Berliner Stadtverkehr (Straße, Bus und Bahn, Gebäude)

  • U-Bahnhof Sanierungen

    Möglich dass das in Jo-Kings geposteten Video schon zur Sprache kommt (ich kanns mit der Verbindung grad nicht anzeigen).


    Die Morgenpost schreibt gestern jedenfalls:
    Die BVG will bis 2020 30 bis 40 der insgesamt 187 Stationen der U- und Hoch-Bahn sanieren. Die Mittel dafür sollen auch aus Landeszuschüssen für den generellen Erhalt der Infrastruktur kommen.
    Da bei der Sanierung viel Wert auf historische Details gelegt werden soll, ist auch mit bis zu 20% höheren Ausgaben pro Station zu rechnen.


    Angefangen wird nächstes Jahr (bei laufendem Betrieb) mit den Stationen Gleisdreieck, Kurfürstendamm, Voltastraße und Kottbusser Tor, die allesamt unter Denkmalschutz stehen.

  • Die City-West, ist bald dem Verkehrstechnischen Untergang geweiht:


    Die Spandauer Damm Brücke wird bis 2011 erneuert, an sechs Wochenenden muss sogar die Ringbahnstrecke gesperrt werden. Auf der Brücke selbst wird es zwei Fahrspuren geben, aber nur aus der Stadt raus.


    Da die Autobahnabfahrt und -auffahrt auch erneuert werden, gibt es die Abfahrtstelle dann nicht. Der Verkehr auf der Stadtautobahn wird auch eingeschränkt. Umleitungen des Spandauer Damms führen dann doch Wohngebiete. Könnt Ihr euch hier anschauen. Täglich sind das dann wohl so um die 230.000 Autos.


    http://www.tagesspiegel.de/ber…rg-Verkehr;art270,2462194

  • S21


    Es scheint mit der S21 weiterzugehen. Demnach ist eine Entscheidung für den Bau der S21 gefallen. Dabei soll zunächst die Anbindung von Norden erfolgen. Hierzu werden beide Richtungen des Nordrings angebunden, dies soll bis 2015/16 abgeschlossen sein. Danach soll dann der südliche Teil bis 2018 zum Potsdamer Platz gebaut werden. Alles in allem momentan ein Zeithorizont von 10 Jahren, das ist lang. Eine Haltestelle am Reichstag ist möglich, ein Bahnhof Perleberger Strasse im Planungsgebiet Heidestrasse zunächst nicht geplant. Die Kosten werden mit € Mio 317 beziffert, mit der Haltestelle am Reichstag etwa € Mio 330. Die S1 soll zukünftig nicht mehr zur Friedrichstr. fahren sondern vom Norden zum Hbf. Die S21 soll von Jungfernheide nach Potsdammer Platz verkehren und die S85 vom BBI über Ostkreuz, den Nordring, den Hbf nach Schöneberg/Zehlendorf. Die Grünen und der Fahrgastverband Igeb kritisieren das Konzept und favorisieren eine Anbindung im bestehenden Fernbahntunnel sowie eine Verknüpfung der S Bahn mit den U Bahnen am Gleisdreieck. Nachzulesen ist das alles noch etwas ausführlicher in der Morgenpost oder im Tagesspiegel


    Auch wenn das seitens des Senates entschlossen klingt, so meine ich, dass eine Gesamtbauzeit von mind. 10 Jahren recht lang ist und sich bis dahin in der politischen Landschaft noch so einiges verändern kann. Soweit ich weiss ist ein S-Bahnsteig ebenso wie die U-Bahn im Hbf schon als Bauvorleistung erbracht (weiß das jemand genauer?) und vom Süden reicht die Strecke im Prinzip schon ein ganzes Stück weit (ca 400m) vom Potsdamer Platz nach Norden (Heuboden). Somit verbliebe noch etwa ein Reststück von ca. 1500m zu bauen. Wenn man aber betrachtet welche Schwierigkeiten es in Berlin schon mit der U55 und deren Weiterbau Richtung Alexanderplatz gibt, so habe ich meine Zweifel ob dieses Projekt wirklich realisiert werden kann.


    Eventuell kann das jemand aus Berlin etwas einordnen und kommentieren?

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    Diese S-Bahnlinie ist verkehrstechnisch sicherlich keine echte Notwendigkeit - sondern eher ein "nice to have"-Projekt... genau wie die U55.


    Ich fände es viel besser, die U3 oder die U4 vom Nollendorfplatz in Richtung Potsdamer Platz (evtl. auch über Gleise der U2) und Hauptbahnhof zu verlängern.

  • @ Jai-C: Du meinst wohl auch, um z. B. Magdeburger Platz + Kulturforum U-Bahn-technisch mit einer verlängerten U3 oder U4 anzubinden?

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    Nicht direkt, aber solche Planungen gab es wohl schon (m.W. gibt es hierfür auch einen vorab gebauten U-Bhf unter dem Potsdamer Platz)... ist aber mit Sicherheit viel teurer als einfach die U2-Strecke zu benutzen.

  • Diese S-Bahnlinie ist verkehrstechnisch sicherlich keine echte Notwendigkeit - sondern eher ein "nice to have"-Projekt...

    Oh ja, die Nord-Süd-Anbindung des Berliner Hauptbahnhofs ist ein reines Spaßprojekt. Es ist auch kaum zu erwarten, dass sich am künftigen Endpunkt des Airport Express, mitten im Regierungsviertel der deutschen Hauptstadt, jemals ein Passagier finden wird, der in den Norden oder Süden Berlins reisen möchte. Der Berliner Hauptbahnhof, laut DB "der größte Kreuzungsbahnhof Europas", muss selbstverständlich nicht direkt erreichbar sein. Letztlich kommt man sowieso von jedem Punkt der Welt zu jedem anderen Punkt auf der Welt, wenn man nur oft genug umsteigt. Also wozu wichtige Verkehrsknotenpunkte direkt anbinden? Dafür besteht verkehrstechnisch doch keinerlei Notwendigkeit! :rolleyes:

  • Ich verstehe die Meinung, sie Nord-Süd-Anbindung des Hbf sei nicht notwendig, auch nicht und habe das auch schon manches Mal hier kundgetan.


    Der Fehler war m. E. von Anfang an, sich auf die Ost-West-Ubahn (sog. Kanzlerlinie) festzulegen, die für mich deutlich weniger nötig ist, denn in Ost-West-Richtng ist der HBF wirklich gut über die Stadtbahn angebunden, wo Züge im Minutentakt fahren und viele wichtige Zentren wie Zoo, Friedrichstr., Hackescher Markt, Alex usw. gut verbinden. Diese olle U-Bahn-Linie zieht nur sämtliche Ressourcen ab... Und ich wiederhole mich gern: Auch Touri-Familie Meier aus X-dorf will sicher erstmal ins Hotel oder zu ihren Gastgebern, als gleich mit sämtlichen Koffern das Brandenburger Tor oder die Linden zu besichtigen... Und das machen sie dan später lieber mit dem 100er-Panoramabus und nicht in einem Tunnel.


    Wer z. B. von Schöneberg, Reinickendorf oder Wedding zum HBF will, und dass sind nicht wenige, kommt nur umständlich dorthin. Und die Umsteigewege im Bf. Friedrichstraße sind relativ lang, die dortigen Rolltreppen unten eng (und oft kaputt).


    Das derzeitige Regionalbahnangebot durch den Tunnel ist erbärmlich, HBF-Potsdamer Platz-Südkreuz 3 Züge pro Stunde und Richtung, HBF-Gesundbrunnen sogar nur zwei. Also keine attraktive Direktverbindung.


    Und über die großen Alternativ-Fernbahnhöfe Südkreuz und Gesundbrunnen werden nur relativ wenige Destinationen direkt angefahren (Ostseeraum und München/Leipzig/Dresden/Prag, letztere auch nur von Südkreuz und nicht von Gesundbrunnen. Der größere Teil der Reisenden fährt Richtung Rhein/Main, Rhein/Neckar, Köln, Düseldorf, Ruhrgebiet, Hannover und das geht nun mal über die Stadtbahn. Hamburg immerhin z. T. auch von Südkreuz, dennoch müssen die meisten Reisenden halt zum Hbf (oder den ebenfals alles andere als gut angebundenen Ostbf). Und Spandau ist nur für einen kleinen Teil der Berliner als Startpunkt interessant, zumal dort lange nicht alle ICEs halten.


    Wer das so nicht glauben will, braucht sich nur mal die "Massenverteilung" der Fahrgäste an einem durchschnittlichen Reisetag auf den oberen und den unteren Fernbahnsteigen des HBF und denen von Gesundbrunnen und Südkreuz anzuschauen. Da sieht ein Blinder mit Krückstock, wo am meisten los ist. Auf den drei(!) Fern- und Regionalbahnsteigen am Gesundbrunnen ist sogar regelrechter Totentanz.


    Für mich ist es daher wünschenswert und dringend: Zügiger Bau der S21, bis dahin einen Variobahnverhehr als Vorläufer durch den Fernbahntunnel. Gute Vorschläge dazu gibt es ja zuhauf. Ein 10-min-Takt muss dort einfach geboten werden. Und noch haben die Röhren unten Kapizitäten zu Genüge.


    BTW: Ich finde den neuen HBF ein absolut gelungenens und notwendiges Bauwerk. Aber die Anbindung ist äußerst schwach. Das Thema Bushaltestellen einfach nur peinlich. Ein Miniwartehäuschen wie an Omas Altenheimstraße in Lichtenrade-Süd, für sämtliche Buslinien, weit weg vom Eingang... Das man da keine deuliche Verbesserung hinkriegt, ist mit absolut unverständlich.

  • wenn die s21 käme, fände ich es zum einen schade, dass die bahnhöfe friedrichstr oranienburgerstr nordbahnhof und humboldthain an bedeutung verloren, aber das kommt daher, dass ich da wohne.
    wenn dann zB die s1 da nichmehr lang fährt, hat man zwar eine genauere anbindung, aber man muss auch züge streichen.


    den platz vor dem hauptbahnhof finde ich auch erbärmlich. ich hab mal gelesen, das wäre vergessen worden, aber dagegen würde ich alles was ich besitze verwetten. vielleicht kommt das daher, dass man noch nicht weiß was da gesamt hinsoll, hochhaus, humboldthafen etc.
    ich finde eh, das hier voll das potential verschenkt wurde, einen weltstädtischen platz zu inszenieren, der dann vermittelt zwischen dem zu bauenden quartier heidestraße und dem hauptbahnhof und dem dahinterliegenden regierungsviertel. irgendwas identitätsstiftendes und mit einem gewissen aufenthaltswert. Etwas mondänes und nich diese subway-blechdosen.
    aber vielleicht ändert sich das wenn tatsächlich die s21 kommt, die u5 kommt (evtl verlängert bis jungfernheide) und die tram da ist.
    [generell in deutschland großes defizit im gestalten von städtischen räumen und plätzen]


    ich habe übrigens kein verständnis das man überhaupt daran zweifelt, die s21 mit einer station im heidestraßen quartier auszustatten (perleberger brücke oder so), nur bei s-bahnhof bundestag bin ich mir nich sicher ob es den braucht.

  • Immerhin gibts du zu, dass du speziell als Anwohner diese Sorge hast, kaktus. ;-)


    Ich denke, die genannten Bahnhöfe werden kaum an Bedeutung verlieren, wenn die S21 kommt. Auf der heutigen Nord-Süd-S-Bahn fahren ja genug Linien, so dass selbst bei Aufteilung auf den alten (über Friedrichstr.) und zukünftigen Tunnel (über HBF) jeweils ein 5-min-Takt angeboten werden kann.


    Die nicht erfolgte Platzgestaltung vor dem Bahnhof ist allerdings eine weitere Frechheit. Niemand verlangt, hier 'zig Millionen zu investieren, solange die umliegenden Gebäude nicht gebaut sind. Aber bis zum Abschluss aller Bauprojekte, was noch etliche Jahre (evt. Jahrzehnte) dauern wird, den Status Quo beizubehalten, ist einfach nur peinlich. Mit vetretbaren Mitteln ließe sich mit Bänken, etwas Grünzeug und ein paar Deko-Elementen (z. B. Skulpturen, evt. ein Brunnen) und einer vernünftigen Pflasterung einiges verbessern - speziell in Richtung Spree. Zumal die Plätze selbst ja auch in Zukunft nicht bebaut werden.


    Die Station "Bundestag" (östlich des Reichstags) für die S21 halte ich auch für verzichtbar, es wäre eh kein Umsteigebahnhof und wer am Reichstag ist, kann mit der dann fertigen U55 zum HBF fahren - wahlweise vom Brb. Tor oder vom Ubf. Bundestag in der Paul-Löbe-Allee.

  • trotzdem, was ich mit der verschlechterung meine, ist dass man dann nicht mehr eine anlaufstation für die nord-süd-linien hat
    in zukunft: ich brauch die s1 jmd anders die s2, dann kann man nich zusammen warten oder so(der eine friedrich, der andere hbf)
    in der innenstadt ist das angenehm das nord-süd und ost-west jeweils eine trasse ist...

  • Naja, die Farbe ist immer Geschmackssache.


    Es ist einfach so, dass wir die Straßenbahn meist mit den alten, gemütlichen Straßenbahnen in engen Kopfsteinpflastergassen assoziieren, als nostalgisches und gemütliches Verkehrsmittel.
    Ich mag auch sehr gern die Städte, wo die Situation noch so ist. (Tw. Lissabon etc.)


    Aus rein praktischer Sicht sind die neuen halt besser, da musss man mit dem modernen Outfit halt leben. Zum Glück gibt es ja nch ein paar Museumsbahnen, die ab und an fahren... Schöner fand ich sogar die ollen Tatras, trotz Treppenstufen und größere Enge innen.

  • Also ich finde das neue Design gar nicht so schlecht. Wenn ich es richtig verstehe, soll es sogar eine Hommage an den u.a. in Berlin geprägten Bauhausstil sein. Es ist mal was anderes. Aber es wird ja auch noch weiter andere Versionen auf den Straßen geben. Für die schöneren aber leider auch weniger effizienten historischen Modelle muss man ja eh meist ins Museum gehen.

  • Die Farbe ist nicht neu, die GT6N-Z sieht farblich fast genauso aus wie die Flexity Berlin. Dabei geht es auch nicht um Ästhetik, solange sich immer noch einige Fußgänger überfahren lassen, weil sie Geschwindigkeit und Bremsweg von Straßenbahnen unterschätzen, ist eine solche karnariengelbe Warnfarbe einfach notwendig. Ob das Design nun tatsächlich vom Bauhaus inspiriert oder einfach nur typisches Industriedesign ist und vor allem, ob Bauhaus wirklich ein für Spree-Athen typischer Baustil ist, sei mal dahin gestellt. Der Hammer sind doch die in der Langversion 7 Segmente. Mit vierzig Metern Länge und sechs Gelenken (heute üblich sind zwei) muss das Teil beeindruckend aussehen, wenn es sich um enge Kurven schlängelt. Bis zu 239 Plätze (88 Sitz- und 151 Stehplätze) in einer einzigen durchgängigen Bahn, sind einfach eine ganz neue Dimension.

  • Frage an die ganzen Berliner: Färht eigentlich eine Tram zum neuen HBF, bzw. ist geplant, eine Tram dorthin zu bauen?
    Das würde doch schnell gehen, und recht günstig sein.