Hotel Königshof Karlsplatz 25: Abriss & Neubau [im Bau]

  • Die hydro-geologischen Verhältnisse sind in München im Bereich der Terrassenschotter, die ja den Großteil der Stadtfläche ausmachen und worin auch das Stachusbauwerk liegt sehr homogen. Unter einem freien Grundwasserleiter im quartären Schotter bei sehr hoher Durchlässigkeit des Bodens liegen Wechsellagerungen aus tertiären Tonen und Sanden. Die Tone sind im Hinblick auf bautechnische Fragestellungen dicht also sehr undruchlässig. Die tertiären Sande werden beim Bauen durch Wasserhaltung (Brunnen, teilweise mit Vakuumentwässerung) entspannt, um ein Ausfließen (hydraulischer Grundbruch) zu verhindern. Eine Wasserhaltung im stark durchlässigen Quartär ist technisch machbar jedoch aufwändig und teuer. Ist jedoch irrelevant, da sie bereits seit Jahrzehnten nicht bzw. nur sehr eingeschränkt genehmigungsfähig ist.


    Das Besondere am Stachusbauwerk ist, dass die tertären grundwasserleitenden Sande permanent entwässert werden. Die Bemessung des Bauwerks sieht keine Auftriebssicherheit vor. In der Regel "überdrückt" ja die Bauwerkslast (Hochbau) den Auftrieb des Kellers aus dem Grundwasser. Über dem Stachus ist aber keine Bebauung und anscheinend hat man sich damals gegen eine permanente Auftriebssicherung durch Anker oder Pfähle entschieden.


    Dass die Fußbodenrisse aus den Grundwasserverhältnissen resultieren stammt aus dem Bereich der urbanen Legenden. Bautechnisch auf keinen Fall möglich. Die Risse sind eher durch irgendeinen Temperatureffekt oder chemische Einwirkungen begründbar. Denke mal, hier hat die Eignungsprüfung der Zemente und Kleber bzw. Harze versagt und irgendwas schwindet und durch schlecht abgestimmte Zugfestigkeit im Material kommt es zu größeren sichtbaren Rissen.

  • So nah am S-Bahn-Tunnel wie hier gearbeitet wird ist das schon eine besondere Baustelle!

  • ^ Aktuell wird die Decke der siebten Etage betoniert, die Gerüste auf der rechten Gebäudeseite definieren ungefähr die Höhe einschließlich des späteren achten Geschosses - bis zu dieser Höhe reichte der alte Königshof. Stockwerk neun und Doppelgeschoss zehn ragen also darüber hinaus.


    Und die Hauptsache: Der Karstadt ist wieder nicht mehr vom Stachus aus zu sehen... drei lange Jahre noch bis eine der schlimmsten Bausünden der Stadt endlich abgerissen wird...


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    https://www.koenigshof-hotel.de/baufortschritt.html

  • Aus meiner Sicht wird hier der Teufel (Karstadt) mit dem Beelzebub (Königshof) ausgetrieben.

    Aus meiner Sicht kam der Justizpalast als einziges ansehnliches Gebäude in dem Eck deutlich am besten heraus, als beim Königsplatz noch eine Baugrube war.

  • Der Neubau des Königshofs am oberen Rand eines neuen Luftbilds des Fotografen Robert Grahn. Die Höhe von nun 35 Metern setzt sich künftig mit dem Signa/Karstadt-Nachfolger und auch dem neuen Empfangsgebäude des HBF einheitlich fort. Rechts im Bild die Baustelle "Motel One Schillerstraße", das südöstlich dahinterliegende Parkhaus wird durch ein gemischt genutztes Geschäftshaus ersetzt.


    MNCHEN-06-07-2021-Bauarbeiten-zur-Sanierung-des-Bahnhofs-Gebude-des-Hauptbahnhofes-im-Ortsteil-Ludwi.jpg

    © euroluftbild.de/Robert Grahn