Die ewige Hochhausfrage - das Original seit 2003

  • Riemer Berg (22.12.)


    Im Osten der Stadt können weitere Hochhäuser kaum mehr etwas verstellen... ;) Ein Durcheinander wohin man blickt:


    P1050190-2.jpg


    Klicken zur Zoomansicht (wer links neben dem Technischen Rathaus genau hinsieht, erkennt die Macherei):


    P1050200-3.jpg


    Für den Norden gilt das ohnehin:


    https://www.abload.de/img/img_08963d6.jpg

    https://www.sueddeutsche.de/im…6754/704x396?v=1508397848


    Vielleicht sollte sich Herr Brannekämper auch Stadtansichten ansehen, die nicht postkartenverdächtig über der Ludwigsstraße in Richtung Süden blickend aufgenommen wurden, bevor er wieder herumpoltert "Hochhäuser seien städtebauliche Parasiten"...


    Richtung Süden / Südwesten (Neuperlach, Thalkirchen) zeigt sich dagegen noch eine größere Sensibilität:


    P1050181.jpg


    P1050182.jpg


    P1050214.jpg


    Eigene Aufnahmen

  • Wo siehst Du das Techn. Rathaus? Ganz links auf dem oberstes Bild ist das Hochhäuschen an der Richard-Strauss-Straße, das bald Geschichte sein wird und durch den Chipperfield Klotz ersetzt wird.


    Siehe Deine eigenen Bilder :

    BVK-Zentrale (3 HH 115m, 60m, 40m) [in Planung]


    Wer in den nächsten Tagen die Musse dazu hat, kann sich in die Hochhausstudie vertiefen.


    https://www.muenchen.de/rathau…hhaeuser-in-Muenchen.html

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    Du musst auf dem zweiten Bild schauen, auf dem ersten ist das Technische Rathaus, völlig richtig, nicht zu sehen ;)


    Das Hochhaus an der RS wird nicht abgerissen, gehört ja zum erst vor ein paar Jahren aufwendig revitalisierten "Forum Bogenhausen".


    Abgerissen wird derzeit nur der ehemalige Siemenscampus, der allerdings auf keinem der beiden Bilder zu erkennen ist. Vom Riemer Berg werden die Chipperfield Hochhäuser also sehr weit links des Arabellaparks zu sehen sein.

  • Hallo Forumsmitglieder,


    Interessant sind wieder viele gegensätzliche Aussagen über Auswirkungen von Hochhäusern.

    Oft in einem Beitrag gleichzeitig


    zB:


    Hochhäuser verhindern besonders den Luftaustausch und erzeugen starke Luftverwirbelungen.


    Hochhäuser lohnen sich nicht, wegen ihrer Komplexität, aber sie generieren den Investoren Millionen Einnahmen.

  • Gerade das oft vorgetragene Argument zur Luftbewegung / Konvektion bei Blockade irgendwelcher absolut nicht nachweisbarer Frischluftschneisen macht mich aggressiv. Soviel Dummheit macht mich aggressiv.

  • Hallo miteinander, heute habe ich mich endlich hier eingetragen, um auch einmal meine Meinung abzugeben. Als geborener Münchner verfolge ich die Entwicklung von München mit besonderer Sorge. ZUgegeben, es ist jetzt schon wieder mindestens 10 Jahre her, daß ich mal vor Ort war, aber im Internet kann man so einige Entwicklungen erkennen. Auch hier in Frankfurt läuft einiges nicht so, wie es sollte oder könnte. Ich denke, das liegt auch nicht immer an den Kosten. Was unsere Städte so angeht, ist überwiegend Fantasielosigkeit angesagt. Da und dort gibt es Lichtblicke, ansonsten Schuhkartons in grau und weiß. Je weiter man nach Norden geht, kommt wenigstens der Klinker ins Spiel. Wäre wünschenswert, auch weiter südlich. Unsere Stadtväter sind eigentlich in der Pflicht, langfristig zu denken. Naja....also ich fasse mich jetzt kurz, sonst schläft mir hier beim lesen noch jemand ein. München, was soll ich sagen. Bitte mehr Mut bei der Höhe, Fantasie, Farbe und Formenvielfalt. Wir schreiben das Jahr 2021. Kommt bitte endlich in der Jetztzeit an. So....jetzt geht's mir besser. Übrigens, solltet Ihr mal nach Wiesbaden kommen (off topic ich weiß!!!), da fallen Euch die Augen raus, so großartige Bauten....

  • In Bezug auf Isek und die Luftschneisen....wenn man sieht, wie windig es gerade zwischen den Hochhäusern hier in Frankfurt ist, sorgt das gerade in unseren heißen Sommern für Abkühlung. Auch die dadurch entstandenen Schattenzonen sorgen für zusätzliche Abkühlung. Klar ist natürlich auch, daß wir offene Flächen brauchen für Grünanlagen mit guten Baumbeständen und integrierten Teichanlagen. Das gibt immer was her, und ist für die Menschen vor Ort ein willkommener Erholungsbereich.

  • Je weiter man nach Norden geht, kommt wenigstens der Klinker ins Spiel. Wäre wünschenswert, auch weiter südlich. Unsere Stadtväter sind eigentlich in der Pflicht, langfristig zu denken.

    Klinker kommt auch im Süden wieder zunehmend in Mode, sowohl bei Neubau als auch bei Sanierungen. Da sah es vor zehn Jahren in der Tat ganz anders aus. Trotzdem wird ein anderes Fassadenmaterial in Zukunft noch viel prägender werden, um auf die Nachhaltigkeit einzugehen: Holz. Nebeneffekt: Selbst bei ähnlich monotonen Gebäudeformen wirken Fassaden damit schon wesentlich freundlicher und stimmiger als mit WDV-Fassade.

    wenn man sieht, wie windig es gerade zwischen den Hochhäusern hier in Frankfurt ist, sorgt das gerade in unseren heißen Sommern für Abkühlung.

    Das lässt sich jedoch auch als Gegenargument auslegen - und das wird es. Nicht immer sind die Tage heiß... es ist mühselig über Luftzirkulationen zwischen Hochhäusern zu diskutieren. Extreme Winde wie stehende, drückend heiße Luftschichten sind gleichermaßen möglich.

  • MiaSanMia, ja, schließe mich Deiner Meinung an in Bezug auf Gegenargumente. Und was Holz angeht, jederzeit, gerne. Verschiedene Bauten benötigen sicherlich verschiedene Materialien. Stimmigkeit und Umweltverträglichkeit....ist schon eine Herausforderung. Und was den Klinker angeht, das KLINKT doch gut.:)

  • Erstmal stimme ich meinen Vorrednern zu.


    In der politischen Debatte geht es allerdings weniger um die tatsächlichen mikroklimatischen Auswirkungen von Hochhäusern, als wie man damit polarisieren kann. Wenn ein Herr Brannekämper sich um das Stadtklima sorgt, während er gleichzeitig bei jedem Radweg und Parkplatzwegfall in Bogenhausen protestiert ( a la "Prinzipiell sind wir ja dafür aber hier genau passts nicht"), kaufe ihm das einfach nicht ab.


    In der Bevölkerung gibt es leider unter anderem deswegen weit verbreitete Irrglauben zum Beispiel eben zu dem Einfluss einzelner Gebäude auf Frischluftschneisen. Bei den Informationsveranstaltungen zu der Hochhausstudie kamen aber durchaus viele ernst gemeinte Fragen zu ökologischen Aspekten von Hochhäusern. Hierbei ging es dann zum Beispiel um die Energiebilanz bei Bau und Betrieb oder die Lebensdauer und Entsorgung/Abrissmöglichkeiten. Ich denke hier sollte die Stadt auch klarer kommunizieren, dass Hochhäuser eben auch Vorteile in Bezug auf Flächenausnutzung und bessere Anschließbarkeit an den ÖPNV bieten.


    Was ich insgesamt kritisch sehe ist die Vermischung zwischen politischer Diskussion auf der einen Seite und fachlicher Diskussion andererseits (und das ist nicht auf die Hochhausfrage beschränkt). Jeder Mensch hat das Recht auf seine eigene Meinung. Hier kann man versuchen Überzeugunsarbeit zu leisten, aber wenn jemandem Hochhäuser partout nicht gefallen, ist das sein gutes Recht. Was aber nicht sein kann ist, dass die fachliche Expertise von Experten ignoriert wird oder mit völlig falschen Argumenten argumentiert wird. Nicht jeder Mensch hat Zeit, Lust, oder die Mittel sich in städtebauliche Fragen einzuarbeiten, und auch das ist voll okay. Aber sich dann hinzustellen und zu einer Studie, deren Methodologie man nicht versteht und deren Inhalt man nur vage kennt das genaue Gegenteil zu behaupten, geht einfach nicht. Als Beispiel fallen mir hierzu zum Beispiel die Verschattung durch Hochhäuser ein, die man mathematisch sehr genau modellieren kann, oder auch Verkehrsprognosen (die zugegebenermaßen nicht immer so gut sind).

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    Bei den Onlineveranstaltungen waren jeweils um die 300 Teilnehmer dabei, wenn ich mich nicht irre. Befürworter wie Gegner waren meiner Einschätzung nach in der Anzahl der Chatbeiträge recht ausgeglichen. Ich unterstelle jetzt einfach, jeder der Teilnehmer hat ein überdurchschnittliches Interesse an Fragen der Stadtentwicklung, sonst hätte die- oder derjenige wohl eher nicht zur Veranstaltung gefunden. Wenn also mit Fakten belegbare Aussagen zu Themen wie Verschattung, ökonomische Vorteilhaftigkeit oder Verkehr bei manchen Personen auf Ablehnung und Unglauben stoßen, ist die wahre Motivation wohl eher in Richtung "kein weiterer Zuzug" zu verorten. Je höher das Gebäude, desto sichtbarer wird der drohende Zuzug, desto mehr Gegner melden sich zu Wort.


    Was mich grundsätzlich etwas stört, ist die Annahme, dass hier jetzt eine ganze Welle an Wolkenkratzern gebaut werden würde. Die Effekte der diskutierten Probleme wie Mikroklima, Frischluftschneisen (gibt`s tatsächlich), oder Ghettoisierung (arm oder reich), spielen bei den wenigen ausgewählten Standorten für Wolkenkratzer doch überhaupt noch keine Rolle bzw. gelten für die zahlreichen Vorhaben um die 60 Meter ohnehin nicht. Auch die Themen Recycling und Nachhaltigkeit sind keine hochhausspezifischen, sondern müssen künftig für jede Bauform stärker in den Blick genommen werden. Damit ließen sich die Auswirkungen eigentlich allein auf die gestalterische Ebene reduzieren - entweder sie gefallen einem oder eben nicht und da ist Ablehnung absolut legitim, muss die Stadt halt sehen, wie sie da einen Ausgleich schafft. In der öffentlichen Diskussion findet das Thema Gestaltung jedoch nur wenig Resonanz, was auch im dritten Teil der Infoveranstaltung zu merken war. Im Chat drehte es sich mehr um Grundsatzfragen denn um das eigentliche Thema des Abends.

  • Zur 3. Veranstaltung:

    Hier hat man wieder sehen können wie die Stadtoberen Angst haben, vor den Leuten, die vor Veränderungen durch die Hochhäuser Angst haben.

    Elisabeth Merk:

    Sie brauchen keine Angst haben, dass die Studie zur Ausweisung von Hochhaus - Zonen führt (also kein Rahmenplan).

    Es wird grundsätzlich jeder Einzelfall geprüft, wie vorher auch.

    Grund: Wir wollen keine Begehrlichkeiten wecken.

    Also haben wir alle Angst?

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    Nein nein, erstens ist Frau Merk zumindest aktuell völlig unabhängig von der Meinung der Bürger, sie wird ja nicht von ihnen gewählt und gehört keiner Partei an ;).

    Zweitens hast du da glaube ich etwas missverstanden was den Rahmenplan betrifft. Ein solcher kann nicht pauschal Baurecht für Hochhäuser auf Grundstücken innerhalb seines Geltungsbereichs schaffen. Wie überall, steckt er nur, der Name sagt es schon, den Rahmen ab, in welchen Gebieten / auf welchen Grundstücken Hochhäuser in welcher Höhe grundsätzlich gebaut werden könnTen. Selbstverständlich braucht es nach wie vor eine förmliche Bauleitplanung / Bebauungsplan (=Einzelfallprüfung), sollte sich ein Investor bspw. dazu entscheiden, auf Grundstück ABC ein Gebäude der Höhe 128 Meter zu errichten. Vielleicht reicht dazu in anderen Städten wie Frankfurt §34 BauGB, wenn im Umfeld ohnehin nur Hochhäuser stehen?


    Hintergrund: Im Chat wurde von Teilnehmern die Befürchtung geäußert, überall wo die Studie Hochhäuser für möglich hält, werden auch definitiv welche entstehen.

  • Vielen Dank MiaSanMia für den Erklärungsversuch!

    Es handelt sich sozusagen um einen "umgekehrten Ausschluss- Plan"?


    Die Aussage "man möchte keine Begehrlichkeiten wecken" lässt bei mir nach wie vor eine Art Abwehrhaltung vermuten.


    Bin aber gar nicht der Profi solche Aussagen bewerten zu können.

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    Idealerweise, ja. Es wäre nicht von Vorteil, wenn es einen Rahmenplan gibt, und dann außerhalb doch wieder Hochhäuser genehmigt werden. Verbieten könnte es der Stadt freilich niemand.


    Zu den Begehrlichkeiten: Frau Merk hat das schon öfter betont, gemeint sind hier vor allem Spekulanten, die nur mit den Grundstücken handeln, aber nicht entwickeln.

  • Eine Verpflichtung zum Bau(recht) wird es, wie oben ganz treffend erwähnt, nicht geben.


    Ausgehend von meinen Erfahrungen im persönlichen Umfeld wird aber genau das oft falsch verstanden. Wenn die Stadt eine theoretische Vorstudie zu Hochhäusern(-chen) in der Messestadt in Auftrag gibt, erzählen mir zwei Monate später Bekannte, dass in der Messe bald Hochhäuser gebaut werden. Die Aussage von Frau Merk, denke ich, zielte genau darauf ab. Für viele Menschen klingt Rahmenplan eben nach pauschalem Baurecht und städtischem Kontrollverlust.


    Das Argument, das mir in der ganzen Debatte zu kurz kommt ist aber folgendes:

    Ein gut formulierter Rahmenplan vermeidet Spekulation.


    Gelingt ein stadtweites Bekenntnis zu Hochhäusern, wird es unweigerlich Investoren geben, die versuchen davon zu profitiern - Rahmenplan hin oder her. Spekulation begegnet man aber mit möglichst klaren und vorab definierten Regeln - in Form eines Rahmenplans. Wer genau weiß, dass man an Standort X maximal 80 m und nur bei entsprechender Gestaltung bauen darf, wird kein Grundstück jahrelang zurückhalten, in der Hoffnung, 150 m hinzustellen. Will man in einem bestimmten Bereich maximal X Hochhäuser, kann man dies kommunizieren und so den Zeitdruck auf Investoren erhöhen. Auf der anderen Seite beugt ein Rahmenplan Flächenverschwendung in Form von 5-stöckigen Bürobauten in Gewerbegürteln und Ähnlichem vor, so wie es momentan der Fall ist. Ein Rahmenplan schafft Vertrauen in den Planungsprozess und ermöglicht es auch Grundstücksbesitzern, die nicht zu den ganz großen Playern gehören, ehrgeizige Projekte anzustreben.


    Es wäre nicht von Vorteil, wenn es einen Rahmenplan gibt, und dann außerhalb doch wieder Hochhäuser genehmigt werden. Verbieten könnte es der Stadt freilich niemand.

    Insbesondere muss ein Rahmenplan deshalb Akzeptanz und Vertrauen in der Bevölkerung schaffen, damit bei den unweigerlichen B-Plan-Verfahren hierzu nicht immer wieder eine Grundsatzdebatte ausgelöst wird. Hochhäuser, die dann gegen den Rahmenplan verstoßen, wären da doch sehr kritisch.

  • Zumindest für das nördliche Industrie Gebiet (Frankfurter Ring) schaut es aus, als ob die Hochhausstudie Sinnfrei ist, wenn es nicht mal möglich erscheint ein 100m hohes Gebäude zu bauen.

    (siehe x te Umplanung vom Opes Projekt).