Projekte am/um den Marktplatz

  • Ich verstehe die Diskussion nur eingeschränkt. Das Eiermann-Kaufhof Gebäude versperrte eben den Blick und dominiert die gesamte Umgebung. Sicher sollte man auch den Abriss des Hauses am Hirschbuckel nochmal in betracht ziehen, das wollte man schon vor 15 Jahren machen. Nur dann könnte man das Areal wirklich neu gestalten. Und sind wir ehrlich: Schlimmer als heute geht es wohl kaum!

  • Es mag sich merkwürdig anhören, aber wenn ihr alle den Marktplatz in seinem jetzigen Bestand missbilligt und eine Rekonstruktion des alten Rathauses befürwortet, dann werdet doch mal politisch aktiv! Ich wette, 90% der Stuttgarter finden das Rathaus hässlich. Man könnte z.B. einen Verein gründen, der sich für die Rekonstruktion einsetzt und einen Spendenaufruf per Kickstarter oder ähnlichem starten ... Wenn engagierte Bürger signalisieren, dass sie bereit sind Geld in ein Rekonstruktionsprojekt zu stecken (sei es auch nur ein marginaler Teil der Kosten), wird auch schnell die Politik hellhörig. Ich sage nur Dresdener Frauenkirche, Berliner Stadtschloß, Potsdamer Stadtschloß - alles drin. Wäre doch auch ein schönes Thema angesichts der anstehenden OB-Wahl ;) Und wenn erstmal das "Ankergebäude" der öffentlichen Hand wieder schick gemacht ist, tut sich auch etwas im Umfeld!


    PS: Dies ist übrigens mein erster Beitrag hier im Forum. Ich lese aber bereits seit Langem mit, vor allem im Unterforum Berlin/Potsdam. Ich wohne derzeit in Berlin, stamme aber aus BaWü ... ;)
    Ich bin ein Fan der "Gründerzeit"-Architektur, schätze aber auch intelligente moderne Architektur.

  • Also bezüglich Auto - nun, das mag für einzelne Bequem sein - was aber häufig auch schlicht gewohnheit ist - aber funktioniert nicht für die Masse.
    Für mich wäre ein Auto im Cityring einfach ein Klotz am Bein.
    Ich bin da meine Jahreskarte gewöhnt, und damit, an irgendeiner Haltestelle auszusteigen, wie es mir passt in der stadt herumzutiegern, und irgendwo ganz anders wieder einzusteigen, wenn mir der Sinn danach steht, und vielleicht auch zwischendrin zum Wege abkürzen mal eine Haltestelle irgendwo mitzufahren.
    Mit dem Auto wäre das dann wie mit einer Eisenkugel am Bein - da kann man zwar in jede Richtung davon Weglaufeen, muss aber am Ende genau dorthin zurück, und will man weiters weg acuh noch hin, muss erst mühselig das Auto umgesetzt werden, und das Speil wiederholt sich vom neuen Standort.
    Dem Durchnittsautofahrer wird dieser Eisenklotzeffekt des Autos nie auffallen, weil er es gewohnt ist, sich zu Fuss nur so fortzubewegen, wie es das Auto zulässt.
    Bezüglich Bebauung ehem. Horten Kaufhaus: Da hätte ich eine alternative (Schnaps-) Idee. Wenn man das Gebäude abreissen will, dann das Gelänge flächendeckend mit einem Gebäude neu bebauen, das den Tagblatturm deutlich überragt (soweit ich mich erinnere wäre das durchaus im Sinne des damals zuständigen Stadtbaudirektors Mittnacht sowie der architekten des Tagblatturms - in den 20'ern ging man davon aus, dass das Areal des Innenstadtrings fach flächendeckend mit deutlich höheren Gebäuden bebaut würde - die wenigen hohen Gebäude in den Gebiet stammen ja alle aus dieser Zeit) An diesem Gebäude erreichtet man an der Eberhardstrasse für die Öffentlichkeit zugängliche Gläserne Aufzüge, von denen aus man das Baudenkmal Tagblatturm - und vielleicht auch das Hegel-Haus - von unten, von der Seite und von Oben im Detail betrachten kann, und in denen vielleicht auch gleich noch Hinweise zur Geschichte und zu Architektonoschen Details des Gebäudes gegeben werden kann.
    Das wäre doch viel spannender als ein Abriss mit nachfolgender Bebauung mit vereinigten Hüttenwerken.

  • update 06.04.2012

    joerg212
    Das in dieser Stadt gegen die Dinge protestiert wird, die wirklich schief laufen, wirst du in dieser Stadt nicht erleben, da sind andere Städte weiter. Und für Verbesserungen wird hier eher gar nicht protestiert, dafür von einer nicht mehr therapierbaren Minderheit gegen Verbesserungen jeglicher Art ;-)


    Der Neubau ist nahezu fertiggestellt, und fügt sich m.E. wunderbar in den Bestand ein (ausser auf der Rückseite). Ob der Bestand gefällt sei mal dahingestellt, aber der Neubau passt.





    Bilder: Silesia

  • Danke für das Update.


    Der Neubau ist nahezu fertiggestellt, und fügt sich m.E. wunderbar in den Bestand ein (ausser auf der Rückseite).


    Genau so sehe ich das auch. Dadurch ist es eine Aufwertung geworden. :)

  • Die Gebäude (früher Spielwaren Kurtz) am Marktplatz Ecke Kirchstrasse wurden umgestaltet. Sichtbares Merkmal ist die farbliche Veränderung. Vorher Pest, jetzt Cholera!


    Vorher


    Nun



    Bilder: Silesia

  • Auf dem Stuttgarter Marktplatz muss man sich an den kleinen Dingen erfreuen. :daumen:


    In der Tat, wenn man sich mit wenig zufrieden gibt. Dem Stuttgarter Marktplatz einzige Chance ist ein Flächenabriss und Rekonstruktion.

  • So https://www.flickr.com/photos/arenate/2217762311 wird der Stuttgarter Marktplatz nie wieder aussehen.


    Möglich wäre es schon, wie Hildesheim da als Vorbild dienen kann:
    Die Bausünden aus der Nachkriegszeit:
    http://www.ansichtskarten-kist…hausmarktmitHotelRose.jpg


    Die richtige Idee:
    http://www.stadtmuseum-hildesh…/20JKHA_keyvisual_web.jpg


    Und das Ergebnis:
    http://www.x360.de/out/pictures/z1/HI08_Markt_z1.jpg


    Aber ich mache mir da für Stuttgart keine Hoffnungen :(

  • Das hat die neue AfD auch in ihrem Parteiprogramm :confused:


    Ok, das wusste ich gar nicht. Ich hatte mich auf Kommunalebene mit dieser Partei nicht beschäftigt. Aber interessant, dass es eine Partei gibt, die sich dafür einsetzt. Bei allen anderen ist es m.W. nicht der Fall.

  • Also ich teile ja Jack000's Ernüchterung und Pessimismus in der Hinsicht. Klasse Beispiel aus Hildesheim übrigens - Wunderschön. Wurden alle Häuser die auf dem Bild zu sehen sind rekonstruiert oder nur das eine in der Bildmitte welches auf dem anderen Bild durch den Nachkriegsbau bricht?!



    Vielleicht ist aber jetzt der richtige Zeitpunkt um zu schauen welchen Einfluss wir hier (die Stuttgarter user) wirklich haben! Bisher haben wir nichts produziert als digitalen Datenmüll. Wäre es nicht an der Zeit die Initiative zu ergreifen, etwas ins Leben zu rufen, zu schauen welchen Druck wir diesbezüglich im Stande sind auf die Politik auszuüben, etwas ins Rollen zu bringen, die richtigen Leute zu mobilisieren?! Wer wenn nicht wir?? Etwas greifbares schaffen mal zur Abwechslung! Wir sind doch alles gestandene Kerle hier, aus den unterschiedlichsten Richtungen, jeder könnte seinen Teil beitragen. Stuttgarter platzt vor Reichtum und Wohlstand - jetzt oder nie! Der Stuttgarter Marktplatz ist so unfassbar hässlich und passt so gar nicht zum Rest der Stadt - und auch sonst passt er einfach nicht. So etwas könnte man Stück für Stück angehen. Selbst längere Bauphasen auf dem Marktplatz würden keine anderen Projekte tangieren - und die eventuellen zeitweiligen Beeinträchtigungen würde der erhebliche Teil der Bevölkerung in Kauf nehmen für DIESES Vorhaben!



    Das Frankfurter Beispiel ist ebenfalls einfach Klasse! Und auch dieses Beispiel zeigt - es lohnt sich!


    Mit Dom


    :drug:



    Bilder: Silesia