Technisches Rathaus und Umfeld - Neugestaltung nach Abriss

  • Na lasst denen von KSP mal ruhig eine Chance ! Zum braunschweiger Schloo-Projekt haben sie auch einen sehr pfiffigen Entwurf geliefert !


    Und mittlerweile dürfte wohl klar sein, dass ihr Siegerentwurf so nicht gebaut werden wird !


    Dementsprechend wird es KSP wohl aufgefordert werden seinen Entwurf zu ünerarbeiten und die Wünsche nach Reko zu integrieren - vermutlich wird dann auch gefordert werden kleinteiliger zu bauen . . .immer mit der Ruhe udn abwarten. So oder sehr ähnlich wird es laufen. Bin da sehr sicher !

  • Hmm, das glaub ich kaum. Juristisch wird es dann Probleme geben. Wenn KSP seinen Entwurf nochmal völlig umwerfen muß, werden sich die anderen Architekturbüros beschweren, weil ja der Sieger mit etwas völlig anderem gewonnen hat!


    Dann hätten ja auch die Verlierer die Möglichkeit haben müssen, ihre Entwürfe in Richtung Reko zu ändern!

  • Ein Wettbewerb ist ein Wettbewerb. Was schließlich gebaut wird, ist etwas völlig anderes. Von den bisherigen Wettbewerben für das Dom-Römerberg-Areal wurde noch kein einziges eins zu eins umgesetzt. Ein Wettbewerb kann für den Bauherrn bzw. für die Planungsbehörde immer nur eine Hilfestellung für die Realsierung eines Projekts sein. Beispiel EZB: Der Entwurf sieht mittlerweile auch anders aus als zum Zeitpunkt der Entscheidung des Wettbewerbs. Im übrigen ist kein Auslober eines Wettbewerbs verfplichtet, den ersten Preis umzusetzen. Er kann sich auch anderer Preise bedienen (stand z.B. bei der EZB ja auch zur Debatte).

  • Römerberggespräche Bericht Teil 1


    Ich kam etwa um 11.40 an, habe also noch einen Teil des Beitrags "Urbanes Theater" von Gabriele Klein mitgekriegt, von 12.00 bis 13.00 gab es dann eine Diskussion. Darüber möchte ich aber erstmal nicht berichten, da es hierbei um eher allgemeine Fragen und auch ein bisschen um das Berliner Stadtschloss ging, nicht aber um Frankfurt (ich kann den Bericht darüber aber trotzdem später noch bringen).


    Ich setze also ein mit dem Vortrag von Walter Prigge, der nach der Mittagspause um 15.00 begann. Die Veranstaltung war sehr gut besucht, wir Reko-Befürworter waren aber klar in der Minderheit, denn es handelte sich ziemlich offensichtlich um linksliberales Künstler-Publikum (fast jeder zweite hatte eine Frankfurter Rundschau unterm Arm).


    Hier die wichtigsten Punkte des Redebeitrags von Walter Prigge:
    - Man solle gelassen reagieren, nahezu jeder größere Stadt habe mittlerweile ein solches Reko-Projekt. Dass nun auch Frankfurt eins habe, beweise, wie provinziell die Stadt mittlerweile geworden sei, seit er Frankfurt verlassen habe (sieht er da irgendeinen Zusammenhang?!?)
    - Solche Reko-Projekte hätten aber so geringen Wert, dass man die Gebäude wohl 20 Jahre später wieder abreißen könnte. Auch die Ostzeile könne man im Grunde jetzt schon wieder abreißen.
    - Die Rekos geschähen im Namen von Geschichte, vernichteten aber in Wahrheit Geschichte.
    - Die Reko-Befürworter wollten aus der Gegenwart und in die Geschichte fliehen. Die Bewegung sei reaktionär, weil sie der Frage ausweiche, wie gegenwärtige Architektur die Probleme lösen könne. Die Reko-Bewegung reduziere Architektur zu Kulissen und sei mitschuld am Tod der Architektur.
    - Wenn man unbedingt Traditionen aufgreifen wolle, könne man doch die Tradition der Nachkriegsarchitektur aufgreifen, wo mehr Authentizität gegeben sei.
    - Das Mittelalter werde als Teil deutscher Leitkultur gesehen, Fachwerk stehe wieder im Dienste eines Großmachtsdenkens
    - Die Reko-Bewegung sei zur Rettung der Stadt angetreten, in Wahrheit aber eine antistädtische Bewegung.
    - Fachwerk sei nicht sexy, man solle Gebäude mit größerer erotischer Kraft bauen (Lachen und begeistertes Klatschen... daran könnt ihr schon sehen, welcher Art das Publikum war)


    So, nun erstmal genug von Prigges Unverschämtheiten. Der zweite Teil folgt bald.

  • Wirklich dummer Mensch. Ich glaube, die Menschen im Mittelalter haben mit Fachwerk einfach Häuser bauen wollen, damit sie darin wohnen, sie wollten wohl nur sekundär repräsentieren. Die Nachkriegsarchitektur basiert auf Architekten, die unter dem Führer groß waren und in den zerbombten Städten ihre Großmannssucht endlich ausleben konnten. Daher ist mittelalterliche Architektur "authentischer".

  • "Das Mittelalter werde als Teil deutscher Leitkultur gesehen, Fachwerk stehe wieder im Dienste eines Großmachtsdenkens"


    Unfug! Die Städte waren vielmehr Keimzelle der bürgerlichen Freiheits- und Demokratiebewegung ("Stadtluft macht frei"). Despoten haben die Städte stets gehasst, weil sie nicht kontrollierbar sind.

  • ^^


    Und nicht zuletzt betrachtete man im Zeitalter des Nationalismus das Mittelalter als Zeit der nationalen Schmach. Deutschland war damals in Hunderte souveräner Territorien zersplittert.

  • Das scheint ja wieder einer von der Sorte :"..wir sind Architekten und Architekten habe das Recht auf Geschmack gepachtet und dürfen somit auf die Bedürfnisse und Wünsche der bürgerlichen Einwohner nicht eingehen..."
    Warum gibts eigentlich für die Reko Zeile am Römer keine Kritik, der "Neubau" von damals, Historisches Museum, soll aber schon wieder verschönert oder gar abgerissen werden ???????? Das positive Urteil über Fachwerkhäuser und Bauten im alten Stil, verputzt und mit steilem Dach, dazu kleinteilige Fenster hat sich seit Jahrhunderten gehalten wie man bei sehr vielen Altstädten in Deutschland sehen kann (Bamberg, Rothenburg, Heidelberg..). Die Bewohner fühlen sich wohl und das Gros der Touristen kommt genau aus diesen Gründen in die Städte. Uns wollen aber engstirnige Künstler die im Auftrag der Kunst schon millionenfach Architekturverbrechen begangen haben (ungestraft ungerechterweise :D ) erklären was Zukunft hat und was nicht...
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  • Römerberggespräche Bericht Teil 2


    Nächster Redner war Walter Pehnt. Auch hier nur die (für mich) wichtigsten Eindrücke:


    - Das Technische Rathaus und das Historische Museum hätten damals als "Beispiele der Rücksichtnahme gegenüber dem historischen Bestand" gegolten; in der Beurteilung eines Experten sei von der "Heiterkeit verheißenden Baumasse" (oder so ähnlich) die Rede gewesen... an der Stelle musste Pehnt selbst lachen. Bemerkenswert sei für ihn der Wandel in der Beurteilung: Früher habe man die Gebäude in den Himmel gelobt, heute würden sie (bis auf wenige Ausnahmen) als Schandflecken charakterisiert. Vielleicht werde man ihnen nach dem Abriss aber ebenso nachtrauern, wie man heute dem Abriss des Zürichhauses nachtrauert (kritische Anmerkung von mir: Ich werde immer ein bisschen misstrauisch, wenn das Indefinitpronomen "man" so häufig verwendet wird: WER trauert nach? WER befand das TR erst für gut und heute für schlecht? Die normalen Leute doch nicht, die hatten schon damals 20.000 Unterschrifteng gegen den Bau des TR gesammelt. Was Pehnt nicht problematisiert, sind die Modeschwankungen in den Urteilen der FACHWELT!!!)
    - es müssten schon sehr überzeugende Lösungen an die Stelle des TR und des HM treten, um deren Abriss zu rechtfertigen, und davon könne Pehnt momentan keine erkennen
    - Authentizität sei ihm äußerst wichtig ("so altmodisch bin ich"), er gibt aber zu, dass er angesichts der Schönheit der Frauenkirche mittlerweile zu Abstrichen an seiner Position bereit sei. Dann entwirft Pehnt eine "Rangfolge", die vorgibt, wann Rekos noch etwas Authentisches für sich in Anspruch nehmen können und wann nicht. Anschließend zieht er noch ein bisschen über die "Täuschungen" in Hildesheim und Rothenburg ob der Tauber her.
    - Dennoch gibt Pehnt am Ende wieder zu, dass er Zweifel habe, und meint, man könne sich auf Dauer nicht gegen den Mehrheitswillen stellen, zumal die Bürgerinitiative "Pro Altstadt" real sicher wesentlich größer sei als die Zahl ihrer offiziellen Mitglieder.
    - Pehnt beendet seinen Vortrag mit einem Blick auf den Film "Die Truman-Show" und fragt sich, ob die Tür, die am Ende des Films geöffnet wird, nicht lediglich zu einer neuen Fiktion führe.
    - Der Modator stellte Pehnt dann noch zwei Fragen: Ihm (dem Moderator) habe der Freiburger Münsterbaumeister gesagt, dass an dem Gebäude kaum noch etwas älter sei als 100 Jahre. Sei das nicht ein Argument für das Kopieren von Gebäuden? Pehnts Antwort: Die Beispiele Freiburger Münster und Kölner Dom seien auf seiner Rangskala der Authentizität von Nachbauten natürlich ziemlich weit oben (meine Meinung: Das zeigt eher, wie dünn die Authentizitäts- und Originalsubstanz-Argumentation ist)
    - Zweite (ebenfalls sehr gute) Frage des Moderators: Da Pehnt auf die Differenz im Urteil der Fachwelt damals und heute zu sprechen kam - wie sieht es mit der Differenz im Urteil von Fachleuten und Laien aus? Pehnt meinte, dass Laien früher oft miteinbezogen worden seien in Entscheidungen, die Differenz sei mittlerweile sicherlich größer geworden.


    Dann zur "Diskussion" der beiden Architekturkritiker Dieter Bartetzko (FAZ) und Christian Thomas (Rundschau). Leider haben sich meine Befürchtungen bestätigt: Eine Diskussion war das nicht! Zunächst diskutierten die beiden eigentlich gar nicht miteinander, sondern hielten einfach nur Vorträge. Als sie dann später doch endlich aufeinander Bezug nahmen, war es schon ziemlich auffällig, wie ihre jeweiligen Redebeiträge begannen: "Das kann ich nur bekräftigen", "da bin ich ganz deiner Meinung", etc. Beide Herrn haben sich den ganzen Abend über nur gegenseitig beigepflichtet. Soll das eine Diskussion sein? Warum reden nicht zwei Fachleute über die Altstadt, die unterschiedliche Ansichten haben? Bei allem Respekt für die großen Fachkenntnisse beider Herren (und diesen Respekt habe ich wirklich): Hier frage ich mich, warum sich diese beiden für diese Farce nicht zu schade waren.


    Christian Thomas sagte u. a., die Diskussion über Rekos sei schon mal weiter gewesen, denn direkt nach dem Krieg habe es "ethische Obertöne" gegeben, die er heute vermisse. Eine Altstadt-Reko in Frankfurt sei ebenso Augentrug wie das Berliner Stadtschloss.
    Bartetzko: Ffm habe eine Vorreiterfunktion im Städtebau; wieder einmal erzählte er davon, dass die Nazis ja das Fachwerk freigelegt hätten, wieder einmal wurde der "Bund tätiger Altstadtfreunde" nicht erwähnt (denn der Diskreditierungsversuch kann ja nicht funktionieren, wenn Bartetzko zugeben müsste, dass sich auch andere Menschen als Nazis für die Altstadt interessiert haben; aus eben diesem Grund verschwieg Bartetzko natürlich auch, dass in vielen deutschen Städten gerade der Nachkriegs-Wiederaufbau in NS-Tradition stand!), wieder Kritik an der Verwendung des Wortes "Krönungsweg". Also wenig neues. Und wieder der Vorschlag für "Bartetzko-Land": Neubauten mit Spolien, wobei diese authentischen Reste auch aus Gebäude stammen dürften, die ein paar Straßen weiter gestanden haben.


    Als Wortmeldung ist mir noch Dreysse im Gedächtnis geblieben, der angekündigt hat, dass die (jungen?) Frankfurter Architekten sich entschlossen hätten, zu dem Thema noch etwas zu präsentieren. Ich bin also mal gespannt...

  • Aus der FAZ:


    http://www.faz.net/s/RubABE881…Tpl~Ecommon~Scontent.html


    Über Pehnt und Prigge:


    Wer sich auf ein Spiel der Illusionen einlasse, der liefere eine angenehm bebilderte Geschichtslektion, so Pehnt. Es gehe dann nicht mehr darum, wie es war, sondern wie es gewesen sein könnte. Man verzichte auf die Verläßlichkeit geschichtlicher Dokumente. Als negatives Beispiel nannte Pehnt auch die Römer-Ostzeile. Vor dem Krieg seien die Fassaden verputzt oder mit Schiefer verkleidet gewesen. Die Gebäude würden schöner gemacht, als es die Quellen hergäben.
    [...]
    Mag sein, daß Prigge recht hat, wenn es um die Nutzung der Häuser geht. Die "reaktionäre" Fachwerkbauweise taugt dagegen nicht als Unterscheidungsmerkmal zwischen Stadt und Land. Prigge präsentierte sich als Vertreter einer arroganten und geschichtsvergessenen Moderne, die den Durchgang durch ihre Krisen und damit durch ihre selbstverschuldete Müdigkeit noch vor sich hat."



    Und aus der FNP:


    http://www.rhein-main.net/sixc…2_news_article&id=2733078


    Provokante Thesen können für den Fortgang einer Debatte manchmal nützlich sein. Gelegentlich aber disqualifiziert sich der Autor solcher Thesen damit selbst. So ist es Walter Prigge ergangen, der bei den Römerberggesprächen den Wunsch nach dem Wiederaufbau von Fachwerkhäusern pauschal als reaktionär diffamierte. Ein wenig mehr Differenzierung stünde den Gegnern einer historisierenden Bebauung gut zu Gesicht.

  • Und nun die Reaktion der Frankfurter Rundschau:


    http://www.fr-aktuell.de/ueber…t_der_zukunft/?cnt=792141


    Die "Lust, das ganz Alte wiederhaben zu wollen" entstehe dann, "wenn die Moderne ihre Zumutungen besonders deutlich stellt", bemerkte Pehnt allerdings auch, und die anschließende Diskussion bestätigte das. Die Frankfurter Architekturkritiker Christian Thomas (FR) und Dieter Bartetzko (FAZ) mochten noch so oft darauf hinweisen, wie unhistorisch, unauthentisch und beliebig das gewünschte Fachwerkensemble sei. Von einer "Rekonstruktion", so Thomas, könne auch gar nicht die Rede sein. Aus Teilen des Publikums artikulierte sich indes das nicht überstarke, aber beharrliche Unbehagen an moderner Architektur an sich. Und der Wille, künftig durch ein besser aussehendes - aber wofür eigentlich zu benutzendes? - Stück Frankfurt schlendern zu können. Wenn das auch dem japanischen Touristen gefalle (eine an diesem Tag stark überstrapazierte Figur), sei das doch nur gut, meinte eine Dame. Da war kein Zueinander.


    Und einige Worte von Christian Thomas:


    http://www.fr-aktuell.de/ueber…t_der_zukunft/?cnt=789139


    Tief abgesunken im Fundus der bundesdeutschen Erinnerungskultur sind auch jene archäologischen und in einem engen Sinne kritischen Rekonstruktionen, wie sie Egon Eiermann mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin und Hans Döllgast bei der Pinakothek in München Ende der fünfziger Jahre leisteten. Beide stellten durch ihre kritischen Rekonstruktionen großartige Narbenarchitekturen vor Augen, wie sie zuletzt auch durch die archäologische Rekonstruktion in Dresden gelang, indem in das makellos Neue der Hülle die Ruinenreste wie Mahnmale integriert wurden.


    Von einer solchen Besonnenheit (um nicht zu sagen historisch begründeten Vernunft) ist man in Frankfurt oder Berlin gegenwärtig weit entfernt. Vielmehr hoffen Teile der Bevölkerung und der Populisten aus der Politik auf eine neue Gründerzeit des Vorvormaligen und mit ihr auf ein Update in Fachwerkweise. Doch schon wegen der Immobiliensituation in der Global City Frankfurt am Main wird es zu einer erheblichen urbanen Funktionsstörung kommen. Eine wilde Mittelaltermischung aus Handel, Handwerk und Stadtbürgertum wird sich zwischen Butzenscheibe und spätgotischem Stufengiebel nicht revitalisieren lassen – denn das lässt das kapitalistische Kataster, zumal es statisch auf den U-Bahn-Röhren gründet, nicht zu.


    Die Vorstellung, die sich das antiquarische Interesse von der Einbürgerung seiner Fachwerkneuerscheinungen macht, werden trügerisch sein, auch wenn hinter den Fassaden der eine oder andere Besitz von Hausrat nach Urväterart zusammengetragen werden sollte. Mit Zinnbecher, Lutherstuhl oder Gutenbergbibel neben dem summenden Laptop.



    Und schließlich Dankwart Guratzsch in der WELT:


    http://www.welt.de/data/2006/01/24/835516.html


    Wie sehr das Thema "Der Umbau der Städte - aktuelle Kontroversen" die Bürgerschaft aufwühlt, bekamen die Veranstalter im Wortsinne "hautnah" zu spüren. Der Publikumsandrang sprengte fast den Saal. Zu Kontroversen aber kam es nicht. Dafür hatte schon die Regie gesorgt, indem sie die "Altstadtfraktion" einfach ausgesperrt hatte. Kein Politiker, kein Vereinsvertreter, kein Kunsthistoriker mit Sympathien für das Projekt der "Rekonstruktion" war aufs Podium geladen, die Altstadtfreunde im Publikum durften ihrem Groll nur in Zwei-Minuten-Statements Luft machen. Aber auch die gutgemeinte Absicht, den Horizont durch Beiträge engagierter Soziologinnen und der früheren Kulturstaatsministerin Christina Weiss zu weiten, wollte nicht recht aufgehen. Die Architekten lasen am Nachmittag ihre mitgebrachten Referate ab und sahen keine Veranlassung, sich mit den Beiträgen der Damen vom Vormittag auseinanderzusetzen. Statt Römerberggesprächen gab es Römerbergvorlesungen.

  • während in frankfurt weiter diskutiert wird (am ende ohne ergebnis, wie immer), wird in london kräftig erneuert. da fallen auch - wie ich finde - solche schönen gebäude zum opfer, um mit was ganz modernem (in umittelbarer nähe zur st.paul's cathedral) ersetzt zu werden. die mentalität in london ist doch entschieden "anders"...



  • Nunja, darin würde ich nicht unbedingt eine Verbesserung sehen. Allerdings gefallen mir weder die alten, noch die neuen Gebäude. Und ich glaube, daß es dort auch Diskussionen gibt, nur bekommen wir das nicht mit. Andererseits ist man in England wohl auch immer eher für Abriß, da das Recht dort völlig anders ist, bzgl. der Gebäude.


    BMXican: Was soll das dort werden?

  • Also wenn London irgendetwas nicht braucht, dann ein neues Wahrzeichen. Wieviel haben die im Moment ? 10 ? Und wenn man das Rendering betrachtet müßte dieses Kaufhaus schon fliegen können um nur annähernd an: Tower, Westminster Abbey, Big Ben, St.Pauls, Cannary Wharf, das Ei...usw ranzukommen :D

  • Hallo, ich schreibe aus London, nein, da habt ihr nicht die richtigen Infos. Die Bauvorschriften in London sind sehr strikt, und im Gegensatz zu Frankfurt werden Hochhäuser nicht bejubelt. Die Briten sind da sehr konservativ. Es sind zurzeit viele Hochhauspläne auf Eis gelegt, nur deshalb, weil sie die traditionelle Sicht auf St Paul verbauen würden. Ich wundere mich immer, dass man in D denkt, andere Länder seien freizügiger, unbürokratische und schneller. Das ist Quatsch. Die meisten Engländer sind vollkommen verblüfft, wieviel in Deutschland gebaut wird (Strassen!!) und wie schnell sich die Städte wandeln. Auch der Flughafenausbau von Heathrow hat (mindestens!!) genausoviel Widerstand wie in Frankfurt. Also, Ball flachhalten, Euch geht's gut. Ich glaube, D hat die interessanteste Architekturszene in Europa.

  • Altstadtforum gestern Abend im Karmeliterkloster (veranstaltet von Freunden Frankfurts, Einzelhandelsverbandu und Werbeagentur Equipe): Moderator Jürgen Aha schlug vor, in 20 Jahren auch die Schirn abzureißen und die Fläche historisierend zu bebauen.