Projekte am/um den Marktplatz

  • ^ Ich finde das Ergebnis ganz passabel.

    Nur dieser komische Dachaufbau beeinträchtigt den Gesamteindruck leider ein bisschen. Fazit: entweder ein Staffelgeschoss oder gar keinen Dachabschluss.

  • Hat etwas von einem Gründerzeitler mit abgeschlagenem Putz und Wärmedämmung.

    - fehlende Symmetrie, wilder Mix von Größen und Formen

    - ungünstiges Verhältnis von Fenstern zur Fassadenfläche

    - alles in weiß gehalten ohne Auflockerung oder farblichen Abstufungen

    Stuttgarter hassen einfach ihren Marktplatz.

  • Die Botschaft soll wohl sein: Mir könnet alles außer Architektur. Ich würde da zur Komplettierung noch einen Mobilfunkmasten draufsetzten, als Huthnadel sozusagen.

  • Könnten Sie evtl. auch begründen, was Sie an dieser modernistischen Aufstockung "gelungen" finden? Das einzig Gelungene "aus dieser Ansicht" ist für mich, dass das verunstaltete Gebäude wenistens am Ende der 50er-Jahre-Bebauung steht und irgendwie eine Art Überleitung zum brutalistischen Breuniger-Kaufhaus darstellt. Durchaus sichtbar steckt in diesem Gebäude ja noch ein Altbau aus Vorkriegszeiten, der natürlich eine sensiblere Behandlung verdient hätte. Ich hab inzwischen meinen Frieden mit den putzigen 50er-Jahre-Bauten am Stuttgarter Marktplatz gemacht, die ja immerhin etwas von der damals positiven Aufbaustimmung widerspiegeln. Jetzt gucken mich von oben riesige Glotz-Scheiben an, wenn ich unten mein Gemüse einkaufe... Na ja...Gelungen??

  • Die Loggia ist m.E. zu breit, stört damit die vertikale Gliederung der unteren Etagen und widerspricht der vertikalen Grundausrichtung des Gebäudes, die jetzt nach der Aufstockung noch deutlich ausgeprägter ist. Außerdem hätte die Loggia weiter oben beginnen müssen, um nicht in den Erker hineinzuragen - am besten aber hätte man sie gleich ganz weggelassen. Klar, womöglich wollte der Architekt einen Bezug zu den 50er Jahre Gebäuden nebenan herstellen, aber die Umsetzung ist leider missglückt.

    Der asymmetrische Dachaufbau passt zwar zum dahinterliegenden Dorotheen-Quartier, aber keinesfalls zu seinen linken Nachbarn in erster Reihe am Marktplatz. Gut, auch den anderen Gbeäuden könnte man in Zukunft ein Dächlein aufsetzen. Allerdings wäre gerade dann ein 90° steiler Giebel zum Marktplatz hin und jeweils symmetrische Dächer nach links und rechts die deutlich bessere Wahl gewesen. Der Vorkriegszustand zeigt wie es geht.

    Die gedämmte Fassade wirkt auf allen Bildern, die bislang zu sehen sind, wenig hochwertig. Noch ist sie strahlend weiß, aber in wenigen Jahren werden dort die grün-braun-schwarzen Schlieren heruntersiffen. Insbesondere das einheitlich weiße Dach dürfte dann kein schöner Anblick mehr sein. Ein Dach aus Ziegel oder Kupfer wäre die langfristigere Lösung gewesen - fraglich ist natürlich, ob ein solches statisch machbar gewesen wäre.

    Insgesamt m.E. ein aus ästhetischer Sicht misslungener Umbau, der dem Anspruch, den einzigen teilerhaltenen Altbau am Marktplatz als "letzten historischen Zeugen der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg" (Q) zu bewahren, nicht gerecht wird. Den Vorzustand fand ich persönlich, auch wenn er freilich kein Meisterwerk war, tatsächlich stimmiger: https://www.stuttgarter-zeitung.de/media.media.dc…riginal1024.jpg

    Die IBA-Website erlaubt sich dazu folgenden Spaß:

    "Als Teil des IBA’27-Netzes zeigt das Vorhaben beispielhaft, wie Denkmalschutz, Bestand und zukunftsfähiges Bauen miteinander in Einklang gebracht werden können."

    https://www.iba27.de/projekt/sanier…g-markplatz-14/