Regierungsviertel

  • Update vom 21.08.2021, Fotos von mir


    An der ehemaligen Deutsche-Bank-Zentrale gibt es nur Fortschritt in kleinen Schritten wie es scheint. Die bauzeitliche Überdachung des mittigen Fassadenvorsprungs ist z.B. inzwischen verschwunden.

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    An der Schadowstraße ist man hingegen inzwischen tlw. bereits mit dem Bau des Erdgeschosses zu Gange (hinten rechts)...

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    An der ehemaligen US-Botschaft ist auch wenig Fortschritt erkennbar, während das Kupfer des Türmchens an der Ecke Mittelstraße bereits den Glanz des neuen verloren hat...

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    d.

  • Hallo! (Mein erster eigener Beitrag zum Forum, nachdem ich schon jahrelang Leser bin). Habe heute diesen Beitrag in der BZ entdeckt:


    https://www.bz-berlin.de/berli…aus-schloss-bellevue-raus


    Daraus geht hervor, daß Schloß Bellevue und das Bundespräsidialamt am Großen Stern vollständig saniert werden müssen und sowohl der Bundespräsident als auch das Amt für fünf Jahre in ein noch neu zu bauendes Interimquartier ausweichen müssen. Standort ist wohl das noch freie Gelände Ecke Alt-Moabit und Elisabeth-Abegg-Str. Dort stand bis zum Krieg die Landesfinanzdirektion in einem pompösen Bau aus dem späten 19. Jh. (Ein Teil, der angebaut war, steht noch -- dort ist jetzt die Polizei.). Eine Gedenktafel an der Elisabeth-Abegg-Str. berichtet davon, daß in diesem Gebäude die Vermögensverwertungsstelle beim Oberfinanzpräsidenten war, die zuständig für die Registrierung und Einziehung des Vermögens von Juden und anderen Verfolgten war.


    File:Bundesarchiv Bild 183-2007-0719-501, Berlin, Landesfinanzamt.jpg

    https://commons.wikimedia.org/…rlin,_Landesfinanzamt.jpg


    Ich bin gespannt, was dort gebaut wird.. hoffentlich etwas qualitätsvolles. Gegenüber im Bahnhofsquartier ist die Bilanz ja durchaus gemischt, aber auf der Südseite von Alt-Moabit sind mit dem Innenministerium, dem Paris-Moskau-Gebäude und dem Polizeirevier doch durchaus interessante Bestände.


    Was auch schade ist: das gesamte Gelände ist dichtüberwuchert, mit teils alten Bäumen. Das wird dann wohl auch alles abgeholzt und versiegelt, was im Hinblick auf die in der Nähe entstehende Erweiterung des Kanzleramtes, in der auch einiges wegfällt, bedauerlich ist. Ich hatte immer gehofft, daß der Bund dieses Grundstück vergessen hat und es weiter im Dornröschenschlaf liegen kann...

  • Wie das Bundespräsidialamt nach gerade mal 25 Jahren in einem Zustand sein kann, der 5 Jahre Schließung und Sanierung rechtfertigt, ist mir völlig schleierhaft.

  • ^ Ja, zumal die letzte Generalsanierung keine zwei Jahre gedauert hat. Vielleicht ist man damals nur oberflächlich zu Werke gegangen, und das rächt sich jetzt.

    Ich hatte immer gehofft, daß der Bund dieses Grundstück vergessen hat und es weiter im Dornröschenschlaf liegen kann...

    Das Bedauern wegen der Bäume verstehe ich. Andererseits kann diese Ecke des Bahnhofsumfelds wirklich noch mehr Dichte vertragen, und dafür wäre eine Bebauung in historischer Kubatur ein Segen. Hoffentlich machen sie's richtig.

  • Der Neubau neben den sanierten Altbauten in der Mittelstrasse wurde mittlerweile entblättert. Standard.


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    Dachgesims. Altbau.


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    Schade, dass das EG der Rückseite des Zollernhofes so hermetisch abgeriegelt ist. Vertane Chance.


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    Alle Fotos von mir

  • Der hermetische Abschnitt ist die Außenwand des ZDF-Fernsehstudios. Fensterlose Funktionen so zu verpacken, dass dennoch keine deprimierende Hinterhofatmosphäre entsteht, scheint leider eine Aufgabe für die Königsklasse unter den Architekten zu sein. Bei ebenfalls hermetischen Kinosälen wird die geschlossene Außenwand gerne mit Programmschaukästen/fenster verblendet, was als Notlösung auch beim ZDF in der Mittelstraße möglich gewesen wäre.


    Beim reinen Neubau Richtung Neustädtische Kirchstraße erscheinen mir die Felder oberhalb der Fenster noch nicht verkleidet. Sehe ich da jeweils eine offene Betonnarbe? Das wirkt mit dem Rest der Fassade zumindest auf diesem Foto nicht schlüssig, so dass hier vielleicht noch etwas passiert.

  • Bemerkenswert eigentlich, dass es gar nicht so viel schlechter daherkommt als die meisten permanenten Regierungsbauten. Durch die Farben und die 'leichten' Materialien wirkt es fast angenehmer, finde ich.

  • Das finde ich nicht.


    Es ähnelt den Schulen in Modularbauweise. Andere Bauten des Bundes wirken solider und anspruchsvoller. Ich empfinde die bunten Verkleidungen nicht als deutliche Bereicherung.

  • Da muss ich rotes Rathaus Recht geben der Regierungsbau wirkt wirklich wie ein eilig hingestellter flüchtiger Schulcontainer.

    Die fröhliche Farbigkeit lässt selbst so manche Zeitgenössische Kindertagesstätte neidisch werden und soll wohl über die pragmatische Architektur und deren mangelnde Raffinesse hinwegtäuschen. Ich denke dass man bei neu zu errichtenden Regierungsbauten aber auch den höheren Rechtfertigungsdruck gegenüber Institutionen und Öffentlichkeit für aufgewendete Kosten bedenken muss. Repräsentation gilt sowieso als verpönt und lässlich, das macht es denke ich ungeheuer schwer hier eine Überzeugende Architektursprache auszuformen.


    Beim Altbau Mittelstraße 43 von Lange/Berndt sieht es so aus als ob das Traufgesims mit seinen Löwenmasken eine recht frei interpretierte, historisierende Lösung sei.


    Ich finds schade dass, das so deckelig auskragt und keine optischen Stützen in Form von Konsolen bekommen hat - das hätte irgendwie stimmiger gewirkt.

    Dazu hätte es sicher etwas angehoben werden müssen - das Kymation verschwindet fast in dieser Schattenfuge unter diesem weit vorspringenden Dachgesims. - wollte man es nicht anheben hätte ich es wenigstens nich ganz so stark vorspringen lassen - das wirkt optisch recht heikel.

    Ansonsten freue ich mich, dass man so viel liebe ins Detail bei den Altbauten gelegt hat.


    Der Anblick der Zollernhoffassade macht hier überhaupt keinen Spaß - da wartet man förmlich drauf dass der Wäschewagen vorfährt und die bunten Mülltonnen rausgekarrt werden.