Pinakotheken und Kunstareal

  • Unglaublich !


    Seit 2009 zerbrechen sich Experten, Architekten , Bürgerworkshops die Köpfe um das Geviert auf Weltniveau zu heben-und was kommt dabei heraus?
    Sitzbänke , Bäume, Laternen. Wird hier Bad Kleinkleckerheim aufgehübscht?


    Wo bleibt ein architektonisches Ausrufezeichen? Warum keine große Wasserfläche mit einem Objekt darin, wie in Basel und Paris von Tinguely , oder in Paris die Pavillons im Parc de la Villette von Bernard Tschumi ?


    Man traut sich einfach nichts.
    Aber am Allerschlimmsten ist der Vorstoss der Architekten Auer und Weber (Konkurrenz) den 2.ten Bauabschnitt der Pinakothek der Moderne nicht mehr weiter zu verfolgen.
    Die Pinakothek ist jetzt nur zu 2/3 fertig. Es braucht unbedingt das Winkelgebäude zur Stadt hin, mit dem diagonalen Tor. Man hätte das Brandhorst-Museum nicht in den nördlichen Eckzipfel quetschen müssen, wenn es südwärts kein Pendat mehr hat.


    Persönlich halte ich von Braunfels nicht viel, aber dieses Gebäude ist klasse.


    https://abload.de/img/2018-02-28_07100563ude.jpg


    Bild ohne Quellenangabe ge-urlt.


    Nr. 5 ist das zu bauende Gebäude, wo ja auch die Graphiksammlung ihre eigenen Räume bekommen soll, mit Nordlicht.

  • Da muss ich Dir schon Recht geben. Was für ein Aufwand wird hier wieder einmal betrieben. Workshops, Untersuchungen, noch eine Studie hier, dann wieder ein Konzept da - und am Ende kommt ein großes NICHTS heraus (außer ein paar neuen Mülleimern und Sitzbänken, unfassbar). Es wird Zeit, dass sich unsere Stadtvertreter und Architekten mal auf die Reise machen - z.B. in andere europäische Städte, einfach nur, um mal zu erleben, was heute so alles möglich ist. Vielleicht gelingt es dadurch, die Ansprüche an sich selbst etwas in die Höhe zu schrauben.

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    Bayern hat eben - in dieser Hinsicht leider - keinen strahlenden König mehr, wie Ludwig I. einer war. Gebildet, visionär, weltgewandt (morgen jährt sich sein Todestag zum 150. male).


    Hier haben Stadt und Freistaat wieder zusammen ihre Finger im Spiel, kein Wunder, dass sich das so lange hinzieht und außer ein Haufen Ideen und Wünschen nicht viel bei rum kommt.


    Dabei bin ich nicht unbedingt der Ansicht, dass hier große neue Ausrufezeichen gesetzt werden müssen. Mir persönlich würde es schon sehr gefallen, wenn wie im Konzept vorgeschlagen, einheitliche Pflaster- und Plattenbeläge, Infotafeln, Straßenlaternen und Sitzbänke eingeführt werden sowie Grün- und Freiflächen z.B. nach historischem Vorbild aufgehübscht werden. Nur dafür muss halt mal angefangen werden, für was haben wir einen Dr. Ludwig Spaenle?


    Die damals vorgesehen Eckbebauung vor der Pinakothek der Moderne fände ich dabei - ohne die Pläne genau zu kennen - alles andere als ansprechend, so schottet sich das Quartier nur ab.


    Die Neue Pinakothek sah früher so aus (Rekonstruktion aufgrund Sanierung des Nachfolgebaus leider unwahrscheinlich):
    http://denkmaeler-muenchen.de/bauten/pinakothek.php


    Der Vorplatz der Alten Pinakothek so:
    http://images.zeno.org/Ansichtskarten/I/big/AK07000a.jpg
    Gegen den Vorschlag einer Wiederanlage hätte ich nichts einzuwenden.


    munichpeter:


    Da die drei Riegel parallel zum Museum Brandhorst abgerissen werden, ergeben sich mit Sicherheit im Rahmen der Neubebauung attraktivere Platzsituationen und eine bessere Einbindung in das Gesamtareal.

  • Ein Armutszeugnis, dass man heute nicht mehr an diese Tradition, großzügige und repräsentative Kunst- und Kulturbauten zu inszenieren anzuknüpfen vermag.



    Dabei bin ich nicht unbedingt der Ansicht, dass hier große neue Ausrufezeichen gesetzt werden müssen. Mir persönlich würde es schon sehr gefallen, wenn wie im Konzept vorgeschlagen, einheitliche Pflaster- und Plattenbeläge, Infotafeln, Straßenlaternen und Sitzbänke eingeführt werden sowie Grün- und Freiflächen z.B. nach historischem Vorbild aufgehübscht werden. Nur dafür muss halt mal angefangen werden, für was haben wir einen Dr. Ludwig Spaenle?


    Ich hätte nichts gegen Ausrufezeichen einzuwenden. Vor allem muss der Autoverkehr raus aus dem Areal, damit man zwischen den Pinakotheken flanieren kann und dort neue Statdräume mit Aufenthaltsqualität entstehen können.

  • Seit den 1990er-Jahren wird jetzt über die Neugestaltung der Freiflächen im Kunstareal diskutiert, geschehen ist aber bis heute nichts. Es ist also wirklich höchste Zeit, dass Stadt und Freistaat endlich mal an einem Strang ziehen und die Pläne so bald wie möglich umsetzen.


    Auf der Website von Vogt Landschaftsarchitekten gibt es zumindest schon eine kurze Übersicht: https://www.vogt-la.com/de/projekt/kunstareal-münchen


    Abgesehen davon hoffe ich, dass man neben den prächtigen Grünanlagen eines Tages auch die historischen Fassaden und Innenräume der Alten Pinakothek wiederherstellt. Döllgasts Werk in allen Ehren, aber beim "Wiederaufbau" nach dem Krieg hat man den Klenzebau ein zweites Mal ruiniert.



    Quelle: Library of Congress, gemeinfrei

  • Ich finde den heutigen Zustand der Alten Pinakothek genauso unwürdig wie den des Neuen Museums in Berlin. Döllgast hat beim "Wiederaufbau" leider nicht nur die Fassade, sondern auch das Raumprogramm ruiniert. Besonders schlimm ist die Schließung des ehem. Haupteingangs auf der Ostseite, der Abriss der dreiläufigen Haupttreppe dahinter und der Verlust der herrlichen Loggia auf der Südseite:


    https://www.cedon.de/media/ima…storische-Fotogr_26_7.jpg

  • Den Mittelteil der Alten Pinakothek als "rustikal" zu bezeichnen ist auch mal einfallsreich. Ich finde es einfach nur schrecklich und dadurch eines der schäbigsten historischen Gebäude in München. Wenn man Kriegsschäden unbedingt sichtbar halten will, sollte das durch moderne Akzente geschehen, wie bei der Staatskanzlei oder dem Reichstag. Aber bei der alten Pinakothek sieht es einfach so aus als seien die Handwerker nicht bezahlt worden und hätten die unfertige Baustelle verlassen. Architektonisch ein No Go!


    Die Rasenfläche davor ist natürlich auch nix und erinnert eher an ein Fußbaldfeld. Man sollte hier zumindest die Geometrie des Vorkriegszustandes wiederherstellen. Die Idee einer unterirdischen Tiefgarage ist sinnvoll und würde gleichzeitig die desaströse Parksituation in der MVS verbessern.

  • So unterschiedlich sind die Geschmäcker...auch ich finde, dass es vieles zu kritisieren gibt am Kunstareal, allen voran die Straßen- und Plätze, die momentan nicht verbindend sondern trennend wirken.


    Obwohl es oft interessanter ist, den ursprünglichen Zustand zu rekonstruieren finde ich das aktuelle Erscheinungsbild der Alten Pinakothek recht passend. Auch und gerade die Rasenfläche davor wird in den letzten Jahrzehnten viel genutzt und ist irgendwie lässig. Den historischen Zustand der "Gartenanlagen" kann man ja nur noch auf Bildern sehen, aber er wirkt auf mich vergleichsweise eher unattraktiv.


    @Parkgarage: Ich halte es für fragwürdig, ob im Jahr 2018 die Besucher einzelner Museen im Innenstadtbereich immer noch mit dem Privat-Auto anreisen müssen (physisch in ihrer Beweglichkeit eingeschränkte Personen ausgenommen). Dafür bietet die Maxvorstadt einfach zu wenig Platz, egal wie sehr man die Straßen- und Parkplatzkapazität noch weiter ausbaut. Eher sollte man die öffentlich Anbindung, sowie die Fußgänger und Radlinfrastruktur in diesem Bereich massiv verbessern.

  • Es wäre großartig, den Autoverkehr ganz aus dem Areal zu verbannen (Barerstraße vor allem aber vielleicht auch teilweise oder ganz aus der Theresien- und Gabelsbergerstraße - wäre das möglich ohne Tunnels graben zu müssen? Schließlich sind Gabelsberger- und Theresienstraße wichtige Ost-West Verbindungen - die Barerstraße in Nord-Süd-Richtung ist nicht ganz so essentiell).


    Man könnte das ganze als riesigen Platz gestalten mit allerhand Freizeitmöglichkeiten für Jung und Alt. Teilweise könnte man historische Begrünung wieder einführen, Spiel- und Sportplätze dürften auch nicht fehlen. Das wäre mal wieder etwas großartiges, was die Lebensqualität der Einheimischen drastisch erhöht, Touristen gefällt und noch dazu relativ billig zu haben wäre.

  • "Vierte Pinakothek" für das Kunstareal?

    Bayerns ehemaliger Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) schlägt laut einem Bericht der Abendzeitung vor, das sanierungsbedürftige LMU-Gebäude/Museum Reich der Kristalle an der Theresienstraße abzureißen und dort eine "Vierte Pinakothek" für Wechselausstellungen der Stammhäuser auf dem Kunstareal zu errichten.


    https://www.abendzeitung-muenc…72-b781-8478cef6c50d.html

  • Interessant, zu meinen Studienzeiten erzählte man sich, dass die Gebäude denkmalgeschützt seien, weil sie ohne tragende Säulen/Wände auskämen.

  • Antrag der SPD-Stadtratsfraktion:


    München, 23.11.2018
    Ein attraktives Umfeld für die Pinakothek der Moderne schaffen!


    Antrag
    Die Stadtverwaltung und der Oberbürgermeister werden gebeten, sich beim Freistaat Bayern für eine angemessene Gestaltung der Flächen südlich und östlich der Pinakothek der Moderne einzusetzen.


    Begründung
    Seit Jahren ist die Pinakothek der Moderne in Betrieb. Die Realisierung des zweiten Bauabschnittes hat sich zunächst verzögert und wird, wenn überhaupt, erst in fernerer Zukunft kommen. Die für den zweiten Bauabschnitt vorgesehene Fläche wurde inzwischen zu einer unansehnlichen Kiesfläche zum Abstellen für Autos umgestaltet. Was zunächst für eine kurzfristige Zwischenlösung noch hinnehmbar erschien, ist aus heutiger Sicht nicht mehr akzeptabel. Das Kunstareal soll zu einem attraktiven Quartier werden. Freistaat und die LH München arbeiten daran. Da wirkt die derzeitige Gestaltung und Nutzung südlich und östlich der Pinakothek der Moderne als Anachronismus.


    Quelle: https://ru.muenchen.de/pdf/2018/ru-2018-11-23.pdf#page=27

  • Sanierung der Neuen Pinakothek

    Die Neue Pinakothek wird zum Jahresende geschlossen und bis frühestens 2025 für mindestens 80 Millionen Euro saniert. Laut einem SZ-Bericht sollen die Gemälde teils eingelagert, teils in die Alte Pinakothek und die Sammlung Schack verbracht werden. Bei Regen müssen Mitarbeiter derzeit mit Eimern verhindern, dass Wasser in das 1981 von Alexander von Branca errichtete Gebäude eindringt.


    https://www.sueddeutsche.de/mu…nchen-sanierung-1.4247090


    Für 80 Millionen Euro hätte man auch eine Rekonstruktion des prächtigen Vorgängerbaus von Friedrich von Gärtner aus dem Jahr 1853 haben können:

    Quelle: Wikipedia, gemeinfrei

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    Ich wäre zwar auch für eine Rekonstruktion, glaube aber kaum, dass diese für 80 Millionen Euro zu haben wäre (die Sanierung wird ja lt. Artikel auch noch einmal teurer). Allein die Fresken dürften Unsummen verschlingen. Wie die Flächenbilanz für den Sammlungsumfang aussieht, bleibt auch noch eine offene Frage. Im Inneren ist die Neue Pinakothek recht gelungen wie ich finde, von außen... gut, dass sie größtenteils von üppigem Grün umgeben ist...:)

  • Zum Vergleich: Die Rekonstruktion des Berliner Schlosses, dessen Grundfläche etwa doppelt so groß ist und dessen Fassaden wesentlich aufwändiger sind, kostet 105 Millionen Euro. Deshalb glaube ich schon, dass eine Rekonstruktion der Neuen Pinakothek für 80 Millionen Euro zu haben wäre.