Kulturmeile/City-Boulevard

  • Puntagorda
    Alles klar - in den 60er wurde viel Murks gebaut und deshalb sollten wir heute nichts mehr bauen :confused: Zurück auf die Bäume!
    Oder vielleicht sollten wir die Königstraße wieder öffnen (ist ja auch ein Deckel über der U-Bahn).


    Der Minideckel der bereits gebaut wurde hat einen erheblich anderen Charakter als der kleine Schlossplatz aus den 60ern. Und nach der Umgestaltung ist er (auch wenn ich die Treppengestaltung misserabel finde) doch ganz gut gelungen. Wäre da noch ein hübscher Brunnen und etwas Grün wäre der Platz richtig ansehnlich.

  • Puntagorda
    Mit dem Ex-Kleinen Schloßplatz ist dieser Deckel kaum vergleichbar:
    1. Wie Suevian schon bemerkt hat sind wir 30-40 Jahre weiter und haben hoffentlich dazugelernt.
    2. Wäre der Kl. Schloßplatz begrünt immerhin besser als die viel kritisierte Betonwüste gewesen.
    3. Setzte man damals eine massive Freitreppe an den Schloßplatz. Hier nun herrschen weiche Übergänge vor.


    monströse Betonplatte, die man auf halber Höhe zwischen die bestehende Bebauung einhängen würde. Von der Alten Staatsgalerie bis zum Charlottenplatz sind fast alle bestehenden Gebäude hervorragend an die gegebene Topographie angepasst.


    Beton ist natürlich immer dabei, es kommt aber zum Glück darauf an, was man daraus macht, hier v.a. wie man die Oberfläche gestaltet. Da gibt es ausreichend Freiheitsgrade.


    Hinsichtlich Topographie stimme ich zu, daß die Gebäude bisher von der B14 leicht erhoben liegen. Aber man kann nicht behaupten, daß dies ein Hauptcharakter der Kulturmeile sei. Das fällt eh wahrscheinlich nur uns auf, weil wir uns intensiver damit beschäftigen. Ich sehe jedenfalls keinen größeren Schaden, bald ebenen Weges von einem Park kommend ins Museum zu schreiten statt über den "Boulevard" bzw. zwei Fußgängerampeln noch einen kleinen Aufstieg vor sich zu haben.


    Übrigens ist die Deyhle-Idee genau das, was ich mir ursprünglich unter "Deckel" vorgestellt hatte. Was daraus inzwischen im Alltags-Klein-Klein wurde ist ein 2/3-Tunnel.


    Daß nun ausgerechnet ich hier die am stärksten "autofreie" Lösung vertrete...

  • ebenen Weges von einem Park


    ???
    ...aber erst nachdem man eine Treppe mit Blick in den Bundesstraßenschlund erklommen hat!


    Und folgende Details geraten dabei ganz unter die Platte:
    http://www.stuttgart.de/sde/gl…/mdb/item/136714/1493.jpg
    http://www.laustersteinbau.de/…senfassaden_hdg_stgt1.jpg


    Das ganze Ding wäre ein ungeheurer Fremdkörper im Talkessel.
    Und die Kulturbauten (Neue Staatsgaerie, Oper etc.) würden von halb-oben betrachtet nur noch lächerlich wirken, ihre Fassaden wurden von Sterling und Co. als Gesamtes entworfen (gerade bei der N.St.!), es wäre eine Sünde sie hüfthoch in Beton einzugießen...

  • Stimmt, das würde man von Straße und Schloßgarten nicht mehr sehen. Ein Wermutstropfen. Vom Tunnel aus sähe man das natürlich auch nicht mehr. Wichtig aber zu erwähnen, daß die im ersten Bild sichtbare Wasseranlage von Deckel und für Besucher weiterhin sichtbar bliebe. Die Mauer an der N.St. ist wahrlich schön. Man sollte diese Machart bei den Brunnen oder etwaigen neuen Bauten aufnehmen. Zusammen mit den ebenso gestalteten Gebäuden des Stirling-Ensembles hätte man diesen Anblick dann auch mengenmäßig bewahrt.


    ...aber erst nachdem man eine Treppe mit Blick in den Bundesstraßenschlund erklommen hat!


    Irgendwo muß logischerweise der Geländesprung sein. Es gibt folgende Anforderungen:
    - Geländesprung wg. Höhenunterschied und Durchfahrtshöhe
    - Möglichst weitgehendes Unsichtbarmachen des Straßenraums
    - Erhaltung der Verkehrskapazität
    - Sicht auf Bestandsgebäude


    Wenn also schon Tunnel/Deckel gebaut werden, scheint es mir einfach logisch, den Geländesprung dort zu bauen wo er als solches gleich die andere Anforderungen weitestgehend miterfüllt. Natürlich nur, wenn er zwar gewohnte Perspektiven verändert, aber eben nichts grundsätzlich zerstört. Das ist hier der Fall, weil die Gebäude auf der anderen Seite leicht erhöht stehen - so gesehen eine glückliche Fügung.


    Daneben wäre aus meiner Sicht gerade bei der einmailgen Kulturmeile noch die Anforderung zu sehen, möglichst hohe Aufenthaltsqualität zu schaffen, eine Gestaltung, die künftig Einzug in Bildbände und Postkarten finden sollte. Möglicherweise sogar eine weitere Attraktion - kein Kitsch - oben drauf. Ziel unter anderem: weitere Steigerung des Städtetourismus.


    Der Blick in den "Bundesstraßenschlund" ist bestimmt nicht obligatorisch, es handelt sich um einen ersten Wurf. Könnte mir außerdem vorstellen, daß es keine Treppen werden wie in der Skizze, sondern noch weicher ohne Treppe.

  • nein, ich kann mich damit nicht anfreunden.


    Max BGF
    Ich glaube ohnehin nicht, daß der Deckel ganz bis zum Charlottenplatz geht. Wahrscheinlich wird an das jüngst gebaute Deckelchen angeknüpft, so daß diese Investition, von der es einmal hieß, sie stünde anderen Lösungen nicht im Wege, gerettet ist.


    So ist es aber geplant. Der Tunnel soll meines Wissens vom Gebhardt-Müller-Platz unter dem Charlottenplatz hindurch bis in die Hauptstätterstr. reichen. Also eben die vier Durchfahrtspuren ersetzen. Zusätzlich soll noch ein Deckel auf der anderen Seite des Charlottenplatzes gebaut werden. Dadurch würde der Zugang Richtung Bohnenviertel verbessert.
    Außerdem könnte man entlang der Hauptstätterstr. ebenfalls mal breite Gehwege anlegen, die an die Kulturmeile dann mit neuen Fußgängerüberwegen anknüpfen, sodass die B27 direkt am Charlottenplatz überquert werden kann. Wenn das Gelände aber über der Kulturmeile schon erhöht ist, dann wird das alles nur schwer möglich sein bzw. nie eine Einheit bilden. Auf das gleiche Problem würde man am Gebhardt-Müller-Platz stoßen.



    Übertreiben wir mal nicht. Wie Du schreibst, würdest Du zwar Bebauung zwischen Schloß und B14 befürworten aber ein Geländeschwung soll nicht akzeptabel sein?


    Der Geländeschwung ist eine Straßengalerie mit Graß drauf und würde wohl bis zum Charlottenplatz reichen und müsste dann über 4m über dem heutigen Straßenniveau liegen. Die Straße ist aber hier schon höher als das Schloss. Dann wäre man auf dem Deckel mind. 6m über dem Schloss. Dieser Geländesprung müsste durch eine Treppe ausgelichen werden, die ähnlich Dimensionen hat wie die am Kunstmuseum. Würde diese Galerie nicht bis zum Charlottenplatz reichen, wird z.B. den Besuchern der Bibiliothek jedesmal der Blick in den Betontunnel zugemutet. Wie auch immer. Vom Schloss hätte man den Blick auf Betonbauwerke, die keinen Nutzen außer sich selbst haben und kein Leben in diesen Bereich der Stadt bringen. Auch an der Rückseite der Oper würde dadurch zwangsweise hinterhofartige Strukturen entstehen, wenn man denn nicht einfach die unteren beiden Fensterreichen zuschüttet. Das Problem an einem solchen Deckel ist eben immer, dass es irgendwo Ein- und Augänge gibt, die meiner Meinung nach die Verbesserung, die sie mit sich bringen gut wieder aufwiegen. Das nächste Problem ist der Lärm. Die gesamte Tunnelgalerie wäre ein schöner Lautsprecher Richtung Schlossgarten. Wenn du schon einmal an einer Tunnelausfahrt gestanden bist, weißt du was ich meine.


    Das ein Boulevard auch mit Straße in der Mitte funktionieren kann zeigt auch die Champs-Élysées. Für die Kulturmeile müsste dann Tempo 30 eingeführt werden und den Fußgängern mit Ampeln und evt. sogar Zebrastreifen Übergangsmöglichkeiten gegeben werden.


    Suevian
    Und nach der Umgestaltung ist er (auch wenn ich die Treppengestaltung misserabel finde)
    dann bin ich ja froh, dass das nicht nur mir aufgefallen ist. Die Wegeführung ist nun wirklch behindert ;-) Genau so bekommt man keinen Boulevard. Da müsste alles aus einem Guss sein...

  • Um den Aufgang zur Neuen Staatsgalerie wäre es wirklich schade. Und sicherlich ist eine Galerie in einen Autotunnel nicht wirklich was erstrebenswertes.
    Hinter dem Schloss könnte man ja die "verlorene" Treppe 1:1 wieder aufbauen und anstelle der Galerie wäre eine eine Grünanlage in terassierter Form möglich und ein Brunnen, wie er zwischen dem HdG und der Staatsgalerie liegt.
    damator
    die Ein- und Ausgänge aus dem Tunnel müssten optisch ansprechend gestaltet werden (Vorbilder könnten die Tunnel an der Wagenburg- oder Schwabstraße sein). Wichtig ist es auch, dass die Alte Staatsgalerie und das Wilhelmspalais nicht abgewertet werden. Hier bin ich jedoch guter Dinge, dass eine gute Lösung gefunden werden kann. Schwieriger glaube ich, ist die Situation an der Oper. Eine ansprechende Gestaltung, damit dieses Gebäude nicht wirklich in ein Loch fällt, dürfte schwierig werden.

    • Das Land will offenbar 35 Mio. EURO beisteuern, das ist wohl die Hälfte der Baukosten
    • Streitig: Welche Variante, Fahrbahn in der Mitte (Verkehrsplaner Sobek) oder am Rand mit mittigem Grünstreifen (favorisiert von Stadt)
    • OB: Städtebaulicher Wettbewerb für die ganze Umgebung, einschließlich der wichtigen Erweiterungen: Landesbibliothek, Staatstheater sowie Landtag


    Quelle mit Visualisierungen zum Vergleich: StN

  • Spontan fände ich die Idee von Sobek besser, die Fahrstreifen beide in der Mitte möglichst eng zusammen zu legen, ohne irgendwelche Verkehrsinseln einfach vier Spuren mit Doppelstreifen getrennt. Finde aber gut, dass dazu noch eine Diskussion stattfindet. Naja mal sehen, was der Wettbewerb bringt. Auf jeden Fall mal sinnvoll, die Neuerungen unter einen Hut bringen zu wollen.

  • Interessant, daß in den ganzen Artikeln mit keinem Wort auf Deyhles Vorschlag eingegangen wird.


    Ist aber auch relativ egal. Dan baut man jetzt mal den Tunnel, umso leichter läßt sich dann später überdeckeln. Nur dauert das dann länger und kommt insgesamt teurer.

    • Landtagspräsident Straub (CDU): Neubau Erweiterung Landtag über den künftigen Kultumeilen-Tunnel bauen
    • Neubau für neuen Plenarsaal und Funktionsräume notwendig
    • Generalsanierung des 50er-Altbaus nach Rathaus-Muster zu teuer
    • Durch den Neubau an diesem Standort würde u.U. die angedachte (Noch-) Tieferlegung Abgeordneten-Fußgängertunnel (der im Moment unter der B14 verläuft, zum Abgeordnetenhaus), Kostenpunkt 3.5 Mio. EURO (!), überflüssig:
    • Verbindung Landtag - Erweiterung (auf B14) - Abgeordnetenhaus durch Glasbrücken (!)
    • OB: Kaum denkbar


    Quelle: StN, 12.09.07

  • Neubau über den Kulturmeilen-Tunnel ? Wie soll denn das bitte aussehen ? Hat der an die verbleibenden Spuren gedacht ? Warscheinlich mit Trägern über den 4 verbleibenden Fahrspuren und der Brücke zum Abgeordnetenhaus. Diesen Standort kann er sich wohl abschminken. Dann eher noch auf dem Parkplatz neben dem Großen Haus

  • Gemeinderatsmehrheit für Untertunnelung steht offenbar

    • Mit-Finanzierungszusage des Landes steht noch aus
    • Gemeinderatsbeschluss noch im Herbst, Varianten "Parkerweiterung" und "Stadtboulevard"
    • Städtebaulicher Gestaltungswettbewerb geplant
    • Grüne: Nur 800m (Kulturmeilenuntertunnelung) zu kurz gegriffen
    • Freie Wähler: Deyhle-Pläne aufgreifen


    Quelle: Esslinger Zeitung-Online http://www.ez-online.de/lokal/…ttgart/Artikel1294281.cfm


    • IHK unterstützt Deyhle
    • Untertunnelung nur dann sinnvoll, wenn weniger Autos oberirdisch fahren
    • Baubürgermeister Hahn lässt Deyhle-Pläne aber prüfen, wenn auch skeptisch, er gehe von 20 Mio. EURO für den Bau des Deckels aus


    Quelle: StN-Online http://www.stuttgarter-nachric…n/page/detail.php/1544926


    Ich kann den Deyhle-Plänen viel abgewinnen, ermöglicht doch der Deckel eine vom Verkehr ungestörte Nutzung als echte Fußgängerzone. Das "Schwarzes-Loch-Argument" von Hahn hat sicher auch was, aber da bin ich mir sicher, dass man das gestalterisch in den Griff bekommen kann.

  • Das "Schwarzes-Loch-Argument" von Hahn hat sicher auch was, aber da bin ich mir sicher, dass man das gestalterisch in den Griff bekommen kann.


    Tut mir leid, aber wie oben beschrieben hab ich da ganz große Zweifel... :nono:

  • Aus o.g. StN-Artikel:


    Er wundere sich, sagte Stihl unserer Zeitung, dass die Stadt sich nicht näher damit befasse. Sie solle Deyhles Anregung "nicht nur als lästige Idee eines Bürgers" betrachten.



    Puntagorda , Deine Zweifel sind berechtigt, es gibt jedoch kein Optimum, also geht es darum die bessere Variante zu wählen. Die eigentliche Idee 'Deckel', für die immerhin 70 Mio € berappt werden müssen, ist jedenfalls mit der Variante breiterer Grünstreifen und vier oberirdischer Fahrstreifen schlicht nicht erreicht. Das wäre Kosmetik. Oder würdest Du dazu sagen, die B14 sei unter die Erde gelegt?

  • Oder würdest Du dazu sagen, die B14 sei unter die Erde gelegt?


    Das muss sie doch auch gar nicht unbedingt sein. Es gibt doch genug Beispiele für vielbefahrene Straßen, die trotzdem ein schönes Flair besitzen. Es kommt nur darauf an, wie sie gestaltet sind und wie Verkehr und Fußgänger geleitet werden.


    Herr Deyhle darf seinen Vorschlag gerne noch weiter ausarbeiten, vielleicht überzeugt er mich dann mit mehr und genaueren Visualisierungen, aber momentan habe ich noch große Zweifel, weil das halt auch ganz schlimm in die Hose gehen kann!

  • Gestern zufällig im Rathaus entdeckt, offenbar eine Studie von Studenten zum Thema B14 und städtebauliche Ergänzungen, inkl. Kulturmeilentunnel und S21


    Hochhaus am Neckartor, Innenministerium


    Neues Gebäude an Kreuzung Schillerstr. mit Zugang Tiefbahnhof

    Staatstheater-Erweiterung?

    Offenbar Erweiterungen Staatsarchiv, rechts Staatsbibliothek, links Landtag

    Erweiterung Landtag

    Neues Charlotten-HH (schlanker & höher, so muss es sein!)


    Bilder:Wagahai


    Bzgl. der untertunnelten Kulturmeile wird offenbar die Variante der Stadt favorisiert, heißt Grünstreifen in der Mitte.

  • Und so etwas schimpft sich Architekturstudenten...??


    Kein Wunder, dass man bei den meisten Wettbewerben nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera hat.
    Anscheinend kommen nur noch Blinde durch dieses Studium... :nono:

  • Puntagorda, willst Du Dein vernichtendes Urteil villeicht ein bisschen auch begründen?


    Mir gefallen die Ideen recht gut, wenn auch in der Summe etwas streng wirkend.
    Der Anbau am Staatstheater scheint mir zu nah an der B14, bzw. da passt vielleicht optisch wie praktisch kein weiteres so großes Gebäude hin.
    Das Gebäude an der Kreuzung Schillerstr. scheint nicht originell genug für einen Solitär. Da muss noch ein bisschen daran gefeilt werden ;)
    Hingegen gefällt mir die Idee mit der Erweiterung des Landtags mit einem umrahmend wirkenden ziemlich langen und schmalen Gebäude gut. So bekommt der Charlottenplatz auch eher einen geschlossenen Charakter, und der hässlich-banale Landtags-Altbau fiele dann auch weniger auf.
    Allerdings wirkt die gegenüber liegende Seite mit Staatsarchiv- und Stabi-Erweiterung sehr dicht und massiv. Vielleicht kann man da ein bisschen abspecken oder nach Möglichkeit zurück versetzen.
    Das neue Charlotten-HH wäre natürlich der Knüller, als echte Dominante für den neuen Charlottenplatz, man stelle sich auch hier die mit Spannung erwarteten Da Vinci-Planungen vor, welcher idealer Weise ähnlich großstädtisch konzipiert sein sollte. Ich weiß, Du findest die Idee weniger gut ;)
    Ähnlich gut als HH-Standort finde ich Neckartor, beim HH könnte man sich noch etwas einfallen lassen. So wirkt es noch ein wenig streng/steif.