Technisches Rathaus und Umfeld - Neugestaltung nach Abriss

  • ja, gottseidank ist sie das, sollte auch nur ein beispiel sein.


    jetzt habe ich auch verstanden, was du in bezug auf das museum judengasse meintest, danke.


    vielleicht warten wir jetzt einfach mal die entwürfe ab.....

  • Ok, warten wir mal auf die Entwürfe und Ideen. Bin gespannt.


    Die Reste der Kaiserpfalz fand ich auch immer schon sehr unmotiviert und zusammenhangslos, das hast Du recht, Schmittchen. Die Lösung in der Judengasse ist da deutlich besser!

  • Sind doch im grossen und ganzen recht positive Nachrichten.


    Es ist wohl geplant kleinteilig zu bauen, also mit einer historisierenden Gassenstruktur.
    Das ist mir allerdings zu wage, würde es begrüssen wenn man alle Fassadenfrontzeilen rekonstruieren würde , das wäre eine einmalige Chance für Frankfurt etwas vom vergangenen Charme der berühmten Altstadt wieder auferstehen zu lassen.


    Gerade bei unseren kaufkräftigen asiatischen Gästen und anderen Touristen würde sowas gut ankommen. Und nicht nur bei denen, auch die Frankfurter wären sicherlich froh einen Kontrapunkt zu den vielen modernen Ecken Frankfurts zu haben. Zumindest äusserlich.
    Also auch durchaus eine geschäftliche Überlegung.


    Mal sehen, ich hoffe es gibt bald mal ordentliche Entwürfe bzw. Baumassenstudien zu sehen.

  • Wow... die Ansicht hätte ich von dir nicht erwartet wo du doch sonst eher gegen Rekonstruktionen bist.


    Sehe das aber auch so, wenn die Chance der Reko nicht genutzt wird, wird die Situation vielleicht besser aber nie richtig gut... sorry, aber für die Frankfurter Kernaltstadt gibt's keine Alternative zur Reko.

  • Das finanzielle Problem mit der Rekonstruktion ist ja nicht der Wiederaufbau der alten Fassaden (die waren teilweise gar nicht so sonderlich aufwendig), sondern wie die Gebäude danach genutzt werden können. Büros fallen wohl eher flach, außerdem haben wir von denen ja auch schon genug. Bleiben eigentlich nur Wohnungen und Läden. Man kann ja hinter den alten Fassaden auch relativ moderne Whg. bauen. Vermieten ließen sich die alle wohl ganz gut, nur wird man damit nicht das große Geld verdienen.


    Die Rekonstruktion ist aber städtebaulich aus meiner Sicht die einzige vernünftige Variante. Wenn man bedenkt, dass FFM bis zum Krieg die größte Altstadt Europas hatte und der Römer einer der Attraktionen der Stadt ist, dann kann bei den paar Gebäuden ja wohl auch keiner aufschreien.


    Herr König hat uns allerdings mit seinem besch.. Vertrag fürs technische Rathaus die Suppe schän versalzen (ist der eigentl. selbst an dem Fonds beteiligt oder war der einfach nur total hirnverbrannt?).


    Kurzum, wenn die Stadt sich den Kauf nicht leisten kann/will, dann soll sie lieber noch ein paar Jahre warten und den großen Wurf wagen. Das ist für das Stadtbild und somit das Image der Stadt von entscheidender Bedeutung. Die gewünschte BGF kann durch einen guten Vorschlag gar nicht erreicht werden!

  • Noch ist ja kein Folgegeschäft mit der DIL geschlossen. Und noch hat die Stadt alle Optionen, auch den Rückkauf. Die DIL wird schon ein attraktives Angebot vorlegen müssen, um im Geschäft mit der Stadt zu bleiben. Die heute Verantwortlichen bei der Stadt sind nicht völlig auf den Kopf gefallen, hier hat sich seit der äußerst unerquicklichen Ära Tom Koenigs doch so manches verbessert.


    Ich sehe die Rekonstruktion auch als die Lösung, die sehr wahrscheinlich als einzige dauerhaft befriedigend sein wird. Das muss aber nicht für das gesamte Gebiet gelten, zwischen einem rekonstruierten Markt und der Schirn könnte teilweise auch angepasst modern gebaut werden. Bei einer dann notwendigen Überbauung des Archäologischen Gartens würde es auch kaum anders gehen, ebenso bei einer Nutzung als Haupt-Stadtbibliothek.


    Entsprechendes gilt entlang der Braubachstraße, hier ist nun mal die vor rund 100 Jahren in die Altstadt geschlagene Schneise da. Die Häuser an der Nordseite sind aus dieser Zeit (deswegen haben die auch den Krieg halbwegs überstanden), an der Südseite könnte in angepasster Gestaltung und mit einiger Gebäudetiefe das - innen moderne - Hotel gebaut werden. So hätte man doch einigermaßen BGF geschaffen und könnte dann den Markt, den Hühnermarkt, Hinter dem Lämmchen und eventuell auch die Westseite der Höllgasse (Stadtplan von 1861 in Posting 56) rekonstruieren. Gegebenenfalls soll die Stadt halt noch etwas drauflegen, meinetwegen sollen auch Stiftungsgelder und Spenden eingesammelt werden. Außerdem könnte die Stadt die Bibliothek von DIL bauen lassen und langfristig mieten, auch das dürfte die Sache für die DIL interessanter machen.


    Ach ja: Willkommen, Garcia! Stammst du aus Frankfurt oder hast du mal hier gewohnt?

  • danke, bin ein waschechter frankfurter bub, wohne aber seit einem guten jahr in hamburg. bin aber regelmäßig in ffm und somit auch auf dem laufenden. ausserdem informieren fnp, fr, und faz ja auch im internet regional.


    das geplante hotel halte ich für eine schnappsidee der stadt. wir haben in ffm mehr als genug hotels und wenn überhaupt sollten lieber andere standort, bundesrechnungshof oder Rennbahn, für Hotelneubauten genutzt werden. die Bib und ein entsprechender mietvertrag mit der DIL wäre aber gut. Aber auch die Bib könnte ja hinter historischer fassade existieren. man muss ja nicht unbedingt originalgetreu rekonstruieren und die häuser können ja hinter der fassade durchaus ein gebäude bilden. so könnte mehr platz geschaffen werden.


    die schirn darf bei all der planerei natürlich nicht untergehen.

  • @ Schmittchen: Ich weiß, das nicht alle hier gegen Rekonstruktionen sind, aber 3rdwave ist mir eher als Gegner von Rekos ins Bewusstsein getreten - aber auch da nicht vollständig, keine Sorge, ich schmeiß hier nicht alle in einen Topf.

  • @ Booni,
    Wie kommst Du darauf mich als reko gegner hinzustellen?
    Ganz im Gegenteil, sinnvolle Projekte hatten immer schon meine vollste Unterstützung, ich habe sogar diverse Visualisierungen für Reko_Projekte erstellt, siehe Langer Franz oder Stadtbibliothek.


    ZB. die Rekonstruktion des alten Schauspielhauses wäre ein grosser Traum von mir.
    Was Reko Projekte angeht, kenne ich mich nur in Frankfurt aus, zu anderen Städten kann ich kaum etwas sagen da mir das Wissen fehlt.


    Finde ich etwas komisch muss ich sagen aber naja gut.
    Vielleicht ist für Dich automatisch jemand der auch einzelne ( Und gewiss nicht alle ) Hochhäuser interessant findet, automatisch eine Reko Gegner?


    Also nochmal, mir ist gänzlich schleierhaft wie Du auf diese Behauptung kommen kannst, im Forum habe ich mich niemals ablehnend gegenüber Rekonstruktionen geäussert.

  • Ich hab ehrlich gesagt keinen festen Beleg dafür, aber ich hatte irgendwie immer das Gefühl, dass du eher gegen Rekos bist, es sei denn, es ist noch Originalsubstanz vorhanden. Dazu kommt die ablehnende Haltung eines bestimmten anderen Forums, über die (die Haltung, nicht das Forum) ich jetzt auch nicht weiter diskutieren will, ich hab mich damit abgefunden. Maybe, dann hab ich mich halt getäuscht und entschuldige mich dafür. Einverstanden?


    Allerdings trenne ich schon Hochhäuser und Rekos. Nur kann ich für mich nicht nachvollziehen, wie historische Gebäude bzw. ein historisches Stadtbild mit Hochhäusern einhergeht.
    Ich bin auch kein totaler Gegner von Hochhäuser, nur sähe ich diese lieber in einem Büro- und Gewerbepark außerhalb des Stadtzentrums und der Wohngebiete mit Bahn- und Autobahnanschluss. Die Innenstadt sollte kein Platz für Großraumbüros sein. Wäre aber schon wieder eine andere Diskussion.


    Auf jeden Fall will ich klarstellen, dass ich hier gegen niemanden Antipathien o.ä. hege.

  • booni, ich weiß ja nicht, wie gut du Frankfurt kennst, aber ich finde, dass Frankfurt ein gutes Beispiel dafür ist, dass Hochäuser gerade in die Innenstadt gehören. 1. sind sie in Städten wie FFM aus platzgründen zweckmäßig begründet, 2. sind sie im Pulk, und i. d. R. nur dann (!!!), durchaus attraktiv. Nicht nur in der Frankfurter Innenstadt fehlen ja Wohnungen, sondern beinahe überall in deutschen Großstädten.
    Zudem ist gerade der Gegensatz von alt und neu, von "niedrigen" Altbauten und hohen Glas- und Stahltürmen ziemlich beeindruckend.

  • Beeindruckend finde ich den Kontrast überhaupt nicht, in meinen Augen stören die Hochhäuser eher das harmonische Bild der teilweise geschlossenen Gründerzeitstraßenzüge im Westend und Bahnhofsviertel. Dass sie zweckmäßig sind sehe ich jedoch ein, allerdings sollte man - wenn auf dem Büromarkt der Bedarf zurückgeht - auch dort am ehesten streichen.
    Und gut, die Frankfurter Skyline sieht von weitem schon beeindruckend aus - doch das würde sie auch, wenn sie nicht inmitten der Stadt wäre.


    Und was Wohnungen in der Stadt angeht: andere Städte arbeiten allerdings daran, in Frankfurt habe ich noch von keinem Fall gehört, wo im großen Stile Büros zu Wohnungen umgewandelt wurden. Das einzige, was manchmal ist sind ein paar Wohnungen in HH-Neubauten.

  • Das Problem mit der Umwandlung von Büros in Whg. ist, dass Mietwohnungen in Deutschland aufgrund der Gesetzeslage absolut unattraktiv sind (für die Investoren und Eigentümer). Man bekommt einen schlechten Mieter in Deutschland praktisch nicht aus der Whg. Auch wenn er von Anfang an keine Miete zahlt kann es mehrere Jahre dauern, bis man ihn aus der Whg. bekommt. Für einen investor der Büros in Whg umwandelt (was teuer ist, man braucht Küchen, Bäder, andere Decken etc.) ist es zudem wichtig später wieder Büros statt Whg. einzurichten wenn der Markt wieder anzieht auch das geht wegen des Mieterschutzes nicht. Insgemat mangelt es in vielen Regionen (FFM, München..) an Mietwhg. Die Mieterschutzgesetze haben daher auch für Mieter schlechte seiten. Denn weniger Whg. bedeutet auch höhere Mieten.

  • Zum Thema Archäologischer Garten: Ich glaub das hatten wir schon. Aber ich würd die Variante gut finden, auf den Platz eine Art Glasplatte zu legen und dann zu überbauen so weit es geht. Kann man ein bischen was rekonstruieren und trotzdem verschwindet der Garten nicht im dunklen Untergrund.

  • Die Fraktion der Freien Wähler BFF fordert, nach dem Abriss des Technischen Rathauses die Altstadt zwischen Dom und Römerberg originalgetreu zu rekonstruieren. Mich würde die Meinung im Forum dazu interessieren.

  • Soweit ich das verstanden habe, geht es denen nicht um eine komplette Rekonstruktion dieses Teils der Altstadt, man will aber einige markante Gebäude rekonstruieren und die übrigen Gebäude zumindest im alten Stil wieder entstehen lassen, sowie die alte Gassenstruktur. Ich als Frankfurter Einwohner würde das mehr als begrüssen - ich wäre davon begeistert. Ich denke, viele Menschen in Frankfurt denken so wie ich!!

  • GJM,
    Soll es dann doch die Wählergemeinschafr finanzieren...dann rekonsturiert man gewiss.
    Natürlich würde es mich freuen, halte es aber für völlig utopisch dass alles rekonstruiert werden kann.
    Man muss dieses gegend natürlich auch den modernen Aspekten des lebens anpassen.