Nordbahnhofs-Areal

  • Insgesamt wirklich schade, was da wieder innerhalb des Rings bzw. direkt an selbigem an Beliebigkeit hingestellt wird.


    Gerade entlang des Rings hätte Nürnberg problemlos das eine oder andere Leuchtturmprojekt gutgetan, wobei das "turm" in Leuchtturm dabei zwar ein schöner Traum ist, nicht aber der Kern der Aussage.


    Einfach ein urbanes Projekt, das nicht in die eine Beliebigkeit


    -gesichtsloser und später völlig lebloser Reihenaufbewahrungsmist, der genauso in jedem Neubaugebiet am Rand von Weißenburg oder Hoyerswerda stehen könnte


    oder die andere beliebte Beliebigkeit


    -das nächste der unzähligen Projekte mit pseudosozialem Geblubber drumrum, mit realistischen Worten-mit programmierter Ghettobildung, in dem stinknormale Leute der ebenso stinknormal arbeitenden Bevölkerung, die einfach nicht zum völlig unzeitgemäßen Pendler werden wollen, ordentliche, ganz normale Wohnungen mit Infrastruktur finden könnten, sicher nicht lange gegen die meist schon vor Fertigstellung beginnende bewohnergemachte Verwahrlosung ankommen


    fällt. Warum schafft das eigentlich keine Stadt mehr? Mal ehrlich, Häuslebauerbeliebigkeiten bekommen in Herpersdorf, Kornburg, Gaulnhofen oder so genug Ausbreitungsfläche geboten, wer solchen Müll mag, kann ihn dort doch viel stimmiger bekommen.

  • Die Vermarktung vom ersten Baufeld hat anscheinend am Wochenende begonnen. Es steht ein Infocontainer der Firma Grasruck am Gelände. Im Moment werden wohl nur Eigentumswohnungen (2,3 und 4 Zimmer) vermarktet.


    Hat hier noch jemand weitere Infos?


    Gruß
    Markus

  • Die Planungen sind sehr weit, es muss eigentlich nur noch gebaut werden. Die einzelnen Pläne können hier mehr eingesehen werden:


    Link zu den Planungen Nordbahnhof:
    http://www.nuernberg.de/imperi…alisierung_2011_11_24.pdf -> hier: (Google Maps)


    Link zu den Planungen Tucher-Gelände einige Meter weiter (als Vergleich):
    http://www.nuernberg.de/imperi…alisierung_2011_11_24.pdf -> Standort: Google Maps


    Es ist also schon sichtbar, dass der ehem. Nordbahnhof weniger dicht bebaut werden wird als das Tuchergelände. jeweils abhängig von der Umgebungsbebauung.
    Insgesamt weiss ich nicht was ich davon halten soll. Ich kann den Wunsch schon verstehen, dass jeder etwas Grün vor der Nase haben will, und die Wohnräume bitte großen luftigen und privaten Innenhöfen zugewandt, aber möglichst nach Süden oder Westen zur Sonne ausgerichtet sein sollen. Darunter leidet aber der öffentliche Raum, da diese Strategie abgeschlossene Wohnhöfe schafft. Insgesamt sind vom Nording aus gesehen die ersten paar hundert Meter eher ruhig und auch etwas ländlich-einfach. Als gute Wohnlage ist mir eher der südlichere Teil, der dichter bebaut ist, bekannt.

  • Am Nordbahnhof gehts - wenn auch langsam - ebenfalls voran. Die Gründungsarbeiten und der Innenausbau am Schluss dauern ja bekanntermaßen am längsten. Da wird noch sehr sehr lange gebaut. Im Hintergrund ist das herrliche Jugendstil-Schulhaus in der Uhlandstraße zu sehen.


  • So gut es ist, wenn solch brachliegende Grundstücke nun wieder genutzt werden. Es stimmt schon nachdenklich, dass ein Industriegrundstück nach dem anderen verschwindet und der Wohnbebauung zugeführt wird.

  • Warum sollte das noch nachdenklich stimmen? Der Strukturwandel ist doch schon vorüber. Die Dienstleistungsgesellschaft ist längst da... Was willst du denn sonnst mit den alten Industriegebäuden machen? Ich finde es gut, dass Elemente der ehem Anlagen in das neue Quartier übernommen werden.

  • Ich denke harher meint die zügige Art und Weise, wie das geschieht. Es werden in der Nordstadt eigentlich die letzten zwei großen Flächenreserven innerhalb von dichtem Wohngebiet gleichzeitig und sehr zügig zugebaut. Und ich führe den Gedanken mal weiter, es wird insbesondere beim Nordnbahnhofsareal zwar innerhalb der Fläche Nutzungsunterschiede geben, dennoch ist die Planung eigentlich fertig und kann möglicherweise nicht perfekt sein. Das hinterließe am Ende nicht zu reparierende Probleme.


    Andererseits, was noch gar nicht beleuchtet wurde ist die gewaltige Flächenreserve am Nordostbahnhof / um den Leipziger Platz. Bing. ÖPNV-mäßig hervorragend angebunden (U-Bahn, Busbahnhof, Regionalbahn und die Ringbahn gibts ja auch noch) ist dort mit dem Hochhaus schon ein Grundstein gelegt, dort vielleicht zu realisieren, was man am Milchhof derzeit verschläft. Wenn es also Flächenbedarf für Gewerbe, Büro und Wohnen gibt, ließe er sich dort nahezu problemlos umgebungskompatibel umsetzen, also auch durch Hochhäuser.

  • Andererseits, was noch gar nicht beleuchtet wurde ist die gewaltige Flächenreserve am Nordostbahnhof / um den Leipziger Platz. [..] ist dort mit dem Hochhaus schon ein Grundstein gelegt, dort vielleicht zu realisieren, was man am Milchhof derzeit verschläft.


    auch wenn es hier um den Nordbahnhhof und nicht den NordOSTbahnhof geht:


    Da wird wenig bis nichts in diese Richtung passieren.
    1. hat die Stadt andere Pläne (siehe den FNP)


    2. baut auf großen Teilen demnächst die wbg und die Josephsstiftung (http://wbg.nuernberg.de/presse…r-den-nordostbahnhof.html bzw. http://blog.joseph-stiftung.de/2011/12/07/nurnberg-joseph-stiftung-baut-auf-dem-nurnberger-„nordostbahnhof“/)


    3. hätte das "Hochhaus" höher werden sollen, was aber die DFS (Flugsicherung) verhindert hat (aus Angst ihre Radarstrahlen könnten abgelenkt und die freie Sicht eingeschränkt werden...).

  • Ebenso wie am Tuchergelände geht es hier schnell voran, entlang der Grolandstr. stehen die ersten Häuser mit Eigentumswohnungen. Die Fotos wurden von mir im Dezember 2012 aufgenommen:




    Schon erschreckend, dass so gut wie ausschließlich gehobene Eigentumswohnungen entstehen!
    Weiter hinten auf dem Areal (Richtung Nordring) entstehen kleinere, unspektakuläre Reihenhäuser.

  • Naja, es wird als gehoben angepriesen. Aber die Bebauungsdichte und die Baukörper sprechen eine andere Sprache. Ich denke das sind vorrangig Kapitalanlagen, deren Mietwert sich der Umgebung nach unten anpassen wird, wobei sich die Umgebung ggf. auch nach oben anpassen kann.

  • Mir gefallen die Gebäude nicht besonders.
    Niedrig, eng und vom Erscheinungsbild sehr langweilig.
    Schuschachtel Architektur eben.
    Naja
    Hier mal ein paar Fotos vom 07.12.2012



    nordbahnhof (2) von Danko.Green auf Flickr

    nordbahnhof (3) von Danko.Green auf Flickr
    http://www.flickr.com/photos/d…/in/set-72157632079130813

    nordbahnhof (6) von Danko.Green auf Flickr

    nordbahnhof (7) von Danko.Green auf Flickr

    nordbahnhof (8) von Danko.Green auf Flickr

    nordbahnhof (9) von Danko.Green auf Flickr

    nordbahnhof (10) von Danko.Green auf Flickr

    nordbahnhof (11) von Danko.Green auf Flickr

    nordbahnhof (1) von Danko.Green auf Flickr


    Im nördlichem Teil des Geländes entstehen momentan diese Reihenhäuser

    nordbahnhof (5) von Danko.Green auf Flickr
    Gruß
    Danko

  • Das selbe wie überall. Für mich sieht das eher nach Sozialwohnungsbau aus. Alles flachdachschachteln, die nur von außen hell sind. Tatsächlich ist es aber 3000 EUR/qm aufwärts.

  • Mir gefallen die Gebäude nicht besonders.
    Niedrig, eng und vom Erscheinungsbild sehr langweilig.
    Schuschachtel Architektur eben.
    Naja


    Der Baukunstbeirat hat diese Häuser und diesen Bauträger sehr gelobt!!!
    Wie kannst Du also nur so etwas schreiben ;)


    P.

  • Rechteckige Fenster und ein paar Abluftöffnungen, mehr haben die Fassaden tatsächlich nicht zu bieten. Die Geschosse sind so niedrig, dass man keine Haushaltsleiter mehr benötigt. Und das Erdgeschoss ist doch tatsächlich ein Erdgeschoss, und kein Hochparterre. Wieviel bekommt man nochmal dafür bezahlt, wenn man bereit ist darin zu hausen? Könnte man eine Wohnmaschine noch weiter reduzieren? :nono:

  • Ein vorläufiges Ergebnis des Großprojektes "Nordstadtgärten" lässt sich mittlerweile an der Grolandstraße begutachten. Ich habe nur ein paar Fotos von der Straße aus gemacht:



    Die "Gärten" befinden sich in den Innenhöfen zwischen den Gebäuderiegeln. Der Zugang erfolgt entweder über die Tiefgaragen oder von der Straße aus durch die Betonwand, die das Viertel wie eine Gated Community von der Straße abtrennt. In die Wand hat man getönte Glaselemente eingelassen, um das nicht ganz so brutal aussehen zu lassen:



    Flüchtig hingeguckt wirkt das sogar etwas edel, wenn es nicht so steril wäre, und doch ein wenig eng...

  • nothor, in deinen Ausführungen sind Fehler enthalten!
    Die gezeigten Bilder sind nicht die Nordstadtgärten. Die sog. Nordstadtgärten sind auf dem Gelände der ehemaligen Tucher-Brauerei entstanden. Das Objekt am Nordbahnhof wurde nie mit irgendwelchen Gärten bezeichnet. Titel der Vermarktung war "in Nürnberg. "in" deswegen, weil die Anordnung der Gebäude von oben aussieht wie ein stilisiertes "in".


    Weshalb du da jetzt auf irgendwelchen Gärten rumreitest, ist mir schleierhaft.
    Genauso schleierhaft wie die halbgaren architektonischen Ansichten, die du zu der Anlage kundtust. Bei einem offenen Durchgang zum Innenhof mit noch dazu großflächigen Glasfronten von einer "Gated Community" zu sprechen scheint mir schlicht falsch. Auch wenn man zugeben muss, dass die Hofabgrenzung sicher noch freundlicher aussieht, wenn sie irgendwann noch weiß gestrichen würde.


    Ich weiß auch nicht, was man sich auf einem ehemaligen Gewerbegebiet für eine andere Bebauung hätte wünschen sollen. Klare und moderne Formensprache in reduziertem Design. Dazu noch große Fenster, die viel Licht in die Wohnungen lassen. Wenn ich da an die frühere Nutzung des Geländes denke (bevor das lange Jahre brach lag war dort eine stinkende Fischfabrik, Heizölhandel, städtischer Wertstoffhof, etc.) dann ist das eine enorme Aufwertung für das ganze Viertel.


  • Ich weiß auch nicht, was man sich auf einem ehemaligen Gewerbegebiet für eine andere Bebauung hätte wünschen sollen. Klare und moderne Formensprache in reduziertem Design.


    Nunja, gerade in der Architektur ist weniger nicht immer mehr, insbesondere wenn es drumherum schon nicht viel gibt. Dass es sich nicht um eine Aufwertung handeln würde hätte ich auch nicht so verstanden wissen wollen. Aber du führst ihn selbst an, den Vergleich mit dem Tucher-Areal, und diesen Vergleich muss sich diese Anlage zweifellos gefallen lassen. Dabei meine ich aber durchaus feststellen zu können, dass dieses IN im Vergleich zum Tucher nicht punkten kann. Ich beziehe mich dabei auf das was man von der Haupterschließungsstraße aus sehen kann, das wäre hier die Grolandstraße, beim Tucher die Schillerstraße und später die Friedenstraße. Im Einzelnen:


    • Die schneeweißen Blöcke stehen hier ohne jegliche architektonische Gliederung. Es gibt weder einen abgesetzten Gebäudesockel, noch irgend etwas das die Bezeichnung Dach oder Traufe verdient hätte.


    • Die Gebäudekante ist exakt auch die Gehwegkante. Um genauer zu sein, ist es die Oberfläche der Betoneinfriedung der Höfe, die Wohnhäuser selbst ragen ja dank WDVS noch rd. 18 cm weiter in den Straßenraum hinein.


    • In solcher baulichen Situation erstellt man normalerweise ein Hochparterre, besser wäre aber ein Abrücken von der Straßenkante um ein paar Meter.


    • In dieser Form sind die Blöcke an der Grolandstraße weder Blockrandbebauung noch Zeilenbauweise.


    Städtebaulich löst die Aufgabe der Konversion von einer Industriebrache in ein attraktives Wohnviertel die KIB am Tucherareal deutlich besser. An sonsten sind die städtebaulichen Umstände, und ganz sicher das Baujahr(!) sehr ähnlich, es gäbe also keinen Grund für diese teils ungünstigen Lösungen. Oder Hand aufs Herz: Findest du inbesondere die Erdgeschosswohnungen attraktiv?


    Dass ich die Namen durcheinander gebracht habe bitte ich allerdings zu entschuldigen.

  • ^


    Deine Kritik finde ich schon etwas daneben, der Vergleich mit dem KZ ist hier vollkommen unangebracht.


    Die Reihenhaus-Eigenheimsiedlung sind aber/leider überall ähnlich uninspiriert und öde, das muss man schon sagen. Aber beim Nordbahnhofareal sind sie schön weit hinten versteckt, städtebaulich völlig unschädlich. Es muss nur den Bewohnern gefallen.


    An Haupterschließungsstraßen dagegen würde ich die Messlatte eben deutlich oberhalb von "Klare und moderne Formensprache in reduziertem Design." sehen wollen. Denn das heißt ja nichts anderes als gar kein Design: Kuben, die in keiner Weise entwickelt wurden. Wer jetzt die Loggien als Design bezeichnet macht es sich etwas zu einfach.