Areal Brunecker Straße - neue Universität Nürnberg

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    Alter Schwede, ziemlich alter Eintrag, deshalb danke für die Nachricht. Das ist sicherlich stichhaltiger als das Gerücht, das hätte etwas mit der Straßenbahn zu tun.

  • Ja, sie war schon immer eine der teuersten der Stadt, und während "Rock im Park" für den Pächter eine Goldgrube. Was anders sinnvolles lässt sich mit dem kleinen Grundstück auch nicht anfangen. Was ist denn genau mit "Fastfood-Angebot" gemeint? Wieder ein Subway-Laden?

  • Ja, sie war schon immer eine der teuersten der Stadt, und während "Rock im Park" für den Pächter eine Goldgrube. Was anders sinnvolles lässt sich mit dem kleinen Grundstück auch nicht anfangen. Was ist denn genau mit "Fastfood-Angebot" gemeint? Wieder ein Subway-Laden?



    Der Subway wandert (soweit ich es gehört habe) an die Sigmundstraße.Ich denke die Aussage über das ,,Fastfood,, bezieht sich auf die Kaffe bzw. Backecke der Tankstelle.
    Die Quelle sagte zu mir aber auch, das die Tankstelle kleiner werden soll,wegen der Straßenbahndurchführung an der Seite.

  • Tankstelle Frankenstraße

    Aha, nach meine Ortskenntnis ist der nächste Subway im Stadler an der Nopitschstraße. Für den bisherigen Kundenkreis ist der neue Standort also sinnlos.


    Was die Straßenbahn angeht: Der seit den dreißiger Jahren bestehende Tunnel durch die Frankenstraße verläuft nicht unter der ehem. Shell-Tankstelle, sondern weiter östlich direkt an der Münchner Straße. Also gewissermaßen unterhalb des roten Stuhls entlang. Auf der Stadtkarte Nürnberg, Blatt 54, vom städtischen Amt für Geoinformation ist der Verlauf des Tunnels auch gut zu sehen:



    Quelle: Stadt Nürnberg, Amt für Geoinformation und Bodenordnung, Stadtkarte Nürnberg, 1:5000, Blatt 54 Duzendteich, Stand 2003


    Unter der Hausnummer 224 (Tankstelle) liegt sie nicht. Außerdem dauert die Erschließung des Geländes ja noch einige Zeit, daher wüsste ich nicht, welche Art von Arbeiten da jetzt notwendig wären, die bis Ende Januar 2015 abgeschlossen sein könnten. Wie passt das zusammen?

  • Der Tunnel wird aus Sicherheitsgründen nicht mehr für Fahrten mit Fahrgästen genutzt, die Fluchtwege sind nach heutigen Kriterien nicht ausreichend dimensioniert. Derzeit wird der Tunnel also nur noch für Betriebsfahrten ohne Passagiere genutzt.

    Bei einer Verlängerung der Bahn Richtung Süden würde die Bahn im Grünstreifen des Straßenraums verlaufen. Dazu gibt es diverse Trassenvarianten. Das Grundstück mit Tunnel und Gleisanlagen soll dann in jedem Fall zur Bebauung freigegeben werden.

    d.

  • Neuer Stadtteil: Lichtenreuth

    Es kommt so langsam Bewegung in die Sache. Im Rahmen des zurzeit laufenden Wettbewerbs aus 12 Planungs- und Architekturbüros zur Entwicklung des Areals Brunecker Straße hat der Eigentümer Aurelis sich nun entschieden, dem Projekt einen neuen, unvorbelasteten Namen zu geben: Lichtenreuth. So berichten heute die Nürnberger Zeitung.
    Man hat hierzu ein PR-Büro beauftragt, mehrere Namensvorschläge zu prüfen und einen geeigneten für den neuen Stadtteil zu finden, mit dem sich künftige Bewohner identifizieren können und unter dem auch die Jahre andauernde Entwicklung des Areals laufen wird. Lichtenreuth nimmt dabei Bezug auf den angrenzenden Stadtteil Lichtenhof, wobei der vorgelagerte Wald südlich, der einst dort war bevor die Bahn kam, durch Rodung zu "reuth" wurde.


    Das Gelände ist ziemlich dünn besiedelt, es gibt dort noch ein paar kleinere Handwerksbetriebe, die Bahn nutzt einige Gleise noch und regelmäßig finden dort Flohmärkte statt. Herausragendes Bauwerk ist zweifellos die Verladehalle, der sog. Südbahnhof, der etwas abseits liegt und nur für den Güterverkehr genutzt wurde:



    Die Gleise sind schon demontiert, aber die imposanten Hallen stehen noch dort:



    Es wäre sicherlich überlegenswert, ob man nicht Teile der Halle als identitätsstiftendes Element für das neue Viertel erhalten könnte. Hierzu müsste ein pfiffiges Planungsbüro natürlich Ideen entwickeln um hier etwas Gescheites unterzubringen. Denn solche Hallenbauwerke gibt es in Nürnberg ja fast garkeine mehr.

  • Ich muss zugeben, dass ich die Namensschöpfung "Lichtenreuth" erst sehr skeptisch gesehen habe. Das erinnerte mich sehr an das aus Sicht des Ortsnamenskundlers höchst unglücklich gewählte "Schwanstetten" im Landkreis Roth (ein geistreicher Mix von 1978 aus "Schwand" und "Leerstetten"). Mittlerweile finde ich es ganz gut – recht viel anders sind Ortsnamen früher auch nicht entstanden. Mich würde nur interessieren, was dieses "Licht" in "Lichtenhof" eigentlich bedeutet? Kommt das tatsächlich vom Licht, von der Lichtung oder bedeutet es was ganz anderes?

  • Während das Areal Brunecker Straße, bald "Lichtenreuth", noch immer den Dornröschenschlaf schläft, beginnt die Stadt und der Projektentwickler mit den Planungen konkret zu werden. Die Stadt und der Entwickler laden interessierte Bürger und Anwohner morgen, Dienstag, den 20.01.2015 um 18:00 Uhr in das Gemeinschaftshaus Langwasser zu einem Bürgerworkshop
    ein, berichten die Nürnberger Nachrichten:


    http://www.nordbayern.de/regio…er-sind-gefragt-1.4136451


    Es begrüßen der Oberbürgermeister Maly, der Baureferent Ulrich und der Leiter des Berliner Büros UC Studio, Prof. Overmeyer die das Stadtentwicklungskonzept bearbeiten, und führen durch den Abend in einem begehbaren Modell. Das Programm gibt die Stadt mittels Flyer bekannt. Es wird auch noch weitere Infoabende geben. Immerhin ein riesen Projekt von ettlichen Hektar Fläche, da darf es gerne ein Büro aus der Hauptstadt sein!


  • Ende April wurde das Ergebnis des Ideen- und Realisierungswettbewerbs zum neuen Stadtteil Lichtenwörth bekannt gegeben.


    Ziel ist des Wettbewerbs ist die Festlegung der Struktur des neuen Staddtbezirks. Zentral zu beachtende Punkte dabei sind zum einen die Vorgabe, dass Gelände in 4 Module und 2 Grünflächengebiete zu unterteilen, welche zeitlich unabhägig voneinander realisierbar sein müssen. Die Nutzung der Module (Wohnen, Gewerbe) ist vorgegeben. Ebenfalls gehört die Trassenplanung der Strassenbahnlinie 8 (welche das Stadtviertel erschliessen soll) zu den Wettbewerbsaufgaben.


    Von den 12 Vorschläge hat die Jury (ua bestehend aus Bürgermeister Maly) drei ausgewählt und jeweils mit einem symbolischen zweiten Platz ausgezeichnet.


    In einem nächsten Schritt haben alle 3 ausgewählten Architektenbüros nun die Möglichkeit, ihre arbeiten weiter zu verbessern.


    Hier die ausgewählten Arbeiten:





    Link zum Wettbewerb: Baureferat


    Beurteilung der Siegerentwürfe: Protokoll des Preisgerichts

  • In den aktuellen Planungsentwürfen sind jedoch bedauerlicher Weise die historischen Bahnhofshallen nicht berücksichtigt. Die Bahnhofshallen gaben ja bislang dem Gelände den inoffiziellen Beinamen "Südbahnhof":



    Die Hallen wurden bis vor wenigen Jahren noch als Güterumschlagstelle genutzt, erst kürzlich hat man die Gleisanlagen rückgebaut, sodass die Hallen nun mitten in einer Steppenlandschaft stehen.



    Die Bausubstanz dieser Gebäude ist noch ganz brauchbar, besteht ja im Grunde nur aus einer Stahlbetonkonstruktion mit eingehängten Deckenelementen:



    Dadurch lässt sich die Halle auch so einrichten, dass sie lichtdurchflutet oder eben Blickgeschützt funktioniert:




    Die leichte Stahlbetonkonstruktion jedenfalls lässt den Raum sehr weitläufig wirken, es stehen wenig hinderliche Säulen oder Wände im Weg.



    Lediglich die Deckenelemente lösen sich teilweise aus ihren Verankerungen und machen das Innere der Hallen gefährlich:



    Die Hallen sind um das Jahr 1935 entstanden und waren während der Feierlichkeiten "100 Jahre deutsche Eisenbahn" bedeutender Veranstaltungsort, z.B. für Lokomotivparaden. Die Stadtbildinitiative Nürnberg sieht daher folgerichtig dort auch Potenzial, dem neuen Stadtteil Lichtenreuth einen wichtigen städtebaulichen Identitätspunkt zu erhalten, zumindest soweit es gelänge, für die Hallen - oder Teile davon - eine Nutzung zu finden.


    http://stadtbild-initiative-nu…en/denkmale/umladehallen/


    Denn an sonsten bleibt zu befürchten, dass hier eine gestaltungsarme und eintönige Trabantenstadt entsteht, bei denen die Bewohner erst in zweiter oder dritter Generation eine Identität erkennen, wenn alles schon ein wenig eigene Patina erlebt hat.

  • Danke, für den guten Bericht!!! Aber die sagen das gleiche wie ich. "Nürnberg brauch den Wohnraum(Stadtteil) dringend". Aber ich verstehs nicht warum man nicht dann endlich in die Höhe baut??
    Nur als Beispiel Barcelona hat 101 km Fläche und 1,6 Millionen Einwohner, und ne SUPER Stadt!!!
    Nürnberg hat 186 km Fläche und 518.000 Einwohner und jammert um Wohnraum??? Aber trotzdem die beste Stadt!!!

  • Aber ich verstehs nicht warum man nicht dann endlich in die Höhe baut??


    Ich verstehe das schon: Man will halt kein zweites Langwasser. Mir ist keine schöne Hochhaussiedlung bekannt. Außerdem sorgt eine hohe Verdichtung fast immer für soziale Probleme. 5-6 Stockwerke sind OK, mehr nicht. Siehe auch folgendes Video: https://youtu.be/Hy4QjmKzF1c

  • Sehe ich genauso wie Sugar Ray. Ein Hochhaus macht noch keine schöne, aufregende, lebendige oder auch funktionierende oder urbane Stadt. Budapest beweist das par excellence.


    Trotzdem finde ich aber, das in Nürnberg manchmal wirklich auch eine Nummer zu klein gebaut wird. Am ehem. Milchhof - und da wiederhole ich mich wohl ständig - hätte man ruhig höher werden können, stattdessen sind weite Teile des Geländes ein Parkplatz geworden.
    Die Stadt träumt nun davon auf dem Staub Silbermann und Co.-Gelände am Ostring ein Hochhaus zu bekommen, irgendwann mal, das dem Versicherungstower entspricht. Also gegenüber des Norikus bestand diese Chance vor kurzem, und bekommen haben wir ein Autohaus.

  • Im Zweifelsfall wird das leider wieder so eine langweilige Retortensiedlung wie im Tuchergelände.


    Aber mal was anderes: In Nürnberg wird ein Gewerbegebiet nach dem anderen in Wohnraum verwandelt. Wenn man so in die Umgebung schaut, dann werden in den kleineren Orten laufend neue Gewerbegebiete gebaut.
    Dadurch wird viel Fläche verbraucht und Landschaft zerstört.
    Eigentlich ist das doch Irrsinn. Logischer wäre doch eine Bündelung von Industrie im Ballungsraum (wie früher), zumal Nürnberg doch noch einiges an Wirtschaftskraft (und Steuereinnahmen) brauchen könnte.

  • Ja, der Flächenverbrauch ist ein Thema, ein überregionales. Ein Umweltschutzthema. So wie sich Städte damit brüsten, schmutzige Industrien aus der Stadt zu verbannen und damit die Umwelt zu schonen, so entstehen diese schmutzigen Industrien halt im Umland, oder im Ausland, und verursachen dort den Dreck. Solange das produkt nachgefragt wird, dessen Produktion problematisch ist, kann man keine Umwelt schützen. Das ist aber nur eine von vielen Milchmädchenrechnungen in der Umweltpolitik. Das sprengt hier auch den Rahmen.