Technisches Rathaus und Umfeld - Neugestaltung nach Abriss

  • Das ist so lächerlich einen Mann seine Monologe erzählen zu lassen der von einer besseren Welt in der Vergangenheit redet. Wenn man eine richtige Altstadt will wird man von verbohrten Zukunftsangsthasen fertig gemacht. Architekten für die soziale Kälte einiger Spiesser verantwortlich zu machen ist die größte Frechheit! Dann wird man noch fertig gemacht wenn man nicht auf die Monologe eines Redners am Pult eingeht. Altstadt schön und gut, aber nicht als eine Problemlösung! Leon Krier ist der Witz des Jahres....

  • Oberbürgermeisterin Petra Roth äußerte sich zum auf dem Stand erstmals präsentierten Modell der Altstadt. Es gäbe zum ersten Mal einen umfassenden Eindruck der Planungen im Dom-Römerbereich. „Sie fügen sich in ihrer Dimensionierung hervorragend ein“, so Roth.


    Weiß da jemand was Genaueres zu?
    Quelle:
    =2186738"]frankfurt.de

  • Das bezieht sich wohl auf die MIPIM in Cannes. Dort wird das bekannte Modell der Planungswerkstatt ausgestellt, allerdings mit eher negativem Echo. Diese Planung wurde angeblich von manchen Besuchern als laienhaft und peinlich empfunden.


    Wichtig: Es handelt sich NICHT um ein Modell der Reko


    Ich glaube, ich habe das vor ein paar Tagen in der FR gelesen.

  • Kurzer Bericht zur IHK-Veranstaltung "Zukunft mit Vergangenheit? - Die Frankfurter Altstadt"


    Begrüßung durch den Frankfurter IHK-Hauptgeschäftsführer Gräßle, die unter anderem den merkwürdigen Satz enthielt: "Die IHK lehnt eine vollständige Rekonstruktion ab." Mehr dazu weiter unten.


    Vortrag von Lüpke über den bisherigen Verlauf der Ereignisse (sogar relativ neutral).


    Andreas Wurff, Leiter des Stadtplanungsamtes Dresden, erklärte dann, was am Neumarkt alles schlecht ist.


    Dr. Mathias Müller, Vizepräsident der IHK Ffm, hielt einen Vortrag über wirtschaftliche Aspekte.


    Denkmalpfleger Gerhard Weiß erläuterte in seinem Beitrag, dass der Denkmalschutz eigentlich gar nicht zuständig ist (warum war er dann da?!?).


    Dann Podiumsdiskussion. Ardi Goldman fehlte leider krankheitsbedingt, die anderen Teilnehmer waren Engel, Lüpke, Mäckler, Schmal (Leiter des Architekturmuseums), Weiß und Wurff.
    In Erinnerung geblieben ist mir Engels Bekenntnis als moderner Architekt, er wolle auf dem TR-Areal das Konzept der "Brüche" verwirklicht sehen (unverbesserlich!). Mäcklers Selbstbeweihräucherung war auch genial: Er führte den Portikus auf der Maininsel als gelungenes Vorbild für eine Bebauung des TR-Areals an, da es sich hierbei wirklich um Architektur von hervorragender Qualität handele (Anmerkung: Er hat NICHT explizit darauf hingewiesen, dass das Gebäude von ihm selbst ist). Ansonsten nervte er mich durch die x-te Wiederholung des Wortes "Hessenpark".
    Schmal redete irgendwas davon, dass man gar nicht vom TR-Areal reden sollte, weil andere Bereiche von Ffm viel wichtiger seien. Er kam mir insgesamt reichlich konfus vor.


    Der eigentlich interessante Teil bestand dann auch in den Wortbeiträgen aus dem Publikum. Da gab es beispielsweise Jürgen Ahas Hinweis, dass Gräßles "Die IHK lehnt eine vollständige Rekonstruktion ab" falsch sei, da er (Aha) ja auch der IHK angehöre und dies keineswegs tue. Aha führte dann noch die Namen weiterer Mitglieder an, die alle mit einem Geschäft in die rekonstruierte Altstadt wollen.
    Insgesamt sehr viele Pro-Reko-Stimmen aus dem Publikum. Am Ende habe ich aber wirklich meinen Respekt für Mäckler verloren: Als Frau Christensen in ihrem Wortbeitrag davon sprach, dass ja schon damals beim Bau des TR die Bürger nicht berücktsichtig worden seien, ist Mäckler ausgeflippt. Sinngemäß sagte er sowas wie: Mir geht es auf die Nerven, dass dauernd die Architekten angegriffen werden. Die Architekten tun das, was sie tun, im Auftrag der Gesellschaft, und wenn das TR damals gebaut wurde, dann nur deshalb, weil eine Mehrheit der Menschen das TR damals gewollt hat...
    (Architeken angreifen darf man also nicht. Aber was sollen die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Hessenparks dazu sagen, dass immer wieder ihr Betätigungsfeld als Negativbeispiel herhalten muss?)


    Na ja. Legen wir gnädig den Mantel des Vergessens über diesen verbalen Ausrutscher.


    Der Knaller kam ja dann bei den Gesprächen im kleineren Kreis nach der eigentlichen Veranstaltung. Man konnte nämlich noch eine Weile im Gebäude bleiben, es gab Häppchen und Getränke. Ein junger Mann (Architekturstudent?) kam an unseren Tisch und wies uns darauf hin, dass Rekonstruktionen "rückwärtsgewandt" seien. Wie vom Donner gerührt ob dieses noch nie vernommenen Vorwurfs waren wir einen Moment lang in Versuchung, doch noch ins Lager der Rekogegner zu wechseln. Nach einer kurzen Bedenkzeit von 2,32 Sekunden aber entschieden wir uns doch, unserer bisherigen Linie treu zu bleiben. Der junge Mann war vorher auch noch der Ansicht gewesen, dass sich nur alte Menschen für die Reko engagieren würden. Dem konnten Rohne, Jörg Ott und ich unter Verweis auf unsere jugendliche Frische entgegentreten. Da holte der wortgewandte Rekogegner zu einem neuen Schlag aus: Er sei sich sicher, dass wir drei nicht in Ffm geboren seien (was auch stimmt). Alle, die hier geboren sind (also echte Frankfurter), seien gegen die Reko.
    Da musste ich einen Moment lang drüber nachdenken. Wollte der junge Mann uns damit sagen, dass nur die in Ffm Geborenen ein Mitspracherecht haben sollten? Eigentlich eine fremdenfeindliche Konzeption... Zugezogene (solche mit Migrationshintergrund und auch solche ohne) haben also in Ffm nicht dieselben Rechte wie Alteingesessene. Wieder mal ein Aspekt der Modernität, der mir bisher fremd war.


    Nun ja! Wir gingen unserer Wege und wussten, dass die Veranstaltung eigentlich ganz gut verlaufen war...

  • In der Tat - Mäckler hat sich ungewohnt weit aus dem Fenster gelehnt - und ist zurecht heraus gefallen. Er hat, der Berichterstattung zufolge, geäußert es sei der "Wille des Volkes" was Architekten entwerfen - einen größeren - sorry Mumpitz - habe ich lange nicht gehört!
    Wir sind uns wohl alle im klaren, dass es sehr häufig genau darum nicht geht.
    Vielmehr steht der schnöde Mammon im Vordergrund der meisten heute entworfenen Gebäude. :nono:
    Mit dieser Wahrheit hätte man Herrn Mäckler gleich mal konfrontieren sollen. Die Reaktion darauf allerdings interessiert mich..

  • Danke für den aufschlußreichen Bericht!


    Bezeichnend, dass sich die IHK zum Mittler aufschwingen möchte, wie aus einem aktuellen FR-Artikel hervorgeht, Befürworter einer möglichst vollständigen Rekonstruktion aber erst gar nicht zu dieser Diskussionsveranstaltung einlädt. Unter Mediation verstehe ich etwas anderes.


    Die Berichterstattung der Frankfurter Neue Presse findet sich hier.

  • Also ich empfinde als ursprünglich in Bonn geborener, in Bad Homburg offiziell wohnender und meist in FfM herumgeistender Zeitgenosse es fast schon als
    Frechheit, dass man wegen der Reko nun zwischen "Frankfurtern" und "Nichtfrankfurtern" differenziert. Mal ganz ehrlich, der typische Passant in Frankfurt ist meist ursprünglich nicht aus Frankfurt.
    Gerade dieser Zuzug aus anderen Regionen hat Frankfurt als Wirtschaftsmetropole groß gemacht. "Willst Du Karriere machen, dann geh nach FfM".
    Ich bin ein Fan von Moderne sowie auch vom alten Zeitgenössischen.
    Deshalb liebe ich unser Frankfurt auch so sehr, da wir hier diesen einmalig tollen Kontrast haben. Ich bin für das Voranschreiten der beeindruckenden
    Hochhausprojekte wie Marieninsel, Kaiserkarre, FrSpa usw, aber auch für eine
    gut rekonstruierte Altstadt zum Verweilen und Wohlfühlen.
    Eine Reko wäre die einmalige Chance, Frfankfurts goldene Vergangenheit den Leuten wieder bewusst zu machen. Weshalb kommen den asiatische und amerikanische Touristen hierher? Sicher nciht wegen der Hochhäuser, die sind ehrlich gesagt ein Wirtz im Vergelcih zu deren Großstädten...


    Aber nichtdestotrotz hat der Beitrag gezeigt, dass sachliche Diskussionen nicht möglich sind, die Meinung der Bürger eh nicht interessiert und man sich Politikern,
    Architekten und Lobbyisten unterordnen muss. Warum macht man mal nicht eine Bürgerumfrage...


    Octavianus, Kopf schüttelnd

  • Bezeichnend, dass sich die IHK zum Mittler aufschwingen möchte, wie aus einem aktuellen FR-Artikel hervorgeht, Befürworter einer möglichst vollständigen Rekonstruktion aber erst gar nicht zu dieser Diskussionsveranstaltung einlädt. Unter Mediation verstehe ich etwas anderes.


    Richtig. Und wenn dann auch noch der Vermittler den Abend mit den Worten beginnt "Die IHK ist gegen eine vollständige Rekonstruktion", dann hat er sich in dieser Funktion natürlich gleich wieder disqualifiziert.


    Ich wollte übrigens auch eben die Artikel aus FNP und FR reinstellen, aber da warst du diesmal schneller...;)

  • Ob In Frankfurt geboren oder nicht, halte ich für ziemlich egal, allerdings ist das auch kein "offizielles" Argument von "Modernisten", ganz im Gegenteil musste ich mir derartiges auch schon anhören, wenn ich gegen traditionalistische Pläne war.


    Schade, dass sich die Diskussion selbst im professionellen Bereich schon auf dieses Niveau heruntersenkt.


    Zu Mäcklers Verteidigung muss ich sagen, dass ich verstehen kann, wenn er "ausflippt". Zwar glaube ich nicht, dass die Mehrheit der Bevölkerung für das TR war (obwohl es sogar im Bereich des Denkbaren liegt), aber andererseits ist der Architekt immer der Sündenbock. Ich glaube, dagegen wollte Mäckler in erster Linie was sagen.
    Die stilistischen Forderungen richten sich dabei oftmals nach einem Image, dass sich der Investor geben möchte. In den 70ern wollte die Stadt Frankfurt eben ein modernes Image. Historisierend planende Architekten gabs damals auch schon und auch ne Menge nicht brutalistischer Architekten.
    Das TR war in diesem Sinne politisch gewollt und insofern hat Mäckler dann sogar etwas Recht.


    Also, neben den stilistischen Ivestorenwünschen (die oftmals den "letzten Schrei" wollen) kommen auf den Architekten noch die Forderungen der abgehobenen Kulturszene, zu der die Architekten in gewisser Weise als Künstler gehören, hinzu. Desweiteren ergeben sich bei Rekonstruktionen durchaus moralische Problematiken, die vielleicht sogar lösbar sind, aber ein moderner Entwurf einfach leichter umgeht.
    Letztendlich kommt aber auch das Vertrauen in die eigene Kreativität hinzu, die Befreiung von der ästhetischen Sozialisation, welche den Rest der Bevölkerung gefangen hält und die technische Überlegenheit moderner Konzepte.
    Wobei eben Sozialisation eine Tatsache ist und zu viele moderne Architekten einen Welt- und Gesellschaftsverbessernden Anspruch haben, was eben oftmals einer Bevormundung des Volkswillens gleichkommt und in unsere aktuelle Misere führt.

  • Das TR war in diesem Sinne politisch gewollt und insofern hat Mäckler dann sogar etwas Recht.


    Ja und nein. Natürlich haben das TR demokratisch gewählte Volksvertreter zu verantworten, in diesem Sinne ist der Bau natürlich schon irgendwie legitimiert. Diese Volksvertreter haben allerdings selbst häufig keine Ahnung von Architektur und hören dann viel auf entsprechende Experten und wenig auf Bürger.


    Was Mäckler gemeint haben KÖNNTE ist aber was anderes als das, was er gesagt hat. Bloß, weil es den Frankfurtern damals knapp nicht gelungen ist, das TR zu verhindern, heißt das nicht, dass sie es mehrheitlich gewollt haben. Die Behauptung, dass eine Entscheidung, die von einer demokratisch gewählten Regierung getroffen wird, automatisch auch dem mehrheitlichen Bevölkerungwillen entspricht, ist eine unzulässige Verkürzung. Nach dieser Logik dürfte niemand in Hessen gegen Studiengebühren protestieren.

  • Mal ganz ehrlich, der typische Passant in Frankfurt ist meist ursprünglich nicht aus Frankfurt.


    Der typische Passant rund um das Stadtzentrum vielleicht, ja. Turis und Geschäftsleute tragen ihren Teil dazu bei. Allerdings muss man natürlich differenzieren, der Anteil der "echten Frankfodder" in Bernem, Sachsenhausen, das Nordend und und und ist umso nennenswerter. Dennoch bin ich ebenfalls ganz klar der Meinung, dass jene Differenzierung in Bezug auf die Mitsprache nicht stattfinden darf.

  • Prinzipiell dürfte ich ja als Hanauer gar nix dazu sagen ;)
    Für die Leute, die ich kenne, sind Römer und Altstadt maximal zum Weihnachtsmarkt interessant.
    Ansonsten geht man nach Frankfurt auf die Zeil Shopping, nach Altsachsenhausen, in irgend eine Disco, in ein Museum/Theater oder zu einer Messeveranstaltung.
    Trotzdem interessiert mich die Entwicklung der Altstadt sehr und ich nehme mir ganz dreist das Recht heraus meine Meinung sagen zu können. Es handelt sich hierbei nämlich um weit mehr als die Diskussion über das Bedürfnis der Menschen nach anheimelnder Gemütlichkeit, welche die Stadt bisher nur wenig bieten kann.


    Hier wird ein Symbol gesetzt und ich sehe darin die Gefahr, dass dieses als verallgemeinernde Bewertung der Architekturgeschichte der letzten 50 Jahre angesehen wird!
    Deswegen hab ich auch noch Probleme, mich wirklich für eine Reko auszusprechen, obwohl dies wohl eher der Volkswille der Ur-Frankfurter ist, den ich natürlich andererseits auch wieder respektiere:confused:

  • @ mik: frag mal mich :D Bis Herbst 2005 war mein Hauptwohnsitz mehr als 500km von Frankfurt entfernt. Ich seh es einfach so: Frankfurter ist nicht der der hier geboren ist (die Hälfte von den aktuell in Frankfurt Geborenen lebt gar nicht in Frankfurt), sondern der der sich als Frankfurter fühlt. Weiß zwar noch nicht wie man da auch Hanauer zum mitdiskutieren legitimieren kann, aber das geht schon irgendwie ;)



    Für die Leute, die ich kenne, sind Römer und Altstadt maximal zum Weihnachtsmarkt interessant.


    Welche Altstadt??? Frankfurt hat doch momentan keine mehr, wie soll sie dann auch interessant sein können? Und der Römerberg hat mit Altstadt ja auch nicht so extrem viel zu tun, weil statt Gassen weitläufiger Platz und zu einem nicht zu vernachlässigenden Teil mit mehr oder weniger banalen Nachkriegskisten bebaut (außer dieses Haus zum Goldenen Rad oder wie das heißt, würde ich keinem von Denen eine Träne nachweinen, erst recht nicht dem Salzhaus).
    Nichtsdestotrotz, wenn ich in der City bin der Stadt wegen und nicht weil ich was zu erledigen hab, dann am liebsten Opernplatz, Römerberg und Mainufer. Und ziemlich viele die ich kenne halten es ebenso.
    Gerade deine Aufzählung wann und wohin die Leute gehen - nämlich immer nur wenn sie irgendwas zu tun haben, aber kaum um einfach mal so in ffm zu sein oder bissi zu flanieren - zeigt doch mehr als deutlich wie sehr es an einer Altstadt mangelt in der man sich gerne aufhält.


    Symbol wird hier aber eher für die Stadt gesetzt, nämlich dass man sich endlich seiner großen Geschichte auch mal wieder bewusst wird. Mit Architektur an sich hat dieses Symbol herzlich wenig zu tun. Es geht ja nicht darum mit der Rekonstruktion den aktuellen Architekturstil zu bekämpfen (obwohl er das stellenweise wirklich mal bitter nötig hätte) sondern einfach dieser Stadt ihre Geschichte zurückzugeben. Da könnte auch ein Herr Krier kommen mit einem völlig neuen Entwurf für die Altstadt, ich würde ihn ablehnen und dennoch die Rekonstruktion bevorzugen, weil an dieser Stelle in meinen Augen einfach nichts Anderes in Frage kommt. Geschichte gewinnt man nicht zurück in dem man sie interpretiert oder was auch immer veranstaltet, sondern in dem man sie ganz einfach wieder erfahrbar macht, in diesem Fall durch die Rekonstruktion. Wo wenn nicht auf diesem kleinen Fleckchen Erde hat man denn sonst schon die Möglichkeit Das zu erreichen?
    Von daher, hör nicht auf das was deine Profs dir ins Ohr zu setzen versuchen, sondern finde deine eigene Meinung ;)

  • mik: Du hast vollkommen Recht: Die Forderung nach der Rekonstruktion ist die Abrechnung der Bevölkerung mit der modernen Architektur. Und genau das ist der Grund, warum die versammelte Architektengemeinschaft eine Rekonstruktion vehement ablehnt. Es wäre die steinerne und hölzerne Manifestation des Unmutes gegenüber den kalten, anonymen Wohn- und Geschäftskuben. Würden sie der Reko zustimmen, wäre dies das Eingeständnis, dass ihre aktuelle Baukunst dem gemeinen Volk nicht gefällt. Denn solange diese Hybris anhält, wird kein Architekt mit Geltungsbewusstsein auch nur ein einzelnes Fachwerkhaus freiwillig wiederaufbauen lassen. Picasso hätte schließlich auch keinen Dürer nachgemalt...

  • Rohne hat eigentlich schon alles gesagt, und spricht mir mal wieder aus der Seele. :daumen:


    Zur Rolle der Architekten noch ein paar Anmerkungen: ich finde es schade, dass sich die meisten - wenn auch nicht alle - Architekten ins Abseits manövrieren, indem sie in der Altstadtfrage so völlig unbeweglich sind. Wäre das nicht endlich einmal eine Gelegenheit zur, nennen wir es Versöhnung mit der Bevölkerung? Aber Fachwerkhaus hat das Problem ja schon angedeutet, als es als Eingeständnis eigener Fehler in der Vergangenheit interpretierbar wäre, hier liegt wohl tatsächlich der Hase begraben.


    Die Frage nach dem, was ein Frankfurter ist und was sein Mitspracherecht angeht, ist in der Tat grotesk. Wer auch immer sie aus der Tatsche gezaubert hat, blamiert siche eigentlich von selbst durch Unkenntnis der Stadtgeschichte, war Frankfurt doch schon seit dem Mittelalter eine Zuwanderungsstadt. Fast jedes bedeutende Frankfurter Patriziergeschlecht, fast jeder Bauherr eines bedeutenden Bürgerhauses der ehemaligen Altstadt ist in erster Generation nicht auf Frankfurter Grund und Boden geboren, was auch immer das heißen mag. Wenn dann allerdings, wie im letzten oder vorletzten Dom-Römer-Ausschuss, ein moderner Architekt - Rohne wird wissen, wen ich meine - seine Stimme erhebt und bekennt, dass er in der Altstadt gerne modern bauen möche, das Wort Friedrich Stoltze fällt, und er fragt, wer das denn sei, so kann ich nur sagen, dass der BDA wohl der letzte sein sollte, irgendwelche hirnrissigen lokalpatriotischen Debatten anzustoßen.

  • Fröhliche Selbstbeweihräucherung der Rekobefürworter:Held: Gut, ihr wollt die Altstadt rekonstruiert weil ihr der Meinung seid, dass alles neue eh schlecht werden würde, Architekten eh alles Deppen sind (ausser denen diejenigen welche rekonstruieren), die Mehrheit sich das wünscht und der Geschichte Rechnung getragen wird oder was auch immer....


    Da diskutiert ihr über zig Beiträge ob man als nicht-Frankfurter ne Meinung haben darf ohne dass es eine Gegenmeinung gibt. Juhu....Da wird ein blöder Kommentar nach einer Diskussion zu einem weiteren Grund gegen neue Architektur aufgebauscht.


    Warten wir doch einfach bis neue Diskussionsgrundlagen vorliegen, denn Neues in diesem Thread habe ich lange nicht mehr gehört. (Na gut bin selbst dran schuld, muss ihn ja nicht anklicken....).


    Und ich denke, dass die meisten im Prinzip nichts Rekonstruktion hätten, wenn damit nicht gleichzeitig die komplette Ablehnung moderner Architekturentwicklungen seit den 20er Jahren einhergehem würde.

  • Moderne Architektur ist schön, gut und niemand hat grundsätzlich was dagegen, nur stellt sich die Frage wo sie adäquat ist. Meiner Ansicht nach nicht an einem Standort, an dem die reale Möglichkeit besteht einen historischen Teil (durch den Abriss damaliger "moderner" Gebäude) der Frankfurter Altstadt wieder aufzubauen.