Potsdam: BV am Brauhausberg (u. a. Stadtbad Blu, Minsk-Terrassen)

  • Potsdam: Stadtbad am Brauhausberg

    Baunetz-Meldung vom 20.01.05:


    Niemeyer soll Wellness-Bad in Potsdam bauen


    Am 18. Januar 2005 unterzeichneten Oscar Niemeyer und der Geschäftsführer der Potsdamer Stadtwerke, Peter Paffhausen, in Rio de Janeiro den Architektenvertrag für den Bau eines neuen Freizeitbades in Potsdam. Die Landeshauptstadt Brandenburgs möchte mit der Beauftragung des Brasilianers für das Projekt „Am Brauhausberg“ ihr Selbstverständnis als „Architektursammlung von Weltrang“ (Pressemitteilung) demonstrieren.


    Der gesamte Artikel:
    http://www.baunetz.de/db/news/…id=79691&news_region_id=6



    Interessantes Vorhaben. Abgesehen von der Tatsache, dass mir nicht ein mal bewusst war, dass Niemeyer noch lebt, bin ich gespannt ob sein Einfluss auf den Entwurf spürbar sein wird.

  • http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/11.04.2005/1751536.asp


    "Brasilia am Brauhausberg


    Enkel von Stararchitekt Niemeyer legt Geheimpläne für Potsdamer Freizeitbad vor


    Potsdam – Brasiliens Stararchitekt Oscar Niemeyer hat seinen Enkel Joà o mit einer kühnen Botschaft von Rio de Janeiro nach Potsdam entsandt: Die Stadt erhält ein in der Welt einzigartiges Freizeitbad mit einer unvergleichlichen Ausstrahlung. „Potsdam kann sich freuen“, versicherte der selbst schon lange als Architekt arbeitende Gast während eines Rundgangs über das künftige Baugelände. Sein 98-jähriger Großvater, berühmt geworden durch seine Bauten in Brasilia, hat für den Brauhausberg gegenüber vom Hauptbahnhof einen 31,5 Millionen teuren Schwimm- und Badetempel entworfen. Die ersten Bagger sollen Ende des Jahres anrücken. Für den 31. Juli 2007 ist die Eröffnung geplant. Bereits jetzt hat die Suche nach Blindgängern begonnen. Für das neue Bad werden die dortige alte Schwimmhalle und das geschlossene Restaurant „Minsk“ abgerissen.


    ..."


    Dieses Projekt hört sich meiner Meinung nach allerdings recht erfolgsversprechend an. Erstens liegt es ziemlich exakt in der Mitte Potsdams und ist von überall gut zu erreichen und zweitens wird man höchstwahrscheinlich auch viele Besucher aus Berlin und dem Umland anziehen können, vorausgesetzt natürlich, dass das Projekt etwas besonderes wird und nicht nur ein 08/15 Hallenbad mit Rutsche, zum Glück hört es sich danach nicht an. Die Chancen auch Besucher von außerhalb Potsdams anzuziehen stehen gut, da Potsdam Hbf, wo sowohl die RB-Züge und die S-Bahnen aus Berlin als auch die RB-Züge aus dem Umland halten, nur ca. 10 Gehminuten entfernt liegt. Darüberhinaus gibt es direkt am Bahnhof einen Zubringer zur A 115 nach Berlin und auch zur Glienicker Brücke sind es nur knapp 5 Autominuten, es ist also auch mit dem Auto gut aus Berlin und dem Umland zu erreichen.

  • Zitat von Das Tier

    [URL] wird man höchstwahrscheinlich auch viele Besucher aus Berlin und dem Umland anziehen können, vorausgesetzt natürlich, dass das Projekt etwas besonderes wird und nicht nur ein 08/15 Hallenbad mit Rutsche


    Denke ich auch, vor allem weil es in Berlin kein besonders gutes oder interessantes Hallenbad gibt.

  • Zitat von stativision

    Denke ich auch, vor allem weil es in Berlin kein besonders gutes oder interessantes Hallenbad gibt.


    Da haste recht, dass Blub ist ja mittlerweile auch nur noch ein Relikt der 80er.

  • War es denn nicht in den späten 90ern so, dass sich jede Kommune, die etwas auf sich hielt, so ein Badeparadies zugelegt hat, mit dem Ergebnis, dass jetzt schon die ersten Bäder wieder dichtmachen mussten? :doof: Oder verwechsle ich da etwas? :confused:

  • Jetzt gibt es Streit um den Niemayer Entwurf bzw. um den Architekturwettbewerb. So legten 4 unterlegene Architekturbüros beschwerde bei der Brandenburger Vergabekammer Beschwerde eingelegt.
    Es geht um einen möglicherweise unfairen Informationsvorsprung den sich das Architekturbüro Kock und Lünz verschafft haben soll, indem Kock Niemayer in Brasilien besucht habe.


    http://www.berlinonline.de/ber…g/brandenburg/451284.html


    Noch ein Artikel zu dem Thema, dieser ist ausführlicher:
    http://www.maerkischeallgemein…s/beitrag/10492936/60709/ ist vom 20.5.05

  • http://www.tagesspiegel.de/bra…2.06.2005/1853626.asp#art


    "Potsdams teurer Spaß


    Für das Freizeitbad auf dem Brauhausberg hat Stararchitekt Oscar Niemeyer einen Entwurf geliefert, der die Finanzplanung sprengt


    Von Claus-Dieter Steyer


    Potsdam – Der Traum von einem Freizeitbad mit vielen Attraktionen und einer modernen Halle für Schwimmwettkämpfe könnte für Potsdam eine Nummer zu groß ausfallen. Die bislang veranschlagten Baukosten von 31,5 Millionen Euro jedenfalls dürften nach dem gestern vorgestellten Entwurf kaum reichen. „Wir sind begeistert von den Plänen des Stararchitekten Oscar Niemeyer“, sagte Peter Paffhausen, Geschäftsführer der mit der Bauorganisation beauftragten Stadtwerke Potsdam. „Aber jetzt beginnt das Rechnen.“ In zwei Wochen wolle er dem Stadtparlament neue Zahlen vorlegen, um die Finanzierung des Projektes auf dem Brauhausberg gegenüber dem Potsdamer Hauptbahnhof zu sichern.


    ..."


    Wär ja auch zu schön gewesen :Nieder:.

  • Ha! Was sonst. Es grenzt ohnehin an Naivität einen Stararchitekten einzuladen und zu glauben er hält sich ans Budget.

  • Naja. Mir gefällt es nicht sonderlich. Ich bezweifle auch, dass es am Ende so aussieht. Spektakulär ist es jedenfalls; es wird Potsdam die gewünschte Publicity bringen, sollte es gebaut werden.

  • Mich würde da vor allem eines interessieren: Gibt es in der Umgebung oder in Potsdam selbst noch keine Freizeit-Bäder. In den 90ern-was ich auch schon mal hier mal angemerkt habe, wurden die Dinger reihenweise in den neuen Ländern in die Landschaft gestellt, sodass die ersten schon wieder dichtgemacht haben. Von daher ist jetzt meine Frage: Lohnt sich aus ökonomischer Sicht ein derartiger Bau?

  • http://www.tagesspiegel.de/bra…5.06.2005/1860334.asp#art


    "Zu teuer: Pläne fürs Spaßbad müssen überarbeitet werden Der Entwurf von Oscar Niemeyer würde 48 Millionen Euro kosten


    Für das Potsdamer Projekt stehen aber nur 31,5 Millionen zur Verfügung


    Von Thorsten Metzner, Sabine Schicketanz und Peter Tiede


    Potsdam - Der Entwurf des brasilianischen Stararchitekten Oscar Niemeyer für das Potsdamer Freizeitbad am Brauhausberg soll überarbeitet werden. Der Grund: Die Umsetzung der erst am vergangenen Mittwoch vorgelegten spektakulären Planung wird teurer als gedacht. Nach Informationen aus Rathaus- und Wirtschaftskreisen würde der jetzige Entwurf nach Berechnungen von Joao Niemeyer, dem Neffen des brasilianischen Architekten, rund 48 Millionen Euro kosten. Bisher sind aber nur Ausgaben von 31,5 Millionen Euro geplant, die zu 80 Prozent Fördermittel von Land und EU sein sollten.


    ..."


    Naja war ja zu erwarten. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass das Projekt nichz ganz eingestampft wird und dass die abgespeckte Version nicht so´n typisches 08/15 Ding wird.

  • Hoffentlich wird dieses Projekt in ähnlicher Weise realisiert, es würde sicherlich reichlich Besucher haben. Aber 1/4 der Kosten einzusparen wird leider nur auf Kosten der Qualität und Architektur gehen. Schade, aber vlt. wird es trotzdem ein gutes Bad.

  • http://www.tagesspiegel.de/bra…9.06.2005/1866467.asp#art


    "Streit um Niemeyer-Bad geht weiter


    Potsdam - Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) hat die Potsdamer Stadtväter wegen der Debatte um Mehrkosten beim Niemeyer-Spaßbad kritisiert. „Diese Debatte wird dem Projekt nicht gerecht, sie ist ihm abträglich", sagte Junghanns am Mittwoch im Brandenburger Landtag. Am Wochenende hatte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bestätigt, dass die Umsetzung des Entwurfs des brasilianischen Stararchitekten Oskar Niemeyer rund 48 Millionen Euro kosten würde – statt der bislang geplanten 31,5 Millionen Euro. Deshalb prüft Potsdam derzeit, das Freizeitbad in einer kleineren Variante – zum Beispiel ohne Tiefgarage und ohne Solbad, mit drei statt vier Kuppeln – zu realisieren. Das Niemeyer-Architektenbüro hat dazu inzwischen Zustimmung signalisiert. Allerdings dürften die Umplanungen nur vom Niemeyer-Büro vorgenommen werden, so João Niemeyer, engster Mitarbeiter des 97-jährigen Architekten.


    ..."


    Positiv ist zumindest, dass Niemeyer scheinbar bereit ist den Entwurf zu überarbeiten um ihn kostengünstiger zu gestalten.

  • http://www.tagesspiegel.de/bra…3.06.2005/1894653.asp#art


    "Niemeyer speckt Plan für Freizeitbad ab Kosten sollen sinken–von 50 auf 38,5 Millionen Euro


    Potsdam - Der brasilianische Stararchitekt Oskar Niemeyer hat seinen Entwurf für ein Freizeitbad in Potsdam überarbeitet. Durch die Veränderungen ließen sich die voraussichtlichen Kosten für das geplante Ensemble am Brauhausberg auf 38,5 Millionen Euro senken, sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke Potsdam GmbH (SWP), Peter Paffhausen. Das städtische Unternehmen lässt das Bad bauen und will es auch betreiben.


    ..."


    Es scheint ja doch auch schnell und unkompliziert zu gehen :daumen:.

  • Falls jemand einen Scanner und die Berliner Zeitung von heute zur hand hat:


    da ist eine Grafik drin.


    Hier der Artikel: http://www.berlinonline.de/ber…g/brandenburg/460317.html



    Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten des Projektes:


    "Der Entwurf: Der Niemeyer-Entwurf für das Freizeitbad am Brauhausberg zeichnet sich durch seine vier Kuppelbauten und seine großräumigen Tragekonstruktionen aus. Die bereits bestehende Schwimmhalle soll umgebaut werden.


    Eingespart: Der Wegfall des geplanten Teilgebäudes für Sauna und Sole ist der auffälligste Spareffekt. Die Saunalandschaft findet sich nun in der rechten Kuppel, deren Durchmesser sich dadurch von 25 auf 35 Meter vergrößert. Auch die geplanten Tiefgaragen fielen weg.


    Verändert: Der Fitness-Bereich wird ins Hauptgebäude verlagert. Wellenbad und Rutschenanlage werden in einem Kuppelbau zusammengelegt. Es gibt nur noch einen Küchenbereich. Sportbad und die Wasserflächen draußen werden kleiner.


    Besucher: Die Stadtwerke rechnen nach vorläufigen Schätzungen mit 368 000 Besuchern jährlich und erhoffen sich dadurch Einnahmen von 2,9 Millionen Euro. Der städtische Zuschuss soll um die 400 000 Euro pro Jahr betragen, wenn alles normal läuft.


    Eröffnung: Die Bauarbeiten sollen Anfang 2006 beginnen. Die Eröffnung des Bades ist bisher für den Herbst 2007 terminiert. Fast 40 000 Quadratmeter in hügeliger Lage oberhalb des Hauptbahnhofes müssen bebaut werden.


    Architekt: Oscar Niemeyer, bekennender Kommunist, gilt als Meister der Moderne. Er hat Ende der 50er-Jahre die brasilianische Hauptstadt Brasilia im Stil der Moderne erbaut. Auch im Berliner Hansaviertel hat er ein Wohnhaus errichtet. Er mag runde Formen."


    http://www.berlinonline.de/ber…rg/460319.html?2005-06-24

  • Auch wenn das die Realisierung verzögert, ich halte das für eine notwendige Maßnahme. Andernorts ist man auch etwas geschickter, wenn man zwar einen Wettbewerb ausloben muss, aber der Favorit schon vorher feststeht. ;)


    Der BDA hat m. E. recht. Sollte zukünftig vor allem auf etablierte Namen geschielt werden, dann hätten junge Büros kaum noch eine Chance. Selbst in diesem Beispiel ist es ja schon so, dass der alte Oscar lediglich als Namensgeber fungiert. Ein "echter" Niemeyer" ist es also eh nicht. Und wer sagt denn, andere könnten keinen adäquaten Entwurf erarbeiten?


    Komisch finde ich auch, dass ausgerechnet der Name eines Protagonisten der unpopulären Moderne für Publikum sorgen soll - und dazu noch im UNESCO-geplagten Potsdam :D Zeigt den Leuten Bilder von Brasilia oder von Le Havres "Kühlturm" und sie lehnen das Bad dankend ab, ohne den Entwurf je gesehen zu haben!



    Gruss
    AeG