Bahnhofsviertel: Sanierung, Um- und Neubau

  • Spannend wäre es doch zu wissen, wie hoch die Mehrkosten sind für die "Wiederherstellung" einen entsprechend historischen und repräsentativen Sandsteinfassade mit heutigen Wärmeschutzstandards etc. im Vergleich zur wahrscheinlich vorher beabsichtigten 08/15 Sanierung. Hat da einer ´ne grobe Schätzung?


    Ferner wäre es spannend zu wissen, ob hier ein institutioneller Investor dahinter steht, der sich um seine Reputation zu sorgen hat und lieber mit einer z.B. vierprozentigen statt 5% Verzinsung lebt als in den nächsten Monaten in die öffentliche Diskussion zu geraten....


    Dann könnte uns evtl. hier ein Steuerrechtler bestätigen, daß wahrscheinlich bei Mitwirkung der Denkmalschutzbehörde wir Steuerzahler uns üppig an der Verhübschung über entsprechende Afa-Potentiale beiligen, falls hier ein Privater dahinter steht.


    Laut frühereren Aussagen im Forum sollen dort 80 Mietwohnungen entstehen, auch da wird sich die Stadt bereits entsprechend bei der Umnutzung finanziell engagieren.


    Handelt es sich um eins der vielen ehemals von der Dresdner Bank genutzten Häuser? Da wurden doch bereits ein paar "wieder" dem Wohnen zugeführt, wie das Eckgebäude an der Taunus-/ Moselstraße, daß wohl der Partrizia gehört. Die EG-Nutzung ist grauslich, ebnso wie die 80er-Fassade. Wer weiß, in welche Schmuckfassade man sich da evtl. reingebohrt hat ...

  • Als Steuerrechtler kann ich das bestätigen, die AfA für Denkmalschutz ist ziemlich hoch. Aber nur für die denkmalgeschützten Teile. Und das ändert auch nix daran, daß man es vorher bezahlen muß.

  • Bei diesem Gebäude in der Weserstr. sieht es von der Vorderseite her zwar immer noch aus als ob kaum was gemacht worden wäre, mittlerweile ist die Hofsanierung (Bild aus April 2008) aber schon um einiges vorangeschritten und das Dach fertiggestellt.


  • Kaiserstraße 48

    Nur noch mal zur Erinnerung, seit Batōs Beitrag im November 2008 hat sich hier nichts getan. Da scheint nach dem Entfernen der Verkleidung das Geld ausgegangen zu sein. GRAUENHAFT! :angry:
    Laut faz.net vom 07.11.2006 gehört das Haus der Asset Firmengruppe aus Bremen, die das Haus vom Allianz-Konzern erworben hat


    By thomasfra, shot with Canon PowerShot A710 IS at 2009-04-24

    Letzte Stuckreste:


    By thomasfra, shot with Canon PowerShot A710 IS at 2009-04-24

  • Nachfolger von Galerie-Club belebt Bahnhofsviertel

    An der Düsseldorfer Strasse 1-7 hat der "VIP-Club Frankfurt" neues Leben in das verwaiste Gelände des stadtbekannten Nachtclubs "Galerie" gehaucht. Die Eröffnung fand bereits Mitte April statt. Eine Belebung an der Stelle war auch bitter nötig, wobei das Gesamtkonzept sogar recht schlüssig und hochwertig aussieht. Ob der VIP Club, wie sein Vorgänger, Galerie, auch wieder einen Beachclub betreiben wird, ist nicht bekannt.


    Mehr Informationen hier: http://www.vipclub-frankfurt.com/DE/


    Auch die FNP berichtete an dieser Stelle: http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/rmn01.c.5945032.de.htm

  • Gute Nachrichten von Kaiserstr. 48 (Post #175): Es wird wieder gebaut, Augenblicklich ist man dabei, das 1. Stockwerk auszuräumen. Mir fällt ein Stein vom Herzen.


    BTW: Der "VIP-Club" ^ liegt leider (?) nicht im Bahnhofsviertel - falsche Straßenseite

  • Erfreuliche Nachricht. Nach thomasfras letzten Beitrag (#175) zum Altbau Kaiserstraße 48 tut sich nun seit einigen Wochen endlich doch wieder was. Man scheint sich zunächst mit dem Innenausbau zu befassen:



    Darüber hinaus wurde in den letzten Wochen der Eingangsbereich des Gebäudes Münchener Straße 1 erneuert; m.E. eine gelungene Aufwertung:





    Bilder by Bato

  • Die Hüllen an Weserstraße 14 sind gefallen!


    Zum Vorschein kommt ein überraschend kühles Gebäude mit Jugendstilelemeten (oder ist es eher Art Déco?): Einfach sensationell! Der graue Naturstein ist etwas, das ich aus dem Bahnhofsviertel bisher nicht kannte - oder wirkt diese Fassade einfach nur wegen der fehlenden Patina so ungewohnt?


    Weserstraße 14:


    En Détail:


    Und im Kontext - einfach... GEIL!


    http://www.thirolf.de/pictures/Foto-0042.jpg


    (Bilder von mir, aufgenommen mit Mobiltelefon Samsung SGH D900i)


    -----------------
    Mod: Letztes Foto "geURLt". Bitte Bilder mit mehr als 1.000 px Breite nicht direkt einfügen, da sonst bei üblichen Bildschirmauflösungen Texte nur durch Scrollen jeder einzelnen Zeile lesbar sind.

  • Ich sehe da eigentlich nur ziemlich reine und frankfurterisch-biedere Neogotik (diese Kränze (?), in die die den Erker flankierenden Schilder eingefasst sind, erinnern höchstens an Louis Seize-Vorbilder), aber das Ergebnis ist nichtsdestotrotz sehenswert. Leider kann man das nur bei sehr wenigen Gründerzeitler-Renovierungen in Frankfurt sagen.

  • ^ Bislang wurde doch lediglich die Fassade oberhalb des EG gereinigt. Die Weserstraße 14 würde ich am ehesten noch in die Neugotik einordnen.


    Edit: Überschnitten mit RMA's Beitrag.

  • In der Tat sieht ausgesprochen gut aus und ohne Notdach uns Staffelgeschoss. Sollte Schule machen, dann wird aus dem Bahnhofsviertel wieder eine begehrte Wohngegend.

  • ^ Wieso hätte es denn auch ein Not- oder Staffeldach werden können? Das Dach war doch in seiner historischen Form erhalten. Wenn ich mir die Weserstraße 14 vorher zum Vergleich nehme, wurde doch bislang lediglich die Fassade gereinigt und die Verkleidung im EG abgenommen. Ich kann die Euphorie hier nicht ganz nachvollziehen.

  • Vielleicht ist es ein wenig albern, sich wie Bolle über eine gesäuberte Fassade zu freuen. Wenn Du aber das Bahnhofsviertel seit Jahren kennst und dann beobachtest, wie nach und nach immer mehr Gebäude aus der Zeit der vorletzten Jahrhunderwende wachgeküsst werden - das ist schon vom Feinsten und definitv ein Grund sich zu freuen!


    Es gibt zwar eine Menge Gründerzeitsubstanz in Frankfurt aber nirgendwo sonst in der Stadt eine solche Ballung an erstklassigen Häusern wie hier.


    Außerdem kostet es immer mal wieder das eine oder andere Gebäude aus dieser Periode zu Gunsten von Neubauten von oft zweifelhafter Qualität (glücklicherweise nicht mehr im BHFviertel). An der Weserstraße 14 sieht man, wie aus einem zwar original erhaltenen, jedoch runtergekommenen Gebäude etwas Fantastisches und Wertvolles wird - wenn man nur will!


    Jetzt stehen auf meiner Wunschliste noch drei, vier Gebäuse in der Art dieses Dings, zu ersetzen gerne durch mutige, aber passende Neubauten, und ich werde entgültig nicht mehr wegziehen :-)

  • Ein erstklassig erhaltenes Gründerzeitviertel hat ebenso Sachsenhausen.. ..und obwohl die Stadt einige Teile des Bahnhofsviertels zwar als Wohnviertel ausgeschrieben hat glaube ich einfach nicht, dass das Viertel jemals erstklassig wird - Internationale Vergleiche gibt es zwar (Man nehme Kings Cross in Sydney: Rotlichtviertel mit kombiniertem Reichenviertel) aber Deutschland hat eine andere Kultur in Bezug auf Lebensqualität und Wohnen! Wohnhochhäuser kommen hier schließlich ebenso wenig an, leider!


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    Mod: Diskussionen dieser Art bitte in diesen Thread. Hier soll es um konkrete Bauvorhaben gehen.

  • Kaiserstraße 48

    Gute Nachrichten, wie es aussieht: Die Firma Medicon Immobilien mit Hauptsitz in Köln, nach eigenen Angaben spezialisiert auf die hochwertige Sanierung von denkmalgeschützten Altbauten, führt das Vorhaben auf ihrer Website unter "Neue Objekte" auf. Dort ist eine Grafik zu finden, die (abgesehen wohl von zusätzlichen Fenstern im oberen Bereich des Dachs) auf eine vollständige Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands hindeuten dürfte:


    Klicken und staunen!




    Zur Zeit sieht das Gebäude so aus.

  • ^
    Wirklich sehr beeindruckend und auch erfreulich, dass ein Investor für viel Geld eine solche Ruine in einen derartigen hochwertigen Zustand wieder herstellen will. Man muss schon sehr nah an das Gebäude heran um an den wenigen vorhandenen Stuckelementen zu erkennen, dass es sich hierbei tatsächlich um einen Altbau handelt.


    Für die Kaiserstraße eine starke Aufwertung. :daumen:

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    Ein Traum wird wahr. Bitte lasst das doch in Frankfurt zur Regel werden - in den neuen Bundesländern ist sowas selbstverständlich. Falscher Stolz über das, was hier in den 50er und 60er Jahren Historismusbauten angetan wurde, ist auf jeden Fall fehl am Platze. Erst recht in einer Stadt wie Frankfurt.