Entwicklungsgebiet Freiham (10.000 WE) [in Bau]

  • Im Münchner Wochenanzeiger findet sich ein Artikel der ein paar weiterführende Informationen zum Entwicklungsgebiet in Freiham liefert. So soll zum Beispiel ein offenes Einkaufszentrum entlang der Bodenseestraße für die Versorgung der künftigen Bewohner sorgen. Eine Untertunnelung der Bodenseestraße, wie sie teilweise auch gefordert wurde, wird aufgrund des zu erwartenden Verkehrsaufkommens nicht vorgenommen.


    http://www.wochenanzeiger-muen…in+drei+Jahren_32403.html

  • Laut SZ-Artikel vom 23.09. in der Stadt-Ausgabe habe man aus der Messestadt Riem gelernt und will deshalb keine großen Plätze oder langweilige Häuserzeilen bauen, sondern kleinteilige Strukturen.
    Ab 2014 sollen zunächst 3.000 Wohnungen entstehen.
    Ich bin ja gespannt, wie das alles so gelingt. Sonst kann zur Not ja auch wieder die Schuld auf die Bauträger abgeschoben werden, dass sie immer nur eintönige, eckige weiße Klötze bauen...

  • Laut SZ-Artikel vom 23.09. in der Stadt-Ausgabe habe man aus der Messestadt Riem gelernt und will deshalb keine großen Plätze oder langweilige Häuserzeilen bauen, sondern kleinteilige Strukturen.
    Ab 2014 sollen zunächst 3.000 Wohnungen entstehen.
    Ich bin ja gespannt, wie das alles so gelingt. Sonst kann zur Not ja auch wieder die Schuld auf die Bauträger abgeschoben werden, dass sie immer nur eintönige, eckige weiße Klötze bauen...


    Ich fand den Plan in der SZ für das Gebiet in Freiham schon recht viel versprechend - städtebaulich gut gemacht. Aber wie du sagst: auf die architektonische Umsetzung kommt's an.


    Wäre diese in der Messestadt besser und vorallem abwechslungsreicher, würde es dort gar nicht so tot aussehen. IMHO.


    Eigentlich sollte die Stadt eine Art Gestaltungssatzung für die Neubaugebiete aufstellen, in der festgelegt ist, welche Materialien, Fassaden, Farben verwendet werden sollen. Das gibt's in vielen anderen Städten, nicht nur in Altstadtbereichen, sondern auch in Neubaugebieten und könnte die schlimmsten Exzesse grau-weißer Ödnis verhindern.

  • 3.000 Wohnungen in Freiham Nord

    3.000 Wohnungen in Freiham Nord


  • Ich finde das, was dort teilweise gebaut wird, teilweise erschreckend hässlich. Wirklich alles extrem zweckmäßig. Würd' mich nicht wundern wenn Freiham in ein paar Jahrzehnten zu einem sozialen Brennpunkt wie Neuperlach wird.

  • Ich finde das, was dort teilweise gebaut wird, teilweise erschreckend hässlich. Wirklich alles extrem zweckmäßig. Würd' mich nicht wundern wenn Freiham in ein paar Jahrzehnten zu einem sozialen Brennpunkt wie Neuperlach wird.


    Das muss keine Jahrzehnte dauern wie man an der Messestadt veranschaulicht bekommt. Aber auch für Parkstadt Schwabing und neuer Hirschgartensiedlung sehe ich deutlich Gefahren für Soziale Brennpunkte. Fehlendes Leben, abweisende Architektur und fatale Mieterzusammensetzung durch das Wohnungsamt machens möglich. :nono:

  • ^^


    Was will denn die Stadtverwaltung hinsichtlich der Bevölkerungsstruktur auch machen? Auf der einen Seite schreien die Münchner Linksökos nach sozialer Wohnförderung und dann beschwert man sich über die Menschen, die dort leben? Die Wohnungsbaugesellschaften bekommen feste Anteile vorgeschrieben, die dem München Modell oder anderen sozialen Wohnförderungen unterliegen. Ist doch mehr als logisch, dass ein Block mit 40 % geförderten Wohnungen problematisch wird - egal wie er architektonisch aussieht oder ober er in der Messestadt, Freiham oder Schwabing liegt. Ich würde in so ein Haus auch nicht einziehen wollen, wenn es 500 m vom Marienplatz weg wäre.

  • Ist doch mehr als logisch, dass ein Block mit 40 % geförderten Wohnungen problematisch wird - egal wie er architektonisch aussieht oder ober er in der Messestadt, Freiham oder Schwabing liegt.


    Das sehe ich anders. Gerade Lage, Infrastruktur und Mix der Wohnbevölkerung entscheiden mit, ob in einem Viertel Partizipation am gesellschaftlichen Leben der Stadt möglich ist, oder ob es zur Wegsperrung im Ghetto kommt. Und hier werden in München in Hinblick auf die künftige Entwicklung immer wieder die selben Fehler gemacht: Billigste und monotone Architektur, abweisend zur Strasse hin (siehe Riem), Ideale der autogerechten Stadt und der Parkstadt (heute in Riem wie damals in Neuperlach), räumliche Abtrennung bzw. fehlende Verbindung der Viertel zum Rest der Stadt, weite und künstlich-monotone Parkareale, reine Wohnblockbebauung ohne Geschäfte und kulturelle Infrastruktur (mit Ausnahme des zentralen Konsumtempels mit Elektronikdiscounter und Fastfood-Kette). München wird in naher Zukunft statt eines Speck- einen Ghettogürtel um die unbezahlbare Innenstadt herum haben.

  • Billigste und monotone Architektur


    Nicht von der Hand zu weisen. Ich war die Tage über mal wieder in Wien. Nur ein kurzer Spaziergang durch die Neubauviertel ist für einen Münchner schockierend! Was nur alles mit einer guten Architektur möglich ist. Architektonisch sind die Münchner Neubauviertel sowas von daneben. :lach:



    Ideale der autogerechten Stadt und der Parkstadt (heute in Riem wie damals in Neuperlach)


    In Riem kam wenigstens VOR der Wohnbebauung die U-Bahn. Leider kann man sich bis jetzt noch nicht einmal für eine Tram nach Freiham entscheiden.



    räumliche Abtrennung bzw. fehlende Verbindung der Viertel zum Rest der Stadt


    Eine gelungen Verbindung ist im Falle der Messestadt oder Freiham zugegeben sehr schwierig. Total daneben sind jedoch Viertel wie der Arnulfpark, der wie ein vorstädtischer Fremdkörper im Zentrum einer Millionenstadt wirkt.



    weite und künstlich-monotone Parkareale


    Ich finde das Ex-Buga Gelände schön. Lieber größere zusammenhängende Parkflächen, als diese elendigen Mini-Zwischen-Straße-Und-Haus Hundeklostreifen, die alleine der statistischen Verdünnung der Nutzungsdichte dienen. Dieses Grün ist unnütz und erstickt jede urbane Gestaltungsmöglichkeit. Dieses Grün gibt es nirgends wo in den gewachsenen Vierteln mit Blockrandbebauung der Jahrhundertwende und keiner schreit danach! Sowas passt in die typische Angelsächsische Parkstadt - aber eben nicht nach München mit seinen sehr erfolgreichen Mischung aus mediterraner Dichte und Mitteleuropäischer Infrastruktur.



    reine Wohnblockbebauung ohne Geschäfte und kulturelle Infrastruktur (mit Ausnahme des zentralen Konsumtempels mit Elektronikdiscounter und Fastfood-Kette).


    Das ist noch der am schwierigsten im Griff zu bekommende Punkt. Der Einkauf in kleinteiligen Läden um die Ecke kann sich doch keiner mehr leisten. Jeder glaube ich würde gerne am Viktualienmarkt einkaufen. Vielmehr ist man als Normalbürger eben gezwungen in billig-rationalisierten Ketten a'la Lidl, DM, H&M oder Saturn einzukaufen.




    München wird in naher Zukunft statt eines Speck- einen Ghettogürtel um die unbezahlbare Innenstadt herum haben.


    Wenn es wenigstens noch billig wäre in den besagten Neubauvierteln. Ich sehe das nicht! Billig würde bei mir einen Preis bis zu 3000 Euro pro Quadratmeter bedeuten - so was bekommt man nur mit einer geförderten Wohnung oder in einem unschönen überholungsbedürftigen Nachkriegsbau in den Außenbezirken.

  • Nicht von der Hand zu weisen. Ich war die Tage über mal wieder in Wien. Nur ein kurzer Spaziergang durch die Neubauviertel ist für einen Münchner schockierend! Was nur alles mit einer guten Architektur möglich ist. Architektonisch sind die Münchner Neubauviertel sowas von daneben. :lach:


    Schade, dass du keine Bilder der Wiener Neubauten mitgebracht hast, das hätte mich schon interessiert.
    Viel liebloser und beliebiger als die Wohnbebauung im Arnulfpark geht es nämlich wirklich kaum.
    Im Prinzip kann man die Wohnhäuser im Rahmen von München21 gleich wieder abreissen. Für die Bürobauten und die Gebäude rund um den Schornstein des ehemaligen Heizkraftwerks sehe ich noch Integrationspotential, in dem dann neu geschaffenen Stadtteil.

  • Die von hiTCH-HiKER erwähnten Gebäude um den Schornstein des ehemaligen HKW machen wirklich etwas her. Dieses Gebäude hat meines Wissens als einziges Gebäude im Arnulfpark überhaupt abgerundete Ecken und hat sogar zurückversetzte obere Stockwerke!


    Allerdings zeigen die Bilder von Sammy nur die wenigen Wohnhäuser in Freiham-Süd, die ursprünglich dort gar nicht vorgesehen waren, sondern Büros. Vielleicht werden die Wohnhäuser in Freiham-Nord dank des Masterplans ja doch sinnvoller und ästethischer angeordnet

  • Das ist noch der am schwierigsten im Griff zu bekommende Punkt. Der Einkauf in kleinteiligen Läden um die Ecke kann sich doch keiner mehr leisten. Jeder glaube ich würde gerne am Viktualienmarkt einkaufen.


    Das ist eben ein Teil des Problems, dass man in München bei der Stadtplanung immer stark zentralistisch gedacht hat. Natürlich ist der in der Altstadt gelegene Viktualienmarkt sehr teuer. Wie es in vielen anderen Städten im Zentrum auch der Fall wäre.


    Nehmen Sie als Vergleich mal Berlin, dass sehr polyzentrisch aufgebaut ist, natürlich durch die historische Entwicklung des Zusammenwachsens ebenbürtiger Siedlungen begünstigt. Hier gibt es bis in die meisten Aussenbezirke Unterzentren mit kleinteiligen Läden, Märkten und gutem kulturellen Angebot bei entsprechend niedrigem Preisniveau.


    In München, das historisch anders gewachsen ist, baut man um das Zentrum herum eine abhängige Trabantenstadt nach der anderen, und lässt die Bewohner für alle wirtschaftlichen und kulturellen Handlungen mit der U-Bahn oder mit dem Auto ins Zentrum pendeln (z.B. an den Viktualienmarkt). Angesichts des Wachstums der Stadt in Richtung 1,5 Millionen hin wäre hier doch unbedingt ein Umdenken in der Stadtentwicklung notwendig.

  • Angesichts des Wachstums der Stadt in Richtung 1,5 Millionen hin wäre hier doch unbedingt ein Umdenken in der Stadtentwicklung notwendig.


    Dem kann ich nur zustimmen. Ich glaube jedoch, dass unsere Architekten handwerklich nicht mehr in der Lage sind, so etwas zu bewerkstelligen. Mit dem nächsten Arcaden-EKZ in einer ultra-häßlichen Siedlung à la Riem kann man das nicht erreichen. Der meisten heute gebauten Architektur fehlt es an Aufenhaltsqualität.
    Da gab es mal eine super Doku dazu -Platz-Probleme-, siehe letzter Abschnitt:
    http://www.die-urbanauten.de/cms/urbanauten/-debattieren/


    auch nicht schlecht (vom selben Autor, Meinhard Prill):
    http://video.google.com/videoplay?docid=-4992853661183677607
    leider miese Bildqualität

  • Der neue S-Bahnhof ist ja schön und gut. Aber wenn man bedenkt, dass in diesem Stadtteil einmal rund 20.000 Menschen wohnen und 7.500 Arbeitsplätze entstehen werden, sollten jetzt besser die Weichen für eine U-Bahnerschließung gestellt werden. Eine geplante Verlängerung der Tram 19 von Pasing bis Freiham wird an dieser Stelle sicher nicht ausreichen.

  • Wir sind hier auch in Deutschland und nicht in Österreich. Wer schon einmal durch Ösiland gefahren ist, weiß wie teilweise schon geschmacklos und überstylt manche Gegenden sind. Auch in Wien. Dort gibt es nämlich keine so strengen Bauvorschriften wie in München.


    Ich persönlich finde Wien eine wunderschöne Stadt. Aber nur das Zentrum und die geniale Hochhausbebauung der Donauinsel. Der Rest gefällt mir überhaupt nicht. Alles zusammengewürfelt, überall große leere Flächen und irgendwie ist ziemlich viel herunter gekommen.


    Also so schlecht in die Baukultur in münchen auch nicht. Und wer nur abgerundete Ecken ;) will, ja mei, in 20 jahren kann das wahrscheinlich keiner mehr sehen...und teurer für den Bauträger ist es auch noch...
    Ich glaube, ein Farbwechsel der Fassade würde auch schon einiges verändern, denn dieses monotone weiß wird langsam langweilig.

  • Ähem! Dass Wien noch nicht so homogen neureich ist wie München liegt eben noch an seinem 60-70 Jahre langem Schattendasein am Ende der freien Welt. Ansonsten ist sowohl städtebaulich als auch architektonisch München bei weitem nicht auf dem Niveau von Wien. Allein Freiham unterliegt der Seestadt Aspern im direkten Vergleich mit Sicherheit 1:3. :lach: Dort wird übrigens sinniger Weise die U-Bahn VOR der Bebauung hingeführt. Allein durch den Mehrwert der Baulandpreise finanziert sich so die U-Bahn!