S21-A1 Europaviertel (in Bau)

  • Nein, mit Sicherheit nicht! Unter allen deutschen Städten hat Stuttgart unlängst den heftigsten Absturz was die wirtschaftliche Dynamik angeht gehabt! Aus den Top10 sind wir auf Platz 34 oder so gerutscht. Auch was Neuvermietung, Neuansiedlung von Unternehmen oder Einwohnerzahl betrifft ist die Entwicklung aktuell negativ!

  • Ja okay, sagen wir mal so. Nachdem man Jahre verplempert hat sind in letzter Zeit einige wichtige Projekte fertig geworden oder zumindest gestartet – an manchen Ecken der Stadt hat das schon etwas von Bauboom. Wobei der LBBW Tower auch schon bald 20 Jahre auf dem Buckel hat (BJ.2004).

  • Architektur-Fan

    Doch, ich meine das so. Die Automobilindustrie, die Zuliefererindustrie, der Maschinenbau. Man kann doch nicht ehrlich behaupten, dass es denen gut geht.

    Wieso nicht? Mercedes zahlt eine Rekord-Gewinnbeteiligung (Quelle: https://www.auto-motor-und-spo…1-6-000-euro-bei-daimler/). Natürlich leiden die Automobilbauer und ihre Zulieferer unter dem Chip-Mangel, trotzdem werden sehr hohe Gewinne eingefahren.

    Auch der Maschinenbau verzeichnet eine gute Auftragslage (Quelle: https://www.n-tv.de/ticker/Deu…lage-article22998182.html).

    Also auf der Basis kann ich deine Behauptung nicht nachvollziehen.


    Du erwähnst auch gar nicht, dass Stuttgart ein wichtiger Finanzplatz ist, mit der 2. wichtigsten Börse Deutschlands. Außerdem gibt es hier viele große Banken und Versicherungen.

    Es hängt also gar nicht alles an den von dir genannten Branchen.

  • Regent

    Wenn man Jahrzehnte Boomtown war, ist es doch nur logisch, dass irgendwann bei der wirtschaftlichen Dynamik andere, bisher schwächere wie kleinere, ggf. agilere oder glücklichere Kandidaten proportional eine höhere Dynamik als die üblichen grandes dames der deutschen Wirtschaft entwickeln.


    Beim Niveauranking (= Istzustand) bei der wahrscheinlich von Dir gemeinten Studie der IW Consult ist Stuggi von den Großstädten nach München erwartungsgemäß nach wie vor die Nr.2, vor Frankfurt. Noch mehr Spitze würde daher einzig und allein bedeuten, München zu überbieten, was nicht einfach ist, wie wir seit Jahrzehnten gesehen haben. Bei der Dynamik ist folgerichtig von den wichtigen Wirtschaftsmetropolen nur noch München in den Top Ten vertreten.


    Es ist eine bemerkenswerte und vielleicht auch einzigartige Stärke der Stuttgarter Wirtschaft, dass sich diese trotz der zumeist inkompetent wie miserabel agierenden bzw. nicht-agierenden Stadtspitze so lange oben halten kann. Ähnliches gilt natürlich auch für ganz BW. Es ist eines der ganz großen Mysterien für mich.


    Quelle: IWD

  • ... vielleicht muss man Einkaufszentren, die durch online-Handel und anderen Zeitgeisterscheinungen es immer schwerer haben werden, zu etwas entwickeln, was auch nach 20 Uhr Leben in die Bude bringt...


    Sonst ist das unsere urbane Ecke, die mehr Nachtleben braucht, vielleicht kann man auch die Brachen interimsmäßig bespielen, ein Zirkuszelt aufstellen ...

    So dass wir nach Omikron hier aufdrehen, das Leben wartet!

  • Leipzig wird in den Medien häufig als Boomtown bezeichnet, obwohl es nicht zu den Big-Seven gehört. Darüber hinaus hat Leipzig einen deutlich kleineren Immobilienmarkt als Stuttgart.

    Was nicht ist kann irgendwann ja noch werden. ;)


    Immerhin wurde Leipzig diesmal nicht als "...ostdeutsche „Kleinstadt“..." bezeichnet wie es hier im Stuttgart-Forum letztens schon mal geschehen ist. ;)


    Mal abgesehen von Boom oder Nicht-Boom: Ich erinnere mich, dass Stuttgart um die Jahrtausendwende durch bekannte Bands (hauptsächlich im Hip-Hop-Bereich) ein musikalisch-kreatives Powerhouse im Land war. Neben Berlin und Hamburg war es gefühlt eines der drei kreativen Zentren und hatte daher einen gewissen Coolness-Faktor zumindest unter jungen Leuten. Dies zeigte sich dergestalt auch in den Kennziffern z.B. beim Anstieg der Einwohnerzahlen.

    Mein rein subjektives Gefühl (aus der Ferne) ist, dass u.a. Stuttgarter Kreative seit ein paar Jahren und evtl. neuerdings noch verstärkt durch Feinstaubkessel und steigende Mieten ortsflüchtig sind (ja, ja, Berlin ick hör dir trapsen). Corona scheint da nur ein Wirkverstärker zu sein, welches den dramatischen Absturz der Einwohnerzahlen beschleunigt. Ich lebe nun seit knapp zwölf Jahren in Leipzig und begegne auch hier immer mehr Zeitgenossen aus meiner alten Heimat BaWü...pardon...“the Länd“ was sich u.a. an derartigen Meinungsbekundungen in der Stadt zeigt: https://en.wikipedia.org/wiki/…hwabenhass_in_Leipzig.jpg (wobei das wohl eher ein joke auf die in Berlin grassierende Schwabylon-Thematik war).


    Anyway, mein eigentliches Anliegen ist aber etwas anderes (sehts mir nach wenn ich es in diesem thread unterjuble): Schon seit längerem stellt sich mir die Frage zur Differenz bei der Stuttgarter Einwohnerstatistik. Normalerweise verhält es sich bei Deutschlands Großstädten so, dass die kommunalen Zahlen höher sind als diejenigen der Landesstatistik. In Stuttgarts speziellem Fall ist dies aber genau andersrum. Gibt es dafür einen plausiblen Grund?

  • Stuttgart hatte einen OB, der auch auf Kosten des Rufes der Stadt, seine Ziele durchsetzen wollte und musste, so ist das was man in Leibzig wahrnimmt, nicht unbedingt das was man in Stuttgart erleben kann.

    Was stimmt, die Mieten sind inzwischen auf so einem hohen Niveau, das man so einfach keine neue Wohnung mehr findet, was natürlich viele abschreckt.

    Die Wagenhallen und anderes sind in die Jahre gekommen, will meinen, dein Berlin Beispiel zieht hier... denn Kreativität braucht Aufbruch, den Hip-Hop oder auch die sehr erfolgreichen Trickfilmer sind jedoch häufig auch aus wohlhabenden Klientels entstanden, sodass ich dies anders lagern würde.

    Stuttgart hat jetzt bald wieder genügend Brachen, die es gilt zu bespielen, gelingt dies, was ich sehr wahrscheinlich finde, wird bald wieder in Stuggi was abgehen. Ja, ich finde Brachen braucht jede lebendige Stadt!


    Zu Deiner Frage, Stuttgart hat ein Umland, das man theo. zur Stadt zuordnen müsste, so musst Du imho alle umliegenden Kommunen zusammenrechnen und dann Deinen Vergleich fahren. Wie in vielen leben wir hier vom Understatement, auch deswegen, dass die Münchner sich weiter wohlfühlen können.


    P.S.: Seit ich 1990 zum ersten Mal in Leibzig war, war zumindest mir bewusst, dass Leibzig bald zu den schönsten Städten Deutschlands gehören würde, was es heute ist.

  • Neben Berlin und Hamburg war es gefühlt eines der drei kreativen Zentren und hatte daher einen gewissen Coolness-Faktor zumindest unter jungen Leuten. Dies zeigte sich dergestalt auch in den Kennziffern z.B. beim Anstieg der Einwohnerzahlen.

    Du stellst einen Zusammenhang her zwischen dem Coolness-Faktor der Stadt einerseits und der Entwicklung der Einwohnerzahl andererseits.

    Nach dem Motto:

    In den 00er Jahren hatte Stuttgart coole Bands im Hop-Hop Bereich die Einwohnerzahl steigt.

    Stuttgart ist in den letzten Jahren nicht mehr so cool gewesen wie früher die Einwohnerzahl sinkt.


    Auch wenn die Kreativwirtschaft nicht zu unterschätzen ist, halte ich diese These für sehr gewagt. Wenn die Einwohnerzahl Stuttgarts heute sinkt, dann liegt das vor allem daran, dass diese Stadt einfach keinen Platz hat, um zu wachsen. Übrigens wurde das Sinken der Einwohnerzahl bereits vor vielen Jahren in demographischen Studien vorhergesagt.

  • Die demografischen Studien lagen über Jahre komplett daneben – ein Grund warum jahrelang mit zu wenigen neuen Wohnungen geplant wurde! Das Problem in Stuttgart ist nicht unbedingt das es keinen Platz geben würde, wir sind nicht Hongkong, sondern das ein Wachstum überhaupt nicht gewollt ist. Schließlich müßte dann auch die Infrastruktur mitwachsen und das bedeutet Arbeit für die Verwaltung.

  • Architektur-Fan

    Daher sprach ich auch von einem „rein subjektiven Gefühl aus der Ferne“ ohne Anspruch auf Deutungshoheit. Vielleicht hätte ich tatsächlich das Wort Kreative streichen sollen wobei diese ja meistens die Pioniere sind denen andere Kohorten dann folgen. Nichts für ungut und weiterhin eine schöne Zeit!

  • Stuttgart wächst nicht deswegen nicht, weil es kein Potential dafür gebe, sondern weil es politisch nicht gewollt war. Dazu müsst man viel mehr bauen, was jedoch nicht geschehen ist. Noch habe ich Hoffnung, dass sich das unter dem neuen OB etwas ändert.