Wohnquartier "Stadtgärten am Henninger Turm" (in Bau)

  • Dass gealterte Fassaden zeitgenössischer Bauten oft unattraktiv wirken, liegt vor allem an den verwendeten Dispersionsfarben (die auf die Oberfläche des Außenputzes gestrichen werden). Wesentlich besser halten sich mineralische Farben, die dem Putz beigemischt werden. Solche durchgefärbten Putze, vor allem bekannt aus Mittelmeerländern und hierzulande von historischen Bauten, erhalten mit der Zeit eher etwas wie eine Patina. Sie nehmen allerdings Wasser auf, was in unseren Breitengraden problemischer ist als beispielsweise in Süditalien, und vertragen sich deswegen weniger gut mit konventioneller Wärmedämmung. Womit am Ende dieses kleinen laienhaften Exkurses das Ergebnis steht, dass im Dämmwahn gebaute Styroporwürfel mit Putzfassade sehr oft weiß sind.

  • Einen schönen Überblick über die Dimensionen des Geländes bekommt man beim Landeanflug auf FRA. Leider war eine bessere Bildqualität nicht möglich.




    Bilder: ec8or

  • 3 Etagenhöhen Unterschied in der Baugrube

    Nach den Luftbildern, hier 3 ebenerdig geschossene Bilder. Im linken Bereich haben die ersten Keller- bzw. Tiefgaragenmauern die Oberfläche erreicht. Auch die TG Einfahrt reicht nun schon über 2 Etagen in die Tiefe.



    Gesamtbild linkes Drittel



    In der Mitte arbeitet man größtenteils noch am untersten Stockwerk. Zur rechten Seite kein Bild, hier ist man nicht wesentlich weiter als beim letzten Update vor 3 Wochen. Auch der fünfte Kransockel liegt noch dort wo er zuletzt gesichtet wurde.


  • Am kommenden Wochenende beginnt der Verkauf der 207 Wohnungen des ersten Bauabschnitts. Aus diesem Grund wohl ist das Projekt derzeit in der Presse, so auch heute in der gedruckten FAZ. Daraus ein paar Informationen:

    • 800 Eigentumswohnungen insgesamt in (wie bekannt) drei Bauabschnitten bis 2020
    • Kaufpreise zwischen 3.400 und 6.000 Euro pro Quadratmeter
    • der unter Denkmalschutz stehende Park wird öffentlich zugänglich sein
    • eine Perspektive für die nicht denkmalgeschützte Villa Schubert gibt es noch nicht
    • die Villa Henninger hingegen steht unter Denkmalschutz, möglich etwa Nutzung als Ärzte- oder Bürohaus (derzeit ist die Villa "Showroom" für die Stadtgärten)
    • von 207 Wohnungen im Henninger-Turm sind 100 vergeben


    Das sind die Bauabschnitte (größerer Plan in #85 und zur Architektur des ersten Bauabschnitts oben #91):



    Plan: Actris Henninger Turm GmbH & Co. KG, Markierungen: Schmittchen


    1. Bauabschnitt blau umrandet
    2. Bauabschnitt gelb umrandet
    3. Bauabschnitt rot umrandet

  • Stadtgärten Wohnungen: Beschattung durch Henninger Turm?

    Ich finde das Projekt sehr spannend. Ich frage mich, ob der neue Henninger Turm einen Schatten auf die Wohnungen von Stadtgärten (Baufeld 1) werfen wird und wenn ja ob eine wessentliche Beinträchtigung entstehen kann.

  • Wird er. Allerdings aufgrund der geografischen Anordnung, mit dem Tum im Westen, nur im Sommer gegen Nachmittag/Abend. Wie Du auf Google-Earth selber ausmessen kannst, reicht der Schattenwurf des (niedrigeren) alten Turms im Dezember 2003 gegen 11:30 Uhr Vormittags einige hundert Meter weit, ist da aber nicht mehr wirklich vom Schatten niedrigerer Gebäude zu unterscheiden.


    Rechnerisch wirft der neue Turm am 20.06. zum astronomische Mittag einen Schatten von 105m nach Norden, wenn die Sonne exakt im Westen steht einen Schatten von 240m nach Osten (etwa bis zum mittleren Gebäude im Park in der obigen Grafik) und kurz vor Sonnenuntergang richtig weit nach Südosten (vom Turm aus etwa in Richtung der Kreuzung Freudenberger/Klingenberger Straße, aber viel weiter...).
    Am 20.12. reicht der Schatten am Mittag eigentlich 750m nach Norden (Zwischen Alt- und Neubau der Schule am Lokalbahnhof, aber auch hier nicht mehr differenzierbar) und kurz vor Sonnenuntergang noch weiter nach Osten - er trifft um diese Zeit etwa auf das zweite W des Wendelswegs.
    Alles andere liegt zwischen diesen Extremwerten.


    Da der Schatten sich mit der dopppelten Geschwindigkeit des Stundenzeigers einer Uhr bewegt, wird die Verschattung bei dem doch recht schlanken Tumprofil aber nicht lange anhalten. Genehmigung ist auch einfach, da der Bauherr der Wohnanlage und des Turms der gleiche ist, wird es wohl keine Beschwerden geben. :)

  • ^ Wenn Du die Winkelgeschwindigkeit meinst: Ist es nicht eher so, dass der Schatten sich halb so schnell wie ein Stundenzeiger bewegt? Denn jener umrundet zweimal innerhalb von 24 Stunden das Zifferblatt, während die Erde in dieser Zeit nur eine Umdrehung schafft...

  • Untergeschosse und Baugrube

    Drei Bilder, von links nach rechts aus dem Hainer Weg aus aufgenommen. Es wächst alles erwartungsgemäß. Während man im linken Bereich immer mehr auf dem Erdoberflächenlevel ankommt, hat man ganz rechts mittlerweile auch den fünften Kran (der mit Nr. 4 gekennzeichnete) gestellt. Hier dürfte es dann auch schneller voran gehen.




  • Für drei neue Straßen schlägt der Magistrat dem Ortsbeirat diese Namen vor (Vorlage):



    Grafik: Stadt Frankfurt am Main


    Der Name "Am Wassertempel" dürfte auf eine Wasserversorgunganlage mit Turm zurückgehen, die sich früher am Hainer Weg befand. Hier steht etwas darüber.

  • Nach ca. 1/4 Jahr ist wieder Zeit für ein Update. Einige Wohnhäuser befinden sich mittlerweile im fortgeschrittenen Rohbau:


    Nachfolgende 3 Bilder aus etwa denselben Perspektiven wie die letzten Bilder von vor 3 Monaten von MathiasM in #109:




    Bilder: skyliner

  • Einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Darmstadt ist zu entnehmen, dass die rund 800 Wohnungen des Quartier am Henninger Turm mit Erdwämre beheizt werden sollen. Eine bergrechtliche Genehmigung für Test- und Erkundungsbohrungen ist jetzt erteilt worden:



    Q

  • ^Auch auf die Gefahr hin, daß (wieder einmal) der Laie aus mir spricht:


    1) Handelt es sich um eine aktuelle Pressemitteilung des RP?
    2) Wie in Beitrag #112 zu sehen, befindet sich vieles auf dem "Stadtgärten"-Gelände schon in Bau, die Bodenplatten sind gegossen. Wo sollen da noch Erdwärmebohrungen in bis zu 100m Tiefe vorgenommen werden?


    Aber es kann (und wird wahrscheinlich!?) wohl nur so sein, daß das in der PM beschriebene "Erdwärmesondenfeld" auch am Rande des Baugebietes entstehen kann (wird) und die Leitungen an die Wohnhäuser angeschlossen werden.


    Auf alle Fälle ein sehr interessanter Vorgang, der auch auf der ggü. liegenden Seite zur Beheizung und Kühlung des HenningerTurms vorgenommen wurde (da aber schon, als nur eine Baugrube existierte), wie h i e r berichtet und auf Beggi`s Bildern h i e r gut an den roten aus der Erde kommenden Röhren zu erkennen ist. Insofern könnte ich mir jetzt auch meine Frage selbst beantwortet haben, als das die Bohrungen auch für den Henninger Turm nicht direkt unter diesem, sondern auch auf dem Baufeld nebenan entstanden...;)

    5 Mal editiert, zuletzt von skyliner () aus folgendem Grund: sorry, hatte den Link der PM nicht gesehen, Schmittchen...

  • Zitat

    Handelt es sich um eine aktuelle Pressemitteilung des RP?


    Ein Klick auf tunnelklicks Link und schon erscheint das heutige Datum als jenes der Pressemitteilung. Und es ist bei weitem nicht das ganze Quartier in Bau, sondern lediglich das erste von insgesamt vier Baufeldern. Die späteren Freiflächen mit eingerechnet noch sehr viel Platz für Bohrungen.

  • Die Bauaktivitäten auf dem von der neuen Straße "Am Henninger Turm" und dem "Hainer Weg" umgrenzte Bereich (s. Beitrag #110) sind so weit vorangekommen, dass jetzt einzelne Häuser deutlich sichtbar werden. Die Hauswände wachsen so zahlreich nach oben, dass der Überblick leicht verlorengeht. Das neue Wohngebiet ist riesig!




  • Hallo.


    Ich verfolge aus Lemgo den Bau der Stadtgärten in Frankfurt. Habe auf der Webcam gesehen das der eine Kran abgebaut wurde und zwischen den neuen Häusern am Hainer Weg aufgestellt wurde. Er dient für den zweiten Gebäuderiegel nehme ich an ?


    Liebe Grüße aus Lemgo


    Jean Phillip Steineke

  • Stadt genehmigt Abriss der Villa Schubert, Wendelsweg 70

    Die Stadt hat den Wünschen des Immobilien-Unternehmers Daniel Hopp entsprochen und den Abriss der denkmalgeschützten, im Jahr 1956 erbauten Villa Schubert (Foto) genehmigt. Das schreibt die Frankfurter Rundschau. Das städtische Denkmalamt begründet diese Entscheidung mit einer Stärkung des umgebenden Parks. Der Grünanlage misst die Behörde demnach mehr Bedeutung zu als der geschichtsträchtigen Villa des 2010 verstorbenen früheren Brauereibesitzers Bruno H. Schubert.


    Es fragt sich allerdings, wer diesen Park wird betreten können. Und was davon übrig bleibt. Denn natürlich hat Hopp die Absicht, das Grundstück zu verwerten. Geplant ist der Bau von "hochwertigen Stadtvillen". Hoffentlich wird dabei kein Ästchen abgeknickt.


    Mit "Wendelsweg 70" markierte Villa mit umgebendem Park auf einem Satellitenbild von Mitte 2013 ...



    Bild: Google


    ... und auf einer erst ein paar Tage alten Aufnahme von Beggi in der Ecke rechts unten:



    Bild: Beggi

  • ^ Das hat gleich zwei Geschmäckle. Zum einen fragt man sich mal wieder, welche Schutzwirkung eigentlich Denkmalschutz hat. Und das sage ich ganz allgemein, mit anderen Projekten im Hinterkopf, bei denen der Schutz mal vor Abbruch bzw. gravierenden Eingriffen schützte und mal nicht.


    Zum anderen bin ich sehr gespannt, welchen Raum diese 'hochwertigen Villen' einnehmen werden. Eine kleine Kette in erster Reihe entlang des Wendelswegs, dafür aber öffentlicher Zugang und Durchwegung des Parks - ok, das gäbe Sinn. Eine andere Parkbebauung, die mir in diesem Zusammenhang in den Sinn kommt, ging meiner Ansicht nach gründlich in die Hose. Dort entstanden Wohnblöcke mit zuviel Masse (Höhe, Kubatur) und wenig parkaffiner Anmutung.


    Hoffen wir hier also auf ein gutes Geschäft zwischen Investor und Stadt - mit einem Gewinn auch für die Frankfurter.