Projekte am/um den Marktplatz

  • Wäre es nicht an der Zeit die Initiative zu ergreifen, etwas ins Leben zu rufen, zu schauen welchen Druck wir diesbezüglich im Stande sind auf die Politik auszuüben, etwas ins Rollen zu bringen, die richtigen Leute zu mobilisieren?!


    Du meinst so mit Buttons und so?

  • Da käme ähnlicher Protest aus ähnlicher Ecke, wenngleich nicht identisch:
    Statt Gigantismus eben Disneyland. Und Geld für Fassaden, welches an Schulen und sozialen Einrichtungen eingespart würde...


    Zu allem Überfluß scheint die städtische Bauleitung das Nachkriegsrathaus auch noch für gelungene Architektur zu halten und keine der etablierten Parteien hat die Thematik auf ihre Fahne geschrieben.


    Bleibt also nüchtern betrachtet nur, die AfD weiter zu stärken. Wenn man deren anderen Vorschläge objektiv bewertet, nicht die schlechteste Wahl. Es braucht ja keine 50%, damit die AfD so etwas durchsetzen könnte. Was haben die Grünen nicht alles mit 5-10% erreicht.


    Wichtig wäre eben in irgendeiner Form in die politische Machtsphäre zu gelangen. Wenn dies über so ein Forum oder Initiativen wie von Silesia vorgeschlagen gelänge: bestens. Ich halte jedoch die amtierende Politik für zu abgebrüht. Die schauen, welches Wählerpotential da besteht, und dann sind eben unsere Forumsmitgliederzahlen oder was man bei entsprechenden Demos vors Rathaus brächte zu gering.

  • Jedenfalls ohne nervende und peinliche Elemente!


    Dann müssten wir mit gutem Beispiel vorangehen. Das heisst, nüchtern und sachlich alle Faktoren berücksichtigen, die eine Rolle spielen könnten, um dann interessante Alternativ-Vorschläge zu haben. Wir müssten auch verhindern, dass von allen Seiten irgendwelche "Experten" anmarschiert kommen, die meinten, sie wüssten es besser nur weil sie zum Beispiel einmal Malen nach Zahlen konnten. Aber wer hätte dann das Sagen in welchem Gebiet und warum?


    Weitere spontan eingefallene Fragen:


    - Welche Strategie soll mit der Bebauung verfolgt werden? Geht es nur um schöne Fassaden oder ein kompletter Neubau?
    - Soll der Grundriss des Marktplatzes so bleiben wie er ist, oder soll er verändert werden?
    - Wie groß soll der Umfang des Projekts eigentlich sein? Soll es nur um die eine Ecke von Schulstraße über Haufler und Spielwaren Kurz bis zum Breuninger gehen oder um alle Gebäude inklusive Rathaus?
    - Sollen die Neubauten Imitate ihrer sehr alten Vorgänger sein oder soll ein stylistischer Ansatz verfolgt werden wie beim Gerber? Oder was ganz anderes?
    - In welcher Form sollen die Gebäude zukünftig genutzt werden? Ladengeschäfte? Büros? Wohnen? Hotel? Sonstiges? Eine beliebige Kombination von allem?
    - Wenn kompletter Neubau: Wie sieht es mit den rechtlichen Rahmenbedingungen aus in Abhängigkeit der gewählten Nutzungsform (z.B. Isolierung der Gebäude wegen Umwelt oder Fenster für jedes Büro), vor allem bei dem Ansatz, Imitate alter Häuser zu bauen?
    - Wie sollen die Projekte finanziert werden? Staatlich? Privat? Fonds? Spenden? Ganz anders?
    - Soll es ein großes Projekt sein oder viele kleine?
    - Wie sollen die politischen Mehrheiten gewonnen werden?
    - Wie soll die Bevölkerung in Bezug auf die Finanzierung gewonnen werden?
    - Stichwort Köche und verdorbener Brei: Soll und muss die formulierte Vision um jeden Preis erhalten bleiben (1. Extrem) oder jeder so lange mitreden dürfen bis am Ende nur noch Hässliches in anderer Form übrig bleibt (2. Extrem)?
    - Wie sieht es mit den bestehenden Mietverträgen aus? Welche Übergangslösungen wären für die Mieter denkbar? Was, wenn einer nicht mitmachen will?
    - Wie sieht es mit Veranstaltungen aus? Werden diese verlegt oder werden die Umbaumassnahmen so getimt, dass die Veranstaltungen (z.B. Weindorf, Markt, Weihnachtsmarkt etc.) weiterhin wie immer stattfinden können?
    - Wer erstellt die konkreten Entwürfe? Unternehmen? Wir? Beamte? Studenten? Sonstige?


    Fragen über Fragen... ;)


    Ach ja:
    - Wie sollte die Organisation "unseres" Projekts aussehen?
    - Wie soll das Projekt konkret erstellt werden? Über eine Kooperations-Plattform? Ein Forum? Ein Wiki? Oder doch was ganz anders?
    - Was soll als Endergebnis dastehen? Ein paar Zeichnungen? Eine Präsentation? Konrete Pläne?


    Grundsätzlich könnte das Projekt hochinteressant sein, weil es dann in Anlehnung an Open Soure so eine Art Open Architecture wäre. Gab es so etwas schon? Wenn nicht, dann könnten wir hier Pioniere sein :)

  • Bürgerhaushalt

    Danke für den Link zur Stz. Interessant, dass das bei dem Wahlprogramm der Afd drin steht!
    Zu deinen Fragen verweise ich gerne mal auf meinen Vorschlag im Bürgerhaushalt:
    https://www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/3516


    Ich würde mir bei sowas das Frankfurter Projekt DomRömer als Vorbild nehmen ich denke das ist sehr gut gelöst worden dort! Einfach mal auf die Website schauen: http://www.domroemer.de/site/startseite/


    Ich bin mir sicher, dass wäre ein riesiger Gewinn für die Stadt sowohl für Einheimische als auch für Touristen!

  • Dom/Römer war in der Hinsicht einfacher, da durch Abriss anstatt Sanierung des technischen Rathauses für die Realisierung entsprechende Flächen frei wurde. Diese Voraussetzungen hat man in Stuttgart (leider) nicht.


    siehe auch hier und natürlich im entsprechenden Thread im Frankfurter Unterforum.

  • Dom/Römer war in der Hinsicht einfacher, da durch Abriss anstatt Sanierung des technischen Rathauses für die Realisierung entsprechende Flächen frei wurde. Diese Voraussetzungen hat man in Stuttgart (leider) nicht.


    Das ist richtig, aber am Stuttgarter Marktplatz sind doch die Strukturen einigermaßen eingehalten worden, so das ein kompletter Abriss nicht unbedingt notwendig ist und man kann sich auf Fassaden beschränken und ggf. vereinzelt rekonstruieren (In Frankfurt sind es ja auch nur einige Häuser die rekonstruiert werden).
    http://www.gablenberger-klaus.…009/03/innensp1830335.jpg


    http://www.deutsche-schutzgebi…Stuttgart_Marktplatz+.jpg


    Wenn also diese Ecke und das Rathaus (Beide Seitenflügel sind ja erhalten) eine neue Front bekommen, wäre schon viel gewonnen.


    Wie silesia bereits erwähnte, sieht die wirtschaftliche Situation aktuell sehr gut aus und dann kann man solche Projekte angehen. In schlechten Zeiten (Und die werden kommen) wäre sowas durch nichts mehr zu rechtfertigen.

  • Also ich teile ja Jack000's Ernüchterung und Pessimismus in der Hinsicht. Klasse Beispiel aus Hildesheim übrigens - Wunderschön. Wurden alle Häuser die auf dem Bild zu sehen sind rekonstruiert oder nur das eine in der Bildmitte welches auf dem anderen Bild durch den Nachkriegsbau bricht?!


    Alle auf dem Bild zu sehende Gebäude wurden zwischen 1983 und 1990 rekonstruiert. Das in der Bildmitte befindliche Haus ist das berühmte "Knochenhaueramtshaus", es wurde originalgetreu wieder aufgebaut. Ich war in meiner Jugend gelegentlich in Hildesheim auf Verwandtschaftsbesuch und konnte die Endphase der Rekonstruktion des Marktplatzes begeistert verfolgen.


    Ich bin ein leidenschaftlicher Anhänger von Rekonstruktionen - und ja: Der Stuttgarter Marktplatz gehört vollständig plattgemacht und dann in alter Vorkriegs-Schönheit wieder aufgebaut :)


    Das Beispiel von Hildesheim zeigt: Hartnäckiges bürgerschaftliches Engagement kann vermeintlich Unmögliches möglich machen - aber es braucht einen langen Atem. Nach dem Krieg war in Deutschland ja der Wiederaufbau der Städte im alten Stil "mega out" - bis auf wenige Ausnahmen. Ganz anders als etwa in Polen, wo die historischen Altstädte wieder im alten Stil aufgebaut wurden (z.B. Warschau, Danzig).


    In Hildesheim sprach sich 1950 der Rat und der Stadtbaudirektor gegen eine Wiederherstellung des Marktplatzes und des Knochenhaueramtshauses aus. 1953 stimmte außerdem eine Mehrheit in einer Volksbefragung gegen den Wiederaufbau des Marktplatzes im historischen Stil.
    1970 wurde dann eine Bürgerinitiative zur Rekonstruktion des Amtshauses gegründet, aber erst 1987 hatte sie Erfolg mit dem Baubeginn für die Rekonstruktion.


    Die Rekonstruktion der Südseite des Marktplatzes gelang früher: 1979 beschloss die Sparkasse dort einen Neubau zu errichten. Sofort wurde eine Bürgerinitiative gegründet, die für eine Rekonstruktion plädierte. Stadtrat und Sparkasse stimmten schließlich 1983 zu. Hier befinden sich (genau wie an der rekonstruierten Nordseite des Platzes) hinter den historischen Fassaden allerdings moderne Gebäude - was der Schönheit des wiederhergestellten Platzes keine Abbruch tut.


    Hildesheim hat mit dem rekonstruierten Marktplatz wieder sein historisches "Herz" zurückgewonnen und von Disneyland keine Spur! Ein Vorbild für Stuttgart.


    PS: Walter Gropius 1951:"Eine Kopie des Knochenhauer-Amtshauses könnte bestensfalls ein schwacher Ersatz für das herrliche verlorene Original werden. Attrappenkunst bringt kulturellen Rückgang. [...]"

  • PP findet den Marktplatz saugeil, mit schönen Abmessungen und belebt, und denkt gar nicht daran, groß was zu ändern, ein bisschen Bodenplatten vielleicht und hofft auf ein Café. Für einen BB definitiv zu wenig, zumal für mich einer der hässlichsten und unwirtlichsten Orte in der Innenstadt.


    Quelle: StN-Online

  • Marktplatz im Kontext

    Für einen BB definitiv zu wenig, zumal für mich einer der hässlichsten und unwirtlichsten Orte in der Innenstadt.


    Es mag sein, dass vielen gebürtigen Stuttgartern der Marktplatz schon lange ein Dorn im Auge ist, dass das neue Rathaus nur in Architektenaugen schön ist und viele hier grundsätzlich Rekonstruktionen gegenüber aufgeschlossen sind.
    Man muss aber doch auch sagen, dass die Bebauung am Marktplatz - trotz aller "Problemzonen" - ein Ensemble ist, dass dem Platz eine gewissen Identität und Kohärenz verleiht und damit vielen anderen Ecken der Stadt voraus ist. Bei allen berechtigten Vorbehalten gegenüber 50er Jahre Architektur - hat Stuttgart nicht drängendere städtebauliche Probleme, als dass daran zu denken wäre, ein solches tabula rasa Mammutprojekt zu initiieren?
    Ist es nicht produktiver sich mit dem Bauerbe der 50er Jahre zu arrangieren und das Beste daraus zu machen - insbesondere wo dieses auch die ästhetische Verknüpfung zu anderen Teilen der Innenstadt sicherstellt?

  • Das sehe ich ähnlich.


    Ein Rekonstruktion kommt nach so vielen Jahren für mich nicht in Frage. Der Römerberg-Ostzeile in Frankfurt wäre ein fragwürdiges Vorbild. Die dortigen neuen Fachwerkhäuser sehen nur so aus, als hätten sie früher dort mal so stehen können, sie sind keine originalgetreue Rekonstruktion, soweit ich weiß.


    Am Stuttgarter Marktplatz halte ich die 50er Jahre Bebauung an der Nordwest- und Nordostseite für ein erhaltenswertes Ensemble. Mit dem Rathaus wird man wohl leben müssen, ich empfinde seine Architektur als sehr bieder aber ist inzwischen auch ein Zeuge der Wiederaufbauzeit.


    Problematisch empfinde ich das Breitling-Gebäude auf der Südostseite (könnte durch einen maßstabsgerechten, städtischen Neubau ersetzt oder entsprechen umgestaltet werden) sowie die Breuninger Fassade.

  • ^ Der Marktplatz ist kein repräsentativer Platz in Stuttgart sondern eine sehr hässliche ganzheitliche Bausünde in Stuttgart. Man hat das Wort Bausünde erst wegen solcher Bauten überhaupt erst erfunden (in all den tausenden von Jahren an Architekturgeschichte gab es dieses Wort überhaupt nicht).
    => Daher gibt es kein "Das beste daraus machen" oder abfinden. Der Trend geht ganz klar zur Rekonstruktion, bzw. zur Stadtreparatur.
    Städte wie z.B. Hildesheim oder Münster haben bewiesen was möglich ist und Städte wie Frankfurt beweisen das gerade.
    Das hier und da Kompromisse nötig sind kann man nicht verhindern. Es geht aber darum das mit entsprechenden Willen noch vieles zu retten ist.
    Was den Marktplatz betrifft wäre als Leitmaßnahme erstmal die Wiederherstellung der Rathausfassade sowie der Abriss des Modehauses und dem Gebäude Marktstrasse/Ecke Münzstrasse um ein klares Zeichen zu setzen wohin die Reise geht.

  • Der Marktplatz ist kein repräsentativer Platz in Stuttgart sondern eine sehr hässliche ganzheitliche Bausünde in Stuttgart


    ganzheitlich hässlich kann man nicht stehen lassen die Gebäudezeile des ehemaligen Spielwaren Kurtz hat was, sehe ich ähnlich wie ma-frey


    Man hat das Wort Bausünde erst wegen solcher Bauten überhaupt erst erfunden (in all den tausenden von Jahren an Architekturgeschichte gab es dieses Wort überhaupt nicht)

    Was in der Betrachtung fehlt sind die verwendeten Materialien und billig wirkt es nicht, es fehlt was, da stimme ich zu. Ich finde es fehlt was, seit der Spielwaren Kurtz und das Cafe raus ist. Nescafe wirkt wie ein Fremdkörper. und dem Breitlingbau würde wohl keiner eine Träne nachweinen. Unser Rathaus zur Weihnachtsmarktzeit und bei Dunkelheit hat doch was.


    Mich wundert, das man hier Stuttgart mit Hildesheim und Münster vergleicht. Wir haben unseren Schillerplatz und unseren Glücksbrunnen die man aufwerten könnte, den Glücksbrunnen durch Abriss der zwei Parkhäuser und besserer Erschließung. Den Schillerplatz indem man die Möblierung überdenkt.


    Der Marktplatz bei Nacht mit LEDs die ähnlich dem Tagblattturm die Konturen hervorheben bei reduzierter Straßenbeleuchtung wäre mein Vorschlag, bevor man wilde Fakes erstellt.


    Was sind die Stärken von Stuttgart, das bei kleinstem Sonnenschein leben auf der Straße ist, Leben muss hier wieder hin, insbesondere abends.


    Der haufler könnte Zwischengenutzt mit Außenbewirtung schon etwas Linderung erspielen.
    Das Bunkerhotel als Konzert bzw. Clubebene oder als Platz indem Stuttgarter ihren 30er, 40er oder sonst eine private Party feiern könnten, die parallel neben her und durchmischt stattfinden...


  • Mich wundert, das man hier Stuttgart mit Hildesheim und Münster vergleicht.


    Ich kann mich da nur anschließen - Stuttgart hat einige (auch repräsentative) Plätze mit hoher Aufenthaltsqualität und manche etwas mittelmäßigeren, aus denen man durchaus noch eine Menge machen kann - ohne sie komplett aus dem Stadtgefüge zu entfernen und neu zu setzen.
    Das ist, behaupte ich, auf Grund der Eigentumsverhältnisse, Kostendimension und politischen Mehrheiten eh unmöglich und wird nie passieren.
    Daher würde ich Energie eher in aktuelle Projekte wie das Rosensteinquartier investieren, wo es noch nicht zu spät ist ein Desaster wie das Europaviertel zu verhindern.

  • ^ Desaster wie am Europaviertel? Gerade auf dem Platz vor der Bibliothek ist doch immer viel los! Was für ein "Desaster" meinst du also?
    Trotzdem sollte man natürlich versuchen das Rosensteinquartier so gut wie möglich zu machen.

  • ^ Naja, das ist nicht wirklich ein Argument. Dass an diesem Platz sich viele Leute aufhalten, liegt eben einfach an der Tatsache, dass dort eben die Stuttgarter Hauptbibliothek angesiedelt wurde, welche eben für eine gewisse Belebung sorgt. Die Leute sind letztlich also gezwungen sich dort aufzuhalten. Als Beleg für eine besondere architektonische Qualität taugt das hier gar nicht ... abgesehen davon bin ich mir sicher, dass bei einer Umfrage euer wirklich hässlicher Bücherknast miserabel abschneiden würde.


    P.s.: Das wohl größte Problem Stuttgarts ist in meinen Augen die beengende Kessellage. Die nötigen Hauptverkehrsachsen teilen dann diese relativ kleine Fläche. Die dadurch bedingten zentralen kleinen Viertel haben deshalb eine denkbar schlechte Ausgangslange um Lebendigkeit zu erzeugen, weil eben die jeweilige EWzahl aber auch die EW-Dichte zu niedrig ist und diese auch durch die Hauptverkehrsachsen isoliert werden. Anders als zB in FFM oder MUC grenzen in Stuttgart keine größeren Viertel wie zB das Nordend/Bornheim (FFM) oder Schwabing (MUC) direkt an die Innenstadt ... wenn, dann allenfalls Teile von Stuttgart-West (und dort nur wo die EW-Dichte relativ hoch ist).

  • ^ Naja, das ist nicht wirklich ein Argument. Dass an diesem Platz sich viele Leute aufhalten, liegt eben einfach an der Tatsache, dass dort eben die Stuttgarter Hauptbibliothek angesiedelt wurde, welche eben für eine gewisse Belebung sorgt.


    Was, wenn nicht die Anzahl der Leute die sich dort aufhalten, ist denn ein Argument? Die Anzahl an begeisterten Architekturkritikern reicht ja wohl auch kaum, wenn sich dort in der Praxis kein Mensch aufhalten will.


    abgesehen davon bin ich mir sicher, dass bei einer Umfrage euer wirklich hässlicher Bücherknast miserabel abschneiden würde.


    Ich hab Bilder von dem Ding schon in Schaufenstern in Montreal(!) gesehen. Mit Besuchern gehe ich regelmäßig auf die Dachterasse und innen rein. Bei mir und vielen Besuchern kommt das Gebäude insgesamt (ja, auch außen) sehr gut an. Dass dir das Gebäude nicht gefällt heißt nicht dass es anderen nicht anders geht.
    Warst du eigentlich mal drin? Sonst kannst du da, finde ich, eh nicht wirklich mitreden.


    P.s.: Das wohl größte Problem Stuttgarts ist in meinen Augen die beengende Kessellage.


    Einverstanden - was gedenkst du dagegen zu tun? :lach: ;)



    Die dadurch bedingten zentralen kleinen Viertel haben deshalb eine denkbar schlechte Ausgangslange um Lebendigkeit zu erzeugen, weil eben die jeweilige EWzahl aber auch die EW-Dichte zu niedrig ist und diese auch durch die Hauptverkehrsachsen isoliert werden. [...] ... wenn, dann allenfalls Teile von Stuttgart-West (und dort nur wo die EW-Dichte relativ hoch ist).


    Sorry, das ist nun wirklich Unfug. Stuttgart-West ist eines der dichtbesiedelsten Stadtviertel in Deutschland. Wenn das keine Lebendigkeit erzeugt, dann weiß ich auch nicht - es sei denn du meinst mit den niedrig besiedelten Teilen die Waldgebiete (und selbst da ist manchmal verhältnismäßig viel los).
    Bzgl. der anderen Viertel: du möchstest also sagen, dass am Südheimer Platz oder Marienplatz in S-Süd oder im Höhenpark in S-Nord nichts los. Weil dort zu wenig Leute leben. So so.

  • Da mir das Thema Stuttgarter Marktplatz sehr am Herzen liegt, beteilige ich mich nun auch einmal an Eurer Diskussion. Vielen Dank aber schon mal, dass ich jahrelang einfach nur mitlesen durfte... ;-)


    merlinammain: Stuttgart hat ein Einzugsgebiet von knapp 3 Millionen Menschen – es besteht also keinerlei Problem Menschen auf den Marktplatz zu bringen.


    Das Problem ist einfach nur, dass es kaum einen Grund gibt auf dem Platz zu verweilen. Das letzte Café hat ja leider schließen müssen...


    Von der Anlage hat der Platz absolut Potenzial, er ist witzigerweise fast gleich angelegt wie der Piazza del Campo in Siena – leider sind die Gebäude viel neuer/hässlicher und die Cafés und Restaurants bestehen bei uns aus teuren Fachgeschäften.


    Es muss einfach wieder Gastronomie auf den Marktplatz, damit man wieder entspannt einen Kaffee in der Sonne trinken kann. Breuninger macht da ja hoffentlich schon mal den Anfang – ich hoffe, weitere ziehen nach.


    Dann kommt dazu, dass die Architektur des Platzes für 99 % der Menschen furchtbar hässlich und abweisend wirkt, auch wenn so mancher Architekt das anders sieht. Wie oft hab ich mich bei Besuchen von Auswärtigen schon für dieses merkwürdige, komisch bunte Ensemble geschämt. Ob eine Rekonstruktion des alten Fachwerkensembles möglich wäre, weiß ich nicht. Schön wäre es – ein harmonischer/einheitlicher Facelift mit hochwertigen Materialien wäre aber auch schon ein Segen.


    Anders sieht es für mich beim Rathaus aus – die wunderschöne alte Fassade ist ja an drei Seiten noch perfekt erhalten, es dürte also schon genügend Argumente geben, den alten Rathausturm wieder freizulegen und auch die alte Fassade vorne wieder anzubringen. Für mich persönlich wäre das ein Traum.


    Zur Not kann ich aber auch mit dem modernen Rathaus leben – es ist definitiv qualitativ hochwertiger als die bunten Häuschen gegenüber, hier muss wirklich etwas passieren. Der BB hat ja zumindest schon mal versprochen, den Bodenbelag zu erneuern.


    Zur Library bzw. zum "Bücherknast" muss ich sagen – mein ganzes Leben gab es dort nur Matsch und alte rostige Gleise, völlig menschenleer – da empfinde ich selbst das
    Milaneo als einen Segen. Insofern ist der Marktplatz, die Seele einer Stadt, tausendmal wichtiger als das, was auf dem S21-Areal so alles passiert.

  • Dann kommt dazu, dass die Architektur des Platzes für 99 % der Menschen furchtbar hässlich und abweisend wirkt, auch wenn so mancher Architekt das anders sieht. Wie oft hab ich mich bei Besuchen von Auswärtigen schon für dieses merkwürdige, komisch bunte Ensemble geschämt. Ob eine Rekonstruktion des alten Fachwerkensembles möglich wäre, weiß ich nicht. Schön wäre es – ein harmonischer/einheitlicher Facelift mit hochwertigen Materialien wäre aber auch schon ein Segen.


    Es wäre auch schon mal ein Fortschritt wenn man den Platz neu gestaltet (u.a. Bäume).