S21-A1, Bibliothek 21 (fertig)

  • [...]Dazu passend die reichliche Präsenz von Wärtern in Security Uniform.


    Ein schauriges, schauriges Gebäude, das jetzt, in der dunkeln und kalten Jahreszeit, an Steampunk erinnert. Das wäre ein perfekter Drehort für dystopische science fiction. Solche Geschichten von Menschen mit durch chemische Drogen ausgelöschte Gefühle und dem Verbot jeglicher menschlicher Emotion.

    Einen schlichten dunklen Anzug als Uniform zu bezeichnen geht ein wenig an der Sache vorbei. Da stehen schließlich keine Leute im Drillich mit Schlagstock und Kampfstiefeln. Und natürlich treten Wachleute etwas formeller auf als der durchschnittliche Bibliotheks-Mitarbeiter oder -Besucher. So what? Das hat nichts mit der von dir heraufbeschworenen Zucht und Ordnung zu tun, sondern einfach mit seriösem Auftreten von Ordnungskräften.


    Was das schaurige Gebäude anbelangt, das an Steampunk erinnert: 1. Steampunk hat mit vielem zu tun, aber nicht dystopischer Science Fiction. Der Vergleich hinkt also schon mal. 2. Das Gebäude selbst ist zugegebenermaßen verhältnismäßig schlicht, manche würden auch sagen steril. Kann ich so stehen lassen. Man sollte sich aber auch mit der Philosophie des Architekten auseinandersetzen, und die geht davon aus, dass die Farbe und die Abwechslung einerseits durch die Bücher und Medien, andererseits aber auch durch die Menschen ins Haus gebracht werden. Und gerade letzteres kann man als durchaus gelungen bezeichnen, wenn man sich anschaut, wie unterschiedlich die Besucher in der Bib sind. Ich bin (fast) täglich in der Bibliothek am Mailänder Platz, und ich erlebe (fast) täglich, dass es hier alles andere als steril zugeht. Gleichzeitig muß man aber auch sagen, dass die Bib eben genau das ist: Eine Bibliothek. Und ich finde, da darf seitens des Personals schon mal eingegriffen werden, wenn eine Jugendgruppe über die Stränge schlägt oder jemand meint, er sei bei sich zu Hause und die Füße auf den Tisch legt.


    Und was das Fotographieren angeht: Es gibt halt nunmal gewisse rechtliche Dinge, die es da zu beachten gilt. Mit schöner Regelmäßigkeit sind Leute in der Bib, die eben nicht mit einer Handykamera knipsen (was ja kein Problem ist), sondern Stativ und armlanges Teleobjektiv auspacken. Ist doch klar, dass auch sowas ein wenig reglementiert werden muß. Immerhin gehört die Bib ja mittlerweile zu den meistfotographierten Motiven in der Stadt.