Bahnhofsviertel: Sanierung, Um- und Neubau

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    Laut Bauschild ist der Bauantrag aus dem Jahr 2013 (2013er Aktenzeichen der Bauaufsicht). Dann hat die Erteilung der Baugenehmigung entweder sehr lange gedauert oder die Dauer der Genehmigung wurde (auf Antrag) verlängert. Normalerweise gilt eine erteilte Baugenehmigung nur 3 Jahre.

  • Der Vertreter des Antragstellers, Christian Ruhdorfer, ist einer der beiden Geschäftsführer von MUC Real Estate, unter anderem aktiv am Offenbacher Hafen. Dieses Unternehmen ist unter der gleichen Adresse gemeldet wie die Objektgesellschaft auf dem Bauschild.

  • Die auf dem Bauschild genannte Projektgesellschaft besteht in jetziger Ausgestaltung seit Juni 2018. Angesichts der Baugenehmigung aus dem Jahr 2013 ist anzunehmen, dass diese Projektentwicklung schon eine längere Geschichte hinter sich hat, aber erst kürzlich auf die jetzt als Bauherrn ausgewiesene Gesellschaft überging. Ein Geschäftsführer der Projektgesellschaft und der CEO des Projektentwicklers Development Partner AG, Düsseldorf, sind identisch, ein weiterer Geschäftsführer und ein Geschäftsführer des Projektentwicklers MUC Real Estate GmbH, München, ist es ebenfalls. Demnach ist es wahrscheinlich ein Gemeinschaftsprojekt dieser beiden Entwickler.


    Ich bin auf den Entwurf gespannt, insbesondere ob der imposante Bau aus dem Jahr 1926 ausgepackt und wiederhergestellt wird. Das wäre sehr zu wünschen, zumal noch reichlich Originalsubstanz vorhanden sein dürfte. Das Gebäude hat den Zweiten Weltkrieg nämlich recht gut überstanden, wie das oben verlinkte Foto annehmen lässt. Mit dem Leipziger Büro Fuchshuber sollte das Projekt in dieser Hinsicht in guten Händen sein. Die um 1950 entstandene Aufnahme direkt, man kann im Vergleich mit dem aktuellen Bild erkennen, dass unter anderem die Risaliten mit der Abfolge zwei-fünf-zwei Achsen erhalten sind.



    Bild: Charles Thompson

  • Taunusstraße 52-60 || Großartige Nachrichten

    Die Ankündigung von 124 Wohnungen und 8 Läden an einer DER sichtbarsten Problem-Immobilien der Stadt ist in der Tat sensationell und wäre ein erheblicher Beitrag zur Reparatur des Bahnhofsviertels. Das hängt allerdings auch ein bisschen von der Entwurfs-Qualität ab. Man darf wirklich sehr gespannt sein.


    Der Leerstand dieses Großbaus belastet die herunter gekommene und sichtlich mitgenommene Taunusstrasse schon sehr lange. Man beachte hierbei die symbolträchtige Schließung des ggü. liegenden Musikgeschäfts "Cream" letztes Jahr nach 115 Jahren --> hier und hier beschrieben. Vielleicht könnte dieser Umbau endlich die Wende für die gesamte Straße bedeuten, bei denen die Extreme des menschlichen Elends so brutal wie in keiner anderen Großstadt Westeuropas vor Augen geführt werden.


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    Mod: Beitrag geteilt, bezüglich Schumann-Theater bitte hier entlang.

  • The Inbetween etc.

    Ein Überblick von links nach rechts: Der noch unangetastete Riverpark Tower in spe, The Inbetween mit dem 1. OG in Bau, das Wyndham Grand Hotel mit dem fast fertiggestellten rückseitigen Wellness-Neubau und die Gutleutstraße 40-44, bei der man die nun - bis auf die Fenster - fertiggestellte übergroße Fledermausgaube auf dem Walm erkennen kann. Im Vordergrund grübelt die ehemals für ein Toyoko-Inn-Hotel vorgesehene Brache über ihre Zukunft:



    Bild: epizentrum

  • Gutleutstraße 15

    Ein ganzes Jahr lang nach der Sanierung der Fassade passierte am Sockel des denkmalgeschützten Gebäudes nichts. Jetzt sind erste Sandsteinverkleidungen angebracht, deren Profile und Figuren an die abgeschlagenen bauzeitlichen Originale erinnern:



    Siehe insbesondere die Fassung ganz rechts:



    Bilder: epizentrum

  • Kaiserpassage

    Am Samstag wurde ein weiteres Teilstück der Baustellenabsperrung entfernt. Aber ob das mit der Wiedereröffnung der Läden in der Passage am 1.12. klappt wage ich doch zu bezweifeln...



    Handyfoto von mir

  • Abriss Parkhaus Moselstraße | Umbau Taunusstraße 52-60

    Zum Umbauvorhaben Taunusstraße 52-60, am Beginn dieser Seite vorgestellt, konnte ich eine Visualisierung finden. Deren Foto-Grundlage stammt offensichtlich aus der Zeit vor dem Umbau des Nachbarhauses Am Hauptbahnhof 16, das war Ende 2012, Anfang 2013. Fraglich demnach, ob der Entwurf aktuell ist. Ist er es, kann man die Hoffnung auf ein Auspacken der ursprünglichen Fassade von 1926 fahren lassen. Wobei der Entwurf an sich nicht übel ist, abgesehen von der Lösung für den oberen Abschluss, und die Fenster ähneln immerhin den bauzeitlichen. Geplant sind wohl (Mikro-) Apartments. Nachvollziehbar in dieser rauhen Umgebung.



    Bild: Fuchshuber Architekten

  • Revitalisierung ehemaliges Hotel Hohenzollern

    Im vergangenen Jahr wurde das denkmalgeschützte, 1915 erbaute neoklassizistische Gebäude Niddastraße 71–75 und Düsseldorfer Straße 1–7 veräußert. Dazu mit Bestandsfoto an dieser Stelle. Quest Investment Partners, der neue Eigentümer, will das frühere Hotel Hohenzollern (das auch eine Zeit lang Excelsior hieß) revitalisieren. Dazu hat das damit beauftragte Architektenkontor Faller + Krück inzwischen eine Visualisierung online:



    Bild: Architektenkontor Faller + Krück works / Quest Investment Partners / beyond visual arts


    Neben der Renovierung der Fassaden an Düsseldorfer Straße, Poststraße und Niddastraße soll der Eingang an der Poststraße "entsprechend dem ehemals mondänen Auftritte des Hotels zum Bahnhof hin" aufgewertet werden. Weiter schreiben die Architekten von einem geplanten Dachgarten an der Hofseite und von einer Lobbyzone, die "die Großzügigkeit und Geschichte des Hauses anklingen lassen" soll.


    Auch wenn in Verbindung mit dem Projekt meist von Hotel Hohenzollern geschrieben wird, ist eine Umnutzung offenbar nicht geplant, es bleibt wohl bei der Nutzung als Büro- und Geschäftshaus.


    Das Gebäude steht bereits im Gallus. Weil es aber nur einen Steinwurf vom Hauptbahnhof entfernt liegt, würde es im Gallus-Strang kaum jemand suchen. Also eine Ausnahme.

  • Eine erfreuliche Nachricht. Seitdem das Rainbow-Restaurant rausgegangen ist (und das ist auch schon Jahre her) ist die ganze Ecke ja etwas runtergekommen. Da hat der Bäcker auf der Ecke zwar ein wenig geholfen, aber eben auch nur ein wenig.


    Wenn man das in einen größeren Kontext setzt, wird das ein schönes Detail in einer hoffentlich positiven Entwicklung der Achse vom Bahnhof im Richtung Messe (das B&B an der Ecke Mainzer Landstraße, die Neuentwicklung vom Präsidium, die Neugestaltung vom Bahnhofsvorplatz...)

  • Der Eingang des Hotels befand sich übrigens damals an der Poststraße. Das zeigt diese Ansichtskarte aus der Vorkriegszeit:



    Bild gemeinfrei (urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen)


    Das historische Entrée ist weitgehend erhalten (Foto/SV), nach Umbauten aber kaum noch als Haupteingang zu erkennen. Den in #790 geschilderten Absichten zufolge dürfte die frühere Funktion künftig wieder herausgestellt werden. Zumindest eine Annäherung an den historischen Zustand wäre übrigens auch der Düsseldorfer Straße 9 zu wünschen, das Gebäude an der gegenüberliegenden Ecke zur Niddastraße, mit der Sparkassen-Filiale im Erdgeschoss. Ein Dreivierteljahrhundert nach den Kriegszerstörungen trägt es immer noch ein unwürdiges Notdach. Das bauzeitliche Dach und die Fassade sind ebenfalls auf dem Foto zu sehen.

  • ^ letzteres sollte auch im Interesse des Besitzers liegen. Wie man im Vergleich unschwer erkennen kann würde eine Wiederherstellung des Daches keinerlei Fläche kosten, sondern die verfügbare BGF sicherlich um gut 20% (plus Spitzboden) erhöhen.

  • Kaiserpassage

    ^^ Das sind super Neuigkeiten. Die Ecke ist mittlerweile fest in der Hand von Dealern, die an der Gebäudespitze direkt vor dem Kamps-Eingang ihre Kundschaft in Empfang und die Umgebung in den Blick nehmen... Die Schließung des Rainbow Garden war der Sargnagel der Ecke vor vielen Jahren.


    Auch schön: an der Kaiserpassage geht es ordentlich vorwärts und man kann bereits die schönen neuen Wand- und Bodenfliesen gewundern. Diese eine Säule links dürfte wohl der Statik geschuldet sein und war anscheinend nicht verhandelbar. Sie ist noch ein Relikt der alten Aufteilung und wirkt jetzt etwas deplaziert. Der Innenausbau des teguts läuft ebenfalls.



  • Die umgebaute Kaiserpassage wird am 13. Februar eröffnet. Neben dem Tegut-Supermarkt und weiteren Lebensmittelläden wird es eine Galerie, ein Reisebüro, einen Schneider und zwei Textilgeschäfte geben. Damit und mit dem iPartment-Boardinghouse sowie der Erweiterung des Mercure-Hotels ist die Kaiserpassage komplett vermietet. Investiert hat die DIC mehr als 20 Millionen Euro, auch dies geht aus einer heutigen Pressemitteilung hervor.

  • Taunusstraße 52-60

    Seit letzter Woche steht der Bauzaun, die Baustelle ist eingerichtet. Auch hier spricht das frisch angebrachte 2013er-Bauschild vom Entwurfsverfasser Fuchshuber Architekten aus Leipzig (siehe #789 und #781):


    Bild: https://www.dafmap.de/d/serve.py?2019/EPI_LXA0523.jpg Bild: https://www.dafmap.de/d/serve.py?2019/EPI_LXA0524.jpg
    Bilder: epizentrum

  • Ein Quantensprung für die Taunusstraße

    Großartig! Wenn man sich eine Immobilie zur Aufwertung im Bahnhofsviertel hätte aussuchen können, dann wäre es diese an der Taunusstraße 52-60 gewesen. Diese Straße hat in den letzten fünf Jahren wohl auch die größten Rückschritte gemacht und hier bedarf es auch der meisten Stadtreparatur, da die Verwahrlosung katastrophale Ausmaße erreicht hat.


    Fuchshuber Architekten halte ich zudem für ein sehr passendes Büro, welches schon mit gelungenen Entwürfen für das Bahnhofsviertel geglänzt hat (siehe das "LS3" - Ecke Mainzer Landstraße/Weserstraße), welches an New York erinnert. Der ansprechende Entwurf für Taunusstraße 52-60 verspricht eine klare, helle Linie, ohne aber zu streng und abweisend zu wirken. Besonders die hoch gestreckte Erdgeschoß-Ebene und die dunklen Stein-Elemente an der Fassade machen viel her.


    Ich wünsche dem Büro gutes Gelingen und hoffe, dass die Einzelhändler / Gastronomen dieser Straße wieder besseren Zeiten entgegen blicken.

  • The Inbetween (Wilhelm-Leuschner-Straße)

    Das Zwischendrin wächst. Auf der Webcam und ansatzweise auf dem nachfolgenden Bild kann man erkennen, dass der Baukörper zwischen Gutleut- und Wilhelm-Leuschner-Straße einen Innenhof ausbildet:



    Das erste Fenster hängt schon und macht mit schmalem Profil einen guten Eindruck:



    Bilder: epizentrum


    Auf der Website erfährt man außerdem, dass bereits 80% der Wohnungen veräußert sind, als verfügbar werden 22 Wohnungen gelistet.

  • Kaiserpassage

    Die Kaiserpassage wurde mittlerweile eröffnet. Tegut belebt den Teil Richtung Kaiserstraße recht ordentlich. Leider zieht sich der Supermarkt, größtenteils mit geschlossener Wand, an der Ostseite durch die Passage. Die kleinen Läden befinden sich auf der von der Kaiserstraße gesehen linken Seite. Der Teil Richtung Taunusstraße ist sehr ruhig und wird hoffentlich kein Junkie- und Dealerpublikum anziehen was ich allerdings befürchte wenn man keine Security postiert. Der angrenzende Teil der Taunusstraße ist ja wirklich schlimm.


    Blick Richtung Taunus-



    .... und Kaiserstraße


  • Dass sie mit den historischen Fliesenmustern (evtl. sogar Originale?) an die Gründerzeit erinnern, finde ich eine sehr charmante Idee. Schön auch die optische Fassung der Passage durch die schwarzen Bügel. Danke für die Bilder!

  • Solche Fliesen habe ich neulich im Baumarkt gesehen. Aber auch dort war ich erstaunt über die Idee der Retromuster.


    Zur Passage: vom Foto her finde ich sie ganz gelungen. Ich hatte eher weniger Gutes erwartet.
    Mir gefällt auch die Idee mit den Bügeln, die zu umlaufenden schwarzen Bändern werden, ganz gut. Und auch, dass sie die abwechselnden Felder der Bodenfliesen oben noch einmal wiederholen, zeigt, dass da jemand mit etwas mehr Geschmack drangegangen ist, als derjenige, der für die Aussenfassaden zuständig war.