Klosterwall - Hochhäuser der Fünfziger

  • ^^ Hier nochmal das Bild in gross ohne dass die aetzende Layerwerbung staendig davor kommt.


    Insgesamt ein logischer Schritt. Allerdings: Muss die Stadt jetzt wo es im UeSQ hakt nicht erst recht einspringen und dort mieten? Und: Wieso ist das UeSQ schlecht angebunden. Ein Behoerdeneinzug dort waere doch in jedem Falle NACH Fertigstellung der U4!



    (Quelle: Anlage Funktionsplan B-Plan Klosterwall 11)


    Anbei zur Erinnerung noch einmal ein B-Plan-Ausschnitt fuer das fragliche Grundstueck. Drei der vier geplanten Dreieckshaeuser (B, C, D) stehen noch aus. Das noerdliche (A) existiert seit etlichen Jahren. Das fuenfte Haus (E) wuerde wohl ein Liebhaberstueck werden. Der Grundriss ist sehr unguenstig fuer Vermietungen. Es muesste ggf zusammen mit einem der anderen Haueser vergeben werden. Oder man fasst (D) und (E) zu einem Baukoerper zusammen und verzichtet somit auch auf die Laermschneise zur Hauptstrasse und erhaelt einen besser nutzbaren Grundriss - das scheint mit fast sinnvoller. Also zum Beispiel so in der Art:



    (Quelle: Anlage Funktionsplan B-Plan Klosterwall 11 veraendert in Photoshop)

  • Das ich nicht lache. Das Quartier Hühnerposten soll zentraler sein, als der angedachte Standort in der HafenCity??


    Ich möchte mal die Massen sehen, die sich vom Hauptbahnhof aus verlaufen, weil sie den Komplex nicht finden... Ohne es selber abgelaufen zu haben, würde ich doch stark vermuten, dass die Strecke Hauptbahnhof zu einem Eingang am Hühnerposten deutlich länger zu Fuß dauert, als schnell in die U4 zu steigen und trockenen Fußes nun wirklich direkt am Neubau in der HafenCity rauszukommen.


    Ich denke, dass der neue Leiter Andy Grote sich nur nicht bei seinen SPD-Wählern dem Schein aussetzen möchte, in den "Schickieria-Stadtteil" zu ziehen.


    --


    Aaaaaaaaaaaaaaaaaber: Zeit hin oder her. Ich würde es begrüßen, wenn diese unsinnige Dreiecks-Planung am Hühnerposten aufgegeben wird. Fand die Idee und Form schon immer unsinnig und würde es klasse finden, wenn dort ein größerer Komplex errichtet wird - darf dann gerne auch das Bezirksamt sein :D

  • Ich würde es begrüßen, wenn diese unsinnige Dreiecks-Planung am Hühnerposten aufgegeben wird.


    Ich auch. Nur wurden durch den Bau eines der vier Haueser ja schon Fakten geschaffen. Es duerfte wohl kaum moeglich sein den B-Plan ganz umzukrempeln und unter Beibehaltung von Haus A eine gaenzlich neue und dazu noch hanbwegs schluessige Gesamtstruktur zu schaffen (oder doch?). Daher auch meine 'Anregung' jetzt beim Dreiecks-Schema zu bleiben, aber das ganze doch zumindest soweit abzumildern, dass man sinnvoll nutzbare Haeuser bauen kann (siehe Skizze). Von mir aus auch ein neues Bezirksamt.

  • Das ich nicht lache. Das Quartier Hühnerposten soll zentraler sein, als der angedachte Standort in der HafenCity??


    Gebe ich dir auch vollkommen recht. Und die dicken Beamtenhintern können das bisschen auch zu Fuß gehen. :D


    Außerdem ist es eine Geldverschwendung, wenn die Stadt schon zwangsläufig Büroräume in der Hafencity hat, diese nicht nutzt!!


    Wenn die schon in Abrißlaune sind, können die auch gleich das hier gleich mit nehmen, bzw zumindest die Fassade neu gestalten.


    Off-Topic:
    Außerdem finde ich die XXL Straßen komplett übertrieben und anwohnerfreundlich gestalten siehe Mopo oder Die Zeit. Die wollten doch die Willy-Brandt-Straße mal verkleinern, um sie mehr an die Hafencity mit anzubinden.


    Also könnte man mit dem Klosterwall-Projekt sofort andere Projekte verwirklichen (und nicht wie beim Jungernstieg: neu gestalten - abbauen - U4 bauen - wieder aufbauen)


    Hier übrigens ein Bild, wie der Klosterwall einst mal aussah http://www.hamburg-bildarchiv.de/XAA3698.jpg


    Mod: Ich habe das Bild mal "geurlt", da es doch etwas groß war. Gruß, Dykie!

  • Weitere Entwicklung in Sachen City-Hochhaeuser-Abriss und Berzirksamts-Umzug:


    Der Finanzsenator hat den Umzug des Bezirksamtes fuer mindestens ein Jahr gestoppt. Damit fuer's erste auch die Neubauplaene.


    Bericht.


    Angeblicher Grund: Die Stadt erwaegt auch einen Umzug des Bezirksamtes ins Ueberseequartier (fuer einige Jahre) um damit iherer Garantie nachzukommen ggf dort Flaechen zu mieten.

  • das mag ja einigen nicht schmecken, aber staatliche mitarbeiter werden von steuern bezahlt.
    Das ist doch mal ein zurücktreten in Richtung Kostenersparnis.
    Sehr viele Behördengebäude sind auch modern - aber muss das wirklich sein, das auch alles perfekt ist?
    Die Telefonanlagen - die Computer - ja das sollte schon aktuell sein -
    die Sanitärs, die Küche - die Möbel einwandfrei, aber das Gebäude Neu?


    Fallen die fenster raus?
    Ist es zu kalt?
    Geht der Fahrstuhl selbst zu Fuss?

  • Ich auch. Nur wurden durch den Bau eines der vier Haueser ja schon Fakten geschaffen. Es duerfte wohl kaum moeglich sein den B-Plan ganz umzukrempeln und unter Beibehaltung von Haus A eine gaenzlich neue und dazu noch hanbwegs schluessige Gesamtstruktur zu schaffen (oder doch?). Daher auch meine 'Anregung' jetzt beim Dreiecks-Schema zu bleiben, aber das ganze doch zumindest soweit abzumildern, dass man sinnvoll nutzbare Haeuser bauen kann (siehe Skizze). Von mir aus auch ein neues Bezirksamt.


    Das "Dreiecks-Schema" ist nicht schlecht, so kann man zu den Lärmquellen "Bahn" und "Straße" durch den Wintergarten trotzdem ruhige, helle, natürlich belüftbare Büroräume schaffen.
    Wirklich viel Fläche ist das nicht, dafür aber vermietbar, und die tatsächliche Geschossfläche ist optimal nutzbar (bis auf die äußersten Spitzen) - im Gegensatz zu einer "echten" Innenhoflösung, wo sehr viele Flächen in den Ecken verloren gehen.
    Um die Situation genau beurteilen zu können, müsste man allerdings die genauen Bürotypen (Einbund, Zweibund..) kennen .

  • Das ist doch mal ein zurücktreten in Richtung Kostenersparnis.


    Sorry, aber da hast du 'was flasch verstanden. Vorest gestoppt wird der Plan, damit die Stadt sich nicht die Option vergibt das Berzirksamt in die Hafencity zu verlegen, wo die Stadt einen Vertag mit einem Bauherren hat demzufolge sie ggf. so-un-so-viel Quadratmeter zu einem Garantiepreis 'X' mieten muss. Das kaeme deutlich teurer als ein Umzug an den Huehenrposten.


    Ausserdem ist ein Umzug (egal wohin - Huehnerposten oder Hafencity) der Bezirksamtes die Voraussetzung dafuer, dass die Stadt das sehr wertvolle Grundstueck am Klosterwall verkaufen kann. Ohne Umzug fehlen diese Einnahmen.


    ...so kann man zu den Lärmquellen "Bahn" und "Straße" durch den Wintergarten trotzdem ruhige, helle, natürlich belüftbare Büroräume schaffen.


    Das scheint mit aber eher ein Nice-to-have-Gag zu sein, als eine unabdingabre Notwendigkeit. Die allermeisten Bueroimmobilien in verlgeichbar laemrbelasteten Lagen (z.B. Ost-West-Strasse) kommen auch sehr gut ohne soetwas aus.


    Wirklich viel Fläche ist das nicht, dafür aber vermietbar,


    Offenbar leider nicht so recht... Der B-Plan steht ja schon seit etlichen Jahren so fest und bauen wollte in dieser Lage - keine 500m vom Hauptbahnhof - bislang anscheinend kaum jemand. Das legt zumindest den Verdacht nache, das der etwas ungewoehnliche, um nicht zu sagen 'extravagante' B-Plan daran nicht ganz unschuldig daran ist.


    Man koennte ja die Bauherren entscheiden lassen und ihnen zumindest die Option geben, auch vom B-Plan abweichend zu bauen, wenn sie es denn woll(t)en.


    Egal wie: Wichtig waere vor allem angesichts der bald beginnenden Wohnbebauung in der westlichen City-Sued in absehbarer Zeit diese Luecke zu schliessen.

  • In der Frage des Bezirlksamtes scheint alles auf einen Neubau ganz in der Naehe hinauszulaufen: Politik und Bezirksamtsleiter favorisieren einen Standort am Schultzweg zwischen Huehnerposten und Amsinckstraße nahe dem Hauptbahnhof. Hier der Bericht im Abendblatt.


    >Kernpunkte: Hochhaeuser sind 'nicht sanierbar'


    >Bezirksamt soll nah am Hbf bleiben


    >angeblich wird an einer neuen Ausschreibung für die Neubebeuung gearbeitet

  • Doee Entscheidung über den neuen Standort des Bezirksamts Mitte ist gefallen. Wie Bezirksamtsleiter Andy Grote (SPD) am Montagmittag bekannt gab, wird seine Behörde die City-Hochhäuser am Klosterwall verlassen und in einen Neubau an den Schultzweg ziehen. Hier weiterlesen.


    Der Neubau ist dann also ein Fall fuer diesen Thread.

  • Hier eine Meldung aus dem heutigen Abendblatt (03.05.2013) zum Thema City-Hochhäuser. Durch das neue Denkmalschutzgesetz stehen diese jetzt unter Denkmalschutz. Was man aber andererseits dann doch nicht so eng sehen will...?!


    siehe Artikel

  • ^^ Das wird jetzt höchst interessant zu beobachten, wie die Hamburger Behörden alles dran setzen werden das neue Gesetz zum Denkmalschutz zu umgehen...bin gespannt, wie man argumentieren wird. Letztendlich wird der Klotz wohl fallen und wir haben ein Präzedenzfall wie man das ach so tolle neue Gesetz aushebeln kann....und dann wird in HH weiter abgerissen wie bisher..

  • Update im Abendblatt: Die Haeuser koennen abgerissen werden.


    Zitat


    Die City-Hochhäuser am Klosterwall stehen seit dem 1. Mai unter Denkmalschutz. Doch die zuständige Kulturbehörde würde trotzdem einem Abriss der in den 50er-Jahren erbauten Gebäude zustimmen. Es ist bereits bei der ersten Ausschreibung der Gebäude Anfang 2012 in Aussicht gestellt worden, dass aufgrund des hohen Sanierungsbedarfs und der hohen städtebaulichen Bedeutung des Standorts ein Abriss zulässig wäre.


    Zitat Ende


    Quelle Abendblatt, siehe hier.

  • In der taz wird der voraussichtliche Abriss der City-Hochhäuser betrauert:


    http://taz.de/Stadtabwicklung-in-Hamburg/!116001/



    Meine Haltung zu diesem Thema ist zwiespältig. Die Häuser Verleihen dem Straßenraum einen Rhythmus, der gleichzeitig Durchblicke zulässt. Das sehe ich positiv. Die Fassade müsste auf jeden Fall verändert werden. Ich persönlich könnte mir eine Klinker-Fassade vorstellen (eventuell Keramik-Riemchen). Das würde zusammen mit dem Hühnerposten und den Gebäuden im Kontorhaus-Viertel ein stimmiges Ensemble geben. Dann steht allerdings noch die Frage im Raum: Ist die Bausubstanz im Zusammenhang mit den heutigen Mieter-Wünschen vermietbar?

    Einmal editiert, zuletzt von Donjon05 () aus folgendem Grund: Tippfehler

  • Na, na, na...da möchte ich schon eine längere Antwort hören lieber Midas.
    Oder kennst du schon die neuen Mieter???


    Ich bin auch nicht gerade ein Fan der Hochhäuser...aber der taz Artikel bringt es schon ganz gut auf den Punkt.
    Die Hamburger Politik betreibt mal wieder reine Verarsche...hier Anfang des Monats schön sich mit einem neuen und effizienteren Denkmalschutzgesetz brüsten und dieses quasi noch im selben Monat wieder aufweichen, weil alle sich einig sind, dass das Ding weg muss...
    Ich frage mich ja wirklich welchem Investor da der Weg geebnet werden soll...in Sachen Baurecht aushebeln für die lieben Investoren, ist Hamburg ja ehe spitze (siehe Mühlenberger Loch und Mövenpick im Schanzenpark)

  • Na, na, na...da möchte ich schon eine längere Antwort hören lieber Midas. Oder kennst du schon die neuen Mieter???


    Nein, aber nach meiner Einschaetzung sind Haeuser kaum noch am freien Markt platzierbar. Man darf nicht vergessen, dass man niemanden zwingen kann in ein Haus zu ziehen das vom Nutzwert her absehbar schlechter ist als eine moderne Immobilie. Die Geburtsfehler der City-Hochh-Haueser lassen sich heute nicht mehr korrigieren. Wem soll man zumuten Unsummen fuer eine denkmalgerechte Sanierung zu zahlen nur um am Ende mit einer nicht mehr marktgaengigen Immobilie darzustehen? Soll die Stadt hier Millionen versenken? Und wenn nicht die Stadt - wer dann?


    Ich bin auch nicht gerade ein Fan der Hochhäuser...aber der taz Artikel bringt es schon ganz gut auf den Punkt.


    Nein, der TAZ-Artikel bringt gar nichts auf den Punkt. Im Gegenteil: Er verquickt zwei Dinge die nicht miteinander zu Tun haben. Anstatt auf die Architektur der Haeuser, ihre Substanz und ihre Qualitaet (oder eben nicht-Qualitaet, je nach Ansicht) einzugehen, verstrickt sich der Autor in etwas plumper allgemeiner Investorenschelte und pseudo-elitaerem Alle-Anderen-Sind-Dumm oder latent korrupt Geschwurbel.


    Schuld ist in den Augen der heiligen TAZ wieder mal 'die Springer-Presse' und der 'opportunistische Investitioner (=Heuschrecke)'. Naja, das finde ich insgesamt etwas duenn und klischeehaft...


    Sinniger waere es jetzt dafuer zu sorgen, dass nach dem Abriss hier eben keine 08/15 Investorenkisten entstehen, sondern ein neues Quartier, ggf angelehnt an die Architektur des Kontorhausviertels mit einer teilweisen Wohnnutzung und einer stadtraum-schaffenden Form. Langfristig stuenden zudem mal Gedanken an wie man den furchtbaren Verkehrsknoten nebenan entschaerfen koennte. Allerdings sind meine Hoffnungen da gering.

  • Mir haben sie schon immer gefallen

    Ich hatte immer schon vermutet, dass sich unter der Fassade, die heute wirklich düster ist, etwas ganz tolles befinden könnte. Ich habe mir immer vorgestellt, wie schön und einladend die Ladenpassagen wieder sein könnten, wenn sie wieder im Ursprungs zustand wären. Wenn ich jetzt die Bilder sehe, dann fühle ich mich bestätigt. Die helle Kunststeinfassade ist streng gegliedert und leuchtet regelrecht und bietet damit einen Kontrast zum dunklen Backstein umliegender Gebäude. Auch bin ich ein großer Fan der Flugdächer jener Jahre. Die filigranen Fenster liegen plan auf der Fassade und schwingen horizontal nach außen auf und beleben die Fassade zusätzlich. Das Gebäude in seinem ursprünglichen Zustand atmet den Geist seiner Zeit. Viele Gebäude dieser frühen Aufbaujahre waren herrlich schlicht und von einer spielerischen Leichtigkeit, welche durch kleine Details erreicht wurde, die später leichtfertig durch Sanierungen zunichte gemacht wurden. Die Verunstaltung der Hochhäuser ist doch Beispielhaft für die Unkenntlichmachung der Architektur der frühen Nachkriegszeit. Würde das Gebäude wieder in den Originalzustand versetzt, würde es wieder strahlen. Man muss die Architektur jener Jahre schützen auch und gerade weil Gestaltung oftmals noch über rein wirtschaftlichen Interessen stand.

  • ...auch und gerade weil Gestaltung oftmals noch über rein wirtschaftlichen Interessen stand.


    Deine Ansicht zu den Haeusern im Speziellen sei Dir unbenommen, aber was den zitierten Halbsatz angeht befuerchte ich Du betreibst hier eine romantische Verklaerung der 'guten alten Zeit'. Man hat damals genauso wirtschaftlich gebaut, bzw es versucht, wie heute auch. Nicht mehr. nicht weniger.

  • Das Erdgeschoss mit der innen liegenden Ladenpassage kann für Läden nicht funktionieren, weil sie nicht an einem Fußverkehrsweg liegt, schlecht einsehbar und überschaubar ist, und zudem noch wegen dem Geländegefälle einige Barrieren hat. Eine Sanierung kann dieses strukturelle Problem der "Abwendung vom Straßenraum" wahrscheinlich nicht lösen.


    Ein Erhalt funktioniert meines Erachtens nur, wenn weniger zahlungskräftige Mieter -wie im EG jetzt schon praktiziert- einziehen, die die strukturellen Einschränkungen in Kauf nehmen. Das wäre für ein frisch saniertes Gebäude unüblich.


    Die Frage ist, ob mäßig denkmalwürdige Gebäude mit gravierenden städtebaulichen Mängeln, zudem an so prominenter Lage, unbedingt erhalten werden müssen.
    Ich bin grundsätzlich für den Erhalt von Bausubstanz (Essohäuser, Mojo, Peute, etc etc), in diesem Fall würde ich für einen Neubau plädieren.