Ausbau HAM [Projekte, Chancen, Spekulationen]

  • bei dem Wort Flughafen Kaltenkirchen bekomme ich langsam einen Lachkoller -
    wie häufig ist der in denletzten dreissig Jahren schon auf den Tisch gekommen?
    Die ganze Stadt Norderstedt ist überhaupt nur eine Stadt geworden, weil
    der Flughafen Hamburg angeblich so eine enorme Potenzialerweiterung haben sollte. Massen von Menschen haben sich angesiedelt - deren Probleme mit der Verkehrsführung heute noch da ist - weil das Dorf - welches es war, einfach zu eng ist und als Durchluftschleuse verwendet wird.


    Nun wurde das ehemalige Ohemoor neben der Start-Landebahn mit dem sogenannten Nordportgelände bebaut - Erweiterung von Logistik und sonstigen Wegen - auch das wurde zunächst nicht viel - immer wieder sprangen Firmen ab. Naja - Samuel ich finde die Farbgebung der Türme zueinander etwas bunt wie ein Straßenköter - und der Gutenbergring ist schon jetzt völlig schattig von dem einen Gebäude -


    Also Kaltenkirchen kann gerne in Kiel eingemeindet werden - an den Flughafen glaube ich vorerst wieder mal nicht.
    Da wird zudem auch gebaut -Wohnungen und und und - die Wiesen hier in SH werden alle mit Mauersteinen abgedeckelt mal überzogen gesagt.


    Und was das Nordportgelände NOrderstedt bringt, wo doch die meisten Mitarbeiter aus Hamburg kommen - und damit keinesfalls für den Alltag neue Mitarbeiter gewonnen werden - steht auf einem anderen Blatt.


    Aber wie mir schon vor ettlich langer Zeit hier jemand sagte: Und, die Maurer, die Bauherren - das Bauen an sich sind ja auch Arbeitsplätze -
    sofern sie nicht aus dem Ausland für billig-Lohn angeheuert werden - jepp - Ganz Hamburg ist ein wuselnder Haufen von Beschäftigten im Bau oder Straßenbau. Gesprochen habe ich noch keinen- nur die Proschek Druckerei- Heute HOtel Grosse Bleichen , wurde damals auch von Polen gebaut.

  • wie schon gesagt@ Midas, der jetzige Aiport kann nicht weiter wachsen! ,-)


    Soso - und wer sagt das noch außer Dir? Wenn man nicht überzeugt wäre, dass bei Bedarf noch "Luft noch oben" für Kapazitätssteigerungen da wäre (sowohl innerhalb der bestehenden Terminals als auch - in späteren Jahren - für neue Anbauten, Erweiterungsbauten, Vorfeldflächen und Fluggastpiers) dann hätte man wohl nicht den bereits fertig geplanten dritten Terminal in eine Shopping-Mall umgestaltet.

  • Ich sehe in Fuhlsbüttel keine Zukunft!...So schön der Airport jetzt auch geworden ist. Aber es wohnen einfach zuviele Menschen drum herum!


    Genau. Ein Flughafen, der so viele lärmbelästigte Anwohner auf dem Gewissen hat, ist einfach nicht mehr zeitgemäß.

  • Vermutlich wird die naive Fortschrittsgläubigkeit Vieler enttäuscht werden. Hat schon mal jemand daran gedacht, dass der Flugverkehr irgendwann eingeschränkt werden könnte, um die Atmosphäre zu schützen? In der Politik mehren sich die Zeichen einer Trendwende zu einem nachhaltigen Wirtschaften und Leben.


    Es wird in etwa zehn Jahren mit einer weiteren Verknappung von fossilen Brennstoffen gerechnet - wegen der steigenden Nachfrage in Schwellenländern wie z.B. China und Indien.


    Das könnte zu einer Rationalisierung von Rohstoffen und Energie führen. Denkbar sind staatlich zugeteilte Verbrauchsmengen und Emissionsmengen für Bürger und Unternehmen.


    Die durch Ablagerung von Pflanzen- und Tier-Resten über Jahrmillionen entstandenen fossilen Brennstoffe werden gerade innerhalb von ein paar Jahrhunderten verfeuert.

  • Ja, genau, es lebe fuhlsbüttel!!!! Fuhlsbüttel forever. Ich gehe mal davon aus, dass keiner, der hier seine beiträge in richtung pro-fuhlsbüttel schreibt, auch nur in der nähe dieses flughafens wohnt.

  • sorry Jungs, hatte heute wieder das Vergnügen Fuhlsbüttel live zu erleben...


    Das ist kein Großflugahfen. Und selbst nach dem derzeitugen Umbau hat HH im Prinzip besseres verdient, daran ändert auch ne schicke check-in Halle nichts.


    Kaltenkirchen sollte ausserdem schon allein aus Lärmschutzgründen gebaut werden. Derzeit wird aufgrund der dämlichen Runwayanordnung ja wirklich 3/4 des HHer Stadtgebietes von Flugzeugen überflogen.


    Internationaler Mindeststandart für eine Grosstadt ist inzwischen ein Flughafenlayout a la MUC (von mir aus auch ohne T2) bzw. BBI. Auch ohne Hub.


    Und so sieht sowas aus...gerne auch mit überarbeitetem design ;) http://www.gemeinde-lentfoehrd…hnis/Karten/flughafen.jpg

  • Spoonetti: Falls Du selbst am Airport wohnst. Wer hat Dich denn dorthin verschleppt? Kein Anwohner des Hamburger Flughafens sollte sich ernsthaft über den Fluglärm beschweren können. Fuhlsbüttel ist weltweit der älteste Flughafen überhaupt. (Es gab frühere Flughäfen, die jedoch inzwischen nicht mehr bestehen.) Nirgendwo auf diesem Planeten gibt es einen Ort, wo länger durchgehend ziviler Flugverkehr stattfindet als in Fuhlsbüttel. Das heißt, dass ausnahmslos alle heutigen Anwohner wissentlich in die Nähe des Flughafens gezogen sind. Oder willst Du mir erzählen, dass Du Dich vor 1911 angesiedelt hast?


    Ganz recht übrigens: Ich wohne nicht am Flughafen und auch nicht in der Einflugschneise. Warum nicht? Weil ich zwischen verschiedenen Vor- und Nachteilen abgewogen habe, als ich meine Wohnlage aussuchte. Ich wollte zum Beispiel keinen Fluglärm und habe jetzt keinen. Wäre ich direkt neben den Flughafen gezogen, hätte ich wahrscheinlich eine Menge Geld sparen können – dürfte mich aber jetzt auch nicht beschweren.


    Du sagst: Weil Dich der Lärm stört muss der Flughafen weg. Ich sage: Wenn Dich der Lärm stört, ist es viel einfacher Du ziehst nach Kaltenkirchen, als dass der Flughafen dorthin umzieht.


    Demnächst kommen noch Leute auf die Idee an die Elbe zu ziehen und fordern dann der Hamburger Hafen müsse weg...

  • ^^ Leider nicht ganz logisch, Midas.


    1. Die Menge des Luftverkehrs ist über die Jahre oder Jahrzehnte hinweg stark angewachsen, was nicht unbedingt absehbar war. Anwohner, die früher sporadische Überfliegungen in Kauf genommen haben, sind heute mit einem Neuzigsekundentakt konfrontiert.


    2. Es gibt noch die seltener benutzten Schneisen, von denen nicht jeder Wohnungssuchende weiß, z.B. über Alsterdorf/Hamm. Man besichtigt eine Wohnung und entscheidet sich für sie wegen der idyllischen Ruhe. Einige Wochen später dann das böse Erwachen, wenn plötzlich Maschinen knapp überm Dach durchstarten.


    3. Gegenden wie Blankenese oder Hummelsbüttel sind offiziell nicht von Fluglärm betroffen, aber auch dort ist er vorhanden und nervig, wenn der Wind entsprechend steht.

  • Zu 1.) Nicht absehbar? Seit zwanzig Jahren (über zwanzig wenn man den Planungsvorlauf mitrechnet) gibt es das Ausbauprogramm "HAM 21" mit dem Bau (ursprünglich) dreier Terminals, Tausenden von Parkplätzen, einem Hotel, einem S-Bahn-Anschluss, einer Shopping-Mall, etlicher neuer Gates und dem Ausbau des Aprons.


    Was glauben denn die Leute warum das alles in Angriff genommen wurde? Um die Kapazität zu senken oder den Flugbetrieb einzustellen?


    Zudem sind etliche Millionen Euro in Lärmschutz investiert worden. Mehr als gesetzlich vorgeschrieben: Milliarden, wenn man die Investitionen in neue erheblich leisere Flugzeuge mitrechnet.


    Zu 2.) Wenn ich mich im Zweifel informieren kann, darf ich das auch von anderen erwarten. Zahlreiche Flughäfen müssen sogar regelmäßig kartographisch aufbereitet aktuelle Messwerte der von Lärm belasteten Gebiete veröffentlichen.


    Zu 3.) Ja, die armen Blankeneser. Die ham’s nun auch nicht leicht. Links gluckert die Elbe, rechts quietscht die S-Bahn und dann auch noch Fluglärm von oben. So richtig vom Lärm zerfressen kamen mir die Leute nicht vor wenn ich beim Kaffeetrinken auf Sagebiels Terrasse saß...Falls jemand seine Wohnung im Treppenviertel oder am Mühlenberg wegen Fluglärm besonders günstig abgeben will, soll er sich bitte bei mir melden :D

  • Zwei (kleinere) Flughäfen sind ja nicht unbedingt schlechter als ein großer oder?

    Kommt drauf an. Man hat zwangsfäufig weniger Umsteigeverkehr, dafür höhere Personalkosten (mehr Jobs!!), und somit schlechtere Wachstumschancen. Es gibt eben Skaleneffekte, die dafür sorgen, das sich manche Sachen umso besser rechnen, je größer sie sind. Zwei Flughäfen bedeuten auch mehr Lärm und mehr vom Lärm Betroffene und ggf auch ein höheres Unfallrisiko. Grundsätzlich hat man mit dem Bau eines einzigen Grossflughafens nochmal die Möglichkeit, den Flugverkehr auf völlig neue Füße zu stellen und sich von den Beschränkungen alter Flughafenplanungen und Standortentscheidungen zu befreien. Andererseits gibt man völlig intakte Infrastrukturen der Nutzlosigkeit preis und hat weit höhere Investitionskosten zu verkraften, als wenn man nur Flickschusterei (Ertüchtigung alter Strukturen) betreiben würde. Man braucht in jedem Fall eine Abwägung der einzelnen Gesichtspunkte. Was für Berlin gut ist, kann für Hamburg schlecht sein und umgekehrt. Ein Patentrezept gibt es nicht.

  • @#90
    Klar, man kann sich auch völlig sicher durch ein mit Landminen verseuchtes Gebiet bewegen, wenn man die nötigen Vorkehrungsmaßnahmen trifft. Ist nur etwas umständlich. In jeder "normal" zivilisierten Stadt hat es jedoch niemand nötig, komplizierte Forschungen anzustellen, um lärmfreie Flecken aufzuspüren, weil Flughäfen heutzutage nunmal nach außerhalb gehören. Umständlichkeit ist immer ein Zeichen von Zivilisationsmangel :D

  • spoonetti, doch doch - ich mag keine Erdbeeren mehr essen die unter der Einflugschneise wachsen oder wuchsen - und ich habe manchmal tatsächlich auch Angst so dicht wohne ich bei dem Flughafen - habe ich immer gewohnt auch in Hamburg - und 1962 ins Hasloh hab ich auch überhaupt nicht gehört, was da abging.. rein Motormässig.
    Hatte gerade entdeckt: seit 1962 ist der Flughafen Kaki im Gespräch.

  • Landminen, Micro? Äh, nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. :nono: Was kommt als nächste Parallele für den Flughafen und Fluglärm? Aids? Tschernobyl? Völkermord? Schweißfüße?

  • Midas:

    Zitat

    poonetti: Falls Du selbst am Airport wohnst. Wer hat Dich denn dorthin verschleppt? Kein Anwohner des Hamburger Flughafens sollte sich ernsthaft über den Fluglärm beschweren können.


    Nein, Gott sei dank wohne ich nicht am und in der Nähe des Flughafens.
    Natürlich hast du recht, wenn man sagt, dass keiner einem zwingt, in die Nähe des Airports zu ziehen. Dennoch befindet sich der Flughafen im Stadtgebiet und eine Stadt wächst. Und irgendwann muss man dann halt weiter denken und schauen, macht es noch Sinn, den Airport an dieser Stelle zuhalten oder ihn nicht weiter raus zuverlegen. Nun auch Schleswig Holstein ist an sich ein recht dicht beisiedeltes Bundesland (wie alle anderen ausser Mc Pomm und Brandenburg auch). Dennoch nicht zuvergleichen wie eine Stadt. So wäre ein Airport dort, in Kaltenkirchen, um einiges erträglicher, wie in Fuhlsbüttel.
    Ich darf auch noch mal dran erinnern, dass es mir nicht um einen Hub (Drehkreuz) geht oder irgendeine andere Art von Mega-Flughafen. Da ist der Bedarf sicher schon gedeckt.

  • Das Thema Kaltenkirchen hat durch eine Studie des IfW Kiel und die Hamburger CDU wieder ein paar Zeilen im Abendblatt gemacht:


    http://www.abendblatt.de/daten/2007/11/28/821452.html


    in diesem Artikel ist das wichtigste das wohl ein Verkauf von Fuhlsbuettel um die 6 Milliarden erloesen koennte, weit mehr als Kaltenkirchen kosten wuerde, und man koennte durch die bessere Anbindung an den Norden auch die defizitaeren Abfertigungszelte in Kiel und Luebeck dicht machen.


    selbst ein verbleib einer landebahn fuer Lufthansetechnick + Hallen wuerde beim Verkauf vom Rest noch 2 Milliarden fuer einen "kleinen" Umzug bringen der dann wohl auch weniger kosten wird


    http://www.abendblatt.de/daten/2007/11/28/821307.html
    die Studie des IfW im Auftrag der Staatskanzlei SH hebt die wirtschaftlichen Vorteile fuer SH durch bessere Anbindung, sowie die zu erwartenden Engpaesse in Fuhlsbuettel bis 2018 hervor


    mal sehen was kommt......

  • ...da hätten wir dann auch gleich einen grund für nen transrapid, den man dann auch schnell mal über die neue fehmarnbelt-querung nach kopenhagen verlängern könnte...

  • jetzt baut erstmal den Flughafen, und wenn der dann so boomt, wie zu erwarten, kommt der TR ganz von selbst, siehe MUC ;)


    (Luftlinie ist MUC2 vom HBF genauso weit weg, wie Kaltenkirchen vom HBF Hamburg btw.)


    Aber speziell die Perspektive, auf der Fläche des alten Flughafens massiv wohnraum für die Wachsende Bevlökerung Hamburgs zu schaffen und gleichzeitig den Fluglärm weit aus der Stadt zu verbannen, ist eine einmalige chance...aber das hab ich ja schon oft genug runtergebetet...

  • man muss halt bei Flughaefen schon recht langfristig planen, sowas kann ja in Deutschland ewig dauern (ohne Wertung)


    das mit dem Fluglaerm finde ich wird oft uebertrieben, um darunter zu leiden muss man schon in unmittelbarer nachbarschaft wohnen, ganz London ist durch die 4 Flughaefen eine einzige Einflugschneise, auch ueber Chelsea hast du alle paar min einen Flieger, stoert keinen Menschen.....


    warum kann man eigentlich nicht bei Airbus etwas Kapazitaet kaufen und da eine Abfertigungshalle fuer 2 - 4 mio Passagiere hinsetzen, exellent auch fuer das suedliche Einzugsgebiet, so eine Werksbahn ist doch sicher nicht ausgelastet oder ?