Bahnhofsviertel: Sanierung, Um- und Neubau

  • Bereits auf den ersten Seiten dieses Threads - und damit vor über einem Jahrzehnt (!) - wird der Zustand der dem Hauptbahnhof vis-à-vis stehenden Gebäude und des Bahnhofsvorplatzes beklagt. Mittlerweile wissen wir immerhin, dass die Neugestaltung des Vorplatzes mittelfristig in Angriff genommen wird. Doch am Zustand der den Platz einfassenden Gebäude scheint sich weiterhin nichts zu ändern. Weil aber die Qualität eines Platzes ganz eminent von der ihn umgebenden Architektur abhängt (selbiges gelte es auch bei den Diskussionen um die Konstabler Wache zu beachten), wird jene Platzgestaltung nicht ausreichen. Zu diskutieren wäre, was unternommen werden könnte und von welchen Seiten, um dieses hier zu sehende und nur schwer zu ertragende Erscheinungsbild der Vorplatz-Gebäude zu ändern.


    Warum nicht die Gebäude zur Linken zwischen Taunus- und Kaiserstraße mitsamt ihrer Dächer und Kuppeln rekonstruieren und die Gebäude zur Rechten zwischen Kaiser- und Münchenerstraße mit Dächern und Kuppeln ähnlich wie hier geschehen architektonisch zusammenführen?!


    Ich will noch einen Schritt weitergehen: Warum nicht den renommierten Tigerpalast an den Bahnhofsplatz ins rekonstruierte Schumanntheater holen?! In den vorgenannten Gebäuden wäre Platz für ein Hotel, ein Kino, Restaurants und selbstredend Wohnungen. Es braucht an dieser Stelle Visionen und den unbedingten Gestaltungswillen seitens der Politik, die mir aber vollkommen fehlen oder irre ich?

  • Bahnhofsviertel - Umbau Kaiserpassage

    Gestern wurde der Kran aufgebaut.
    In den letzten Wochen fanden schon Räum- und Abbrucharbeiten im inneren Bereich der Ladenpassage statt.
    Der Durchgang zur Taunusstraße ist mittlereweilen auch blockiert, im - noch geöffneten - rechten Passagenzugang kommt man nur noch bis zu einem noch geöffneten Lebensmittelladen.



    Bild von mir

  • Gutleutstraße 15

    Manchmal brauchen Wunder etwas länger. Den Zustand des denkmalgeschützten Wohnhauses an der Gutleutstraße 15 (mitsamt weit in die Tiefe gehenden Rückteils, siehe Satellitenkarte) kennen wir mindestens seit 2013, kurz bevor die Fassade komplett eingerüstet wurde. Damals sah das Haus so aus: (Das Original ist in Wikimedia Commons verfügbar)



    Die unsäglichen Fliesen hat man in den letzten Tagen abgeklopft. Zum Vorschein kommt die vergewaltigte Fassade mit Ziegelsteinen und Sandstein:



    Originale Steinarbeiten sind gerade noch zu erkennen:



    Bilder: epizentrum


    Umgesetzt wird laut ausgehängtem Bauschild eine 2011 (!) genehmigte Planung, die folgendermaßen zusammengefasst ist:


    Zitat

    Innere Umbauten im Kellergeschoss, Teilnutzungsänderung von Werkstatt und Lager in Büro im Erdgeschoss, Teilnutzungsänderung von Gymnastik- und Massagesalon in Büro im 1. Obergeschoss, Errichtung von zwei Balkonanlagen, Herstellung von 1 Gaube und Vergrößerung von 2 Gauben im Vorderhaus hofseitig, Nutzungsänderung von Handwerksbetrieb im 2. Obergeschoss, 3. Obergeschoss und Dachgeschoss wobei 2. Obergeschoss in eine Wohneinheit und 3. Obergeschoss und Dachgeschoss in eine Wohneinheit als Maisonette-Wohnung, sowie Herstellung von 1 Gaube hofseitig, Herstellung von 2 Gauben und Vergrößerung einer Gaube zum Lichthof im Hinterhaus


    Der Umbauentwurf stammt von Ilija Juric aus Frankfurt, Bauherr ist ein Grundstücksverwalter aus Stuttgart. Da das Gebäude von 1886 unter Denkmalschutz steht, ist eine Wiederherstellung der Fassade im bauzeitlichen Stand zu erwarten, was alleine schon sehr erfreulich wäre. Am Dach wird bereits seit ein paar Wochen gearbeitet.

  • Windmühlstr. 14 (DVAG)

    Das Umbauprojekt der DVAG hatten wir zuletzt in #691. Inzwischen steht das Portal an der Wilhelm-Leuschner-Straße nahe seiner Fertigstellung. Dank entfernter Schutznetze kann man mehr vom Fortschritt sehen als im Dezember:



    Zum rückversetzten Eingang führen zwei schön schöne Glaswellen links und rechts:



    Bilder: epizentrum


    Das Gebäude selbst ist bereits seit ein paar Monaten belebt - mit Hilfseingang von der Windmühlstraße.

  • Ich hatte die Tage die Gelegenheit in die Baustelle des Twety7even, Weser- Ecke Niddastraße, zu kommen. Ein paar Eindrücke:


    - Die Kellerräume des ehemaligen Bank-Rechenzentrums sind gigantisch, sowohl was Raumhöhe als auch was Betonstärke betrifft. Falls irgendwann doch "die Russen kommen" (oder sonstwer), ist man in der unteren der beiden Kelleretagen schon ziemlich bombensicher.


    - Vom Dach aus kann man sogar ein bisschen Horizont sehen und nicht nur Häuser.


    - Der Bauherr gibt offen zu, dass man beim Ankauf eine etwas bessere Entwicklung des Bahnhofsviertels erwartet hätte. Es gab trotz Bewachung wohl mehrere Fälle, in denen offenbar Drogensüchtige die Baustelle geplündert haben.


    - Insgesamt ist das Gebäude relativ stark gesichert. An den Plänen hat die Polizei beratend mitgewirkt.


    - Dennoch läuft die Vermarktung der Wohnungen wohl gut, wobei keine Verkaufsquoten und Preise genannt wurden


    - Unter den Käufern sind viele Asiaten, allerdings die Mehrheit mit deutschem Pass und/oder Wohnsitz im Rhein-Main-Gebiet. Familien mit Kindern sind praktisch nicht unter den Käufern, was wohl am ruppigen Umfeld liegt.

  • Projekt "The Inbetween" statt IBM-Hochhaus

    Die Tage des alten IBM-Hochhauses Wilhelm-Leuschner-Straße 32 sind gezählt. Noch in diesem Jahr wird das schon sehr lange leer stehende Gebäude, letzte Nutzer waren Citicorp und Diners Club, abgerissen. Anfang des kommenden Jahres beginnt der Bau eines Wohngebäudes mit 160 Wohneinheiten. Zusätzlich entsteht ein Boardinghouse mit rund 50 Apartments. Der Abschluss der Bauarbeiten ist einer Pressemitteilung zufolge Ende 2019 geplant.


    Entwickler des Projekts ist Corpus Sireo Real Estate, die Gesellschaft hat das 3.900 Quadratmeter große Grundstück von der Sh.i.r Asset Management GmbH erworben. Der Projektname lautet "The Inbetween".


    Wie sich aus der (vergrößerbaren) Visualisierung ergibt, soll nach Nordwesten die gesamte Grundstückstiefe ausgenutzt werden, der Neubau wird also einen Blockrand zur Gutleutstraße bilden. Das offenbar angebaute Gebäude mit der hellen Fassade scheint nicht zu diesem Projekt zu gehören, existiert aber bisher nicht. Es dürfte sich den geplanten Erweiterungsbau für das Wyndham Grand Hotel handeln. Dort haben die Bauarbeiten bereits begonnen.



    Bild: Corpus Sireo


    Ein Foto von epizentrum von 2013; das eingerüstete Hotelhochhaus wurde 2014 als Wyndham Grand wiedereröffnet, der an der Gutleutstraße gelegene Flachbau hinter dem Ex-IBM-Gebäude 2016 abgerissen.



    Bild: epizentrum


    Im Spätsommer 2016 von Norden aufgenommen:



    Bild: Schmittchen


    Anders als in der Pressemitteilung erwähnt, gehört die Hausnummer 34 nicht zum Projekt, sondern eben zum Wyndham Grand. Im Gegensatz zum Ex-IBM-Hochhaus war und ist die darunter gelegene Tiefgarage in Nutzung. Künftig wird die TG-Zufahrt wahrscheinlich an einer anderen Seite liegen, denn dort, wo sich sich derzeit befindet, an der Ostseite des Projektareals, ist auf der Visualisierung nur ein Fußweg dargestellt. Daneben, an der Ecke Windmühlstraße und Wilhelm-Leuschner-Straße, wartet weiter das Hotelprojekt für Toyoko Inn auf seine Realisierung.



    Geobasisdaten: © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main, Stand 03.2017, © Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation


    Nachtrag: Der Entwurf ist von B & V Braun Canton Architekten, Frankfurt (FAZ v. 31.03.17). Eventuell wird es auch Büros und/oder Geschäfte im Erdgeschoss geben.

  • Das sind großartige Nachrichten, denn das wird diese Schmuddelecke extrem aufwerten. Insbesondere die Tatsache, dass der einstige Blockrand wiederhergestellt wird, ist Gold wert. Auch der Entwurf kann sich einigermaßen sehen lassen, insbesondere wenn der Sockel wie geplant ausgeführt und das Ganze auf die Erweiterung des Wyndham abgestimmt wird.

  • ^^ Wenn man das achte Geschoss als Staffelgeschoss gestalten würde und ein weiteres 9. Geschoss als Staffelgeschoss hinzufügen würde, könnte ich mit diesem doch sehr großstädtischen Entwurf halbwegs leben (auch wenn er seine Schwächen hat). Ich hätte mir einen Entwurf gewünscht, welches sich etwas am linken Gebäude orientiert (also etwas klassizistischer, wie zuletzt am Opernplatz realisiert) ... naja, wenigstens wird ordentlich Wohnraum geschaffen, das wiederum für mehr Leben in dieser sonst doch sehr toten Ecke sorgen wird.


    Im Übrigen werden bei diesem Projekt mit Sicherheit nicht nur Wohnungen und Boardinghouse-Apartments gebaut. Die Visualierung selbst schon legt nahe, dass das Erdgeschoss gewerblich genutzt werden wird.

  • Nicht so zaghaft, der Entwurf ist für diese Stelle absolut unterirdisch. Allerhöchstens an der eh schon hoffnungslos verhunzten Europaallee oder in Altbaufreien Teilen des Ostends oder der Bürostadt Niederrad hätte man ihn ertragen können. Und wieder einmal stellt sich die Gestaltungssatzung fürs Bahnhofsviertel als zahnloser Tiger heraus.
    Auf dem Grundstück hätte ich mir durchaus auch einen (zwar deutlich zurückgesetzten) Turm mit ca 60-80m vorstellen können als Ergänzung und Aufwertung des dort ohnehin schon bestehenden aber 70er-Jahre-lastigen Clusters am Interconti. Aber auch da wären die Ansprüche an die Sockelgestaltung deutlich höher, als dass dieser Entwurf dem genügen könnte.
    Die unregelmäßigen Fensteranordnungen der Obergeschosse bringen keinerlei Gliederung oder sonstwelche Ansehnlichkeit sondern nur jede Menge Unruhe. Dachabschluss fehlt völlig. Und 8 Vollgeschosse - mithin also gleich mal doppelt so viel wie bei den Umgebungsgebäuden - sind definitiv zu viel. 4-6 Vollgeschosse (je nach Geschosshöhen) und 1-2 Dachgeschosse in einem echten Mansarddach wären hier das einzig richtige. Zumal hier auch niemand behaupten kann, dass die Umgebung nicht von richtigen Dächern geprägt würde, so dass dieser Entwurf definitiv einen klaren Verstoß gegen die völlig zu Recht existierende, nur leider überhaupt nicht durchgesetzte, Gestaltungssatzung darstellt! Der verbliebene Altbau auf dieser Straßenseite wird durch die Gebäudehöhe so auch endgültig von unmaßstäblichen Nachkriegsbauten eingezwängt, sodass perverserweise zukünftig er es ist, der als Fremdkörper wahrgenommen werden wird.


    Kann man nur hoffen, dass der noch schlechtere Entwurf für die Nummer 34 nur ein Platzhalter ist und nicht ansatzweise so schlimm wird.

  • Zitat

    4-6 Vollgeschosse (je nach Geschosshöhen) und 1-2 Dachgeschosse in einem echten Mansarddach wären hier das einzig richtige. [...] Der verbliebene Altbau auf dieser Straßenseite wird durch die Gebäudehöhe so auch endgültig von unmaßstäblichen Nachkriegsbauten eingezwängt, sodass perverserweise zukünftig er es ist, der als Fremdkörper wahrgenommen werden wird.


    Mit Verlaub lieber Rohne, aber obige Argumentation und Wortwahl erinnert in seiner starren Binarität von Wahrheit und Falscheit an religiösen Fanatismus, die Wortwahl "perverserweise" an einen Tugendwächter.

  • Umbau Kaiserstraße 66 (ab 2018)

    Ein Büro- und Geschäftshaus im Bahnhofsviertel mit etwa 4.700 m² Fläche hat nach einem Artikel der IZ den Besitzer gewechselt. Gekauft hat die Frankfurter Cairos-Gruppe, Verkäufer war DIC Asset (bekanntlich der Entwickler der benachbarten Kaiserpassage). Zu den aktuellen Mietern zählen demnach Dr. Müller und ein indisches Restaurant. Es handelt sich also um die Kaiserstraße 66, Eckhaus zur Moselstraße, vielen sicher noch bekannt als der langjährige Sitz des Eichborn-Verlags.


    Die aktuellen Mietverhältnisse werden bis Ende des Jahres beendet. Anschließend soll das Gebäude umgebaut werden, wieder Einzelhandel und neuerdings Wohnungen sind geplant. Ein Mieter aus der Erotikbranche ist nicht mehr beabsichtigt. Cairos hat das Projekt bereits auf der Website. Daraus geht auch hervor, dass Eigentumswohnungen geplant sind.


    Besonders an dem Gebäude ist, dass es zwar nicht danach aussieht, jedenfalls nicht auf den ersten Blick, aber doch aus der Gründerzeit stammt. Bis zur Unkenntlichkeit verschandelt, wie penultimo in Beitrag #688 schrieb.



    Bild: Schmittchen


    Ein Foto des bauzeitlichen Zustands gibt es unter anderem hier (helle Fassade rechts vom Kaiser-Friedrich-Bau). Damals war in dem Gebäude das "Café Corso".


    Eine Wiederherstellung, zumindest aber eine Annäherung des Gebäudes an die frühere Gestalt wäre natürlich sehr wünschenswert. So oder so stellt das Projekt einen großen Schritt zur Rückverwandlung der Kaiserstraße in eine normale Geschäftsstraße dar, das wird man sagen können.

  • Das sind tolle Neuigkeiten! Ich hoffe darauf, dass man ähnlich wie einst am Fresseck die alte Fassade wiederherstellt. Danke für den Fund, Schmittchen!

  • Das voraussichtlich recht ansehnliche Ergebnis der Kaiserstr. 68 konnte epizentrum in #693 vor einigen Monaten bereits erahnen.


    Die Gastronomie im Erdgeschoss hat inzwischen eröffnet und das Außenbild fügt sich erfreulich unaufdringlich in die Umgebung ein.


  • Hilton Garden Inn (Weserstraße 43)

    Die Schriftzüge für das zukünftige Hotel hängen schon, auch wenn das Gebäude noch sehr nach Baustelle ausschaut:



    Bild: epizentrum

  • #712 Umbau Kaiserstraße 66 (ab 2018): Wenn mit dem Umbau der letzte Mieter der Erotikbranche ausgezogen ist, dann ist wohl der Mythos der Kaiserstraße als "Rotlichtmeile" von Frankfurt endgültig beendet.

  • Windmühlstraße 14 (DVAG)

    Der edel geschwungene Eingangsbereich zur Wilhelm-Leuschner-Straße strebt seiner Vollendung entgegen. An der breiten Treppe werden die flachen Stufen mit hellem Naturstein verkleidet, und die voll ausgeschriebene Portalbeschriftung (von wegen "DVAG"...!) ist inklusive Elektrifizierung vorbereitet. Nur die beiden Portalsäulen warten auf ihre Ummantelung:



    An der Fassade aller Blockseiten sind die Natursteinplatten ausgetauscht, letzte Fenster eingesetzt, die Markisen der Gastronomie zur Gutleutstraße montiert etc. So langsam kommt der Umbau - zumindest äußerlich - zu seinem Ende. Die Südfront:



    Bilder: epizentrum

  • Wilhelm-Leuschner-Straße 7

    Eine kleine Sanierung erfährt gerade das Geschäftshaus Wilhelm-Leuschner-Straße 7, in dem eine Reihe kleinerer Büros residieren. Im Erdgeschoss befindet sich das Asian Arts Center (Website). Die Fassade war bisher mit dunklen Platten belegt, in denen die Fenster kaum mehr als schmucklos ins Raster gesetzte Löcher waren. Siehe Street View. Die Platten sind weg, die Fenster jetzt ins liegende Format verbreitert, eine Dämmung angebracht, seit Anfang April wird an dem Haus gearbeitet. Zukunft ungewiss, aber im Prinzip kann jede Veränderung hier den Zustand nur verbessern:



    Bild: epizentrum

  • Hotel-Neubau Niddastraße 60-62

    Anstelle der Langzeitbrache Niddastraße 60-62 entsteht derzeit ein größeres Hotel mit Grundriss in H-Form (letztes Foto in #703). Nun war erstmals eine Visualisierung der Straßenfront zu finden:



    Bild: Commerz Real


    Die Novum Hotel Group wird das 2018 zu eröffnende Haus wohl unter der neuen Marke "niu" führen, geplanter Name ist demnach "niu Hotel City Frankfurt".