Bahnhofsviertel: Sanierung, Um- und Neubau

  • Weserstr. 3, Mainluststr. 17

    Hier kommt das angekündigte Bild des Wisser-Hauses an der Ecke Mainluststraße / Gutleutstraße. Die Arbeiten sind bereits angelaufen:



    Getäuscht habe ich mich beim Bauzaun: Er besteht nicht aus Holz, sondern aus Gipskartonplatten. Originell und apart zugleich:



    Ein Umbauprojekt hat der ev. Regionalverband an der Weserstraße 3 begonnen (Satellitenbild). Es handelt sich um das Obdachlosenheim gleich hinter der Weißfrauenkirche und gehört offiziell zum Weser 5 Diakoniezentrum (Website). Hier ein Bild des Heimes von heute:



    Bilder: epizentrum


    Architekt ist lt. Bauschild Volker Max Engelhardt aus Frankfurt (Website). Viele seiner laufenden und abgeschlossenen Projekte haben mit kirchlichen Projekten zu tun, Gemeindehäuser etwa. Offizielle Baubeschreibung auf dem Bauschild ist "Änderung von Wohngemeinschaften in Einzelappartments in einem Obdachlosenwohnheim, Veränderung der Entwässerungsanlage". Äußerlich wird wohl nichts verändert, auch wenn auf dem Bauschild u.a. von Abbrucharbeiten (wahrscheinlich nur innerhalb des Gebäudes) die Rede ist. Die Baugenehmigung stammt von 2009.

  • zur Gutleutstraße 19:
    wenn man den Bau (mir unverständlicherweise) schon erhalten will und die miserable Situation durch die Erhöhung der Geschossfläche gleich längerfristig zementiert, dann sollte aber auch eine anständige Gestaltung bei rausspringen. Das was der Entwurf da zeigt ist dabei aber unterste Schublade. Ne Attika und die Umstellung auf stehende Fensterformate sind das einzige das sich noch positiv erwähnen lässt. Und derjenige der auf die Idee kam bei einem Projekt mitten im Bahnhofsviertel mit Staffelgeschossen + Flachdach (aktuell ists ja wenigstens noch etwas geneigt, wenn auch nicht sonderlich steil) daherzukommen, kann doch echt nicht mehr alle Latten am Zaun haben. Mal abgesehen davon, dass ich die Gestaltungssatzung fürs Bahnhofsviertel als strenger in Erinnerung hab, dass solche Verschlimmbesserungen eigentlich ausgeschlossen sein sollten...

  • Ich wundere mich auch bezüglich des Dachaufbaus, fällt die Gutleutstraße nicht mehr unter die Gestaltungssatzung Bahnhofsviertel?

  • Mainluststraße 17 (Gutleutstraße 19)

    ^ Die Adresse fällt definitiv unter die Gestaltungssatzung des Bahnhofsviertels, also G4. Siehe PlanAS (Achtung, verändert die Fenstergröße!). Zur Dachform sagt G4 allerdings folgendes:


    Zitat

    §3.1 Die vorgeschriebene Dachform ist das Mansarddach, sofern die benachbarten Gebäude Mansarddächer haben.


    Soweit ich das in Bing sehe, besitzen die (unmittelbaren) Nachbarn keine Mansarddächer, sondern traufständige Satteldächer. Außerdem ist es "nur" die Aufstockung eines flachgedeckten "Neubaus" (im Sinn von Baujahr nach 1916). Die Stadt dürfte also noch nicht einmal eine Befreiung ausgesprochen haben müssen.

  • Und wieder mal muss ich einem Investor zur Seite springen: Also bitte, dies ist die wahrscheinlich unattraktivste Ecke des Bahnhofsviertels: Vielbefahren (Ober- und Unterirdisch), absolut kein Leben auf der Straße und städtebaulich völlig abgekoppelt.


    Hier wird kein Status Quo zementiert, nein - hier geht ein Geschäftsmann ein gewisses Risiko ein um eine grausame Ecke zu reanimieren. Das dies nicht uneigennützig geschieht ist nicht mehr als okay. Verglichen mit dem jetzigen Zustand ist das, was gezeigt wird, recht ansprechend. Neben den Gründerzeitnachbarn muss entweder ein sehr gutes Bauwerk her - was an dieser Stelle jedoch Träumerei ist - oder etwas unsichtbares.


    Genau das wird nun geschehen: Aus einem echten Pickel (Man schaue sich nur mal das EG an!) wird ein unauffälliges Wohnhaus. Das Aussehen des Daches ist an dieser Stelle recht nebensächlich, da das Haus Null Fernwirkung hat - die Wohnungen in den Staffelgeschossen werden sich allerdings dank eines umwerfenden Panoramas sehr gut vermarkten lassen!

  • Wie mich diese Vergleiche mit dem Ist-Zustand anöden. Verglichen mit dem Ist-Zustand ist meistens sogar schon ein Eimer Farbe eine Verbesserung, das kann doch nun wirklich nicht der Maßstab sein! Erst recht nicht bei einem Eckhaus, das nunmal in der Tat um ein vielfaches stärker wahrgenommen wird als irgendein Gebäude mitten in einer Häuserzeile.
    Mit diesem unnötigen Halbsatz "sofern die Nachbarn..." halst man sich ganz offensichtlich nur Probleme auf. Mal abgesehen davon, nach der Vorschrift könnte man theoretisch, wenn man nur in der richtigen Reihenfolge vorgeht, nach und nach das gesamte Bahnhofsviertel auf Flachdachwüste umbauen...

  • Gutleutstraße 19

    Ich halte die Kritik für deutlich übertrieben. Das Haus ist wirklich nicht das Highlight, aber wir sprechen hier von einer Sanierung. Würde es sich hier um einen Neubau handeln, würde ich wahrscheinlich auch einen Schreikrampf bekommen. Aus den Geschosshöhen geht auch ganz klar hervor, dass es sich nicht um einen verstümmelten Gründerzeitler sondern um einen authentischen 60-er-Jahre-Bau handelt. Ich versuche mir gerade das Haus mit einem Mansardendach und einem Ecktürmchen vorzustellen. Das kann wohl auch nicht die Lösung sein. Die einzige vernünftige Alternative wäre Abriss und Neubau. Ich will das aber nicht bezahlen und der Hauseigentümer wahrscheinlich auch nicht. Vielleicht hat noch jemand eine bessere Idee. Was das allgemeine Problem der Dachlandschaften in Frankfurt angeht, gebe ich den Kritikern allerdings völlig Recht. Da ist noch viel zu tun, aber an anderer Stelle wahrscheinlich dringender als hier.

  • Windmühlstraße, Credit Europe Bank, Bundeseisenbahnvermögen

    Von Dribbdebach hatte man heute einen schönen sonnigen Blick auf die drei Projekte Windmühlstraße 2, Credit Europe Bank (Untermainkai 27-28) und Bundeseisenbahnvermögen (Untermainkai 23-25). Letzteres erhält gerade eine neue Dachhaut inkl. Lattung. Der Stuhl des Spitzdaches bleibt erhalten. Nachfolgend Aufnahmen der drei Projekte in obiger Reihenfolge:






    Bilder: epizentrum

  • Kaiserstraße 48

    Die neuen Fenster hat epizentrum schon fotografiert. Nun hat die Anbringung der Dekoration an der Fassade begonnen:



    Bemerkenswert, dass noch Vorhandenes erhalten bleibt und einfach ergänzt wird:



    Bilder: Schmittchen


    Zum Vergleich die historische Ansicht:



    Grafik: medicon Immobilien GmbH

  • Immer wieder ein Vergnügen, die Kaiserstrasse 48 zu sehen. Ein glänzendes Bespiel für gelungene Altbausanierung. Das sollten sich alle zum Vorbild nehmen, nicht nur im Bahnhofsviertel. :daumen:

  • Projekt k.58 - ehemalige Kaufhalle: Abriss beginnt

    Wegen der veränderten Position der Geschosse habe ich es schon geahnt: Die Kaiserstraße 58, die ehemalige Kaufhalle, wird ein Neubau und kein Umbau. Die heutige =7804319&_ffmpar[_id_eltern]=2855"]Pressemitteilung der Stadt:



    Abgesehen von Änderungen am Dach und an der Ecke, die jetzt ein Geschoss mehr hat, sowie einer auffälligen "Hausnummer" hat sich gegenüber dem zuletzt bekannt gewordenen Entwurf offenbar nichts geändert:



    Dieser und der älteste Entwurf (hier handelte es sich noch um eine Revitalisierung) zum Vergleich:


    ...........
    Bilder: Hagen GmbH Planer und Architekten / Stiller Immobilien


    Und auch noch einmal der Bestand vor ungefähr einem Jahr, sieht aber immer noch so aus:



    Bild: Schmittchen

  • ^ Kann man wirklich nicht meckern, auch wenn die markante Ecke sicher nicht jedem gefällt, und supi, wie sich das Bahnhofsviertel vom Schmuddel- zunehmend zum Vorzeigeviertel mausert. Was mussten das damals für Zeiten gewesen sein, dass man ein solches innenstadtunverträgliches Ungetüm an diese Stelle platziert hat? Gut, wenn so was "entsorgt" wird.

  • Neu sind auch die vertikalen Streifen an der Fassade. Eventuell hat man für diese und den Eck"turm" jetzt auch auf Sandstein mit deutlichen Fugen gewechselt. Das kann man auf den kleinen Renderings schlecht sehen. Eventuell ist das ein artiges Eingeständnis an die Stadt, um wenigstens ansatzweise an die prächtigen Gründerzeitbauten drumherum zu erinnern. Der Turm ist ein Witz, oder? Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Er wirkt auf mich wie eine Satire.

  • Bei aller Freude über den Abriss des Betonungetüms, ein Highlight ist der Neubau auch nicht, dennoch akzeptabel bis auf den merkwürdigen Turm. Die Frage ist, ob das überhaupt genehmigt wird (max. Höhe? Gestaltungssatzung?).

  • Naja, einfallslos bleibt es allemal. Bei einer Revitalisierung habe ich ja noch ein gewisses Verständnis, aber das finde ich dann doch eher armselig. Mir persönlich ist der Bau vor allem zu lang geraten. Auch wenn der Vorgänger ebenfalls so lang ist, hätte ich mir eine optische Teilung gewünscht (wenigstens in der Art des Allianzgebäudes an der Hauptwache). Schade dass für mind. 30 weitere Jahre eine unglaublich langweilige Architektur zementiert wird. Aufwertung: ja, schön: nein. 13,50 Euro finde ich uebrigens recht sportlich für die Lage.

  • Ich finde den Bau ganz gelungen, teilweise Naturstein oder etwas das so aussieht, unterschiedliche Farben in der Fassade, große Fenster, die an ein Loft erinnern, auch der Dachbereich sieht wesentlich besser aus als bei den Nachbarhäusern. Das Türmchen wird garantiert nicht so wie auf dem Rendering gebaut, mit großen Glasflächen und nichts dahinter. Natürlich würde ein Nachbau eines Jahrhundertwendebaus besser hierher passen, aber die „Kaiserstraße 68“ wird wohl in der Form leider erstmal ein Einzelfall bleiben.

  • garcia , woran machst du bitteschön fest, dass K58 langweilige Architektur ist? Dass der Neubau aufgrund der verzerrten Perspektive zu lang geraten ist, siehst du schon anhand des letzten Bildes in #293. Kritisiert werden sollte m.E. eher das Schrägdach, woran man sieht, dass Gestaltungssatzungen nicht (immer) zu den gewünschten Ergebnissen führt. Ein adäquates Staffelgeschoss fände ich bzgl. des Gebäudes deutlich angemessener. Dennoch sind die Vorzüge des Neubaus gerade in Hinblick auf die Kaufhalle offensichtlich: wohlproportionierte Fenster und vor allem die großzügig (und -städtisch) ausgeführte Ladenzeile mit den Schaufenstern und dem Mezzanin-Geschoss darüber.

  • Die Kaiserstraße 48 (die Du wohl meinst) ist ja auch ein Gründerzeitbau, thomasfra. Der zwar erheblich verhunzt war, aber im Kern eben noch vorhanden. Auf die Kaiserstraße 58 trifft das nicht zu. Gleichwohl entsprechen die Geschosshöhen bei diesem Neubau dem gründerzeitlichen Typus, wie man im Vergleich mit den zu beiden Seiten angrenzenden 1960er-Schlichtbauten sehr gut sehen kann. Gleiches gilt für die Gestaltung der Ladenflächen mit darüber liegendem Zwischengeschoss. Auch die Lösung für das Dach ist unter Berücksichtigung des Interesses an einer hinreichenden Ausnutzung nicht so schlecht wie sie hier schon gemacht wurde. Und die Größe kann diese Ecke meines Erachtens gut vertragen, irgendwelche Scheinunterteilungen braucht es hier nicht.


    Insgesamt bin ich nicht unzufrieden. Nicht zuletzt auch wegen der ganz überwiegenden Nutzung als Mietwohnhaus. Das kann das Viertel nämlich gut brauchen. Etwas pointiert könnte man sagen: Hätten alle Nachkriegsbauten mindestens die Qualität der Kaiserstraße 58 und würden alle Vorkriegsbauten mit derselben Sorgfalt wie die Kaiserstraße 48 in ihren ursprünglichen Zustand zurück versetzt, dann wäre das Bahnhofsviertel sehr sehr ansehnlich.


    Ich habe oben eine Visualisierung mit deutlich höherer Auflösung eingefügt.

  • Bei nem Revitalisierungsprojekt wärs ja noch ok, aber für einen Neubau ist das definitiv noch viel zu wenig.
    Was spricht denn eigentlich dagegen das Gebäude mit einer ordentlichen Dachgestaltung zu versehen? Sprich, eine anständige Traufe hinzufügen, unterschiedliche Dachneigungswinkel der Dachgeschosse, und - der größte Bock dieses Entwurfs - auf die unselige Blecheindeckung zu verzichten, und dafür, wie in der Gestaltungssatzung vorgesehen, Schiefer zu verwenden! Kann doch nur ideologische Gründe haben, die vermietbare Fläche wäre so ziemlich gleich groß. Selbt in den 50ern hat man in Frankfurt im Gründerzeitumfeld noch so einige Mansarddächer hinbekommen, die sich tatsächlich zweifellos in ihre Umgebung einfügen - heutzutage scheint das wohl zu viel verlangt zu sein...