Rund um den Südbahnhof | Ex-Tramdepot Sachsenhausen

  • Kulturelle Belebung zur Nachahmung empfohlen

    Das gesamte Ensemble um das Strassenbahndepot (samt Rewe, Bücherei, FR-Kulturbühne und Depot-Gastronomie) und nun das bald fertig gestellte Hallenbad gehört eindeutig zu meinen Lieblingsprojekten in Frankfurt der letzten Jahre. Für ähnlich gelungen halte ich auch das Campo in Bornheim, dass sich soweit durchaus positiv auf seine Umgebung auswirkt. Genau solche belebende Projekte fehlen Stadtteilen wie City-West oder Riedberg oder auch einer Stadt wie Hanau.


    Seien wir ehrlich, obwohl Sachsenhausen ein insgesamt nobles Viertel Frankfurts ist und schöne alteingessene Nachbarschaften hat, fehlte es an dieser Stelle an Infrastruktur, Nahversorgung und kultureller Belebung. Der Abschnitt zwischen Südbahnhof und Alt-Sachsenhausen war vorher eine recht triste, dunkle und wenig abwechslungsreiche Ecke. Nun ist ein attraktives Ensemble entstanden, dass schon jetzt zu einem grossen Anziehungspunkt in Sachen Kultur und Unterhaltung geworden ist.


    Jetzt gesellt sich noch ein beschaulicher Platz, ein Cafe und bald auch ein Schwimmbad hinzu. Über die Architektur kann man streiten, aber nicht um die Aufwertung der Aufenthalts- und Lebensqualität des gesamten Viertels. Der Investor hätte auch auf ein öffentlich zugängliches Hallenbad verzichten können, stattdessen haben die Bürger ein nicht selbstverständliches Privileg zurückgewonnen und das in einer Zeit knapper öffentlicher Kassen.

  • Die Belebung will ich nicht abstreiten, die Architektur hingegen ist tatsächlich mehr als diskussionswürdig.


    Oh man, kein Investor oder "professioneller Bauherr" (wenn man es so bezeichnen mag) wird je bei einem Wohnimmobilienprojekt einen Neubau errichten, der wie ein Altbau aussieht und sich somit eurer Meinung nach "in die Umgebung einfügt". Wann geht das endlich in eure Köpfe rein?!


    Wenn das tatsächlich so sein sollte, dann gibts nur eins: Gestaltungssatzungen für sämtliche Gründerzeitviertel und Altstädte in Frankfurt (was sowieso wohl das Beste wäre)! Komischerweise gibt es aber trotzdem so einige (zwar viel zu wenige, aber es gibt sie) Beispiele wo sich Neubauten in die Altbau-Umgebung einfügen.
    Die aktuellen Projekte um den Südbahnhof (von der Wohnbebauung am Tramdepot mal abgesehen, bis aufs fehlende Dach ist die tatsächlich gelungen) fügt sich allerdings tatsächlich gar nichts in die Umgebung ein. MainTerra und die Freiherr-von-Stein-Schule sind dabei die schlimmsten Bausünden. Aber auch das Schwanthaler Carree ist jetzt nicht der Weisheit letzter Schluss. Geschlossener Blockrand? Nur in den ersten zwei Etagen, darüber wars das schon wieder und es sieht ziemlich daneben aus. Auch ganz grundsätzlich ist die Gestaltung im Prinzip genau die gleiche wie bei viel zu vielen anderen Neubauten in Westend, Sachsenhausen, Nordend, etc: ein rechteckiger Klotz, ohne Dach, maximal mit Staffelgeschoss, Erdgeschosszone mit Sandstein verkleidet, ansonsten weißer Putz... mit einem Wort: furchtbar! Uninspiriert und langweilig. Was davon korrespondiert denn auch nur ansatzweise mit historistischen Altbauten? Ich verlange ja nicht dass gleich alle Neubauten wie die Villa Kennedy aussehen, aber etwas mehr Einfügung in die Umgebung wäre echt nicht schlecht. Dass das auch mit moderner Architektur möglich ist, zeigen die von Landes geplanten Wohnhäuser an der Eppsteiner Straße im Westend.
    Allgemein schon eine ziemlich seltsame Stilblüte, dass die Messlatte dafür ob ein Gebäude gelungen ist oder nicht mittlerweile nicht das Optimum ist, sondern der vorherige Zustand. Bei der Vorgehensweise dauert das noch 1500 Jahre bis die Stadt wieder anständig aussieht...

  • ...(von der Wohnbebauung am Tramdepot mal abgesehen, bis aufs fehlende Dach ist die tatsächlich gelungen)...


    das war ja wieder mal klar.


    Absolut positiv ist die Belebung der Gegend durch Einzelhandel, Bibliothek, Gastronomie, Schwimmbad und verkehrsberuhigten Platz mit Bänken und Bäumen. Und geradezu perfekt ist, daß alle Projekte innerhalb eines halben Jahres fertig wurden und uns damit eine Dauerbaustelle erspart bleibt. Selbst die Verkehrsbetriebe haben mitgespielt und innerhalb einer Woche die Straßenbahngleise ausgetauscht und das Kopfsteinpflaster gegen Asphalt ersetzt.
    Ja, es gibt durchaus Details zu kritisieren, die überschwenglische Verwendung von Putzfassaden, das eingezäunte Boulefeld (?) hinter dem REWE, der Zweckbau welcher die Schule enthält ...
    Aber es ist trotz Alledem eine sehr schöne Aufwertung und Belebung der Gegend.

  • Neubauprojekt Hedderichstraße 39-41

    Auf den Grundstücken Hedderichstraße 39-41 plant die Mainterra, die ein paar Meter weiter westlich bereits das "Bürohaus am Südbahnhof" errichten ließ, den Bau eines weiteren Wohn- und Geschäftshauses. Das Areal ist an der Ecke zum Bruchweg, auf Höhe der Rampe zum S-Bahn-Innenstadttunnel. Hier ein Luftbild des bisher weitgehend unbebauten Areals.


    Der Website des Unternehmens zufolge sind Einzelhandel und Gewerbe auf rund 2.530 m² sowie 20 Wohnungen mit insgesamt ca. 2.550 m² geplant. Anzunehmen, dass Gewerberäume und Wohnungen so ausgelegt werden, dass sie vor dem Lärm der nahen Bahnstrecke möglichst geschützt sind. So soll das Gebäude aussehen, abgebildet wohl die Nordseite:



    Bild: Mainterra

  • zu #61:


    Den Abschnitt zwischen Südbahnhof und Alt-Sachsenhausen würde ich nicht als "recht triste, dunkle und wenig abwechslungsreiche Ecke bezeichnen."Hier war auch schon vor den Bauprojekten rund um das Depot sehr viel Leben drin. Sicherlich wurde das ganze Viertel aufgewertet und hat nochmal einen Schub bekommen. Im übrigen würde ich nicht von einer "noblen Geste" des Investors sprechen, dass er ein öffentliches Hallenbad integriert hat. Die gebaute Residenz (Baukosten insg. 35 Mill.) ist ein Renditeobjekt und ohne Hallenbad (Baukosten 4 Mill.) hätte er auf diesem Filetstück wahrscheinlich garnicht erst bauen dürfen. Im übrigen ist das Schwanthaler Carree architektonisch eine Zumutung. Hier hätte man ein blockrandgerechtes Ensemble schaffen können dass sich harmonisch in das historische Baugefüge der Textorstraße einfügt.


    Mod: Zitat eines kompletten Beitrags entfernt. Bitte auf unsere Richtinien achten.
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  • Wikos
    Von einem pulsierenden kulturellen Stadtleben in den Jahren zuvor zu sprechen, ist vielleicht etwas gewagt, aber wir sind uns ja einig, dass seitdem ein "Schub" stattgefunden hat.


    Zur Bebauung an der Textorstrasse: Das plumpe ex-Hallenbad Gebäude, das früher an dieser Stelle stand, war wahrscheinlich eines der grössten optischen Zumutungen im gesamten Sachsenhäusener Stadtgebiet. Gegenüber lag das abgesperrte und verwahrloste Depot, daher stammt wohl auch der "triste, dunkle" Eindruck.


    Jetzt haben wir es ebenso mit einem "Fremdkörper-Bau" zu tun, der weit unter seinen Möglichkeiten bleibt, das bestreite ich nicht. Dennoch sind öffentliche Hallenbäder längst keine Selbstverständlichkeit mehr und das wissen viele Bürger auch zu schätzen (ähnlich ist die Situation auch beim ex Stadtbad-Mitte und dem jetzigen Hilton-Hotel). Man kann nur spekulieren, ob es besser gewesen wäre noch 2-3 Jahre (oder wesentlich länger) auf einen "ästhetischeren" Entwurf zu warten, aber die Opportunitätskosten (d.h. der temporäre Verzicht auf ein Stadtteilbad, relativ niedrige Baukosten) wären zweifellos immens angestiegen.

  • Neubauprojekt Hedderichstraße 39-41

    Das oben in #65 vorgestellte Projekt der Mainterra wird ab dem kommenden Frühjahr realisiert. Die Fertigstellung ist für Ende 2012 geplant. Das schreibt die FNP heute.


    Der Entwurf von Haber Turri Architekten, Frankfurt, wurde umgeplant. Statt drei sind nur noch zwei wesentlich größere Bauteile vorgesehen. Die Zahl der Wohnungen hat sich fast verdoppelt, denn jetzt sollen es 38 Einheiten mit insgesamt 4.050 m² Wohnfläche werden. Diese werden für Preise von durchschnittlich 13,50 Euro/m² vermietet. Drastisch reduziert hat sich die vorgesehene Gewerbefläche. Nur noch 260 m² Einzelhandelsfläche sind im Erdgeschoss geplant.


    Einzelheiten gibt es in einem PDF-Exposé. Visualisierung des überarbeiteten Entwurfs:



    Bild: Mainterra / Haber Turri Architekten

  • Wieder einmal, eine schier endlos lange Liste fortführend, kommt es hier wie in gefühlt 90% aller Fälle durch "Optimierungen" und gewollten Effizienzsteigerungen zu einem gewaltigen qualitativen Rückschritt. Es ist zum Heulen. Warum kann gute Architektur nicht auch kostengünstig sein? Ich will einfach nicht an den platten Zusammenhang hässlich = billig und ansprechend = teuer glauben. Es kann nicht sein, was nicht sein darf!


    Dieser Entwurf ist zwar keine große Katastrophe, aber schön ist was anderes. Schon allein die Auskragungen des ersten Stockwerks, oder die mintgrüne Fassadenfarbe. Dazu die unglaublich abweisende Erdgeschosszone mit den Schießscharten oder die unregelmäßig versetzten Fenster. Warum nur?
    Wenn der neue Entwurf vom selben Architekten stammt wie der aus #65, dann würde das beweisen, dass es nicht an den mangelnden kreativen und handwerklichen Fähigkeiten liegen kann, dass am Ende dieser öde Klotz herauskommt. Was also ist in der Zwischenzeit passiert? Und vor allem: wie konnte das passieren?

  • Deja vu all over again

    Die Formensprache und der Fassadenstil des umgestalteten Entwurfs von mainterra erinnern sehr an das quasi benachbarte Schwanthaler Carrée (Photos von Schmittchen aus 2009). Diese "copy & paste" Architektur wirkt mittlerweile nur noch einschläfernd und das auch noch in Sichtdistanz zueinander. Solche Doppelgänger-Bauten führen den Trend zur beliebigen Austauschbarkeit gnadenlos weiter. In Sachsenhausen, wo zahlungskräftiges Publikum hohe Ansprüche mitbringt, wären normalerweise mehr individueller Stil und Liebe zum Detail zu erwarten gewesen. Schade, da war deutlich mehr drin.

  • Hedderichstraße 39-41

    An der Hedderichstraße, Ecke Bruchstraße sollten ab vergangenem Frühjahr die Bagger tanzen (Ankündigung, Karte). Stattdessen grüne Tristesse:



    Wo ich schon einmal dort war, habe ich das Nachbargebäude mit der Nr. 45-47 fotografiert. Es liegt gegenüber vom ebenfalls neuentwickelten Ex-Straßenbahndepot, wurde auch in den letzten Jahren gebaut und hier erwähnt. Die Front:



    Oben gibt es Rücksprünge, Ecken und Kanten:



    Hinten (Süden) Balkone:



    Bilder: epizentrum


    Das Haus rechts im Vordergrund ist völlig heruntergekommen und zählt sicher schon seine letzten Tage vor dem Abriss.

  • Saalbau Südbahnhof

    Die im Dezember =7582473"]angekündigte Sanierung der Saalbau-Liegenschaften beginnt wohl mit der Grundsanierung der Saalbau im Südbahnhof (Quelle). Veranschlagt seien dafür ca. 3,2 Mio. Euro. Den 60 Jahre alten Brandschutz möchte man gleichzeitig erneuern. Eine Bauvoranfrage sei bereits gestellt, im August werde der Bauantrag eingereicht. Konkrete Bautermine gebe es erst im Herbst, dieser fnp-Artikel von letzter Woche spricht jedoch von März bis Oktober 2012. Hier ein Foto des Südbahnhof-Empfangsgebäudes, welches das Saalbau-Bürgerhaus beherbergt:



    Bild: Eva Kröcher in de.wikipedia.org unter der CreativeCommons-Lizenz 3.0

  • Ladenpassage / Unterführung Südbahnhof

    Die "Ladenpassage" unter dem Südbahnhof wird renoviert bzw. neu konzipiert. In der sogenannten "Ladenpassage" befinden sich gegenwärtig ledglich ein Zeitschriftenhändler und ein Bäcker.


    Der Umbau geht aus entsprechenden Informationstafeln der Bahn unten in der Unterführung hervor. Dort wird auch schon fleissig hinter Abdeckungsplanen gewerkelt. Hatte heute leider keinen Foto und kein Handy dabei - Bilder werden nachgeliefert.


    Es sollen zusätzliche Verkaufspavillons entstehen für zusätzliche Läden und die Unterführung soll schöner werden. Alles soll Ende des Jahres fertig werden.


    Da sind wir mal gespannt (Visualisierungen konnte ich vor Ort keine entdecken) und freuen uns, denn die Unterführung mit ihrem etwas heruntergekommenen 70-er Jahre Style ist nicht gerade ein Aushängeschild des Bahnhofs und kann eine Aufhübschung durchaus vertragen - wobei der Südbahnhof z.B. gegenüber dem Ostbahnhof immer noch ein Schmuckkästchen ist ...;)

  • Hedderichstraße 39-41

    An der Ecke Hedderich-/Bruchstraße wird eifrig gebaut, die Baustelle ist eingerichtet, die Kranfundamente angelegt und mit der Betonierung des Fundaments wurde an der Bruchstraße schon begonnen.


    Auf mich macht das den Eindruck, als würde der Neubau nicht unterkellert. Das wäre doch ungewöhnlich, oder?

  • Ist es. Ungewöhnlich ist aber auch das Baugrundstück mit dem nahen Bahndamm. Im Erdgeschoss wurden offenbar keine Wohnungen eingeplant, weil die rückwärtigen Fenster und Türen noch unterhalb des Niveaus der Gleise liegen würden. Eine solche Terrasse wird sich wohl niemand wünschen. Sondern eine Garage, sozusagen eine ebenerdige Tiefgarage. Laut des oben in #70 verlinkten Exposé sind in eben diesem Sockel "eine kleine Gewerbefläche, die PKW-Stellplätze sowie die Abstell- und Technikräume" geplant. Einen noch darunter liegenden Keller braucht es dann nicht.

  • Hedderischstraße 39-41

    Bezugnehmend auf die beiden Beiträge meiner Vor-Poster anbei ein paar Bilder vom aktuellen Stand des Bauvorhabens:






    Bilder: Marty-FFM

  • Die Erdarbeiten für den Bau der Hedderichstraße 39-41 sind weitgehend beendet, nun wird die Bodenplatte vorbereitet:



    Ein Infobanner wurde aufgehängt:



    Gleich nebenan ist das Portal zum City-Tunnel der S-Bahn:



    Illuster auch die Nachbarschaft auf der anderen Seite der Bruchstraße: Die beinahe schon als Ruine zu bezeichnende ehemalige Kegelbahn-Gaststätte wurde tatsächlich wieder zur - nun ja - Behausung hergerichtet.



    Bilder: Schmittchen

  • Hedderischstraße 39-41

    Hier wurde mit dem Hochbau begonnen, der mittlerweile schon zwei Etagen aufweist, heutiger Blick von der Hedderichstraße:



    Bild: Marty