Neugestaltung der Hauptwache (aufgeschoben)

  • Nee, ist schon klar. Lässt man einfach die Betonbunker stehen. Eigentlich sollten sie noch hässlicher sein, demnächst würde ich noch auf die Fassadenfarbe verzichten. Finden sich sicher trotzdem noch genug Leute, die in Karstadt & Co rennen, um am Ende des Jahres die Aktionäre zu beglücken. :nono:


    Dass in unserer Zeit des Raubtierkapitalismus keiner mehr freiwillig auf die Idee kommt, mehr als einen Würfel zu bauen, in dem er auf möglichst wenig Raum möglichst viel Menschen (wahlweise Personal, Mieter oder Waren) stopfen kann, ist schon klar.


    Aber ähnlich wie beim verhunzten Bahnhofsplatz kann mir keiner erzählen, das es von Seiten der Stadt keinerlei Möglichkeiten gäbe, auf eine architektonische Verschönerung der Innenstadt zumindest hinzuwirken. Aber dafür müsste erstmal sowas wie ästhetisches Empfinden da sein. Und das braucht man zum Geldverdienen oder Politiker sein ja nicht.

  • Dass in unserer Zeit des Raubtierkapitalismus keiner mehr freiwillig auf die Idee kommt, mehr als einen Würfel zu bauen, in dem er auf möglichst wenig Raum möglichst viel Menschen (wahlweise Personal, Mieter oder Waren) stopfen kann, ist schon klar.


    Gerade in Frankfurt findest du sehr viele moderne Bauten, bei denen auf eine tolles äußeres Erscheinungsbild größten Wert gelegt wurde und man sich dieses Millionen hat kosten lassen. Opernturm, PalaisQuartier und T185 sind alles tolle Beispiele dafür, dass "Raubtierkapitalisten", die mit ihren Bauten ausschließlich Geld verdienen wollen, eben doch im Sinne der Allgemeinheit Schönes errichten.

  • Kleine historische Randnotiz: Frankfurt in seiner Eigenschaft als Freie Reichsstadt und spätere Freie Stadt des Deutschen Bundes wurde nie absolutistisch regiert, dementsprechend wurde auch nie Stadtumbau nach dem Gutdünken eines Monarchen betrieben. Damals wie heute hat jeder Bauherr nach seinen Vorstellungen anhand der gültigen Vorschriften seine Bauten errichtet, und trotzdem führte es in der Regel zu ansprechenderen Lösungen als heute. Ob dies nur an städtischen Gestaltungsrichtlinien oder auch am Geschmack der Bauherren lag, sei mal dahingestellt...

  • dass früher oft ornamentreicher gebaut wurde als heute vielleicht, mag ja sein. grade, was die fassadengestalltung angeht.
    aber: ich persönlich finde solche bauten wie die messehalle 3, die commerzbank, den messeturm, auch den opernturm meinetwegen oder sogar das terminal 2 am flughafen einfach schön! oder besser beeindruckend und modern bzw genauso eine epoche darstellend wie ein klassizistischer bau von was weiss ich!
    und ich lebe lieber in einer sehr durchmischten architektur, die mir zeigt, dass man in einer lebendigen stadt lebt, als zum beispiel in einer stadt wie prag, in der meine schwester lebt, die nur so vor baudenkmälern strotzt, in der ich mir aber immer wie in einem museum vorkomme.
    ich verstehe nicht, wo das grosse problem ist, wenn es einen haufen neuer und meinetwegen deutlich schmuckloserer bauten in einer stadt gibt. auch stahl und glass können reize haben, technokratischer als das gestrige (und ach so schöne) aber mir fallen viele besondere bauten in frankfurt ein, die mir einfach zeigen, dass es auch heute sehr gute moderne architektur gibt, die ohne zu viel schmückendes brimborium auskommt.
    und auch die alten bauten sind halt oft repräsentanzbauten gewesen oder schon längst wieder von der bildfläche verschwunden, weil etwas neues kam oder kommen musste!
    natürlich hat der krieg frankfurt um sehr viele bauten beraubt und auch danach sind viele gebäude gefallen, die man hätte erhalten können wenn ncht müssen. eine pauschalkritik gegen etwas aktuelles ist mir aber einfach ein extrem, dass ich nicht nachvollziehen kann! wem das alte mehr gefällt, der findet es sicher heute nicht mehr so ansprechend, ich persönlich würde frankfurt nicht mit prag tauschen wollen!!!

  • Also ich würde mich freuen, wenn der olle Schiller wieder an seinen angestammten Platz zurückkehren würde, da gehört er hin, mitten in die Stadt und nicht versteckt in den Wallanlangen.


    Vielleicht wäre das ja auch ein kleiner erster Schritt, um sich in einem sehr langfristigen Prozess dem alten Stadtgrundriss in Teilen wieder anzunähern.


    In jedem Fall aber ist es ein sinnvoller und begrüßenswerte Beitrag zur Stadtreparatur.


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    Mod: Bitte die nicht die Umbaupläne der Hauptwache betreffende Diskussion hier fortsetzen (wie dies Cowboy bereits getan hat).

  • Sehr gut! Ich hatte schon nicht mehr damit gerechnet, auch wenn es angeblich fest stand, dass die Hauptwache entgültig zugemacht wird.
    Was passiert jetzt eigentlich mit der Biebergasse/An der Hauptwache? Wird der Rathenauplatz nach Norden erweitert, das hätte doch auch in einem Zug mit der Erneuerung gemacht werden können. Ich nehme an, dass der Bereich "An der Hauptwache" im Zuge des Umbaus der Hauptwache integriert wird.
    Bin gespannt ob der dann gesperrte Straßenabschnitt zwischen Katharinenkirche und Kaufhof das gleiche Plattenmuster wie die Zeil bekommt.

  • Ich meine gelesen zu haben, dass der demnächst gesperrte Teil der Straße erst einmal nicht umgestaltet wird. Man will wohl zunächst die Veränderungen des Verkehrsflusses beobachten und (noch) keine vollendeten Tatsachen schaffen. Die Biebergasse bleibt befahrbar, Einfahrt nun von Norden. Weiter oben im Strang steht mehr. Daher ist auch keine Angleichung an die Gestaltung des Rathenauplatzes zu erwarten.


    Besten Überblick über die neue Verkehrsführung gibt dieser Lageplan aus dem Jahr 2005 (PDF, ca. 1,7 MB)

  • Ich finds gar nicht gut. Immerhin schafft man noch keine vollendeten Tatsachen.
    Letzten Sommer hat man ja schon einen Vorgeschmack bekommen, da wurde während der Spiele die Hauptwache ja auch gesperrt, und ich fands furchtbar, viele Leute aber trotzdem irgendwie regelrecht tot. Zur Urbanität gehören nunmal in gewissem Maße auch Autos dazu.

  • Ich bin mal gespannt, wie lange die Frankfurter "lernen", das die Verkehrssitutation nun anders ist.
    Ich für meinen Teil kann sagen, das ich mit dem Auto über die Hautpwache max.10 in den letzten 13Jahren gefahren bin, von daher :daumen: für die Schliessung. In wieweit aber die Katharinenpforte diesen Verkehr aufnehmen kann muss sich zeigen. Wobei es sich hoffentlich nur um den auch jetzt schon bestehenden Parksuchverkehr handelt.


    Die Biebergasse muss natuerlich auf bleiben, allein schon als Erschließung für die Schillergasse.
    Als Umbau könnte ich mir eine Niveauangleichung zur Zeil vorstellen, die aber immer noch Straßengleich ist, das ganze dann abgepollert und gepflastert. So kann der Platz leicht für Events geöffnet und erschlossen werden.


    Was den Picadilly-trend angeht: Ich wünschte mir schon, Frankfurt hätten einen ähnliche Platz wie in London oder NY-Times Square. Aber die Hauptwache ist dafür nicht so geeignet. Platz der Republik hat den Verkehr dafür, aber Null Aufenthaltsqualität, Konsti ist "hässlich" genug, als das Leuchtreklame nur eine Verbesserung sein kann. Aber am besten ist doch die Ecke Rund um den Eschenheimer Turm. Die Tudor Werbung machts doch vor und wenn das Gelände eh neu bebaut wird, na dann mal her mit dem Licht.

  • Die FNP berichtet heute, dass die Fahrbahn an der Hauptwache Anfang März provisorisch mit Asphalt aufgefüllt werden soll damit die Bordsteinkanten verschwinden. Außerdem soll - und das ist mir neu - der riesige U-Bahn-Abgang geschlossen werden.
    http://www.fnp.de/fnp/region/l…/rmn01.c.5492427.de_1.htm


    Ist damit der Abgang neben der Katharinenkirche gemeint? Da, wo heute die meisten Leute auf die Zeil strömen? Das wäre aber ziemlich unsinnig, da ansonsten Richtung Zeil nur der wesentlich kleinere Aufgang (ohne Rolltreppe) neben dem Kaufhof zur Verfügung steht.

  • Nein, damit ist der "Trichter" gemeint, um den es in diesem Strang hauptsächlich geht und an dessen Stelle der Schillerplatz wieder entstehen könnte. Seltsam übrigens, dass man in dem FNP-Artikel zwar über die Umgestaltung der Große Eschenheimer Straße liest, aber nichts über den Umbau der Straße Roßmarkt. Das Verkehrskonzept (Link in #88) sieht hier den Zweirichtungsverkehr in der heutigen Einbahnstraße und einen Wendeplatz vor der Kaufhof-Sportarena vor. Dann könnten Autos leicht wenden und nicht alle müssten in die Katharinenpforte fahren.

  • Sorry, wenn ich mich mal wieder über jammernde Einzelhändler aufregen muss: Die Sperrung sehe man skeptisch, wolle aber erst mal nicht auf die Barrikaden gehen... (FNP)


    Wenn man sich anschaut, was heute noch an Verkehr die Hauptwache kreuzt (!), ist doch völlig klar, dass hier schon lange kein Zugang mehr zur Innenstadt für den Individualverkehr ist. Die wenigen Einkäufer, die hier ihr Glück versuchen, verschwinden nach einer halben Stunde erfolglosen Parkplatzsuchens sowieso in einem der gut ausgeschilderten Parkhäuser. Auch zur Urbanität trägt der Verkehr an der Hauptwche nicht bei - was soll denn an wartenden Taxen und verirrten "Auswärtigen" urban sein?


    Richtig füllen wird sich die Hauptwache meiner Meinung nach erst, wenn der Trichter geschlossen und das Provisorium durch eine schöne Lösung ersetzt ist. Und darauf freue ich mich, auch wenn ich immer mal wieder gerne nachts eine Runde durch die Innenstadt gefahren bin.

  • In dem FNP-Bericht wird von einem
    "erhöhten Fußgängerüberweg vor dem Thurn-und-Taxis-Palais"
    geschrieben.
    Was muß ich mir denn hierunter vorstellen?

  • Vermutlich wird das Straßenniveau vor dem Palais etwas angehoben, so dass Fußgänger ohne Bordsteine zu überwinden zwischen Palais und dem Plätzchen gegenüber wechseln können. Fahrzeuge müssen dann halt eine kleine Rampe hoch- und runterfahren. Da die Straße ab der Tiefgarageneinfahrt nur noch hauptsächlich von Taxis und Lieferverkehr befahren wird, ist das auch kein Problem. Hier CYFIs Modellfoto von diesem Bereich (die Erhöhung ist aber nicht zu sehen):



    Bild: CYFI

  • Die Verkehrsführung im Lageplan aus #88 entspricht nicht dem, was FR und FAZ als neue Verkehrsführung angeben:
    http://www.fr-online.de/frankf…38402&em_ivw=fr_frankfurt
    http://www.faz.net/s/RubFAE83B…FC~ATpl~Ecommon~SMed.html


    Der Lageplan zeigt, dass man vom Roßmarkt aus nur nach links in die Große Gallusstraße abbiegen kann, die Pläne von FR und FAZ zeigen dagegen die Möglichkeit auch nach rechts abzubiegen um in die Junghofstraße zu kommen.


    Auf der Straße Roßmarkt wird es dann wohl entweder wie bisher zwei Spuren Einbahnstraße Richtung Katharinenkirche geben (so FR und FAZ) oder aber Zwei-Richtungs-Verkehr in beide Richtungen (so der Lageplan).

  • Die Straße Roßmarkt wird etwas später doch umgebaut, so wie dies im Verkehrskonzept der Stadt (Link in #88) vorgesehen ist. Das ergibt sich aus diesem FR-Artikel. Vor der Kaufhof-Sportarena wird also ein Wendebogen gebaut, die heutige Einbahnstraße wird dann in beiden Richtungen befahrbar sein. Das dürfte das sonst an der Katharinenpforte zu erwartende Chaos verhindern oder zumindest lindern.

  • Der Artikel der FR ist aber mal wieder ein 'Echter'. Die verschlafenen Frankfurter Einzelhändler scheinen eine gewaltige Lobby bei dieser Zeitung zu haben.


    Da wird über den neuen Goetheplatz geheult, über die Art der Zeil-Umgestaltung gejammert und nun noch "Wohin mit all dem Verkehr" an der Hauptwache. Man nehme sich mal die Zeit und setzte sich für 10 Minuten dem Durchgangsverkehr an der Hauptwache aus. Ich bin mir recht sicher, dass hier kein Messbarer Mehrwert für die Geschäftsleute durchrauscht! Dieser ist nämlich hier schon längst zu Fuß unterwegs. Zu diesem Thema gibt es auch ein seltsames Statement im Journal Frankfurt zu lesen.


    Die lamentierenden Verteidiger des Status Quo sollten sich an die eigene Nase fassen und in Sachen Service und Öffnungszeiten im 21. Jahrhundert ankommen. Merke: Wer viel jammert, hat auch die Zeit dazu.


    Sorry, das war OT - aber machmal muss es raus.

    Einmal editiert, zuletzt von mahlzeit () aus folgendem Grund: ACK: das "ewiggestrig" war zu viel des guten

  • Mahlzeit, über den FR-Artikel würde ich mir mal keine großen Gedanken machen. Der ist von Frau Claudia "Super"-Michels geschrieben, daß sagt ja wohl alles.


    (Zur Erinnerung: Frau Michels hatte auch Baukräne an der Großmarkthalle -für den EZB-Turm- gesehen, wo gar keine standen...etc.pp.)


    Was mich etwas verärgert hat, ist einfach allgemein die schlampige Recherche oder die Meinung der Zeitungensredakteure, daß es auf "Details" nicht ankommt, ich weiß es nicht. Jedenfalls ist es doch ein großer Unterschied, ob, wie im Journal Frankfurt eingezeichnet, die Umleitung ab Eschenheimer Turm über die Börsenstraße erfolgt, oder aber, wie im Plan der FR, der Verkehr bis zum Kaufhof vorfährt und rechts über die Biebergasse abfließt. Vergleicht mal die beiden Pläne des aktuellen Journals und der FR und Ihr wißt, was ich meine.


    Solche Zeichnungen sollten dann doch stimmen!!! Denke im obigen Bsp. ist das Bild der FR das richtige.

  • Laut einem Gutachten der Industrie- und Handelskammer werden die Knotenpunkte Eschenheimer Turm und Kornmarkt dem erwarteten Verkehrsaufkommen nicht gewachsen sein.


    Aber immerhin tut sich etwas auf der Hauptwache und nebenbei entstehen auch noch mehr als 1400 neue Parkplätze.