Klosterwall - Hochhäuser der Fünfziger

  • ^ Ich gebe Dir Recht, dass die Autorin auch die Gegenseite, sprich die Befürworter des Cityhof-Abrisses, zu Wort hätte kommen lassen sollen. Warum Du aber so persönlich wirst und gleich von "journalistischem Sondermüll" sprichst, erschließt sich mir nicht.


    Unabhängig von der Debatte um den Cityhof finde ich den geplanten Neubau nachwievor enttäuschend. Ein massiver, langweiliger Backsteinklotz. Ist das an dieser prominenten Stelle wirklich der Weisheit letzter Schluss? Offensichtlich.

  • Wisst ihr ob auch etwas an der vorhandenen Straßenführung verändert werden soll?
    Ich finde die Kreuzung und den dort herrschenden Verkehr wirklich abschreckend. Sowohl für Fußgänger als auch für Autofahrer ist die Ecke echt anstrengend.

  • ^^ Salopp gesagt: Ein Blick ins Gesetz erspart viel Geschwaetz ;-) Und mit Gesetz meine ich in diesem Falle B-Plan als Satzung der Stadt Hamburg.


    Der Entwurf des neuen B-Planes Hamburg-Altstadt 49 zeigt ja ganz deutlich, dass in nicht unerheblichem Masse Noch-Strassenflaechen ueberbaut werden - somit wird sich an der Verkehrsfuehrung fuer den Autoverkehr selbtverstaendlich etwas aendern. Es bleibt mitnichten alles beim Alten.


    Wie weitgehend und grundsaetzlich diese Veraenderungen sind wird sich noch zeigen und wird ggf spaeter noch entschieden.

  • ^ Zeigt aber auch, dass die Verkehrsführung am Klosterwall mit der Tunneleinfahrt und den oberirdischen Fahrbahnen rechts und links davon erhalten bleibt. Oder übersehe ich etwas?

  • Ein klares 'Jein'. Im Speziellen regelt der B-Blan nicht den Straßenbau, sondern vornhemlich die Bebauung. Von daher kann man nur in eine Richtung zuverlässig Schlussfolgerungen ziehen:


    Dort wo die zukünftige Bebauung heutige Verkehrsflächen überdeckt wissen wir, dass sich mit Sicherheit etwas am Strassenraum ändern wird.


    Andersherum können wir keine Schlüsse ziehen. Dort wo der Strassenraum im Plan erstmal unverändert aussieht, kann er in der Tat unverändert bleiben, muss es aber nicht.


    Ich nehme an, dass sich wesentliche Änderungen der Verkehrsführung nur dort ergeben wo im Süden des Neubaus eine bisherige Straße/Fahrspur wegfällt. Sicherlich ist es auch angedacht, den 'neuen' Platz südwestlich des Neubaus ('Burchardplatz') in Zukunft besser zu gestalten.

  • Zwischenzeitlich ist das Bezirksamt in die Caffamacherreihe 3 gezogen.



    Am Klosterwall haben die Vorbereitungen für den Abriss begonnen!




  • ^^ Salopp gesagt: Ein Blick ins Gesetz erspart viel Geschwaetz ;-) Und mit Gesetz meine ich in diesem Falle B-Plan als Satzung der Stadt Hamburg.


    Der Entwurf des neuen B-Planes Hamburg-Altstadt 49 zeigt ja ganz deutlich, dass in nicht unerheblichem Masse Noch-Strassenflaechen ueberbaut werden - somit wird sich an der Verkehrsfuehrung fuer den Autoverkehr selbtverstaendlich etwas aendern. Es bleibt mitnichten alles beim Alten.


    Wie weitgehend und grundsaetzlich diese Veraenderungen sind wird sich noch zeigen und wird ggf spaeter noch entschieden.


    Vielen Dank Midas :-)



    Wisst ihr denn wie der Abriss von statten gehen soll? Ich frage mich schon die ganze Zeit ob man von oben nach unten „abbaut“ (wie auf dem Allianz-Areal) oder ob sie wohl eine andere Methode wählen.

  • Hallo ins Hamburger Forum


    Nachdem ich hier sporadisch mitlese und es letztens doch endlich mal nach Hamburg geschafft hatte...
    Wie kam es, dass dieser unansehnliche Block überhaupt unter Denkmalschutz gestellt wurde? (Irgendeine Gesetzesänderung wie ich beim Überfliegen der 18 Seiten mitbekommen habe?)
    Ich meine von der ursprünglichen Gestaltung weicht das heutige Aussehen seit den 70ern ja anscheinend ziemlich ab.
    Die Argumente, dass man von irgendeinem Ort in Hamburg durch die Lücken, kleine Teile des Kontorhausviertels sehen kann steht doch auch in keinem Verhältnis, dass das Viertel und sein Flair direkt durch diese Blöcke in Mitleidenschaft gezogen werden.


    Aus meiner Sicht wäre ein Erhalten der vier Hochhäuser nur durch starkes Verändern der Fassade (Klinker etc.) sinnvoll, damit sie wenigstens einigermaßen mit dem Kontorhausviertel harmonieren (das wäre aber wohl kaum im Sinne des Denkmalschutzes). Ansonsten wäre meiner Meinung nach ein Abriss und Neubau eher eine gelungene Stadtreparatur.


    Ich hoffe, ich habe jetzt nicht allzusehr mit alten Kamellen aufgewartet. Dass so ein Bohei um mittelmäßige 50er Jahre Architektur gemacht wird, ist mir auf die Ferne nur etwas unverständlich.

  • Was uns viel mehr verwundern sollte ist die Intensität der medialen Aufmerksamkeit, die der wirklich äußerst übersichtlichen Anzahl von Abrissgegnern zuteil wird. Durch sie entsteht sowohl implizit als auch explizit, d.h. durch entsprechende Aussagen in den Berichten, der Eindruck, als handle es sich beim Abriss des Schrottkastens um ein Thema, das die gesamte Hamburger Öffentlichkeit errege. Und leider scheinen auch die Abrissgegner davon auszugehen, die große (schweigende) Mehrheit der Hamburger zu vertreten, während es sich bei Ihnen nach meinem Eindruck mehrheitlich um die selbstgefällige Mischung üblicher Verdächtiger aus Studenten, "Kreativen" und berufsbetroffenen Wohlstandsbürgen handelt... aber ich mag mich da auch täuschen (nicht).


    Tatsächlich ist es nach meinem Eindruck eher so, dass der Großteil der Hamburger gar keine Meinung zum Thema hat und sich nicht dafür interessiert. Und die Menschen, die eine Meinung dazu haben, befürworten nach meiner Erfahrung ganz überwiegend den Abriss bzw. die Neuentwicklung der Fläche.

  • Na bitte, geht doch!


    Welterbezentrum der UNESCO sieht Welterbe durch Planungen am Klosterwall nicht betroffen.


    Im August 2018 hatten sich auf Einladung der Stadt zwei Expertinnen von ICOMOS International in Hamburg über die Planungen am Klosterwall informiert. Im Anschluss an diese Beratungsmission hat ICOMOS International dem Welterbezentrum der UNESCO den Entwurf eines Berichts vorgelegt. In Kenntnis dieses Entwurfs und auf der Grundlage aller zur Verfügung gestellten Informationen hat das Welterbezentrum nun mitgeteilt, dass das Welterbekomitee im Sommer 2019 nicht mit den Planungen befasst wird. Das bedeutet, dass der Abriss des City-Hofes aus der Sicht des Welterbezentrums der UNESCO nicht den Welterbestatus der Speicherstadt und des Kontorhausviertels gefährdet. Dies hat das Auswärtige Amt heute der Stadt mitgeteilt. Damit kann die Entwicklung des Quartiers am Klosterwall jetzt fortgesetzt werden.


    In der Mitteilung des Auswärtigen Amtes heißt es: „Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass in Kenntnis des Entwurfs des Berichts zur Beratungsmission, der anerkennt, dass der City-Hof nicht zum OUV [Outstanding Universal Value / außergewöhnlicher universeller Wert] der Welterbestätte beiträgt, das Welterbezentrum der Auffassung ist, dass die Planungen keine negativen Auswirkungen auf den außergewöhnlichen universellen Wert der Stätte selbst haben.“


    Quelle


    Ich bin gespannt ob die City-Hof-Ini jetzt versucht sich irgendwelche Verschwoerungstheorien aus den Fingern zu saugen. Expertenurteile werden ja erfahrungsgemaess nur dann anerkannt, wenn sie einem in den Kram passen.

  • Haben wir uns wohl etwas zu früh gefreut. Offensichtlich hat das Auswärtige Amt die Infos nicht ganz korrekt an die Kulturbehörde weitergeleitet, die Icomos fühlt sich jedenfalls falsch zitiert. Der Stadt selbst liegt der Bericht noch gar nicht vor. Zwar soll das Thema nicht auf die Tagesordnung der nächsten Unesco Sitzung kommen, aber negative Folgen für das Welterbezentrum können nicht ausgeschlossen werden. Angeblich erwartet die Unesco eine Lösung auf nationaler Ebene – was auch immer das bedeuten soll.


    Der Abendblatt Artikel dazu:
    https://www.abendblatt.de/hamb…m-hat-doch-Einwaende.html

  • Ruhig Blut... Alle moeglichen Initiativen und politische Gegner versuchen grade krampfhaft einen politischen 'Skandal' zu konstruieren und die Medien drucken leider stumpf jede wirre Pressemeldung von City-Hof-Ini und von DIE LINKE quasi eins zu eins als Artikel ab.


    Was ICOMOS sagt und findet hat keinerlei rechtliche Geltung. Entscheidend ist die UNESCO, nicht irgendeine Untergruppe.


    Die UNESCO hat auf Bundesebene (daher kam der Nachricht an den Senat auch vom Auswaertigen Amt) mitgeteilt, dass ein Abriss den Weltkulturerbe-Status nicht gefaehrdet. Das ist entscheidend, nichts anderes.

  • ^^ wenn man das hier so liest, da fragt man sich doch, welche Seite tatsächlich versucht sich eine Verschwörungstheorie aus den Fingern zu saugen. Die Gegner müssen da anscheinend nicht viel machen...Beschämend bleibt, und das ist und bleibt der eigentliche Skandal, Hamburgs Umgang mit seinen Denkmälern.. sei mal nur so angemerkt als neutraler Leser

  • Gordon, ich kann auf Seiten der Abriss-Befuerworter keinerlei Verschwoerung erkennen.


    Natuerlich aeussert sich ICOMOS differenziert und vertritt auch eigene Ansichten. Die entscheidende Frage ist jedoch, welche Auswirkung der Abriss des City-Hof auf den Welterbe-Status des Kontorhausviertels haben (oder eben nicht haben) wird. Ob sich die Expertinnen von ICOMOS darueberhinaus irgendetwas wuenschen, oder etwas anregen, oder sonstige Privatansichten zum Thema pflegen ist irrelevant - auch wenn einige Kreise dies bewusst anders darstellen moechten.


    Der Wortlaut des sogenannten 'Heritage Impact Assessment' der ICOMOS ist folgender:


    Zitat


    ICOMOS: The HIA (Heritage Impact Assessment - Anmerkung von mir) sets out the view that the Cityhof is ‘not of significance for the World Heritage property and its associated values and attributes, as it is a monumunt to post-war modernism’, and thus is set apart ‘in terms of materiality, architectural language and form, and in its urban spatial integration of the values, of the situation and the (architectural) language of the Kontorhaus district’. It concludes that if the Cityhof were demolished, there would be no impact on the Outstanding Universal Value of the World Heritage property.


    Zitatende


    Diese Aussage ist klar. Der Abriss gefaehrdet den Welterbe-Status nicht.


    Die UNESCO, die oberhalb der ICOMOS steht, ist dieser Ansicht gefolgt und hat auf dies Bundesebene auch mitgeteilt. Soweit die Fakten, die (luestigerweise) bislang kaum jemanden zu interessieren scheinen.


    PS:


    Beschämend bleibt, und das ist und bleibt der eigentliche Skandal, Hamburgs Umgang mit seinen Denkmälern.. sei mal nur so angemerkt als neutraler Leser


    Ich kann dem nicht folgen. Ich finde Hamburg pflegt (heute) einen sehr guten Umgang mit Denkmaelern. Dazu gehoert allerdings auch immer eine Abwaegung. Diese hat im Falle der City-Hof Hochhaeuser nun mal ergeben, dass der staedtebauliche Schaden den diese Bauten am Klosterwall ausloesen hoeher zu bewerten ist als ihr Denkmalswert. Das sehe ich genauso. Es ist absolut legitim zu diesem Schluss zu kommen und damit den Wert des 'Gesamtraumes Altstadt / Achse-zur-Hafencity' ueber dem Wert der City-Hoefe anzusiedeln.


    Ironie: Wer den Denkmalschutz als 'unantastbares' Gut ansieht, der muesste eigentlich fuer den Abriss sein, denn der Bau der Hochhaeuser war seinerzeit ein Paradebeispiel fuer die 'Vergewaltigung' eines noch halbwegs intakten Innenstadtraumes durch Hochhaeuser und ueberdimensionale Verkehrsachsen fuer Autos.


    PS: Sich selbst ganz nonchalant als 'neutralen Leser' zu bezeichnen und gleichzeitig am laufenden Band Wertungen und Urteile abzugeben, finde ich nebenbei etwas amuesant. ;-)

  • Die FAZ hat sich in einem Artikel (leider hinter Pay-Wall) für einen Erhalt des City-Hof eingesetzt. So sieht der Autor darin ein wichtiges Zeugnis der Nachkriegsmoderne.

  • Oh' mann.. man macht doch bereits Bürgerentscheide für Seilbahnen, Xpress-Buslinen oder neuen Gullideckeln, warum nicht einer für den Abriss/Erhalt der Häuser für alle Anwohner im Bezirk ? "Denkmal oder Schandfleck" könnte es heissen.
    Der Beschluss sollte natürlich bindend sein für die Bezirksversammlung und den Senat, damit nicht wieder sowas wie bei der Entscheidung zu den städt. Krankenhäusern passiert.