Kulturforum

  • Eigentlich hilft am Kulturforum nur eines: Konsequenter Einsatz der Natur.


    Alles außer Nationalgalerie und Matthäuskirche mit wildem Wein und Efeu überranken lassen, Wiesen, Bäume und Teiche anlegen. Dann wächst wenigstens zusammen, was nicht zusammenpasst.

  • Dieser Ansatz ist sicher nicht falsch, zumal die Bauten auch nie gedacht waren, um urbane Räume zu bilden. Sie standen ja eher als Solitäre in einem gefühlten Wiesen-Fortsatz des Tiergartens. Allein die Piazzetta und der Vorplatz der Matthäikirche müssten stärker als gefasste Räume begreifbar und erlebbarer werden.

  • Ich finde immer noch den Ansatz von Stephan Braunfels mit dem Kreisverkehr und den Torhäusern sehr gut (auch wenn ich nicht alle Ideen mag von ihm). Das hätte der Potsdamer Straße ihre Wucht genommen und das Kulturforum besser strukturiert. Hier noch mal zur Erinnerung die Idee:




    Copyright: Stephan Braunfels

  • ^ Dabei handelt es sich aber um einen regelrechten Verkehrsplatz, der vermutlich auch keine Aufenthaltsqualität hätte. Auch die Anmutung des Sternplatzes finde ich an dieser Stelle vollkommen falsch, weil dort keinerlei weitere Hauptstraßen kreuzen als die Potsdamer. Allein die Nachverdichtung durch die beiden Torbautenpaare ergäbe zumindest eine klarere Fassung der Räume.

  • Interessant fand ich den Ansatz des Kulturforums einer mit Blick auf die Wiedervereinigung der Stadt angelegten kulturachse bis ins historische Zentrum hinein davon merkt man eigentlich gar nichts mehr - bei der Notwendigkeit einer Fassung besagter Räume gebe ich dir recht - die Frage wäre nur wie - bisher hat man sich bei der Arealproblematik mit nie zu Ende gedachten und ausgeführten landschaftsplanungskonzepten befasst - ob das hier reichen würde?

    Offenkundig weiß man in der Breite um die Defizite des Kulturforums- und kann die Mankos auch klar definieren.

    Es herrscht selbst hier weitgehend Einigkeit über aufgezeigte Schwächen in Organisation und Architektur / Darum frage ich mich warum man seit gefühlt 50 Jahren an diesem Areal herumdoktert ohne ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Der letzte Ausgeführte Versuch durch Hillmer und Sattler soweit ich weiss.

    Nun der hochkontroverse Bau von Herzog und de Meuron.

    Ich bin hoch misstrauisch und gewinne den Eindruck man reichert es einmal mehr um eine architektonische Blockade mehr an.

    Das steht dann schließlich auch erst mal so rum - die Bauten sind größten Teils in ihrer Urheberschaft so geadelt dass Befreiungsschläge für eine effektive Neuorganisation gar nicht denkbar sind.


    Wie du richtig schriebst war das Konzept nicht dazu gemacht urbane Räume zu bilden ,die städtische Entwicklung arbeitet aber deutlich dagegen.

    Teilweise stehen die Bauten nun gefühlt einfach falsch.

    Die Situation des Iberoamerikanischen Institutes verlangt eigentlich nach einer eher weitläufigen, hochgärtnerischen Einbettung - die sehr strassenlastige Ausrichtung macht diesen Unruhigen, sich verzettelnden massigen Bau eher zu einer Kampfansage an den Rest der Stadt.

  • Ich denke, es fällt so manchem prominenten Verantworlichen schwer, ein ausgewogenes und sinnvolles Urteil über diese ganze Anlage zu fällen. (Ich nenne jetzt mal keine Namen, damit es nicht wieder heißt, dass ich alle Frauen hasse. Lach... gerade ich.) Interessanterweise ist der Respekt vor Mies und Scharoun bei vielen in der Baupolitik so groß, dass sie - wie im ersten Wettbewerb fürs neue Museum bewiesen - sich zwischen Philharmonie und Nationalgalerie gleich komplett im Untergrund eingebuddelt hätten. Wer allerdings will tatsächlich den großen Namen der Architektur an dieser Stelle den nötigen Respekt versagen?! Im Kulturforum aber genießen Mies und Scharoun bei vielen Entscheidern uneingeschränkte Immunität, und das ist natürlich Unsinn. All diese Bauwerke zum Heiligtum zu erklären ist schlichter Unsinn. Und wenn ein Raum nicht funktioniert, dann haben die Bewohner der Stadt das Recht darauf, dass die Planer korrigierend eingreifen. Ich selber bin ein wahrhaft heißblütiger Verehrer Scharouns. Doch wenn seine Bauten im Berliner Zentrum stadträumlich nicht funktioneren - wie bei dem von dir genannten iberoamerikansichen Institut - dann darf und muss sich die Stadt etwas einfallen dürfen. Wir leben eben nicht mehr im poetisch-vergessenen Vakuum des Zonenrands.

  • Noch ein Nachtrag zu Mies und Gutbrod. Letzterer hat sich in seinen Entwürfen immer ausgesprochen intensiv mit der Umgebung seiner zu erschaffenden Bauten beschäftigt. Sein Entwurf für die Philharmonie, die ja urspünglich neben dem Joachimsthalschen Gymnasium gebaut werden wollte, ähnelte dem Scharounschen Entwurf sehr stark, Gutbrod integrierte jedoch bestehende Vorkriegsbauten in seinen Entwurf, um ein harmonisches Ganzen zu schaffen. Scharoun dagegegen schert sich wenig um seine Nachbarn. Zumal seine Stabi ja sogar vom Himmel quer auf die alte Postamer Straße gefallen zu sein schien.


    Und Mies wählte für Berlin - wie hier sicher mancher weiß - seinen Entwurf für das Bacardi-Großraumbüro im kubanischen Havanna, also einen Bau, der erhaben und frei auf einem Hügel thronte. Das dieser städtebauliche Zugang bzw. Un-Zugang zu keinen sinnvollen Stadträumen im Berlin Zentrum, an einer Hauptstraße und neben einer Uferstraße führt, darf einen Städteplaner durchaus auch zur kreativen Umgestaltung der Sitation anregen.

  • Das Dilemma besteht darin und ich wiederhole mich gern in diesem Fall des Kulturforums, dass dieser Bereich nie städtebaulich betrachtet wird. Immer nur werden einzelne Areale wie auch jetzt wieder mit dem Museumsneubau, herausgepickt, nur für den enggezirkelten Bereich des Objekts selbst, geplant und gebaut. So können keine Synergien oder räumlichen Zusammenhänge entstehen. Und das größte Manko, es fehlt an einem Konzept für das Kulturforum, das über die nächste Dekade hinausreicht auch inhaltlich; und das wichtigste, das ganze gehört in EINE Hand. Recht eigentlich völlig unverständlich wieso dieser zentrale Bereich nicht in die Verantwortung der Senatsbaudirektion oder höher angesiedelt wird. Es sollte ein Herzensanliegen der Hauptstadt und ihrer Verantwortlichen sein hier etwas würdiges, sinnstiftendes und ästhetisch vertretbares zu schaffen. In Paris wäre so etwas wie das Kulturforum das Objekt der Begierde eines jeden Präsidenten um sich in einer großen Geste eines Grand Projet in den Annalen zu verewigen. Hier jedoch ....


    ps. Zu Braunfels Planung das gezeigte Foto von KaBa1 zeigt den meiner Meinung nach besten Entwurf für das neue Museum. Dieses sanft gestaffelte Etwas ist tausendmal besser in allen Kriterien als das was jetzt dort entsteht. Auch die Einfassung und Vorbauung der Gemäldegalerie und des Kunstgewerbemuseums führt zu einem wirklichen Forumscharakter, faßt das gesamte Areal und verbindet die Solitäre. Der einzige der das begriffen hat. Hier im DAF aber leider auf große Ablehnung gestoßen ist.

  • ^

    Die Potsdamer Straße, deren Verlauf Scharoun komplett ignorierte, war nicht nur eine der ersten "Kunststraßen" in Preußen und eine bekannte Adresse, sie war auch Teil der Reichsstraße 1 von Aachen nach Königsberg. Aber gut, das Kulturforum war eben die totale Abkehr von der alten Vorstellung einer europäischen Stadt, sicherlich auch ein bewusster Gegenentwurf zur Nord-Süd-Achse der Nazis, die an der Stelle bereits in Bau war (die Ruine des Hauses des Fremdenverkehrs ist z. B. noch im Kult-Film "Eins, zwei, drei" zu sehen). Ein aufgelockerter, großzügiger Stadtraum, ganz ohne Dichte und Monumentalität. Aber obwohl man im Grunde auf nichts Rücksicht nehmen musste und (besonders bis 1989, aber auch noch heute, wie man sieht) Geld auch keine große Rolle spielt, ist das Kulturforum - trotz der großen Architekten - in seiner Gesamtheit ein städtebauliches Debakel. Selbst wenn man Scharouns Gesamtentwurf mit Gästehaus umgesetzt hätte, wäre es nicht viel besser.... Die Moderne hat architektonisch so viele großartige Einzelgebäude hervorgebracht, scheitert aber fast immer, wenn es um Stadtplanung oder auch nur um die Planung eines Platzes geht. Aber auch der Block der drei von Gutbrod entworfenen Museen - ein Schlag ins Gesicht, und das von einem Mann, der die Stuttgarter Liederhalle gebaut hat. Auch ich erhoffe mir vom "Museum der Moderne" nicht viel, mir hat schon die kleine "Scheune" von Herzog & de Meuron auf dem Vitra-Gelände nicht gefallen - ins Gigantische vergrößert wird sie bestimmt nicht besser. Dem Vorschlag, bei dieser Stadtlandschaft eher auf die Landschaft zu setzen und etwa durch Seen und Kiefernhaine Verbindungen zu schaffen, kann ich einiges abgewinnen...

  • ^^ Ach ja Mitterands Grand Projekts. Die streng hierarchische Bibliothek vor der jedermann vor Ehrfurcht erstarrt. Mit Zwischenräume, die im Winter nicht zu nutzen sind.

    Und Peis Pyramide, deren Eingang für die Massen an Besuchern, etwa 30 000 am Tag, viel zu klein geplant wurde. Diese Projekte sind bei Gott nicht fehlerfrei.

  • Immer werden hier die gleichen Narrative reproduziert, die seit über 40 Jahren (Jobst-Siedler) städtebauliche Strukturen in einer bestimmten Weise lesen... Ich finde, man kann Stadt unterschiedlich lesen und die Boulevard-Platz-Blockrand-Systematik ist nicht der Maßstab für alles. Wenn man bereit wäre Stadt anders zu lesen, könnte man auch hier zu angemessenen Ergebnissen kommen. Viele Argumente sind sehr draufprojeziert. Das Kulturforum wollte nie eine italienische Piazza werden, Scharouns Idee war eine lockere Verteilung von Baukörpern in einer Landschaft... Zentrales Problem ist meines Erachtens die zerschneidende Wirkung der neuen Potsdamer Straße und die gegen die Grundidee der Stadtlandschaft arbeitende amorphe Großstruktur mit Gemäldegalerie und Kunstgewerbemuseum. Wenn man diese beiden Bereiche in Richtung Stadtlandschaft entwickelt hätte und Solitäre in einer Parklandschaft stehen würden, wäre das noch immer keine "Stadt" wie viele sich hier wünschen, aber die innere Widersprüchlichkeit wäre überwunden und ein konsistenter Raum entstünde - die Erweiterung des Tiergartens bis zum Landwehrkanal mit Architektursolitären

  • ^ Dieses Denken wurde, wie du selbst beschreibst, leider schon früh konterkariert. Dennoch bietet es für einzelne Situation noch immer den sinnvollen Ansatz, Zwischenbereiche eher poetisch, also mehr als Garten zu denken und zu gestalten. Dies aber passiert nicht. Meist wird vollversiegelt und danach funktinonalistisch möbliert. Der Raum wird als urban deklariert, ohne diesem Ansatz gerecht werden zu können, weil weder klare Straßenräume noch Plätze entstehen. Zwischenräume zwischen Solitären in einer zu durchschreitenden Landschaft indes könnte man als Garten leicht poetisieren. So entstünden sicher manche Perspektiven mit kontemplativen Qualitäten. Doch mit der von dir angesprochenen Potsdamer Straße ist der größte Raum in seinem gartenhaften Potential im Grunde zerstört. Das ist ja das Dilemma so vieler großer Nachkriegsstraßen, die in sanfte Landschaften gebettet wurden, welche durch die Straße selbst zum Unort werden.

  • Zentrales Problem ist meines Erachtens die zerschneidende Wirkung der neuen Potsdamer Straße ...

    Das ist abstrus. Jetzt ist also die Potsdamer Straße schuld, weil das Konzept der Stadtlandschaft hier nicht funktioniert. Die Potsdamer Straße ist deutlich älter als die moderne Idee der Stadtlandschaft. Nicht die zerschneidende Wirkung der Straße ist das Problem. Sondern die Tatsache, dass man die Stadtlandschaft direkt an der Potsdamer Straße realisieren wollte.

  • < Wobei wir wieder am Anfangspunkt meines Statements angekommen sind, in dem ich bat die damalige Situation zur Entstehung des Kulturforums mitzudenken. Die Potsdamer Straße war eine kleine Straße die vor dem Todesstreifen endete. Aus der weiten Prärielandschaft ragten nur das Weinhaus Huth und die bis zur ersten Etage runtergebombte Ruine des Esplanade Hotels, in einiger Entfernung die gewaltige Ruine des ehemaligen Kunstgewerbemuseums jetzt Martin Gropius Bau, und wie schon erwähnt das Ungetüm des einzig gebauten Gebäudes der Germania Planung das immense Tortenstück des Hauses des Fremdenverkehrs ungefähr am heutigen Platz der Neuen Nationalgalerie, hervor. Zum Osten hin die Mauer und Todesstreifen und in weiter Ferne nahezu nicht Existent, sowas wie eine Zukunft, für diesen Unort. Die Idee diesen vermaledeiten Bereich zu beleben, undzwar mit Kultur, war eine zutiefst politische Entscheidung, also wenig rational oder gar stadtplanerisch überlegt, begründet.


    Hier ein absolut interessanter Link besonders der kleine Film ist sehenswert:

    https://www.nationalgalerie20.…chichte-des-kulturforums/

  • Aber ob wir wollen oder nicht, sind durch den Mauerfall die Karten neu gemischt. Es wäre auch komisch, wenn wir 2021 noch den Stand von 1963 hätten. Das macht es zwar nicht leichter, weil man nun sinnvoll auf die Verdichtung gen Mitte hinüber 'moderieren' muss. Das ist gerade hinterm Musikinstrumentenmuseum, wie hier schon oft besprochen, leider komplett misslungen. Zwischen den Kernbauten des Forums jedoch ist durchaus noch Spielraum für die von dir beschriebene Interpretation als 'Heideland' in das die Bauten wie Skulturen gestellt sind. Ein harmonisches Ganzes aus dem gesamten Kulturforum zu machen, erscheint mir indes unmöglich.

  • Schon richtig, aber es verdeutlicht ja auch die Misere die uns Scharoun mit seinen fantastischen Solitären hinterlassen hat, die seinem Konzept einer Stadtlandschaft folgen und unserer Unfähigkeit heutzutage damit umzugehen weil wir ein ganz anderes Konzept verfolgen.

  • Die von Scharoun fabrizierte Misere ist für mich vor allem, die sich 'poetisch' und kleinteilig öffende Stabi hin zu einer unwirtlich breiten Hauptverkehrsstraße. Das neue Museum fasst diesen Raum demnächst zwar, allerdings nur mit einer fast hermetischen Flanke, die im Grunde auch die Stabi als längstes Vis à Vis links liegen lässt.

  • Ich kann mit der Stabi nicht allzu viel anfangen. Mich stört diese goldene Magazinwand, auch wenn das eine Referenz zur Philharmonie sein mag, passt sie für mich nicht zum Gebäude sowohl von der Farbe als auch die Gestaltung als fensterlosen Block, der im Gegensatz zu der doch recht filigranen oder verspielten Gestaltung der Fassaden und Dächer. Als ich das erste Mal vorm Eingang der Gemäldegalerie mit unschuldiger Ignoranz auf die Stabi geblickt habe, hielt ich den Klotz für die Rückwand vom Musicaltheater, bis mich jemand dezent auf meinen Fauxpas hingewiesen hatte.... Scharoun wird's verschmerzen.


    Was allerdings noch mehr stört ist diese Lage. Durch die Bebauung der 'Rückseite' die bis auf ein paar Meter heranreicht, gibt es eigentlich nur eine Seite von wo aus man das Gebäude sehen kann und der Blick vom Kulturforum wird zum einen doch sehr von dem Parkplatz davor und den ewigen Baustellen, Containern usw. beeinträchtigt - das geht seit Jahren so - und dazu noch das Hyatt das den vorderen Bereich dermaßen überlagert, dass man schon dreimal hinschauen muss um überhaupt was zu erkennen.

    Die Wirkung der Stabi ist dadurch enorm reduziert. So ein Gebäude müsste einfach viel freier stehen damit es entsprechend zur Geltung kommt und seine Vorzüge erkennbarer werden. Von daher ist der Schaden den das neue Museum jetzt diesbezüglich deiner Meinung nach verursacht, für mich eher unbedeutend.


    Wie einige hier auch, kann ich nicht nachvollziehen warum man nicht mehr mit Bäumen und Grünflächen arbeiten, um diese jetzige Situation zu verbessern. Ein durchgehendes Landschaftskonzept entwickeln, das alle Bereiche und Gebäude umfasst und somit erlebbarer macht. Dann wäre auch viel mehr Aufenthaltsqualität gegeben, was ja gegenwärtig das größte Manko darstellt. Es gibt so einige Ecken, die kaum genutzt werden, quasi toten Raum darstellen. Aber das ist schon nicht mehr möglich, da der ganze Bereich um die Philharmonie ja bereits neu angelegt wurde, völlig isoliert betrachtet ohne jeden Bezug auf ein mögliches Gesamtkonzept, sieht sauber und nett aus, aber enttäuschend. Es ist schon komisch. Bei Unter den Linden pflanzt man vier fette Baumreihen auf engsten Raum und die Architektur ist überhaupt nicht mehr sicht- und erlebbar und hier hat man vor jeden Busch oder Baum der höher als ein Meter ist Angst, die heilige Philharmonie oder andere Gebäude könnten in ihrer Sichtbarkeit eingeschränkt werden, so kommt es mir jedenfalls vor.

    Ebenso fände ich es überlegenswert, dass man den Skulpturengaren der Nationalgalerie, den ich sehr mag, nach Norden öffnet und eventuell vergrößert. Ich hoffe mal die Sigismundstasse wird geschlossen damit dieser Raum nicht so zerteilt bleibt.


    Egal was kommt, Besserung ist kaum in Sicht, trotzdem freue ich mich auf's Museum des 20 Jhr. und ich halte es für gelungen,

  • ^Die teils hermetische Anmutung der Stabi resultiert aus der Funktion des Büchermagazins. Das ist ein Merkmal der meisten großen Bibliotheken, welches Scharoun bewusst ästhetisch in den Mittelpunkt rückt. Vor dem Krieg hätte man einen Portikus in den Vordergund gerückt, zur Betonung des heeren Wissens, dem sich die Menschen dort demütig nähern dürfen. Scharoun aber erklärt die funktionalen Bauaufgaben zum eigentlichen Wesen des Hauses und macht diese einzeln sichtbar. Dabei schöpt er aus der Notwendigkeit, die vielen Bücher vor Sonnenlicht zu schützen, eine gewisse Dramatik der äußeren Gestalt. Interessanterweise löst sich der teils gewaltige Bau dann mittels der vielen Sekundäfunktionen wie frei liegenden Seminarräumen, Foyers etc. kleinteilig nach außen hin auf. Als große, komplexe Bauskultur wird das Volumen dadurch behutsam nach außen abmoderiert. Doch die gesamte Kante zur Potsdamer wirkt dadurch aus Sicht des Fußgängers eher verzettelt und ist schwer zu lesen, während die Schwalben aus der Vogelschau vermutlich ihre helle Freude an der Komposition haben.


    Dein Plädoyer für ein Landschaftskonzept erscheint mir hier indes unbedingt nachvollziehbar.