Kunsthalle Portikus (realisiert) und Brückenturm (gescheitert)

  • Architektur ist nicht alles

    Auch in einem Architektur-Forum sollte man bedenken, daß es gültige Gesetze gibt, die zu beachten sind, und daß es vielleicht noch schutzwürdige Belange gibt, die auch der besten Architektur im Wege stehen können.


    Die Frankfurter Maininsel ist nach Flächennutzungsplan "Grünfläche"; ihre Bebauung ist also nach BauGB grundsätzlich verboten. Schon allein daher wäre der sog. "Portikus" ein illegaler Schwarzbau, süffisanterweise von einer gewählten Stadtregierung beschlossen.


    Die Maininsel ist außerdem (nach Beschluß des Stadtparlaments) Überschwemmungsgebiet. In einem solchen ist der Bau ebenfalls verboten.


    Und die Maininsel ist (nach einem Beschluß eines früheren Stadtparlaments) Naturrefugium für Vögel. Dem widerspricht die Bebauung ebenfalls; gleiches gilt für die europäische Vogelschutzrichtlinie, nach der aufgrund des Vorkommens einiger Wasservogelarten eine Bebauung ebenfalls unterbleiben müßte.


    Bezeichnend auch, daß der Finanzier des Portikus-Baus die Finanzierung davon abhängig gemacht hatte, daß die Stadt Frankfurt die Straße, die vor seinem Haus und Museum verläuft, auf Steuerzahlerkosten neu anlegt.


    Ebenfalls bezeichnend, daß aus dem Umfeld der Oberbürgermeisterin der Bürgerinitiative, die sich gegen die Bebauung gebildet hatte, Geld geboten wurde, für den Fall, daß die Initiative ihre Proteste zurückzöge.


    Wenig demokratisch auch, daß der Beschluß für die Bebauung der Insel durch "eine Gruppe von Kulturschaffenden" (Originalton Baudezernent), deren Mitglieder nicht namentlich bekannt werden möchten, beschlossen wurde. Deren "Wunsch" wurde dann von den mehrheitstragenden Parteien (das waren damals 4 Parteien mit zusammen 86% DDR-verdächtiger Mehrheit) des Stadtparlamentes mit Fraktionszwang exekutiert.


    Obwohl 4000 Menschen gegen die Bebauung der Insel unterschrieben hatten, obwohl die Initiative mehrere Alternativen für die Neuansiedlung des Portikus (dessen künstlerisches Konzept die Initiative ausdrücklich unterstützte!) vorgeschlagen hatte, wurde die Initiative sowohl durch die Zeitungen behindert (na ja, bei einer ist eine der genannten "Kulturschaffenden" Redakteurin ..., die andere stützt bedingungslos die Grünen, die hinter dem Baubeschluß stehen), als auch durch Naturschutzorganisationen nicht unterstützt (weil diese sonst gegen die Grünen hätten klagen müssen).


    Ist es nicht beschämend, daß ausgerechnet die nie vollendeten Mauern eines Nazi-KdF-Bauwerks als Begründung herangezogen werden, "hier habe doch schon etwas gestanden"? Wobei tatsächlich nachweisbar ist, daß auf der heitigen Insel nie irgendein Bauwerk stand; die Brückenmühlen früherer Zeiten standen da, wo jetzt der Müllermain verläuft - und zu Mühlenzeiten gab es nie eine Insel.


    Geschichtsfälschung, Gesetzesbruch, politischer Kotau, Fraktionszwang, Bestechung - wahrhaft ein bestechendes Projekt !

  • Donnerwetter, Junker Don Quijote im Kampf gegen die Windmühlen. Kann es sein, dass Sie das Forum bereits unter anderem Pseudonym mit kruden Ausführungen dieser Art beglückt haben? Wie dem auch sei - bevor Sie den Thread mit der Mainbrücke Ost entdecken, werfen Sie bitte einen Blick auf Ziffer 7 unserer Richtlinien und verschonen Sie das Forum mit solchem Nonsens. Danke.

  • AltFrankfurter
    Gesetzesbruch? Das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main wie auch der Hessische Verwaltungsgerichtshof wiesen die gegen die Baugenehmigung gerichtete Klage ab. Ihre juristische Argumentation ist zumindest nicht nachvollziehbar. Im Übrigen: Das (sehr schöne) Gebäude steht - die Messe ist gesungen!


    Zur Sache: Hat sich der neue Brückenbauverein aufgelöst? Dieser hatte sich ja der Aufgabe gestellt, die Finanzierung des Neuen Brückenturms sicherzustellen. Die Webseite (Post 70) ist jedenfalls nicht mehr erreichbar.

  • Vor ein paar Jahren hatte ich mal ein Aushang einer Initiative gegen eine Bebauung der Maininsel am Mainuferweg gesehen. Ich fand das damals schon ziemlich schräg und abwegig. Die Vögel welche, die Maininsel bevölkern sind dort vermutlich deshalb so zahlreich weil sie dort von vielen Menschen gefüttert werden. Also, kann man dort doch kaum von einem naturbelassenen Lebensraum sprechen. Ich habe wirklich nichts gegen Naturschutzgebiete, aber warum muss das mitten in der Stadt sein? Es wäre besser wenn man die Städte verdichten würde und die Zersiedlung des Umlands dadurch gestoppt wird.

  • Wahnfried - Stimme dir in vollem Umfang zu.
    Urbanisierung lautet, wie hier eigentlich allen bekannt ist, die Zauberformel zukünftiger Stadtentwicklung. Zur Verhinderer Mentalität - an dieser Stelle! - sei gesagt, dass es mehr als lächerlich ist, inmitten einer Großstadt allen Ernstes von einem Gebiet zu schützender Natur zu sprechen. Da gibt es ganz andere Stellen, an denen das angebracht ist. Wenn sich heutzutage die Gelegenheit bietet, dass teils noch immer lückenhafte innerstädtische Stadtbild nachzuverdichten, sollte diese Möglichkeit genutzt werden. Darüberhinaus ist zu sagen, dass der gebaute Entwurf mit das beste ist, dass seit Jahren in FFM gebaut wurde. Es verbinden sich Moderne und Historie zu einem respektvollen, ja gar ästhetischen Gesamtbild.

  • Das Gebäude gefällt mir sehr - gleich werde ich an die vor zwei Wochen in der Natur gesehene Ponte Vecchio in Pavia erinnert, welche Brücke nach dem Krieg etwas abweichend vom zerstörten Original, aber wieder mit Aufbauten, (wieder?auf?)gebaut wurde. In diesem Fall ist die optische Zuordnung zur Gegenwart noch viel deutlicher, also diese Einwände wirken geradezu absurd. Und gleichzeitig schuf man etwas Flair des Historischen.


    BTW: Flachdach = modern? Diese Vereinfachung erinnert mich auch an was - im Roman Farm der Tiere musste man die vorherrschende Ideologie so vereinfachen, dass sie auch die Schafe verstehen, woraus wurde: vier Beine - gut, zwei Beine - schlecht. Geradezu lustig, dass die modernistische Architekturtheorie ähnlich übersimple Vereinfachungen verwendet - aber verwundern tut es nicht.

  • Dieses Projekt als Nachverdichtung des Stadtraumes zu bezeichnen halte ich für geradezu absurd. Wo bitte wird bei einem Einzelbauwerk auf einer innerstädtischen Flußinsel der Stadtraum verdichtet.
    Ich halte auch geschützte Landschaften innerhalb des Stadtgebietes nicht für unangebracht. Alles mit dem Argument abzubügeln, daß es sich um Stadtgebiet handelt und der Stadtmensch sich dessen bewußt ist was Stadt bedeutet und in diesem Bewußtsein in die Stadt gezogen ist und deshalb alle Projekte an jeder Stelle hinzunehmen habe, kann nicht der Weisheit letzter Schluß sein. Dann müßte auch der Landbewohner dulden, daß neben seinem Grundstück eine Schweinemastanlage hochgezogen wird, weil es handelt sich um landschaftstypische und in dieser Gegend zu erwartende landwirtschaftliche Nutzung.
    Was ist daran falsch, daß Stadtbewohner ihre Ruheplätze und Erholungsräume verteidigen? Man schaue sich nur die Stadtviertel mit den höchsten zu erzielenden Mieten an, alle mit altem Baumbestand und überdurchschnittlich begrünt und meistens in der Nähe von Parks und Gärten. Bspw. London wäre ohne Kensington Gardens, Hyde Park, St. James Park und wie sie alle heißen nicht zu ertragen.
    Aber, um zum Thema zurückzukommen, hier spricht eigentlich nichts gegen dieses Projekt. Außer den wenigen Quadratmetern Grundfläche, welche der Portikus auf der Insel verbraucht, sehe ich bei dem schon realisierten Bau keinerlei Beeinträchtigung dieser westlichen Seite der "Vogelinsel". Ich vermute, daß das auf der anderen Seite auch so werden wird. Zumal auf der Ostseite der Insel heute schon durch den Ruderclub und den damit verbundenen Betrieb die Natur nicht mehr ungestört ist. Zwischen den Bäumen ist das Erdreich reichlich festgetrampelt. Und um einem meiner Vorredner zuzustimmen, ohne die regelmäßige Fütterung würden da auch nicht ganzjährig Zugvögel zu finden sein.

  • Die Diskussion im nachhinein erneut loszutreten halte ich gelinde gesagt für Unfug !


    Es lenkt massiv von der eigentlich gestellten Frage ab : Was ist mit dem Turm auf der anderen Seite? Ich konnte jedenfalls nichts in Erfahrung bringen.

  • Leider ist die Kunstkiste auf der Maininsel nun doch nur ein recht einfaches Haus geworden, wie auch bei Mäckler selbst, in der Projektbeschreibung nachzulesen. Ein etwas halbherziger Retro-Stil ohne Zierde, in provozierender Farbe.
    Auf dem Projektbild war die Fassadenfarbe wenigstens in etwa so wie an der Alten Brücke dargestellt.
    Ich hätte mir eine bessere Anpassung an das Material der Alten Brücke gewünscht. Mainsandsteinverkleidung oder wenigstens Sandsteinapplikationen, wie Gesimse, Kragsteine oder Fensterleibungen aus Sandstein. Wäre mit der Brücke zusammen ein Bild wie aus einem Guss gewesen.


    Als das Gebäude dann im roh verputzten Zustand, noch mit Gerüst zu sehen war, hatte ich mich beinahe etwas mit dem Bau versöhnt, so wie er mit dem etwas helleren sandfarbenen Rohputz da stand. Ein moderner Bau mit leicht historischem Zitat (Spitzdach). Das sah dennoch zunächst im Umfeld ganz gut aus. Diese Rohputz-Farbe hätte mir auch gefallen. Etwas an die Umgebung angepasst, auch mit dem Grün der Bäume gut harmonierend.
    Schade, dass man jetzt aber mit der rötlichen, dominanten Farbe von dem Entwurfsbild abgewichen ist und wieder einmal einen "Kontrast" bieten will. Mit dieser rotbraunen, dominierenden, fast schon ordinären Farbe aber, will die Kunstkiste sich über den alten Stil und die Farbe der Brücke erheben.


    Na gut, in zwei oder drei Jahren kann man die Fassade ja etwas heller renovieren.


    Aber es besteht noch Hoffnung, wenn der für die andere Brückenseite geplante Turm wenigstens mit einem passenden Fassadenmaterial ausgestattet wird, so wie an der Alten Brücke und mit einem echten Schieferdach. Schön wären auch einige Vollsandstein-Applikationen (Dann hätte die Kunstkiste auf der anderen Seite ihr Alleinstellungsmerkmal). Das Ganze dann in einem Stil, der auch der Brücke schmeichelt. Dafür könnte sich ja der "Brückenbauverein" prima einsetzen.

  • ^^ Im ganzen Thread habe ich lediglich diese Visualisierung (in zwei Beiträgen zitierte) mit dem Turm gefunden - der eine ähnliche Fassadengestaltung und die gleiche Farbe wie das andere Bauwerk zu haben scheint.


    In einem Land, in dem Flachdach - gut, Satteldach - schlecht als ein Höhepunkt der architektonischen Überlegung gilt, sollte man bereits froh sein, wenn es nicht einheitlich weiß verputzt wird - wie ein Großteil der Neubauten (auch in Frankfurt).

  • Ich denke das wir diese Ansicht noch nicht hatten, der geplante Brückenturm von Mäckler, mir gefällt er sehr gut, ich hoffe das dieser mit Sanierung der brücke zeitgleich umgesetzt wird:



    Bild: Mäckler Architekten, http://www.chm.de

  • Na herzlichen Glückwunsch! Es war aber auch nicht zu erwarten, dass dieses Possenspiel ohne Folgen bleiben würde. Unsere großartige Stadtregierung mit der Frühstücksdirektorin (OB) Roth hat mal wieder ganze Arbeit geleistet. Es wird wohl für immer ein Rätsel bleiben, warum die Stadtverordneten/ Dezernenten der Meinung waren eine Übertragung der Grunddienstbarkeit auf das wesentlich wertvollere Grundstück im Bankenviertel sei Geschäftemacherei und müsse unterbunden werden. :nono:

  • In dem oben genannten FNP-Artikel (Beitrag #40) steht noch etwas Interessantes über die Nutzung des zweiten Brückenturms: Nach Mäcklers Vorstellung soll der Turm ein rund 200 Quadratmeter großes Restaurant mit "einmaligem Skyline-Blick" beherbergen. Daneben zwei Wohnungen und ein kleines Brückenmuseum, in dem einige der Exponate gezeigt werden, die derzeit in der Ausstellung über die Alte Brücke im Karmeliterkloster zu sehen sind.


    Die FNP spricht den Konflikt zwischen der Stiftung Giersch, welche bereits den Portikus errichtete, und der Stadt auch offen an. Das rund 4 Millionen Euro teuere Projekt sei nun ad acta gelegt und man werde "vorerst keine neuen Engagements in Frankfurt eingehen", so Giersch. Nicht betroffenen von diesem Rückzug sind freilich bestehende Zusagen.

  • Dies ist leider nicht das erste Mal, dass man es sich mit Mäzenaten verscherzt. Auch die Zusage der Gebrüder Bethmann, sich kräftig bei der Wiederherstellung der historischen Rathaustürme zu beteiligen, wurde aus Untätigkeit wieder zurückgezogen. Dummerweise kann man Politiker nicht mehr als mit der Abwahl für solche Blödheiten bestrafen.

  • Der Stifter Carlo Giersch will nun doch zu seiner Finanzierungszusage bezüglich des Brückenturm-Projekts stehen. Das schreibt heute die FAZ. Anfang des Jahres erklärte Giersch angesichts der von der Stadtpolitik verhinderten Verlegung des Museums Giersch in das "Palazzo Wallot" noch den Rückzug (dazu oben). Neues Engagement der Stiftung in Frankfurt soll es aber nicht geben. Die von Giersch und seiner Frau gegründete Stiftung hat bereits den Portikus auf der anderen Seite der Alten Brücke gefördert.


    Im Brückenturm ist ein Restaurant, zwei Mietwohnungen und eventuell auch ein Brückenmuseum geplant. Hier ist an ein Dokumentationszentrum zur Geschichte der Alten Brücke gedacht. Alternativ kommt Ausstellungsfläche in Betracht, diese könnte vom Museum für Moderne Kunst genutzt werden. Für die Gastronomiefläche soll es mehrere Interessenten geben, mit einem möglichen Betreiber gibt es laut Christoph Mäckler schon einen Vorvertrag. Der untere Teil soll weiterhin dem Frankfurter Ruderverein zur Verfügung gestellt werden. Nach wie vor ist geplant, den Brückenturm parallel zum geplanten Umbau der Brücke zu errichten.

  • Alte Brücke

    Der faz-Artikel vom 30. September 2010
    http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/Doc~EAA8B596437A94ACAB061F566F7EBE8A2~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    (siehe auch Kunsthalle Portikus #97) beschreibt im Zusammenhang mit dem geplanten neuen so genannten "Brückenturm", größtenteils die bereits bekannten Vorhaben zum Umbau der Alten Brücke. Deshalb erübrigt es sich hier den diesbezüglichen Inhalt wiederzugeben. Zusammen mit Mäckler bin ich allerdings auch der Meinung, dass eine Verbreiterung der Brücke nicht nötig und der Optik nicht gerade dienlich ist. Der innerstädtische Straßenverkehr sollte auch eher zurückgenommen werden.

    Durch die Aktivitäten von Christoph Mäckler mit seinem Brückenbauverein, nun zusammen mit Carlo Giersch beim "Brückenturm", sehe ich die Tendenz, dass die Alte Brücke mit den neuen, praktisch zur Brücke gehörenden Brückenbauten und den geplanten anderen neuen Bauelementen auf der Brücke selbst, durch einen völlig anderen vorherrschenden Stil geprägt wird.

    Obwohl ich das Engagement von Mäckler und Giersch mit ihrem gesellschaftlichen Umfeld für durchaus lobens- und auch wünschenswert halte, muss man unbedingt im Römer dafür sorgen, dass diese Brücke wieder mehr in Richtung ihres historischen Gesamtbildes verändert, erweitert und restauriert/rekonstruiert wird. Das kann man nicht dem Geschmack von Herrn Mäckler oder dem Geldbeutel von Herrn Giersch überlassen. Dafür sollte alleine schon der Blick auf die langzeitlichen Bilderreihen der Brücke vor ihrer Kriegszerstörung ausreichen.

    Der erste Turm des Portikus war schon eine Art Sündenfall, bei dem zweiten Turm darf sich das nicht wiederholen. Dies ist man der auch überregionalen Bedeutung der Brücke schuldig. Sonst müsste man abgewandelt sagen "Frankfurt zerstört sich (immer mehr und immer noch) selbst".
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  • Den Portikus würde ich bei Weitem nicht als Sündenfall bezeichnen, im Gegenteil eher als Glücksfall. Auch der Rest der geplanten Sanierung spricht mich an, insbesondere die kleinen, aber feinen "Wachtürmchen" links und rechts des mittleren eisernen Brückenteils. Was die Verbreiterung angeht: kann man sich meiner Ansicht nach schenken, falls die Fahrbahn dann immer noch breit genug ist, um eine Straßenbahnlinie aufzunehmen? Eine Verlängerung der neuen Linie 18 über die Kurt-Schumacher-Straße und die Alte Brücke, weiter durch die Gartenstraße und dann bis zum Südbahnhof auf den vorhandenen Gleisen in der Schweizer Straße wäre eine sinnvolle Sache. Wenn man davon ausgeht, dass der Autoverkehr durch die neue Mainbrücke Ost abnehmen wird, bleibt dann immer noch genug Platz für Straße, Straßenbahn, Fußgänger und Radfahrer bei der heutigen Breite?

  • Brückentürme waren über Jahrhunderte *die* Wahrzeichen mittelalterlicher Städte neben den großen Kathedralen, so auch in Frankfurt am Main. Nicht umsonst ist der Lange Franz, wenn auch ausgerechnet im so wichtigen Dachbereich bis heute mit Notdach, eine Kopie des 1765 abgebrochenen Sachsenhäuser Brückenturms. Insofern finde ich die Idee von Mäckler sehr gut, sie hat das Potential, ein neues Wahrzeichen der Stadt zu werden.


    Man darf sich an dieser wichtigen Stelle aber schon eine deutlich "frankfurterische" Architektur wünschen, der Entwurf, zugegeben wohl noch ein sehr früher, sieht deutlich zu glatt und austauschbar aus. Ein ganz typischer Brückenturm, wie er im Rhein-Main-Gebiet üblich war, steht in Limburg:


    http://de.wikipedia.org/wiki/D…_Alte_Lahnbr%C3%BCcke.jpg


    Hier kann man gut sehen, dass die gestalterischen Anforderungen sehr gering sind. In Abänderung zum Entwurf würde ich mir ein abgesetztes, verschiefertes Dach, eine weiße Putzfassade und eine weniger extreme Durchfensterung wünschen, die momentan noch eher an ein Bürogebäude erinnert.