Luisenblock / Vollendung Band des Bundes [in Entwicklung]

  • Bisherige Bundesplanungen für Luisenblock sind Makulatur


    Ich freue mich gerade sehr, dass die aus meiner Sicht grausigen Planungen für die Erweiterung des Band des Bundes in die historische Friedrich-Wilhelm-Stadt hinein vom Tisch sind. In der heutigen Morgenpost heißt es dazu, Verdi als Eigentümer des Altbaus am Schiffbauerdamms habe sich erfolgreich dagegen durchgesetzt, den vorletzten Repräsentanten der ehemals schmalen Parzellierung am Ufer zugunsten einen biomorph wabernden Neubaus in Glas und 'Eiform' abzureißen. (An dieser Stelle von mir 1000 Dank an Verdi; dass elyptisch gebogene Fassaden keine lesbaren Stadtäume schaffen, weiß eigentlich jeder, der sein Architekturstudium erfolgreich abgeschlossen hat.)


    Im Artikel heißt es, das Land lege Wert auf Wegeverbindungen durch den Block hin zum Bahnviadukt. Zudem soll es belebte Erdgeschosse, Wohnungen und Platz für Gewerbe geben, um einen reinen Behördenstandort zu verhindern. (DANKE! ;-)) Gerade dieser Wunsch verspricht ein anderes Ergebnis als am Kapelleufer, wo das Bundesministerium für Forschung mit seinem hermetischen Sockel eine tote Uferstraße bedingt.


    Nun gut. Noch in diesem Jahr soll es einen neuen städtebaulichen Wettbewerb geben, dessen Ergebnisse für nächsten Sommer erwartet werden.


    Da der Artikel hinter der Bezahlschranke liegt, erlaube ich mir, auf diesen Beitrag im Nachbarforum zu verweisen, in dem der Inhalt benannt wird:

    https://www.architektur-urbani…enblock-ost.34/post-16370


    https://www.morgenpost.de/bezi…-im-Berliner-Zentrum.html

  • Verstehe ich das richtig? VerDi hat für den Erhalt des eigenen Altbaus am Ufer gekämpft und damit den B-Plan gekippt. Jetzt wollen sie ihr Grundstück jedoch für ein anderes dort eintauschen, dort einen Neubau errichten. Der Altbau wird hingegen bis auf die Fassade abgerissen. ?(


    Immerhin soll es mit der neuen Planung aktive Erdgeschosszonen und Durchwegungen geben.

  • Der Altbau ist - erstaunlicherweise - nicht denkmalgeschützt. Ob die kommenden Entwürfe tatsächlich alle nur die Fassade beibehalten, werden wir sehen. Für mich hat es immer etwas Ekelhaftes, wenn sich hinter einer alten Fassade ein reiner Neubau offenbart. Das hat etwas von Face Transplant. So ein alter Bau ist für mich etwas Gesamtes, ihn im Erhalt auf die Fassade zu reduzieren, erscheint mir absurd und denkmaltechnisch nicht ehrlich.


  • Alles so schön bunt hier um es mal mit Nina Hagen zu sagen.


    Der Containerbau schreitet schnell voran, naja muss ja auch fertig werden bis Herbst.









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    Hier die Seite zum Bahnviadukt






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    Also mir gefällt es schon ziemlich gut muss ich zugeben, wobei ich natürlich schon glaube, dass allein die farbigen Panele gewaltigen Eindruck machen, dem kann man sich einfach nicht entziehen. Ich finde es deprimierend, dass Farbgestaltung - ein so ein einfaches, preiswertes und wirkungsvolles Gestaltungselement - in der Architektur in Deutschland so gar keine Rolle spielt. Ich habe manchmal den Eindruck, dass wird als unseriös betrachtet.


    Dass man hier bei einem Regierungsgebäude so entschieden hat, ist schon verwunderlich - im positiven Sinne!


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    Und hier noch die Rückseite, die zum - wohl nie fertig werdenden Elisabeth Lüders Haus - ausgerichtet ist.


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  • Bemerkenswert eigentlich, dass es gar nicht so viel schlechter daherkommt als die meisten permanenten Regierungsbauten. Durch die Farben und die 'leichten' Materialien wirkt es fast angenehmer, finde ich.

  • Das finde ich nicht.


    Es ähnelt den Schulen in Modularbauweise. Andere Bauten des Bundes wirken solider und anspruchsvoller. Ich empfinde die bunten Verkleidungen nicht als deutliche Bereicherung.

  • Da muss ich rotes Rathaus Recht geben der Regierungsbau wirkt wirklich wie ein eilig hingestellter flüchtiger Schulcontainer.

    Die fröhliche Farbigkeit lässt selbst so manche Zeitgenössische Kindertagesstätte neidisch werden und soll wohl über die pragmatische Architektur und deren mangelnde Raffinesse hinwegtäuschen. Ich denke dass man bei neu zu errichtenden Regierungsbauten aber auch den höheren Rechtfertigungsdruck gegenüber Institutionen und Öffentlichkeit für aufgewendete Kosten bedenken muss. Repräsentation gilt sowieso als verpönt und lässlich, das macht es denke ich ungeheuer schwer hier eine Überzeugende Architektursprache auszuformen.


    Beim Altbau Mittelstraße 43 von Lange/Berndt sieht es so aus als ob das Traufgesims mit seinen Löwenmasken eine recht frei interpretierte, historisierende Lösung sei.


    Ich finds schade dass, das so deckelig auskragt und keine optischen Stützen in Form von Konsolen bekommen hat - das hätte irgendwie stimmiger gewirkt.

    Dazu hätte es sicher etwas angehoben werden müssen - das Kymation verschwindet fast in dieser Schattenfuge unter diesem weit vorspringenden Dachgesims. - wollte man es nicht anheben hätte ich es wenigstens nich ganz so stark vorspringen lassen - das wirkt optisch recht heikel.

    Ansonsten freue ich mich, dass man so viel liebe ins Detail bei den Altbauten gelegt hat.


    Der Anblick der Zollernhoffassade macht hier überhaupt keinen Spaß - da wartet man förmlich drauf dass der Wäschewagen vorfährt und die bunten Mülltonnen rausgekarrt werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Endell ()

  • Der Modulbau sieht schon fast fertig aus und die ersten Büros können bestimmt bald bezogen werden. Für mich absolut gelungen, schon allein deshalb, weil ich nie erwarten würde, dass ein Regierungsbau so bunt daherkommen könnte in Deutschland.

    Hier die Rückansicht.


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    Hier von der Luisenstrasse.

    In weiser Voraussicht hat man sich für viele rote, grüne und gelbe Panele entschieden!


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    Die Mauerseite, besonders reizvoll


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    Die Eingangsseite:








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  • Wettbewerb Luisenblock Ost

    Ab morgen startet die Öffentlichkeitsbeteiligung in der das Plangebiet, der geplante Ablauf und die Ziele des Verfahrens, sowie die Möglichkeiten der Beteiligung vorgestellt werden. Weiter heißt es in der Pressemitteilung der Senatsverw. f. Stadtentw.:

    Es wird eine Bürger:innenstunde geben, in der alle Interessierten Ihre ersten Vorstellungen, Wünsche und Fragen einbringen und gemeinsam mit allen diskutieren können. Die Ergebnisse werden anschließend ausgewertet und vorgestellt.

    Anlass und Ziel:

    Anlass und Ziel des städtebaulichen Wettbewerbs für den bedeutsamen Ort im Herzen von Berlin ist eine angemessene Neuordnung der Bebauung, der Erschließung und der Freiflächen. Dabei sind Erweiterungsmöglichkeiten für die Bedarfe des Deutschen Bundestages sowie der Gewerkschaft Ver.di zu berücksichtigen und in Einklang mit den Zielen des Landes Berlin zu bringen. Die Vorstellungen und Wünsche der Bürgerschaft sollen in diesem Vorhaben ihren Raum bekommen und bei der Planung Beachtung finden.

    Weitere Infos finden sich auf der Seite luisenblock.berlin.de

  • Heute (18.2.2022) kann man der Presse entnehmen, dass der Neubau von den Abgeordneten bezogen wurde.


    Bemerkenswert, wie sehr man einen eigentlich total nüchternen Zweckbau mit solchen farbigen Elementen auflockern kann.


    Danke. Ein Link zu der Pressemitteilung wäre hilfreich. Z. B. dieser.

  • Das Gebäude ist soweit bezogen und die Aussenbereiche sind jetzt auch fast fertig. Man kann jetzt um das Gebäude herumlaufen.

    Beitrag aus dem Regierungsviertel-Thread hierher verschoben.


    Hier die Westseite zu dem erhaltenen Mauerstück


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    Der offizielle Haupteingang befindet sich gegenüber des Elisabeth Lüders Hauses


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  • Zum aktuellen Stand beim Luisenblock Ost gibt es einen längeren Artikel in der Berliner Zeitung, leider hinter der Bezahlschranke.


    Die Pläne für den Bau von 600 Büros im Luisenblock Ost wurden von der Baukommission gebilligt. trotz der geplanten Verkleinerung des Bundestags. Rund 893 Mio. € soll das kosten. Die Summe setzt sich aus 580,4 Mio. € Gesamtbaukosten, 221 Mio. € prognostizierten Baupreisveränderungen und gut 90 Mio. € diversen Risikokosten zusammen.


    Das gesamte Areas ist rund 46.000 m² groß, davon sind große Teile unbebaut. Haupteigentümer ist der Bund, der den Luisenblock Ost vor allem mit Büros und Konferenzräumen bebauen will. Zunächst sollen auf 16.000 m² im westlichen Teil des Areals 600 Büroeinheiten enststehen sowie Besprechungs- und Schulungsräume, Gastronomie, ein Rechenzentrum, Magazin- und Archivflächen und vier Ausschuss-Sitzungssäle, zwei davon abhörgesichert. Die Luisenstraße soll durch zwei Tunnel unterquert werden, um eine Verbindung zum Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses und dem bestehenden unterirdischen Erschließungssystem des Parlamentsviertels zu schaffen.


    Im nächsten Schritt ein Architekturwettbewerb für das Gebiet ausgelobt und die Auftragsvergabe für bauvorbereitende Maßnahmen auf den Weg gebracht werden. 2027 soll Baubeginn der Hauptbaumaßnahme sein, die Fertigstellung ist für Ende 2032 und die Übergabe an die Nutzer ist für „ca. 2034“ geplant.


    Die künftige Gestaltung des ca. 30.000 m² großen östlichen Teilgebiets des Luisenblocks Ost soll in einem neuen städtebaulichen Wettbewerb festgelegt werden, da es für die Umsetzung des preisgekrönten Entwurfs des Architekturbüros Kusus und Kusus aus dem Jahr 2009 keine politische Mehrheit gab.


    Für den gesamten Luisenblock werden wohl deutlich mehr als eine Mia €, vielleicht sogar zwei Mia. € Kosten anfallen. Klar ist jetzt schon, dass die jetzige Kostenplanung nicht alle Ausgaben abdeckt, das betrifft z. B. die „umfassende Gründungssanierung“ des Gebäudes Luisenstraße 32-34 und die Ersteinrichtung der Neubauten. Auch Ausgaben für den Straßenbau an der Bahntrasse und die Verschwenkung des Schiffbauerdamms sowie der Umbau der Einfahrtskontrolle in das unterirdische Erschließungssystem wurden noch nicht eingepreist.

  • Grundsätzlich sind das ja erst einmal gute Nachrichten, das es dort irgendwie zu einer Bewegung kommt. Der Zeitrahmen ist natürlich wieder eine Bank. Die Kosten sind natürlich happig. Wenn ich Bund lese kommt bei mir auch direkt das ungute Gefühl hinzu, das es sich um ein steriles und isoliertes Viertel handeln wird. Ich hoffe inständig, das zu mindestens die Uferpromenade mit der erwähnten Gastronomie bespielt wird - Quasi eine Weiterführung der "Gastro Meile" entlang des Schiffbauerdamms. Der Ort ist ja quasi dafür Prädestiniert. Dinieren mit Reichstagsblick hat einfach was.

  • noch mehr unverschämtes Verhalten der übergeordneten bürokratischen Klasse. Berlin steht vor einer akuten Wohnungskrise, hier ist Land im Besitz des Staates, da können sie bauen, was sie wollen, oder? Warum akzeptieren die Menschen in diesem Land die größenwahnsinnigen Pläne, den Staat immer größer werden zu lassen? Das ist eine Krankheit.


    Zitat: "Der Bedarf für den Bundestag ist nach wie vor sehr hoch“, sagt Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP), Vorsitzender der Baukommission. „Dies hängt nicht alleine mit der Anzahl der Abgeordneten zusammen, denn das Wahlrecht ist nicht in Stein gemeißelt.“


    Wer will wetten, dass dieses Projekt das DOPPELTE von dem kosten wird, was sie jetzt sagen? Es ist ein Skandal, dass dies überhaupt in Betracht gezogen wird. Hoffentlich holt die KI all diese Leute ab und die Zahl der Staatsbediensteten schrumpft auf eine Zahl, die in eine Telefonzelle passt.

  • Wenn ich mir das Vorgängerzitat durchlese fände ich es eigentlich gut, wenn es neben dem Daumen hoch auch einen Daumen runter Button geben würde um ausdrücken zu können, dass man mit einem Kommentar nicht zustimmt, ohne dass man inhaltlich darauf eingehen muss. Die geäußerte Kritik ist mir zu polemisch und undifferenziert, und es werden Äpfel mit Birnen verglichen. Die zu geringe Zahl von Wohnungen in Berlin und anderen Städten ist ein Riesenproblem, keine Frage. Und es muss mehr gebaut werden. Aber von einer bürokratischen Klasse zu sprechen und zu glauben man müsse jetzt überall Wohnraum und ja keine Büros mehr bauen geht mir dann doch etwas zu weit. Für die hier entstehenden Büros werden sicher auch keine neuen Stellen geschaffen sondern es werden Mitarbeiter die gerade in anderen Büros in Berlin verteilt sind hier her umziehen. Ob man das jetzt gut findet oder nicht ist wieder eine andere Frage aber Kritik kann auch differenzierter und sachlicher geäußert werden.

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    Sorry, das Vorgängerzitat ist in der Sache absolut treffend. Ich gebe ihm nur deswegen keinen "Daumen hoch", weil er es sehr polemisch vorträgt.

    Speziell zum Wohnungsbau:

    Bevor wir sog. Flüchtlinge menschen-grenzwertig in Null-Energie-Bilanz-Zelten unterbringen, könnten wir auch menschenwürdige low-Energie-Level-Wohnungen bauen, also Immobilien die erstmal nur mit "anständigem" Mauerwerk (Ziegel, 30 cm. Wandstärke) hochgezogen werden, Satteldach drauf, fertig. Die Gebäude könnten aussen komplett und sogar zum Teil auch innen erst mal unverputzt bezogen werden, HAUPTSACHE es sind stabile, menschenwürdige Behausungen. Das "Finish" (einschliesslich der ganzen Energie-Mätzchen) kann man auch einige Jahre später machen, wenn die Situation wieder entspannter ist.

    Niemand der "übergeordneten bürokratischen Klasse" kommt auf solch eine absolut gangbare Idee.

    Als Bürgermeister einer (Klein-)Stadt würde ich solch einen Vorschlag der Bürgerschaft zur Volksabstimmung vorlegen - ich schätze das gibt mind. 85 % Zustimmung (abzüglich der *Spinner*). Und dann geht es sofort mit dem Wohnungsbau los. Übrigens: Deckenhöhe mindestens 2,80 Meter sollten es sein. Die Menschen werden immer grösser, die 2,40 Meter Mindeststandart sind absolut unzeitgemäss. Denkt auch niemand dran.

    Wenn man die meisten "Themen" der Gesellschaft auf diese Weise basis-demokratisch regelt, dann braucht es auch keinen "Bundestag" / "Band des Bundes " mehr. Alles nur nostalgischer Unfug. Das weltpolitisch zwingend Nötige wird eh über Brüssel erledigt. Fertig.

    Schon mal überlegt, was das alles an Kosten einsparen würde ?!

    Als "Frankfurter Bub" darf ich so was mal schreiben. Unsere Stadt war rund 800 Jahre lang "Freie Bürgerstadt".