Nein, das ist nicht Fisch und nicht Fleisch und ist in meinen Augen keine ansehnliche Architektur. Einzig: Die Farbigkeit des Gebäudes passt sich dem Umfeld an.