Bahnhofsviertel: Sanierung, Um- und Neubau

  • Gutleutstraße 26

    Im Februar entdeckt, geht es am 1971er-Bürogebäude an der Gutleutstraße 26 jetzt zur Sache. Den Entwurf lieferten Bräunlin + Kolb Architekten aus Berlin (Website), für die Umsetzung ist die Bad Homburger Ingenieurgesellschaft Grünzig zuständig. Es geht um eine Revitalisierung ohne Änderungen an Kubatur und Fassadengliederung. Ein neuer (Natur-) Stein wird es werden, der Sockel wärmer gestaltet, eventuell gibt es neue Fenster mit schmaleren Profilen. Nachfolgend die Visualisierung vom Banner:



    Projektdaten und weitere unspektakuläre Innenansichten, die auf mich eher einen Nicht-Werbeeffekt haben:



    Zur Zeit ist das Gebäude von Fassadenplatten und Dämmung befreit:



    Bilder: epizentrum

  • Twenty7even (Niddastraße 27)

    Der Abriss der Niddastraße 27 scheint bald zu beginnen und leutet somit den Start des im Vorvorbeitrag angesprochenen Objekts "Twenty7even" ein (ein Bild von heute)



    die Werbebanner in groß

    Bilder: thomasfra

  • Wohnbauprojekt "Twenty7even", Niddastraße 27

    Die oben verlinkte Projekt-Website wurde um einige Ansichten erweitert, was mit dem heutigen Vertriebsstart zusammenhängen wird. Die erste Visualisierung aus fast derselben Perspektive wie thomasfras Foto im Vorbeitrag:



    Hofseite - offenbar werden Tiefgarage und/oder sonstige Nutzflächen eingeschossig über die rückwärtige Gebäudekante hinaus verlängert, der Innenhof erhält so zwei Ebenen. Der S-Bahn-Tunnel kann nicht der Grund sein, dass nicht weiter in die Tiefe gegangen wird, der verläuft einige Meter weiter westlich. Eher wird es an den Kosten liegen und daran, dass hier eine Variante mit Hochparterre gewählt wurde. Die Bewohner haben so Fußboden, Terrasse und Gartenanteil auf einer Ebene. Jedenfalls zur Straßenseite m. E. eine klar bessere Lösung als die andernorts geplante Errichtung einer Klagemauer im Erdgeschoss. Fairerweise muss man aber erwähnen, dass es hier, anders als beim Alea im Gallus, keine Einzelhandelsflächen geben soll.



    Zwei Detailansichten:




    Freiflächenplan - hier ist auch ersichtlich, dass die TG-Einfahrt an der Niddastraße liegen soll, die Ausfahrt hingegen erst in den Hof und von dort zur Weserstraße führen wird:



    Bilder: formart GmbH & Co. KG / HHVISION

  • Wichtiges Signal für Bahnhofsviertel in Zeiten des Rückschritts

    89 ETWs sind ja schonmal ein richtiger Schub für die doch etwas ins Stocken geratene Aufwertung und Revitalisierung des Bahnhofsviertels. Besonders wenn man das Rendering mit dem Bestand vergleicht, fällt der Unterschied extrem aus. Der bald dem Erdboden gleich gemachte und griesgraue 70er Jahre Bau, der einem Gefängnis gleicht, stellt für seine Umgebung eine deutlich spürbare Belastung dar.


    Die Ausführung des Neubaus ist absolut zufriedenstellend und man hat sich zumindest bemüht die Fassaden etwas zu gliedern. Der Verzicht auf Einzelhandelsflächen ist sicherlich nicht optimal, aber angesichts des doch deutlich sichtbaren Leerstands entlang der Kaiserstrasse (z.B. ehemaliges Fresseck immer noch ohne Mieter) irgendwo auch verständlich.


    Es ist gut zu sehen, dass man den Widrigkeiten der direkten Umgebung trotzen will. Die Lage würde ich mal, positiv formuliert, als mutig bezeichnen, da die berühmt berüchtigte Drogenmeile "Taunusstrasse" (zwischen Elbe- und Moselstr) quasi parallel zu den Wohnungen liegt. Selbst die Grünen haben neulich angekündigt, dass die Zustände dort nicht mehr tragbar seien und auch die CDU hat Maßnahmen angekündigt. Die Dealerszene habe sich in den letzten 3 Jahren zu sehr ausgebreitet so der Zusammenschluss von den betroffenen Gewerbetreibenden ("Treffpunkt Bahnhofsviertel"). Alles in allem, bleibt das Bahnhofsviertel das große Sorgenkind der Stadt, aber die allgemeine Wohnungsnot könnte den längst überfälligen Umbruch hoffentlich beschleunigen und dieses letzte Stück "Krankfurt" zumindest nicht weiter abstürzen zu lassen.

  • Mir gefällt der Entwurf sehr. Wertig und vor allem der gründerzeitlich geprägten Umgebung durch ein "richtiges" Dach, einem Hochparterre, einer gegliederten Fassade, Loggien stimmig integriert. Dass die andere Hälfte des Blocks, der ehemalige ABG Sitz, ebenfalls in ansehnliche Wohnungen umgewandelt wurde, hilft nochmals. Wieso kann nicht viel mehr so gebaut werden?


    Die Ansicht, es gäbe im Viertel eine Stagnation oder gar Rückschritt, kann ich gar nicht teilen. Im Gegenteil finde ich, dass gerade hier einige der hochwertigsten und teilweise geschmackvollsten Wohnungsbauprojekte stattfinden. Die Sogwirkung ist ungebrochen, die Ecke ist heute ganz klar das stylischste Ausgehviertel der Stadt und wie zahlreiche Beispiele anderer Städte zeigen, ist das der beste Indikator dafür, wie sich ein Viertel weiter entwickeln wird.


    Die Mikrolage ist trotzdem ambivalent. Einerseits direkt an den Neubauten entlang der Mainzer Landstraße und damit fast das Westend angrenzend, auch fast an der Taunusanlage, die sich zu einem der Glanzlichter der Stadt wandelt. Andererseits ist gerade die Niddastraße mit der größten Drückerstube, hier passt das Wort ausnahmsweise, krass. Die Bordelle wirken im Vergleich dazu fast schon wieder pittoresk. Daumen hoch für den Mut des Entwicklers, das ist mal echte Stadtentwickungsarbeit hier! Ich bin sehr optimistisch, dass die Käufer und neuen Bewohner den Schritt nicht bereuen werden.

  • Besonders wenn man das Rendering mit dem Bestand vergleicht, fällt der Unterschied extrem aus. Der bald dem Erdboden gleich gemachte und griesgraue 70er Jahre Bau, der einem Gefängnis gleicht, stellt für seine Umgebung eine deutlich spürbare Belastung dar.


    Naja, die Rückseite des Bundesbank Gebäudes (die ehemalige LZB) entlang der Weserstraße ist auch nur etwas besser.
    Einzelhandel / Restaurants kann ich mir an dieser Stelle schwer vorstellen, auch wenn die Taunusstraße nur wenige Schritte entfernt ist.
    Und nicht weil die Taunusstraße nur wenige Schritte entfernt ist.

  • Wohnbauprojekt "Twenty7even"

    Weitere Einzelheiten zu diesem Projekt in der heutigen Print-FAZ (die meisten Infos hat Schmittchen bereits in diesem Beitrag zusammengetragen): Demnach werden nur die oberen Geschosse abgerissen die unteren werden umgebaut. Anfang 2017 wird nun als Fertigstellungstermin genannt. Der Quadratmeterpreis wird mit mehr als 4000 Euro angegeben. Recht sportlich.

  • Kaiserpassage

    Laut FAZ.net von heute plant die DIC den Umbau der Kaiserpassage und einiger umliegender Gebäude. Dabei muss der Durchgang zwischen Kaiser- und Taunustraße erhalten bleiben.
    Das Stadtplanungsamt bestätigte der FAZ eine Bauberatung für einen größeren Einzelhandelsbetrieb.


    FAZ-Artikel: Frankfurt im Wandel

  • Twenty7even (Niddastraße 27)

    Der Abbruch der Niddastraße 27 hat begonnen. Die beauftragte Firma Becker hat einen Teil der Fassade bereits abgenommen. Man arbeitet im Schutzanzug mit Mundschutz. Stand heute:



    Bild: epizentrum

  • Sanierung Windmühlstr. 14 (Ex-Dreba) und Münchener Str. 1 (DVAG)

    Der vermutlich größte leerstehende Bürokomplex im Stadtteil hat einen neuen Besitzer und Nutzer. Käufer ist die Deutsche Vermögensberatung (DVAG), deren Hauptsitz sich im nahe gelegenen Gebäude Münchener Straße 1 befindet.


    Es geht um den Gebäudekomplex Windmühlstraße 14. Dieser nimmt fast den ganzen Block zwischen Gutleutstraße, Wilhelm-Leuschner-Straße, Windmühlstraße und Mainluststraße ein (Street View | Bing). Erbaut wurde das siebengeschossige Bürogebäude 1993, gründerzeitzeitliche Blockrandbebauung an der Gutleutstraße gehört aber auch zum Komplex. Diese war einst Verwaltungssitz der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron. Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz und werden so beschrieben: "Verwaltungsbau mit noblen Fassaden des Neoklassizismus aus gelbem Sandstein - westliches Gebäudedrittel 1895 [...] errichtet, 1920 [...] verändert und durch größeren Ostanbau ergänzt" (Pic1|2|3).


    Letzter Nutzer war die Dresdner Bank. Seit Ende 2011 steht die auch als Rechenzentrum genutzte Liegenschaft leer (mit Ausnahme des italienischen Restaurants "Vita Vera"). Nach einem älteren, nicht mehr online verfügbaren Vermietungs-Exposé beträgt die Bürofläche 37.801 Quadratmeter. Die DVAG nennt in einer Pressemitteilung 44.600 Quadratmeter oberirdische Bruttogeschossfläche. Ein Foto von Mai 2013, vom Hochhaus Skyper durch Fensterglas aufgenommen:



    Von der Wilhelm-Leuschner-Straße in Richtung Osten gesehen:



    Und von der Gutleutstraße in dieselbe Richtung, wie das Foto zuvor aktuell:



    Bilder: Schmittchen


    Die Mitarbeiter der DVAG arbeiten außer in der Münchener Straße 1 derzeit an vier weiteren Standorten im Bahnhofsviertel und in der Innenstadt. Der Gebäudekomplex an der Windmühlstraße soll der Pressemitteilung zufolge bestehende Platzprobleme lösen. Ab Mitte 2016 wird die Windmühlstraße 14 laut Mitteilung modernisiert (eventuell ein Fehler und gemeint ist 2015), die Rede ist von beachtlichen Investitionen. Die Büroräume werden für eine Teilnutzung durch die DVAG hergerichtet, heißt es weiter, Ende 2016 oder Anfang 2017 ist der Umzug und die Eröffnung der Zentrale der DVAG am neuen Standort geplant.


    Anschließend folgt eine Sanierung des Stammsitzes Münchener Straße 1. Ein Foto von 2009:



    Bild: Batō

  • Eisbergeffekt und weitere Updates (Teil 1/2)

    Die Moselstraße 20 ist ein denkmalgeschütztes Gebäude mit Neurenaissancefassade, als Mietshaus 1894 nach Entwurf von Leonhard Hänel erbaut. Inzwischen sind das indische Restaurant, die Bierbar und vor allem das Hotel Nürnberg ausgezogen. Umbauarbeiten sind im Gange, doch zum Vorhaben konnte ich leider nichts Brauchbares herausfinden. Ein aktuelles Foto gibt es auch nicht, da es außer staubigen Schaufenstern im Erdgeschoss und einer grünen Plane vor dem eingerüsteten Haus nichts zu sehen gibt. Dafür eines von epizentrum, aufgenommen im März 2013 (Klick vergrößert):



    Bild: epizentrum


    Am Umbau der beiden Gründerzeithäuser Weserstraße 31-33 wird erkennbar gearbeitet, doch zur Straße sind bisher keine Ergebnisse zu sehen. Das dürfte daran liegen, dass man von dort - wie von einem Eisberg über Wasser - nur den geringeren Teil des Ganzen zu sehen bekommt. Auf diesem kürzlich für Adama aufgenommen Foto sind die beiden großen Flügel im Hof zu erkennen. Möglicherweise gehört im Hof auch noch ein Querbau dazu, das ist nicht recht zu erkennen. Vermutlich wird hauptsächlich dort gearbeitet, zur Straße hat auch der Aufbau des neuen Dachs noch nicht begonnen. Kein Foto vom Gebäude, dafür eines vom Bauschild, das hatten wir wohl noch nicht:



    Zur Elbestraße 29, der zuletzt in Beitrag #578 erwähnten früheren Riz-Bar, gehört nach diesem Foto auch ein Hinterhaus. Das Vorderhaus hat einen dicken Dammstoffmantel erhalten, die Fliesen sind darunter verschwunden:



    Bilder: Schmittchen

  • Eisbergeffekt und weitere Updates (Teil 2/2)

    Bei der Kaiserstraße 48 steht das Erdgeschoss weiterhin größtenteils leer, von einem Mieterausbau ist auch nichts zu erkennen. Aber nicht mehr gänzlich, denn jeweils in die äußersten Ecken gedrängt gibt es jetzt an der Kaiserstraße "Time out", ein kleines Café und Bar, und die zumindest zur Straße winzige "Sushi-Boutique" Bento an der Weserstraße.


    Das Boarding House im Gebäude Münchener Straße 8 aus Beitrag #557 ist in Betrieb. Das Erdgeschoss wurde erheblich umgestaltet, sonst wurde an der Straßenseite durch Groß & Partner nichts Wesentliches verändert. Der Naturstein wurde offensichtlich gereinigt und die schäbigen Jalousien entfernt. Unpassend ist das Gebäude immer noch, aber aufgrund des gepflegten Eindrucks, den es anders als zuvor macht, wird man dennoch von Fortschritt sprechen können.



    Für das Wohnbauprojekt "Twenty7even" wird bekanntlich gerade das alte Dresdner-Bank-Rechenzentrum Niddastraße 27 abgerissen. Ergänzend ein letztes Foto der Hofseite (hier klickt wer den in #570 erwähnten, mit Alarmdrähten und früher auch Stacheldraht gesicherten Zaun sehen möchte):



    Bilder: Schmittchen

  • Mainluststraße 13

    Unter dem Namen "you and main" vermarktet eine frisch gegründete Firma aus Eschborn 13 Eigentumswohnungen nebst Büroflächen im Souterrain in dem Objekt Mainluststraße 13 (Objektgesellschaft Mainluststraße 13 GmbH & Co KG, pers. haft. DGS-Fen.del Objekt GmbH, Eschborn)


    Auf der Seite von Westermann Architekten aus Kassel erscheint das Objekt als Denkmalsanierung Mainluststraße. Vertrieben werden die Wohnungen, die noch nicht hergestellt sind, derzeit von Engel & Völkers, je nach Lage im Haus und Größe zwischen 5.000 und 6.000 €/m². Angeblich sollen nur noch 3 Wohnungen zu haben sein. Bezugsfertigkeit soll im Februar 2016 hergestellt sein (Wohnungsgrößen: 37, 52, 68, 96, 101,111, 124, 139 und 146 m²)


    Möglich ist eine derart große Zahl von Wohnungen nur, weil der denkmalgeschützte Altbau im Hofbereich einen Anbau hat, der vermutlich viel jüngeren Datums ist, jedenfalls nach dem Krieg entstanden ist. Aus Zeiten, da der Komplex von Dresdner Bank und Philipp Holzmann als Bürohaus genutzt wurde, stammt anscheinend ein Aufzug. Von der Straße her ist nicht zu erkennen, dass das Objekt über 1.300 m² Wohn- und Nutzfläche hat.


    Das benachbarte Haus Mainluststraße 15, das seit den 80er Jahren keine Haustür zur Mainluststraße mehr hat, soll im Zuge der Einzelvermarktung dieser Häuser wieder einen Hauseingang erhalten.

  • Bei dem in #581 erwähnten Revitalisierungsvorhaben in der Gutleutstraße hat sich noch nicht so viel getan. Die Fassade ist nun vollständig freigelegt, ansonsten die Veränderung für fast 4 Monate doch eher gering:



    (Foto von mir)

  • Gutleutstraße 45

    Das Bürohaus Gutleutstraße 45 (Street View) soll zu einem Apartmenthaus umgebaut werden. Neuer Eigentümer und auch Projektentwickler ist nach einer aktuellen Pressemitteilung das Zürcher Unternehmen Visionapartments. In der Liegenschaft an der Südwest-Ecke der Kreuzung Gutleutstraße und Windmühlstraße sollen bis Ende 2016 rund 130 Wohnungen entstehen. Die Mietfläche des siebengeschossigen Gebäudes beträgt rund 3.600 Quadratmeter (Q). Demzufolge werden also einmal mehr "Mikroapartments" entstehen. Auch öffentliche Bereiche sind der PM zufolge geplant, unter anderem ein Fitness- und Wellnessbereich sowie ein Showroom (was auch immer das bedeuten mag).

  • Richtige Wohnungen wären zwar besser, aber auch Mikroapartments sind besser als Büroleerstand und tragen ebenfalls zur Aufwertung des Bahnhofsviertels bei.

  • ^^^ DAF-Service: Aktuelle Direktbilder im Strang:



    Wie etlichen anderen Häusern dieser Art in der Frankfurter Innenstadt, wird auch diesem, streng horizontal gegliederten Bürobau mittlerer Größe der Umbau in ein Wohngebäude gut tun - sofern die Fassade umgestaltet wird. Rückseitig sieht es derzeit so aus:



    Bilder: epizentrum


    Nebendran duckt sich übrigens ein denkmalgeschütztes Gebäude von 1881.

  • Elbestraße 29 ex Riz Bar

    Das gute Stück ist entrüstet und kaum wiederzuerkennen:



    Solide Arbeit wie ich meine. Schöne Fassade und auch die Dachgauben sind gut.


    (Handyfoto von mir bei Gegenlicht...)


    Zum Vergleich vorher auf Streetmap.