Erweiterungen U-/ S-Bahnen

  • Halte die Argumentation mit der Südstadt auch nicht für zielführend. Kann es sein, dass du selbst in der Südstadt wohnst? Die Straßenbahn erschließt die Bereiche sehr gut und sicherlich kann ein Baum umfallen, allerdings ist das nicht die Norm, sondern sehr selten. Was häufiger vorkommt sind Unfälle mit Individualverkehr und der kann in der Südstadt, genau wie von nothor geschrieben, reduziert oder beruhigt werden. Eine neue U-Bahnlinie bedeutet unverhältnismäßig hohe Kosten, auch für die Stadt. Und eine solche Steuergeldverschwendung und auch nur der Wunsch danach mit einer solchen Argumentation, nur damit eine Linie angefangen ist, zeigt doch nur, dass das Geld anderer leichter rausgeworfen wird als das eigene.

    Tatsächlich wohne ich nicht dort und würde auch nur 1-2 Mal im Jahr von dieser Verbindung profitieren. Weswegen ich dafür bin die Linie anzufangen ist, dass in Zukunft die Fördergelder sicherlich massiv erhöht werden, der Anteil für Nürnberg also relativ vernünftig bleibt. Klar bleibt dein Argument der Steuerverschwendung, allerdings ist dann auch wieder die Frage, ob man lieber eine neue Linie in Nürnberg oder in München vom bayerischen Geld bezahlt sehen möchte. Das Problem ist nämlich aus meiner Sicht nur teilweise ein finanzielles. Warum gibt es denn bis heute noch keine Straßenbahn nach Erlangen, durch die Altstadt, oder zum Klinikum Süd? An einem zu geringen Kosten-Nutzen-Faktor liegt das sicherlich nicht, sondern an allen möglichen Protesten. Vielleicht habe ich das ja bloß nie wahrgenommen, aber bei der U-Bahn gab es die in solch einem Ausmaß doch nie?! Wir sind in Nürnberg zur Zeit so aufgestellt, dass eine U-Bahn schneller geplant und gebaut ist als so manch eine Straßenbahnlinie. Alleine die Verlängerung von der Tristanstraße nach Hasenbuck ist jetzt schon wie lange in Planung? 4 Jahre? Trotzdem ist an eine Eröffnung nicht vor 2028 zu denken. (Die StUB mal ganz außen vor gelassen)
    Was ich aber eigentlich sagen will ist folgendes: Natürlich scheint das pure Verschwendung zu sein, aber die Südstadt ist einfach so dicht bevölkert, dass es doch kaum eine Strecke gibt, die in Nürnberg mehr U-Bahn-würdig ist. Außerdem würde es doch ein Signal an die Menschen geben, sowie die Attraktivität der Gegend massiv steigern. In der Nordstadt hat das doch auch super funktioniert.

    Wie schon in vorherigen Beiträgen gesagt, ist mir natürlich klar, dass diese Linie nicht kommen wird. Es war aber interessant zu sehen, dass ich wohl der einzige hier bin, der auch nur einen Hauch von Nutzen in dem Projekt sieht. Danke also für eure Antworten, jetzt kann ich wenigstens sicher dass es so ist.

    Ich bin mal provokativ: Das Problem der oft dysfunktionalen Straßenbahnlinie in der Südstadt (Landgrabenstraße, Wölckernstraße, Schweiggerstraße) ließe sich weitgehend beseitigen, in dem die gesamte Straße für den Privatverkehr beruhigt oder gesperrt wird. Ich quere die Straße täglich am Aufsessplatz und bin immer wieder erstaunt, wieviele Menschen alleine in ebenso dysfunktionalen PKW da herumfahren. So als wäre das was auch immer sie vorhaben anders nicht möglich. Um das abzufedern sollte die öffentliche Hand Jahrzehnte lang bauen und hunderte Millionen EUR ausgeben für eine U-Bahnlinie? Das scheint mir etwas verfehlt.

    Dass solche Straßen auf kurz oder lang gesperrt werden, ist aus meiner Sicht ohnehin klar. Es stellt sich eben nur die Frage, ob man dann eine Straße für die Straßenbahn oder eine „für die Menschen“ haben möchte. Aber natürlich ist ersteres die wirtschaftlich sinnvollere Lösung.

  • Ich meine dass der Neubau der U3 durch die Nordstadt nicht ohne Proteste lief. Das ging dabei aber vielmehr um die Befürchtungen, die Tiefbauarbeiten würden die Wohnhäuser stark beschädigen, weniger um den verkehrsmäßigen Zusammenhang.


    In einer Welt, in der Geld keine Rolle spielt, wäre eine U-Bahn durch die Südstadt sicherlich zu befürworten. Einzig der geringe Haltestellenabstand hat mich dabei arg irritiert, denn schon heute spricht man davon, dass die U-Bahn-Züge zu wenig Kapazität hätten und eine Verlängerung nicht möglich sei, da die Bahnsteige begrenzt lang sind. In Berlin z.B. besteht ein U-Bahn-Zug aus 8 Wagen, nicht aus vieren wie bei uns. Was ich damits agen will, ich habe zusätzlich das Gefühl, dass die Planungen für eine U-bahn durch die Südtsadt schon heute den Bedarf nicht decken könnte.


    Was mir immer zu kurz kommt ist die Bewertung der Bedeutung der Nahverkehrsträger. Die U-Bahn muss, um sinnvoll zu sein, größere Haltestellenabstände haben als eine Straßenbahn. Eine U-Bahn kann eine Straßenbahnlinie nicht 1:1 ersetzen. Ebenso sollte eine U-Bahn eine größere Streckenlänge haben als eine Straßenbahn - oder ein Bus, um ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Auch das ist in Nürnberg aber mitunter nicht der Fall. Vor diesem Hintergrund habe ich das Gefühl, dass es bei der "U-Bahn durch die Südstadt" eigentlich darum geht, die Straßenbahn unter die Erde zu verlegen. Und das finde ich nicht zeitgemäß.

  • denn schon heute spricht man davon, dass die U-Bahn-Züge zu wenig Kapazität hätten und eine Verlängerung nicht möglich sei, da die Bahnsteige begrenzt lang sind. In Berlin z.B. besteht ein U-Bahn-Zug aus 8 Wagen, nicht aus vieren wie bei uns. ...


    In Nürnberg haben die Bahnsteige eine Nutzlänge von 90 m (in Berlin 100 - 110 m; München 120 m). Mit dem bestehenden Wagenpark, der Fahrzeuglängen von 37-38 m und neuerdings von 75 m aufweist, kann eine Kapazitätserhöhung nur durch neue Fahrzeuge einer ferneren Generation erfolgen, die entsprechende Zuglängen ermöglichen, oder durch Taktverkürzung.

  • Die U-Bahn muss, um sinnvoll zu sein, größere Haltestellenabstände haben als eine Straßenbahn. Eine U-Bahn kann eine Straßenbahnlinie nicht 1:1 ersetzen. Ebenso sollte eine U-Bahn eine größere Streckenlänge haben als eine Straßenbahn - oder ein Bus, um ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Auch das ist in Nürnberg aber mitunter nicht der Fall. Vor diesem Hintergrund habe ich das Gefühl, dass es bei der "U-Bahn durch die Südstadt" eigentlich darum geht, die Straßenbahn unter die Erde zu verlegen. Und das finde ich nicht zeitgemäß.

    Bei zu langen Haltestellenabständen macht man aber wieder die Erreichbarkeit kaputt. Dann muss parallel zu U-Bahn noch eine Straßenbahn oder ein Bus verkehren und als Zubringer fungieren (das wohl beste Beispiel für sowas ist Warschau). Soetwas kann man sich in Nürnberg aber nicht leisten. Da muss dann die U-Bahn alles abdecken, was ich eigentlich bei der Stadtgröße auch richtig finde.

  • Mal wieder zurück zu den tatsächlich kommenden Verlängerungen:

    Meinen heutigen „Freigang“ für sportliche Betätigung hab ich mal dafür genutzt bei den Haltestellen Kleinreuth/Tiefes Feld und Gebersdorf/Fürth Süd vorbeikommen und mal die Lage zu dokumentieren:

    Hier sieht man den alten Haltepunkt der Bibertbahn, der mittlerweile wieder von Gestrüpp befreit wurde, nachdem dieses nach der ersten Aktion wieder nachgewachsen war.

    Weiß zufällig jemand wo diese Erde ausgehoben wurde? Die Haufen liegen da ja schon eine recht lange Zeit, aber eine Grube ist weit und breit nicht zu erkennen und auch der Asphalt wurde noch nicht abgetragen.




    Deutlich mehr tut sich da schon am Tiefen Feld. Ich bin echt überrascht, dass es da jetzt schon „richtig losgeht“, nachdem Jahre lang außer einem neuen Erdhügel keine Neuerungen zu sehen waren.

  • Hallo Lieblingsfranke , die Erde stammt von dem vormaligen Hügel, der wie eine Art Rampe die Verlängerung der Rothenburger str aus Zirndorf kommend Richtung Nürnberg ins Tiefe Feld andeutete. Den hat man überwiegend abgetragen. Ist auch optisch sehr auffällig, denn man sieht nun von der Rothenburger in Richtung Nürnberg fahrend sowohl die Pachelbel-Schule als auch den Business Tower. Beides war vorher von besagter Rampe und Gestrüpp verdeckt.


    Danke für deine Bilder!