Berliner Stadtverkehr (Straße, Bus und Bahn, Gebäude)

  • Nochmal kurz OT:


    ^ Ich wollte nur damit sagen, dass locker 90%, wenn nicht 100% der Wähler der Partei wohl gegen den Weiterbau wären. Insofern vertritt sie nur ihre Klientel, was doch absolut legitim ist. Bei der SPD sieht das schon anders aus, aber auch diese hatte auf ihrem Parteitag gegen den Weiterbau votiert.


    Im Übrigen kann man die Planung durchaus kritisch sehen, nicht so sehr wegen dem durchaus vorhandenen Verkehrsbedürfnis, sondern beim Aufwägen von Kosten (nicht nur finanzieller Art) und Nutzen und im Angesicht der äußerst mangelhaften Anschlüsse (sinnvoll wäre nur eine Weiterführung zur Frankfurter, aber die wird aufgrund der immensen Kosten wohl nie kommen). Eventuell kommt dann doch noch irgendwann eine etwas realistischere Anbindung Richtung Treptow ins Spiel - das wäre dann Realpolitik.

  • ^^
    Richtig, ein bisschen A100 geht nicht. Wenn dann müssen die von dir genannten Anschlüsse allesamt geschaffen werden und in der Tat bis zur Frankfurter verlängert werden. Eines Tages... Was ich an vielen Gegenern nicht verstehe, gerade die, welche Umwelt- und Luftreinheitsgründe anführen: Eine Stadtautobahn mit konstant fließendem Verkehr ist doch viel sauberer, als wenn die gleiche Menge Autos an jeder Ampel stehen bleibt und den Motor dabei laufen lässt. Entweder mein Motor läuft 10 min auf der Stadtautobahn oder 1/2 Stunde auf städtischen Straßen. Wo verbrauch ich wohl mehr Benzin (eingedenk, dass auf der Autobahn eh nicht 200 gefahren wird)?? Von der Abgasbelastung in den betreffenden Stadtstraßen mal ganz zu schweigen....
    Hier ist man m.E. mal wieder dagegen, weil "dagegen" so´n Spaß macht und in Berlin zum guten Ton gehört. (Frust!)

  • Baukunst
    Das stimmt so nicht. Erstmal wird die Autobahn mehr Verkehr erzeugen weil plötzlich einige mit dem Auto schneller „durchkommen“ und daher mit dem Auto statt mit der BVG fahren werden. Zweitens wird es in der Puschkinallee / Stralauer Allee deutlich mehr Stau geben als bisher. Drittens finde ich es sehr problematisch durch den Friedrichshainer Kiez eine Autobahnschneise zu schlagen (Markgrafendamm / Ostkreuz / Gürtelstraße usw.). Das ist keine Kleingartensiedlung wie an der Grenzallee. Und diese Politdiskussion ist hier fehl am platze. Städtebauliche Argumente sind gefragt und kein Parteien-Streit.

  • Vertical:
    Dass eine Autobahnschneise durch Friedrichshain geschlagen werden soll, stimmt so ja nicht. Ab Ostkreuz ist ein Verlauf der Autobahn in einem Tunnel geplant. Oberirdisch wird man also von der Autobahn (außer während der Bauphase) nichts mitbekommen. Erst an der Frankfurter Allee Ecke Möllendorffstraße soll die Autobahn wieder oberirdisch angeschlossen werden und dort kann man nicht wirklich mehr von dicht bebauten Kiez sprechen. Durch die Verlagerung des Nord-Süd-Durchgangsverkehrs in den Tunnel wird der Friedrichshainer Kiez also profitieren. Oberirdisch, also auf Gürtelstraße und beispielsweise auch Boxhagener Straße wird sich der Verkehr durch den A100 Tunnel vorraussichtlich verringern. Auch auf Frankfurter Allee (der Abschnitt westlich der Ringbahn) und Warschauer Straße würde es zu Verkehrsentlastungen kommen, da Autofahrer aus Richtung Osten gleich in den Autobahntunnel fahren können um nach Süden zu kommen und eben nicht mehr über die besagten Straßen rollen müssen. Die volle verkehrsentlastende Wirkung wird die A100 erst bei einem Weiterbau bis Frankfurter Allee entfalten, aber dafür muss man eben erst mal den Abschnitt bis Treptower Park realisieren und dort vorrübergehend (!) etwas mehr Verkehr in Kauf nehmen. Also lieber schnell bauen als weitere Verzögerungen.

  • mescha
    So gesehen wird die Anschlussstelle Frankfurter Allee (ich stelle mir schon die Autobahn-Zufahrt vor dem Ring-Center vor) auch nicht das Ende der A100 bleiben. Der Ring soll ja irgendwann geschlossen werden. Also weiter durch den Pberg (Wisbyer Straße / Bornholmer Straße). Ich frage mich ob das auch alles untertunnelt werden soll.

  • ^ Momentan ist nur eine Weiterführung zur Landsberger Allee geplant. Der Plan zur Ringschließung stammt aus dem vergangenen Jahrtausend und ist m.W. obsolet, auch deswegen, weil spätestens ab Ostseestraße komplett untertunnelt werden müsste, und die Ringschliessung deswegen wohl unbezahlbar wäre.


    Einzige sinnvolle Maßnahme wäre ein Anschluss zwischen Michelangelostraße und Weißenseer Weg, da man momentan entweder über das Weißenseer Zentrum oder die Storkower gezwungen wird. Hierdurch wäre dann wirklich ein Ringschluss erfolgt, wenn auch im Norden und Osten größtenteils als Stadtstraße.


    Im Übrigen bezweifle ich auch eine oberirdische Weiterführung der Autobahn ab Frankfurter Allee. In Neukölln wird wegen 6 periphär gelegenen Mietshäusern protestiert, hier müssten bei der Hauptvariante dutzende sanierte Wohnblöcke und Altbauten weichen sowie die alte Pfarrkirche Lichtenberg samt Dorfanger aufwändig untertunnelt werden und auch die Nebenvariante über die Ruschestraße bietet so einiges Konfliktpotenzial. Da ab Frankfurter wieder komplett (bis auf die oben genannte fehlende Verbindung) vierspurige Stadtstraßen zur Verfügung stehen, glaube ich nicht daran, dass die Kosten hier den Aufwand rechtfertigen.

  • ^ An der Landsberger Allee aufzuhören wäre doch aber auch inkonsequent. Dann sollte man es doch besser so lassen wie es jetzt ist. Warum dann bis Frankfurter Alle weiterbauen? Welchen Nutzen bringt ausgerechnet der Weiterbau dieses problematischen Teilstückes? Die Umleitung von Pendlerströmen kann es jedenfalls nicht sein. Die fallen eher sternförmig auf das Zentrum ein. Vielleicht würde der Osten Berlins besser an den BBI angeschlossen. Obwohl das über die Köpenicker Landstraße und die A113 doch bereits ganz gut funktioniert.

  • Aus Neukölln Richtung Treptow und weiter nach Friedrichshain zu kommen ist momentan nur sehr umständlich möglich, hier erfüllt der Weiterbau also ein Verkehrsbedürfnis (wobei man sich drüber streiten könnte, ob es dann gleich eine sechspurige Autobahn sein muss). Auch wer vom Flughafen übers Adlergestell in die Stadt kommt und dann ein ein Zeil östlich der Warschauer/Danziger Straße und westlich der Rhinstraße hat, kommt dort nur mehr Schlecht als Recht hin. Für eine schnelle Verbindung Neukölln-Treptow-F'hain/Lichtenberg gibt es also durchaus Bedarf.


    Ab Frankfurter Allee dagegen ist es bis auf den genannten nötigen Lückenschluss möglich, komplett auf vierspurigen Stadtstraßen ohne Umwege den Ring zu umfahren. Aus ebendiesem Grund und wegen der bereits erwähnten immensen Kosten und städtebaulichen Folgen ist es m.E. nahezu ausgeschlossen, dass der Ring je als kompletter Autobahnring geschlossen wird.

  • ^ Also ich bezweifle ganz ernsthaft dass mit der Erschließung des Gebietes zw. Rhinstraße und Warschauer Straße der Weiterbau gerechtfertigt ist. Wie du schon sagst würde evtl. auch etwas Kleineres als eine Autobahn reichen. Ich würde den Dammweg ausbauen und evtl. das Ostkreuz mit einer Nord-Süd-Verbindung untertunneln. Dann ist das Gebiet gut angeschlossen.

  • ^ Das waren nur zwei Beispiele. Die Bedeutung der Verbindung wird sich in jedem Falle mit der Verlegung des Flugverkehrs nach Schönefeld immens steigen. Ansonsten gebe ich dir aber Recht - wichtig ist die Verbindung an sich, nicht so sehr, ob sie wirklich als sechspurige Autobahn ausgeführt wird. Ein Ausbau des Dammwegs würde allerdings nur neuen Vrekehr auf die Puschkinallee leiten, was nicht unbedingt zu einer Erleichterung in Treptow führen würde.


    Im Endeffekt ist aber wichtig, dass man sich seitens der Stadt und der Bezirke Gedanken um Alternativen macht. Hintergrund der Autobahnplanung ist ja scheinbar hauptsächlich, dass für die Kosten dann der Bund einstehen muss...

  • Na dann. 400 Mio für stattliche 3 km mehr oder minder sinnfreier Autobahn - das hat schon was in diesen Tagen. Da verzichtet man doch gern auf Humboldtforum & co...

  • ...ist genauwie das forum eine Frage des persönlichen Schwerpunktes, gegeneinander aufwiegen kann man diese beiden Projekte nicht, dazu sind sie doch viel zu verschieden.

  • das auszugebende geld aber schon... also ist ein vergleich in gewisser weise schon möglich angesichts der ganzen einspardiskussion....

  • Ich denke hier hinkt ein Vergleich tatsächlich, denn selbst bei gezielten Sparmaßnahmen dürfen strategisch wichtige Investitionen nicht unterbleiben. Beide Projekte werden zwar als solche bezeichnet, aber im Fall der Autobahn mit der entsprechenden Wirtschafts-Lobby und der direkteren Argumentation (bessere Infrastruktur mit den genannten Vorteilen für Unternehmen und Anwohner vs. Kultur + mögliche Mehreinnahmen aus dem Tourismus + Einsparungen der Sanierung von Museumsbauten in Dahlem).


    Also zwei verschiedene Rechnungen, die eigenständig durchgerechnet und verifiziert werden sollten. Ich fände es auch schade, wenn das "Schloss-Forum" eingestampft werden sollte, aber das hat m.E. nicht wirklich etwas mit der Autobahn zu tun.

  • Heidekrautbahn


    Die Verlängerung der Heidekrautbahn ist in der Diskussion. Was zum S-Bahn-Desaster schon funktioniert hat, könnte bald auf Dauer Realität werden: Der Senat prüft, ob und wie die Heidekrautbahn von Wandlitz/Basdorf kommend in die Innenstadt verlängert werden kann. Die einfachste und effektivste Lösung scheint die Verlängerung zum Bahnhof Gesundbrunnen zu sein mit einem Zwischenhalt an einem neu zu bauenden S-Bahnhof am Karower Kreuz. Alternativ wäre die Reaktivierung der historischen Linie über Wilhelmsruh, die jedoch viel teurer ist und mE auch auf Berliner Gebiet an den Siedlungen vorbeifährt.


    Hier der Artikel in der MoPo

  • ^
    Gestützt von einem Verkehrsgutachten (positives Kosten-Nutzen-Verhältnis) scheint aber die alte Stammstrecke über Wilhelmsruh und das Märkische Viertel die favorisierte Variante der NEB zu sein. Eben diese Viertel würde man neben Nord-Pankow so noch miterschließen. Die bisherige Anbindung nach Karow würde dann weiter als Nebenstrecke betrieben. Weiß zumindest die Märkische Oderzeitung.

  • Doch noch ein Empfangsgebäude für den Bahnhof Gesundbrunnen?

    Mehrere Printmedien berichteten zuletzt, dass der Bahnhof Gesundbrunnen nun doch noch ein Empfangsgebäude bekommen soll. Da gerade nicht April ist, hoffe ich mal, dass das keine Ente ist.


    Bahneigene Planer sollen demnach eine Stahl-Glas-Konstruktion entwerfen, die eine rund acht Meter hohe Halle bekommt. U. a. sollen dort dann Läden, Gastronomie und die Bundespolizei einziehen.


    Die Bahn spricht von einem "vollwertigen Bahnhofsgebäude“, deren Bau Ende 2011 beginnen soll. Weniger enthusiastische Stimmen nennen es nur einen "kundenfreundlichen Zugang".


    Na, da bin ich ja mal gespannt, ob diese peinliche Situation am Bf. Gesundbrunnen tatsächlich geändert wird...


    Quellen u.a.:
    Berliner Zeitung
    Stadtmorgen.de
    Aktuelle Punkt3

  • man sollte nicht vergessen, dass so ein bahnhofs-bau eine erstklassige möglichkeit ist, ladenfläcehn zu vermarkten - vielleicht ist dass der antrieb bei diesen plänen. Ich fänd's auf jeden fall besser, wenn der im moment etwas zugige vorplatz verschwindet :)