Bahnhofsviertel: Sanierung, Um- und Neubau

  • Der Abgang zur B-Ebene ist in den letzten Monaten bereits umgebaut worden. Ich glaube auch nicht, dass die Tatsache einer Sackgasse so störend ist, eher wird es die Gestaltung des Bereichs zwischen Ende der Verkehrsfläche und der Straße "Am Hauptbahnhof" sein. Aber die wurde/wird ja geändert. Eine Öffnung für den Verkehr auf ganzer Länge dürfte wegen der vielen Fußgänger an dieser Stelle und - wie BMXican in #36 schon schrieb - wegen der Treppen und Aufzüge in Straßenmitte ohnehin nicht sinnvoll bis unmöglich sein. Außerdem ist dort inzwischen zweimal die Woche von 9.00-19.00 Uhr Markt, und der läuft an sich ganz gut. Dann noch eher Fußgängerzone ab Moselstraße wie heute schon tagsüber an Dienstagen und Donnerstagen.

  • Eine der Treppenanlagen wurde ja versiegelt, es soll ja auch keine Schnellstraße dort entstehen, sondern eine verkehrberuhigte Zone als Einbahnstraße vom Hauptbahnhof kommend bis zur Moselstraße. Dazu wäre die jetzige Freifläche völlig ausreichend, man könnte sie wie die Biebergasse an der Hauptwache gestalten.


    Was die Sammelfläche für Penner und Junkies angeht, so ist das leider eine Tatsache. Auf oder vom Weg zur Arbeit laufe ich dort täglich zu unterschiedlichen Zeiten vorbei und kaum waren die Bauzäune weg, hat man wieder Horden von 10 oder 20 Leuten, die sich dort festsetzen. Die Öffnung für den Straßenverkehr würde im Übrigen auch den Markt nicht tangieren, an Markttagen kann man die Straße ja immer noch sperren. Das sollten die zahlreichen Ordnungsbeamten, die sich ständig aufgrund des dort befindlichen Junkiebiotops aufhalten hinbekommen.


    Fußgängerzonen haben durchaus was für sich, aber sie sind kein zwingendes Gestaltungselement in einer Stadt. Autoverkehr gehört nun mal zu einer Großstadt und trägt mit zur deren Lebendigkeit bei. Im Übrigen an alle aus der Vorstadt, die mit ihrem Auto direkt vor der Haustüre ihres Einfamilienhäuschens parken und dann damit zu uns in die Stadt fahren, wenn man im Bahnhofsviertel die Dichte an Wohnungen erhöhen will, muss man auch ein attraktives Verkehrskonzept anbieten, dazu gehört auch die Erreichbarkeit mit einem Auto und eine angemessene Zahl von Parkplätzen.

  • Eine Gestaltung als verkehrsberuhigte Zone finde ich auch eine gute Lösung, wenn möglich aber ohne Parkplätze auf dem Seitenstreifen. Die Biebergasse ist ein gutes Beispiel.

  • kaiserzwei

    Über dieses Projekt wurde hier schon berichtet, wegen des Serverausfalls sind die Beiträge aber leider verloren gegangen. Daher Auszüge aus einer Pressemeldung der Züblin Development GmbH vom 1. Dezember 2006:


    [INDENT]Die Züblin Development GmbH (ZDE) wird die Gebäude in der Kaiserstraße 75-77 in Frankfurt neu entstehen lassen. Die Immobilie war bis vor kurzem noch im Eigentum des gescheiterten Baulöwen Jürgen Schneider. Dieser hatte Anfang der 90er-Jahre einen Teilabbruch der beiden Häuser vorgenommen. Seit Schneiders Flucht in die USA lag das Gelände brach. Die historische Fassade der Gebäude, d. h. das Segment vom 2. bis 4. Obergeschoss, wurde seither stark in Mitleidenschaft gezogen. Nun wird sie denkmalschutzgerecht saniert, dahinter entsteht vom Keller bis zum Dach ein völlig neues Bauwerk. Der Hauptmieter Denic eG, Registrierungsstelle und Betreiber aller Internet-Domains unterhalb der Top-Level-Domain „.de", wird rund 3.000 m² im 1. bis 4. Obergeschoss beziehen. Das Erdgeschoss ist derzeit noch nicht vermietet, hier entstehen rund 1.000 m² Ladenfläche.


    Seit der Insolvenz von Jürgen Schneider gab es mehrere erfolglose Versuche unterschiedlicher Projektentwickler sich der Immobilie anzunehmen, darunter auch STRABAG und Züblin. Nun ist es der Züblin Development GmbH, die am 1.6.2006 aus dem Zusammenschluss der STRABAG Projektentwicklung GmbH und der Züblin Projektentwicklung GmbH hervorgegangen ist, mit vereinten Kräften gelungen, das Projekt zu stemmen. [...] Mitte dieses Jahres konnten Jürgen Schneiders Gläubiger dazu bewegt werden, das Grundstück neu zu bewerten. Durch die bewusste Entscheidung des Ankermieters Denic für den Standort, war es der ZDE möglich, das Projekt kaiserzwei auf einer gesunden wirtschaftlichen Grundlage zu realisieren. Über 50% des Gebäudes sind bereits vermietet und auch die restlichen Mietflächen stoßen auf großes Interesse.


    • Objektname: kaiserzwei
    • Ort/Lage/Straße: Frankfurt am Main/ Kaiserstraße 75-77
    • Objektart: Büro- und Geschäftshaus
    • Maßnahme: Neubau 6 Vollgeschosse/Sanierung histor. Fassade 2.-4.OG
    • Eigentümer/Bauherr: Züblin Development GmbH
    • Projektvolumen: ca. 21 Mio. Euro
    • Baubeginn: mit Erteilung der Baugenehmigung (mögl. Mitte 12/2006)
    • Fertigstellung: Anfang 2008
    • Ankermieter: Denic eG / ca. 3.000 m² Büro
    • Mietfläche: ca. 6.000 m²

    [/INDENT]
    Quelle: Züblin Development GmbH


    Zwei Renderings:



    © maila-push



    © maila-push


    Und zwei Fotos von mir, entstanden am 2. Dezember 2006:




    © Schmittchen

  • Danke fürs Wiederbeleben!


    Von den beiden Häusern steht mittlerweile nur noch die Fassade - bin am Wochenende dran vorbeigekommen, hatte aber leider keine Kamera dabei..

  • Die Fassade steht schon seit Jahren alleine da und wird nach hinten mit großen Stahlträgern abgestützt, damit sie nicht umfällt.

  • Die Stützkonstruktion ist neu, bis vor kurzem war die Fassade mit dem Vorderhaus fest verbunden, dass gerade abgerissen wird oder bereits wurde. Das Gerüst, dass dort Jahre lang stand, war zur Anbringung der Planen, die das Ganze optisch aufbessern sollten.

  • Genau so ist es. Damals wurden bereits die Hinterhäuser abgebrochen, doch dann musste Dr. Schneider mal eben schnell weg.


    Die hier im Fadenkreuz gut zu sehende Stahlkonstruktion stützte offensichtlich nicht die Vorderhaus-Fassaden, sondern die Giebelwände der benachbarten Hinterhäuser. Dass die Vorderhäuser im Dezember 2006 noch Decken hatten, kann man auf meinen Fotos recht gut erkennen.

  • ^^Stimmt, wobei man fairerweise sagen muss, dass die Luftaufnahme aus dem Jahr 2002 stammen dürfte. Wenn Ihr mal darauf scrollt kann man erkennnen, dass das Mainforum noch im Bau ist, das Oval am Basler Platz noch nicht begonnen wurde und auch das alte Theatherparkhaus noch abgerissen wird. Diese Googleluftaufnahmen sind leider nicht sehr aktuell.

  • Was mich mal sehr interessieren würde ist, ob es vom Schumann-Theater noch Spolien gibt. Der Abriss dieses Jugendstilbaus - insbesondere wenn man sieht, was den Bahnhofsvorplatz an dessen Stelle heute schmückt, ist wohl die größte Abriss- und Bausünde der letzten 50 Jahre.


    Anbetrachts dessen, dass die Fassade mit ihrem reichen plastischen Jugendstilschmuck völlig unbeschädigt war, ist es doch gut möglich, dass man wenigstens die Plastik eingelagert hat? Und was ward aus den Plänen des Gebäudes von Friedrich Kristeller und Hugo Sonnenthal aus Berlin, haben die vielleicht gar in Archiven überdauert?


    Meines Erachtens könnte man die Fassade mit einem modernen Hinteranbau nämlich durchaus als Bürogebäude nutzen!

  • Traumhaft der Gedanke! Aber ich denke bei Träumen wirds leider bleiben, es sei denn, die Stadt schießt etwas hinzu.

  • Wie gesagt, man müsste überhaupt erstmal ausloten, inwieweit noch Originalsubstanz und Baupläne vorhanden sind. Alles andere bezüglich etwaiger Finanzierung, Realisierung etc. ist ja völlig nachgeordnet, zumal aktuell ein Abriss des 60er Jahre-Bürogebäudes nicht zur Debatte steht - in 10 oder 15 Jahren vielleicht schon. Und gerade so ein traumhaftes Jugendstilgebäude finde ich schon äußerst reizvoll, weil es eben kein Historismus, sondern eine künstlerische Eigenschöpfung ist.


    Tatsache ist ferner, dass sich im Bahnhofsviertel in der Summe betrachtet in den letzten 10 Jahren sicher mehr Gutes getan hat als in allen Nachkriegsjahren zusammen. Der Wiederaufbau des schönsten und meines Wissens einzigen richtigen Jugendstilbaus in Frankfurt wäre wahrlich die Krone auf allen Sanierungsbestrebungen.

  • kaiserzwei (siehe bereits #44ff)

    Der Abriss scheint beendet, nur die Fassaden dürften noch stehen. Betonpumpe und -mischer deuten darauf hin, dass bereits mit dem Neubau begonnen wurde. Ein Foto vom vergangenen Samstag, vom 36. Stockwerk des Gallileo:



    Bild: Schmittchen

  • Bin dort gestern mal lang gelaufen. Sah wirklich stark danach aus, dass außer der Fassade zur Kaiserstraße hin ansonsten wirklich alles weg ist.

  • Die Kaiserstraße wird noch ein echtes Schmuckstück!
    Mir gefällt die Idee, die Fassaden zu erhalten und im hintern Teil moderne Räumlichkeiten anzubieten. Vor allem die in der Gründerzeit eher vernachlässigten Hofseiten könnten davon profitieren.


    Interessant: Auf dem halben qkm leben 2505 Menschen, also 4771 EW/km².
    Für etwas mehr Wohnraum wäre also durchaus noch Platz.
    Schade das hier keine größeren Vorhaben geplant sind und Kaiserzwei wohl auch nur ein Bürohaus wird.
    Allerdings muss man sich mit so einem Projekt keine Sorgen um die Entwicklung der Kaiserstraße machen. Auf die Seitenstraßen kann eine Entwicklung aber nur über eine andere Bevölkerungsmischung überspringen. Im Idealfall Besserverdiener mit Migrationshintergrund.

  • Ecke Kaiser-/Weserstrasse

    'Asset' beginnt nun endlich mit der Sanierung. Vor dem Gebäude stehen zwei orangene Schuttbehälter und drinnen wird schon fleissig ausgemistet.


    Schräg gegenüber arbeitet 'Bagel Brothers' auf Hochtouren an der Eröffnung.


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    Beitrag bezieht sich auf Kaiserstraße 48 (s. Beiträge 28ff und 32) und wurde von der Moderation verschoben.

  • Sehr gute Nachrichten und ein weiterer Meilenstein zur Aufwertung des B-Viertels. Im Post 32 war auch die Renovierung "Münchner Str. 38" zu sehen. Das müsste doch schon abgeschlossen sein. Sollte mal ein FFMler Zeit und Lust haben Fotos zu machen, wäre ich als Auswertiger dankbar, da das Endergebnis bestimmt ganz interessant ist.

  • An der Kaiserstraße 48 (siehe #56 und die Hinweise dort) wird wohl weiterhin nur im Inneren gearbeitet, äußerlich ist noch nichts passiert:



    Mit freundlichen Empfehlungen nach Guadalajara (was gibt's denn da so Neues?), hier die Münchener Straße 38:







    Bilder: Schmittchen

  • Einen herzlichen Dank aus Guadalajara.


    Ist wirklich schön geworden. Das Bahnhofsviertel wird immer schöner.


    Tja, was gibt hier neues? Werde demnächst mal (Ende September) ein bisschen rumfotografieren. Hier hat jetzt in den letzten Monaten ein Boom eingesetzt, den man in FFM noch vermisst. Momentan schiessen hier exklusive Wohnhochhäuser wie Pilze aus dem Boden.

  • das Thema Dächer wurde schon angesprochen.


    Hier eine schöne Nachricht:


    ich bin heute an der Weserstrasse 2 ('Corporate Express' bzw daneben) vorbeigelaufen, das Gebäude ist vollständig eingerüstet.


    Auf dem Bausstellenschild steht, dass im Gebäude Wohnraum entstehen soll, ein Fahrstuhl eingebaut wird und das historische Dach wiederhergestellt wird.