Neugestaltung der Hauptwache (aufgeschoben)

  • Die Zeil und der Platz, der heute An der Hauptwache heißt, haben über Jahrhunderte funktioniert, unter verschiedensten Bedingungen und Anforderungen.


    Seit staufischer Zeit ein überregional bedeutsamer Viehmarkt, brauchte es an dieser Stelle schon immer Platz, um einerseits das eintreffende Vieh in den Viehhof zu treiben, der sich an der Stelle des heutigen MyZeil befand, zum anderen nicht weniger davon, um das gekaufte Vieh durch die Katharinenpforte, ein romanisches Stadttor, in die Stadt zu befördern – bis runter zur heutigen Weißfrauenstraße gab es bis ins 19. Jahrhundert kein weiteres Stadttor. Dadurch ist dieser große Platz entstanden und übrigens auch der bis heute durch die Baufluchten ablesbare Trichter zur Zeil hin.


    Weiter war auf der Zeil schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts, als die Viehmärkte ein Ende hatten, so viel los wie heute, teilweise sogar noch mehr, da früher Wohn- und Geschäftsnutzung eine Koexistenz führten, was allerdings bereits gegen 1900 stark Richtung letzteres kippte. Wer Platzangst hat, kann sich auch nochmal die historischen Bilder hier angucken, die exakt die gleichen Baufluchten zeigen wie heute, nur mit anderen Gebäuden, und eben der Hauptwachenkonfiguration mit Schillerdenkmal, wie sie angestrebt ist. Ob das zu sehende Grünzeug wiederkommen soll, ist ja noch nicht recht ersichtlich.

  • #239#240#241
    Die wirtschaftlichen Gründe sind selbstredend nachvollziehbar und sicher hat der Platz in der Historie seinen Zweck erfüllt. Trotzdem erachte ich persönlich die Nachverdichtung nicht an jeder Stelle für sinnvoll (ganz anders "Alstadt-21" am Römer). Ob und in wie weit die Treppenkrater verschwinden und wie die neuen Zugänge letztendlich gestalltet werden ist noch nicht abschliessend gefasst (Stichwort Be- und Entlüftung / Tageslicht in der unteren Ebene). Platzangst gab es z.B. beim WM-Public Viewing auf Rossmarkt und Rathenauplatz (trotz oder wegen 2 getrennter Screenareas). Es wollten mehr Menschen zuschauen als hinein konnten. Es sind zwei kleinere Plätze, eingerahmt durch Strassen, die ein zusammenhängendes Konzept eben nicht ermöglichen:nono:. Die Konsti behindert sich durch ihren Sockel selbst. Mehr wäre eben nur auf der Hauptwache möglich, als schöner, großer, zentraler, luftiger Platz.

  • "Loch" bleibt offen

    Die Druckausgabe der FAZ Rhein-Main-Zeitung berichtet von einer "Nebenabrede" der Schwarz-Grünen Koalition, die eine Aufschiebung der Hauptwachen-Umgestaltung auf unbestimmte Zeit beinhalte. Das hieße, dass eine Schließung des "Lochs" nicht innerhalb der Legislaturperiode bis 2016 verwirklicht würde. Auch die Umgestaltung der Konstabler sei davon betroffen. Die eingesparten Gelder sollen der Aufwertung der Stadtteile zugute kommen.

  • Um die Kosti wäre es wirklich schade, hier liegt doch immer noch viel im Argen - auch wenn ich sich seit dem Umbau des Bienenkorb-HHs die Aufenthaltsqualiät etwas gebessert hat.


    Bei der Hauptwache bin ich hin- und hergerisssen. Gerade diesen Samstag morgen bin ich seit Längerem wieder an der Hauptwache aus der S-Bahn ausgestiegen und gleich hoch auf die Zeil... das "Loch" wirkt schon ungemein urban, mit all seinem Durcheinander von Menschen und Bauwerken. Wäre nicht vielleicht eine "einfache" Sanierung der Treppen, Geläder und Decken der B-Ebene ausreichend? Ein ruhiges Kleinstadt- oder Boulevardflair mit Schillerdenkmal und Bäumen kann ich mir an der Hauptwache so gar nicht vorstellen.


    Die Stadtteile, allen voran Höchst, wird diese Entwicklung wohl sehr freuen!

  • Projekt zurückgestellt, aber nicht abserviert

    Laut Journal Frankfurt klingt die vorläufige Absage an eine neue Hauptwache doch nicht so drastisch wie in der FAZ. CDU-Fraktionschef Helmut Heuser erklärt, man wolle abwarten wie sich die finanzielle Situation der Stadt entwickle, da 17 Millionen Euro viel Geld sein. Es wäre keine Entscheidung dagegen, sondern geniesse nicht oberste Priorität. So sind stattdessen erst die Nebenstrassen der Zeil im Visier. Außer dem finanziellen Argument liefert Grünen-Fraktionschef Olaf Cunitz zwei weitere Gründe. Erstens, habe die CDU in den Koalitionsverhandlungen wenig Interesse an dem Projekt an der Hauptwache gezeigt. Zweitens, wolle man nach dem Umbau der Zeil eine weitere Großbaustelle in der Innenstadt zunächst vermeiden.


    Kritik an der Aufschiebung gibt es aus dem Lager des CDU-geführten Planungsdezernats. Man befürchtet die "Baufälligkeit" der Konstablerwache sollte man mit dem Umbau der Hauptwache zu lange warten. Es scheint innerhalb der CDU Unstimmigkeiten zu diesem Thema zu geben. Dies mag damit zusammen hängen, dass die zeitaufwändigen Vorplanungen zum Umbau schon laufen. Durch den Parlamentsbeschluss hätte man schon Ende 2012 beginnen können.

  • Tja, das war es dann erst einmal mit dem Umzug von Herrn Schiller an die Hauptwache. Wie die FR berichtet, sorgen die "prekäre" Finanzlage der Stadt FFM in Verbindung mit den doch recht hohen Umzugskosten von Friedrich dafür, dass das 17 Mio. Euro Projekt erst einmal auf Eis liegt. Ein Trostpflaster wird für ihn wohl sein, dass er dem Bau des Taunusturms aus erster Reihe wird zusehen können. Vielleicht erklärt er sich ja dazu bereit, ein Webcam zu schultern, dann hätte die Sache wenigstens etwas Gutes an sich.


    Man kann Friedrich nur wünschen, dass die Stadt FFM vielleicht in den nächsten Jahren doch noch etwas Geld auftreiben kann, wenn etwa der 25. Museumserweiterungsbau doch nicht unter dem Main mit Glaskuppeln nach oben sondern in einem "biederen" oberirdischen Gebäude entsteht. Dann kann er sich auch einmal im MyZeil bei Hollister mit neuen Klamotten eindecken und den Mief sowie Taubendreck von der Taunusanlage loswerden.


  • Bei der Hauptwache bin ich hin- und hergerisssen. Gerade diesen Samstag morgen bin ich seit Längerem wieder an der Hauptwache aus der S-Bahn ausgestiegen und gleich hoch auf die Zeil... das "Loch" wirkt schon ungemein urban


    Sehe ich auch so, sieht so wirklich recht urban aus. Das "Loch" sollte man definitiv nicht schließen.


    Besser man investiert generell in die Gestaltung der B-Ebene -> hier würde es einiges zu tun geben.

  • Wovon träumst du nachts? Solange die Deutsche Bahn daran beteiligt ist, was sie beim Bahnhof Hauptwache definitiv ist, kann man bis zum St. Nimmerleinstag auf eine ansprechende Gestaltung warten – siehe das Trauerspiel der sogenannten Neugestaltung des Tiefbahnhofs am Hauptbahnhof. Gott sei Dank, dass die Stadt als Eigentümer von allem über NN wenigstens an dieser Stelle die Möglichkeit hat, einen Deckel über das Elend zu stülpen.

  • Ich kann Eagle's Meinung nur teilen...
    Es gibt viel zu viel gemecker über den Krater, aber gerade dass macht den Ort doch bisschen Urbaner als so ein doofer 0815 Deckel ...
    Ich wäre ja schon gespannt auf evt. Bildmaterial/Lösungsvorschläge aber allein die Tatsache einen 2ten Rossmarkt draus zu machen ist einfach fatal meines Erachtens :mad:

  • Schon durch die Platzverhältnisse als Kreuzung mehrerer jetzt schon chronisch überlaufener Einkaufsstraßen sowie das Zentralgebäude in Form der Hauptwache (evtl. noch mit Angliederung des Schiller-Denkmals an alter Stelle) kann gar nicht der „Goethe- / Rathenauplatz-Effekt“ eintreten. Im Gegenteil, mit Deckel würde hier wahrscheinlich ein zweiter Paulsplatz entstehen. Cafés in der An der Hauptwache-Westseite könnten expandieren.


    Der Goethe- / Rathenauplatz hat das Problem, dass er bis in das 18. Jahrhundert ein Pferdemarkt war, seit das vorüber ist, hat man sich um seine Nutzbarmachung und Urbanisierung gemüht, was aber nie richtig geglückt ist.


    Die Töpfengasse hat der Rat schon im 17. Jahrhundert (!) bewusst vor die Goetheplatz-Ostseite bauen lassen, um dort Töpferläden (daher der Straßenname) anzusiedeln, und eine geschäftliche Nutzung abseits der Pferdemärkte zu schaffen. So blöd waren also auch unsere Urahnen nicht, wohl aber unsere Großväter, die die Töpfengasse nach dem Zweiten Weltkrieg wieder platt gemacht haben.

  • Umgestaltung Hauptwach

    Der hässliche Deckel muss zu! ...und dann muss an die Stelle ein grüner Platz mit Wegen, Bänken, Grassflächen (!) und Bäumen. Ein kleiner Platz, an dem man verweilen möchte, keine Steinwüste wie am Goetheplatz. Und ja, RMA, die Cafés sollten dann da auch ein paar mehr Tische rausstellen dürfen.
    Früher hatte man Platzgestaltung irgenwie besser drauf...

  • Schöne Perspektive, Beggi. So sieht das ganz stimmig aus.
    Schade nur, dass wir wissen, dass hinter der Hauptwache der "Krater" zur B-Ebene liegt. Wenn dieser noch verschwinden würde, hätten wir eine schöne Eingangssituation für die Zeil.

  • Ich verstehe garnicht, wieso alle gegen diesen "Krater" sind. Ehrlich gesagt finde ich, dass dieses Loch dem Platz irgendwie mehr Profil (im wahrsten Sinne des Wortes) gibt. Eine große, ebene Fläche wäre langweilig, sowas gibt es auch ein paar Meter weiter schon am Goetheplatz. Vorallem auf Fotos von der Zeilgallerie aus sieht der Platz mit dem tiefen Eingang zur B-Ebene so viel spannender aus!

  • Auf keinen Fall. Städtebauliches Desaster, furchtbare Wegeführung und vor allem vorm Maredo gleicht die ganze Situation einem Hindernisparcours. Der Krater muss weg. Und wer sagt denn, dass dann ein trostloser Platz draus werden muss wie der Rossmarkt? Schaut euch die Vorkriegsbilder an, so geht Platz!
    B-Ebenen sollten von ihren Ausmaßen her generell eher auf das dringend nötige reduziert werden, ob da Tageslicht einfällt oder nicht ist so ziemlich das unwichtigste. Der Fußgängerverkehr gehört an die Oberfläche.

  • Zumal ja die ursprüngliche Begründung für die Verlegung der Fußgängerwege nach unten, entfallen ist. Erdacht wurde die B-Ebene in einer Zeit, da die Innenstadt aus allen und in alle Richtung anfahrbar war und man der Autoflut Platz schaffen wollte. Indessen ist ein Konkurrent um den knappen Verkehrraum, der Autoverkehr, weitgehend verdrängt worden, deswegen gibt es keinen Grund mehr, an diesem Konzept festzuhalten.


    Hinzu kommt, dass die VGF als Hausherr der Ladenpassage enorme Schwierigkeiten mit der Haustechnik hat. Die Leerstände spechen für sich. Von daher denke ich, die Zeichen stehen gar nicht so schlecht für eine Generalsanierung incl. Schließung der Zwschenebene, wenn nur das liebe Geld nicht wäre....

  • (Ich poste es mal hier - kann gerne verschoben werden)


    Mike Josef stellt den Standort für das MOMEM (Techno-Museum) in Frage. Er will eine Gesamtlösung für die Hauptwache und damit auch einen Deckel über dem Hauptwacheschlund neu prüfen lassen. Wenn dies mit dem Museum kollidiert, will er auch über einen neuen Standort nachdenken. http://hessenschau.de/kultur/s…m,momem-standort-100.html


    Nur gut, dass bisher ja noch niemand sich dazu Gedanken gemacht hat und wir alle Zeit der Welt haben. Damit steht das Techno-Museum wieder vollkommen in Frage, auch wenn es anders klingt. Jetzt prüft man erstmal ein, zwei Jahre und dann fängt man wieder von vorne an.


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    Hinweis Mod: Zum MOMEM hier ab #40.

  • Am 7.2.2018 schreibt die FAZ, dass sich der geplante Umbau der Hauptwache, Schliessen der Decke, Wiederherstellung des Platzes erneut verzögert.


    Der ursprünglich für 2017 geplante Wettbewerb für die Neugestaltung der Hauptwache wird auf 2019 verschoben.


    Die Stadt will erst einmal ausführlich prüfen, was unterirdisch zu machen ist, bevor es oberirdisch weiter geht.


    Es soll auch erneut ein Gutachten ertellt werden, wie sich eine Deckelung der Hauptwachenöffnung auf den Brandschutz und die Statik auswirkt.


    Die FAZ merkt auch an, dass A) die Hauptwache unterirdisch auf dem neuesten Stand der Technik des Jahres 1968 (aka marode), B) die Hauptwache häßlich, C) die B-Ebene verwahrlost und D) die Station schäbig ist.


    Zudem ist festzustellen, dass die Stadt die Beseitigung der baulichen Problemzonen Bahnhofsvorplatz, Hauptwache und Konstablerwache kurzfristig nicht angehen will. Sei es ideologisch oder verteilungspolitisch begründet.


    Einerseits möchte man, dass die Bürger, Pendler und Gäste auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückgreifen, aber man investiert nicht in die Sicherheit und die Optik.


    Ein Künstler aus dem Ausland wurde vor Jahren eingeladen eine Skulptur für die Hauptwache zu machen. Er hat sich geweigert, da er die Hauptwache für den häßlichsten Platz der Welt hält.


    Die Hauptwache mit geschlossener Decke, ein paar Bäumen und dem Schillerdenkmal wäre sicher eine Bereicherung für die Stadt.

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